erste Version: 1/2019
letzte Bearbeitung: 1/2019

Chronik des Aufstiegs: Die Pforten der Hölle - Die Beschützer der Menschheit vor den Geistern der Verzweiflung

F1191.

Ich ging zur Wachkanzel und setze mich dorthin. Das war nämlich mein Platz, da ich im Augenblick die Kuppel aufrecht erhielt, die den Orden schützte

Vorgeschichte: F1190. Rios: Miriam wurde im Garten gefunden, wo sie sich unter einem Busch versteckt hatte, damit die Leute sie nicht finden und in das Häckselgerät im Stall stecken

Khar erzählt:
Eines Tages war wieder so eine Therapiesitzung mit Miriam kurz nach dem Frühstück. Ich redete gerade mit ihr, da schrie sie auf "Sie kommen, sie kommen!" - und mir war plötzlich bewußt, daß diesmal ein echter Angriff durch den magischen Schutz des Ordens kekommen war. Ich klinkte mich in den Schutz ein, erschuf dann eine große Schutzkuppel über den zerstörten Schutz der Wache und rief weitere feinstoffliche Hilfe herbei. Ich ignorierte Miriams Wimmern im Hintergrund, denn wenn jetzt weitere Leute verletzt würden, wären die Auswirkungen schlimmer, als wenn Miriam einen Schaden davonträgt, weil sie in einer Krise nicht betreut wird. Dann sah ich plötzlich, wie Darion im Feinstofflichen aufstand und einen Blitz in Richtung der Angreifer schleuderte und es war zunächst Ruhe.

Ich wurde mir meiner irdischen Umgebung wieder bewußter, in der es plötzlich extrem von Dämonen wimmelte, insbesondere konnte ich sehen, wie sie gerade damit befaßt waren, die Abschirmungen des Raumes zu reparieren. Ich überprüfte Miriams Aura und stellte fest, daß sie sich zwar wimmernd zusammengerollt hatte, aber tatsächlich feinstofflich unverletzt war. Dann dachte ich mir, daß ich im Grunde überfordert war. Ich erhielt immer noch meine Schutzkuppel über dem normalen feinstofflichen Schutz unseres Ordens aufrecht und war gleichzeitig dafür zuständig, mich um Miriam zu kümmern. Delegieren konnte ich nur meine Aufgabe bei Miriam, nicht den Schutz des Ordens, daher klingelte ich.

Die äußere Wache des Gefängnistraktes hatte mal wieder Michaela, die sofort hereinstürmte und mich fragte, ob ich verletzt worden war.
"Nein. Aber ich halte gerade den äußeren Schutz des Tempels aufrecht und brauche daher jemanden, der sich um Miriam kümmert. Kannst du das machen?"
"Prinzipiell schon. Aber dann muß jemand meine Stelle einnehmen."
"Ich werde jemanden suchen, denke aber daß nicht viel passieren wird, denn Darion ist irdisch anwesend." antwortete ich und verließ den Raum und den Gefängnistrakt mit dem Schlüssel, den mir meine Mutter übergab.

Die Gänge wirkten gespenstisch leer. Ich sah im Vorübergehen in jeden der angrenzenden Räume, bis ich jemanden gefunden hatte, den ich bitten konnte, die Wache vor dem Gefängnistrakt zu übernehmen. Es war ein vierzehnjähriges Mädchen, das den Angriff offensichtlich gar nicht mitbekommen hatte. Egal, das sollte reichen.

Dann ging ich in die Kapelle. Ich blieb kurz in der Tür stehen. Nicht alle Wächter waren gekommen. Drei der Wachtrohne, waren leer, fünf der Wächter wirkten auf ungesunde Weise komplett geistesabwesend, vier auf normale Weise versenkt. Vor der Wachkanzel lag der Wächter und wand sich in Krämpfen, während ein Heiler sich um ihn kümmerte. Ich ging zur Wachkanzel und setze mich dorthin. Das war nämlich mein Platz, da ich im Augenblick die Kuppel aufrecht erhielt, die den Orden schützte.

Tharon kam mit seinem Rollstuhl herein, schob einen der leeren Wachtrohne zur Seite, indem er rückwärts mit seinem Rollstuhl dagegen fuhr und dann die Position dieses Trohnes einnahm. Beim Frühstück war er zu krank gewesen, um aufzustehen, ich glaube nicht, daß sich daran wirklich etwas geändert hatte. Dann betrat Rios den Raum, der deutlich hinkte und sich den Arm hielt, während er mit verbissenem Gesicht einen der freien Stühle ansteuerte. Ich konnte sehen, daß er eine schwere feinstoffliche Verletzung hatte, ein Riss, der sich die ganze rechte Seite hinunterzog. Die Tür öffnete sich noch einmal. Ehon stand in der Tür, ging zu Tharon, holte sich den leeren Trohn, den Tharon zur Seite geschoben hatte, ging damit zu einem der geistesabwesenden Ritter und schob ihn samt Stuhl zur Seite, um seinen Platz einnehmen zu können. Kiris - der feinstofflich wie ein riesiger Dämon wirkte, so wie sie in den Höllen waren, nicht wie ein geheilter Dämon, kam herein und setzte sich auf den letzten freien Platz. Die Bewußtlosen waren immer noch nicht alle ersetzt, aber mehr würden nicht kommen, daher hob ich die Energie auf das nächste Level.

Ich sah, wie im Feinstofflichen immer noch eilig Risse geflickt und zerstörte Energieleitungen durch neue ersetzt wurden. Viele der Geister, die mitarbeiteten, waren offensichtlich im vorhergehenden Kampf verletzt worden. Sobald alles so weit repariert war, daß das System das aushalten würde, fuhr ich die Energie erneut hoch. Dann kamen wieder Blitze von denen, die uns vorher angegriffen hatten. Ich hob die Energie noch einmal an, um sie abwehren zu können. Ich merkte wie irgendwo eine Energieleitung durchbrannte, die nicht rechtzeitig fertig repariert worden war.

Wieder sah ich Darion einen Blitz in Richtung der Angreifer schleudern, der uns einem Atempause verschaffte, in der wir eilig weitere Reparaturen durchführen konnten.

Es wechselte noch einige Male zwischen Phasen mit feinstofflichen Reparaturen und Angriffen, doch jetzt wurde der Feind mit jedem mal deutlich schwächer. Die letzte Angriffswelle war deutlich schwächer gewesen und wurde wieder durch einen Blitz von Darion beendet. Dann gab es eine längere Pause, die uns Hoffnung machte, gewonnen zu haben. Wir waren mit eiligen Reparaturen und Heilungen beschäftigt, um für den nächsten Angriff gewappnet zu sein. Tatsächlich gelang es uns, auch die kleineren und unwichtigeren Notreparaturen durchzuführen. Langsam machte sich Hoffnung breit, wir könnten gewonnen haben.

Ich wollte mich gerade umdrehen, um vom Kampf auf normalen Wachbetrieb zurückzugehen, als ich einen Blitz sah, der um ein vielfaches größer war als alles, was ich zuvor an Angriffen abgewehrt hatte. Ich warf mich dem reflexhaft entgegen und mir war gleichzeitig klar, daß ich das jedenfalls nicht abwehren könnte. Michaela sprang vor mich und irgendwie gelang es ihr, den Angriff abzuwehren, auch wenn sie dabei in Flammen aufging.

Als morgens die Sonne aufging, kam eine der Frauen herein, ging zur Glocke und läutete. Sie wirkte genau wie wir, als hätte sie die ganze Nacht nicht geschlafen.

Kersti

Fortsetzung:
F1192. Khar: Wir kümmerten uns letztlich auch nur darum, wie wir die magische Wache besetzt, alle Verletzten versorgt und Essen auf den Tisch bekamen, denn es waren zu viele Leute verletzt, um wesentlich mehr hinzubekommen