erste Version: 11/2018
letzte Bearbeitung: 11/2018

Chronik des Aufstiegs: Die Pforten der Hölle - Darion

F1171.

"Karon! Willkommen zuhause!" rief der Ritter Khiris, ging in die Knie und umarmte Khar, als wäre das Kind ein lange vermißter Freund

Vorgeschichte: F1164. Khiris: S
F1170. Darion: "Also hören sie, ein Kind sollte auch etwas eigenes besitzen dürfen!" kam eine empörte Antwort von der Lehrerin

Darion erzählt:
Auf der Fahrt war alles bereits organisiert, inklusive der Übernachtung in einem anderen kleineren Ordenshaus.

Am übernächsten Abend kam ich dann bei Tharons Rittern an. Ich klopfte an die Tür des Ordenshauses ein Ritter namens Khiris öffnete, nachdem ich gesagt hatte, wer ich war, dann warf er einen Blick auf Khar und alles wurde verrückt.

"Karon! Willkommen zuhause!" rief er nämlich, kam heraus, ging in die Knie und umarmte das Kind als wäre es ein lange vermißter Freund.
Khar versteckte sich nicht etwa hinter mir, wie ich es von ihm erwartet hätte, sondern er fragte Khiris, als würde er ihn tatsächlich kennen, wie es Tharon und einigen anderen Leuten gehen würde, deren Namen ich noch nie gehört hatte. Khiris beantwortete diese Fragen, als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt, daß Khar nach diesen wildfremden Leuten fragte. Erschreckend viele von diesen Personen waren inzwischen tot. Ich warf einen irritierten Blick rüber zu Michaela, doch sie wirkte nicht, als würde ihr das verrückt vorkommen. Sie sah aus, als würde sie das für etwas normales halten, was eben gelegentlich zu beobachten ist. Sie schien nur zu meinen, sie würde stören, denn sie fragte ob es OK wäre wenn sie sich um die Kutsche kümmert und dann mit dem Kutscher in die Kantine geht und war dann weg.
"Komm wir gehen zu Tharon, der wird sich auch freuen, dich wiederzusehen. Wir haben dich alle sehr vermißt, als du ermordet wurdest."
Khiris bat eine Person in einem Aufenthaltsraum, den Pfortendienst zu übernehmen und brachte uns zu Tharon. Auf dem Weg durch das Gebäude, fragte ich, was das denn gewesen sei.
"Der Junge war in seinem vorhergehenden Leben mein Adoptivvater. Tharon war sein Sohn." erklärte Khiris.
Ich hatte mich immer noch nicht daran gewöhnt, daß diese Leute spirituelle Dinge als einen so selbstverständlichen Teil des Alltags betrachten.

Ein Sekretär schickte uns ins ein Wohnzimmer und Khiris und Khar unterhielten sich weiter über ein Leben, von dem ich noch nie gehört hatte. Als nach wenigen Minuten Tharon eintrat, warf er ebenfalls nur einen Blick auf Khar und rief.
"Karon!"
Mein kleiner Sohn fiel ihm in die Arme, meinte:
"Du bist aber groß geworden!" und fragte den erwachsenen Ritter aus, was er inzwischen so alles gemacht hatte.
Tharon beantwortete seine Fragen, nannte den kleinen Jungen irgendwann tatsächlich Papa und fing dann plötzlich an, sich mit ihm in einer fremden Sprache zu unterhalten, zu der Khiris mir erklärte, sie wäre Russisch.
"Aber Khar kann doch kein Russisch!" protestierte ich.
"Offensichtlich irren sie sich da." antwortete Khiris.
"Aber wie geht das?" fragte ich.
"Er greift halt auf Wissen aus früheren Leben zurück." antwortete Khiris.

Diese Antwort verstärkte eine Verzweiflung, die ich schon die ganze Zeit hatte. Ich hatte zunehmend das Gefühl, weder die Welt noch mich selbst noch Khar zu kennen und dadurch den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ich wußte einfach nicht, wie ich damit umgehen sollte, wenn ich gleichzeitig feststellte, daß die Welt in jeder Hinsicht viel gefährlicher ist, als ich in meiner Kindheit gedacht hatte und ich dann noch erlebte, daß ich mich auf mein eigenes Wissen und meine eigenen Fähigkeiten - ausgerechnet in der Magie - verlassen mußte, um zu überleben.

Khiris fragte mich, ob ich in dem Heim, in dem ich aufgewachsenen wäre, viel hätte hungern müssen.
"Nein, das Essen war zwar einfach, aber es hat schon zum Leben gereicht." antwortete ich, "Wie kommen sie denn auf die Frage?"
"Als ich klein war, war ich auch in einem Kinderheim. Da wäre ich beinahe verhungert. Karon - ihr heutiger Sohn Khar - hat mich da rausgeholt." meinte Khiris.
Ich erzählte ihm von meinem Zusammenstoß mit Khars Lehrerin, die sich überhaupt nicht hatte vorstellen können, wie es ist, wenn das Geld knapp ist. Khiris amusierte das und er erzählte von seiner Mutter, die eine richtig arme Frau gewesen war. Ich fragte ihn, wie es denn kam, daß er ins Heim gekommen war, wenn er eine Mutter hatte.
"Ich habe die Menschen nicht genug verstanden. Dieses Leben ist mein erstes Leben als Mensch, nachdem ich aus der Hölle gekommen bin." antwortete er.

Ich warf einen Blick rüber zu meinem kleinen Sohn der sich immer noch auf russisch mit Tharon unterhielt und fragte mich, wo ich gelandet war. Andererseits war ich doch neugierig.
"Können sie sich an die Hölle erinnern?" fragte ich.
"Ja. Ich denke da aber sehr ungern dran zurück, weil ich da überhaupt keine richtigen Gefühle kannte. Die habe ich erst in diesem Leben nach und nach kennengelernt und ich hatte enorme Problem zu verstehen, was sie immer von mir wollten. Das Kinderheim war eine Art Irrenanstalt für Kinder und ich kannte als Kleinkind zwar die Namen aller wilden Tiere und Pflanzen, aber die Heimleitung und diejenigen aus meinem Herkunftsort, waren der Ansicht, ich könne gar nicht sprechen, obwohl die Ritter festgestellt haben, daß ich insgesamt einen ungefähr altersgemäßen Wortschatz hatte, der bei Tieren, Pflanzen und Natur weit umfangreicher war als normal und bei technischen und sozialen Bereichen weit weniger umfangreich. Ich habe keine Ahnung, warum die Leute das nicht gewußt haben, denn ich kann mich erinnern, daß ich als Kleinkind gelegentlich auch gesprochen habe."
Das machte mich neugierig. Ich fragte ihn, ob er etwas dagegen hätte, wenn ich mir seine Akte ansehen würde.
"Das geht nicht mehr. Bei der Flucht aus Rußland haben wir nicht viel mehr als unser nacktes Leben retten können. Karon ist damals ermordet worden." antwortete er.

Khiris war in den folgenden Tagen aber sehr gerne bereit, mir Details über seine Vergangenheit zu erzählen, was zu einigen sehr interessanten Gesprächen führte.
FI31. Kersti: Inhalt: Khiris - Das bissige Kind
Ich wunderte mich allerdings, wie als so einem seltsamen Kind, das mehrere Menschen nicht als menschlich hatten anerkennen wollen, ein doch vergleichsweise normaler Erwachsener hatte werden können. Khiris meinte dazu, daß er sich vor allem wunderte, daß Karon damals ausgerechnet ihn - das unmöglichste von allen Kindern im Heim - mitgenommen und adoptiert hatte. Er hätte dadurch richtige Chancen im Leben erhalten, bei den ganzen anderen Kindern hätte Karon nur dafür gesorgt, daß sie in Zukunft genug zu essen und Schulunterricht bekamen.

Kersti

Fortsetzung:
F1172. Darion: Khar zeigte mir beide Hände: "Guck es ist wirklich alles wieder dran!"

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI27. Kersti: Inhalt: Darion

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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