erste Version: 5/2019
letzte Bearbeitung: 5/2019

Chronik des Aufstiegs: Die Pforten der Hölle - Die Beschützer der Menschheit vor den Geistern der Verzeiflung

F1311.

"Und Dirk mußt du auch kennenlernen, der ist nämlich Tharon." fuhr Kirçi fort

Vorgeschichte: F990. Geron: Hier war das viel besser, hier bekam ich die Dinge die ich wissen mußte, um mich schützen zu können, wenigstens erzählt

Khar erzählt:
Für das nächste Gespräch, bei dem ich allen Rittern erklärte, was Kirçi und Geron mir erzählt hatten, sagte ich den beiden Jungen bescheid, daß sie teilnehmen sollten - einerseits weil die anderen sie auch befragen können sollten, wenn sie mehr darüber wissen wollten, andererseits weil Kirçi sonst wahrscheinlich Angst bekommen kätte, daß wir irgendwelche furchtbaren Dinge über seinen Kopf hinweg beschließen.

Kirçi erzählte mir als ich mit meinem Rollstuhl bei ihm aufkreuzte - es war einfach nervig, daß jede noch so kleine Stufe zu einem schier unüberwindlichen Hindernis wurde, weil ich meine Beine unbedingt schonen mußte, bis sie endgültig geheilt waren und weil ich außerdem viel zu schwach war, um wie Mirko immer genug Schwung zu holen, um eine Rampe hochzukommen. Und dann finden sich immer noch Leute, die regelmäßig meinem, man solle die Rampen entfernen, weil sie unästhetisch wären. Es ist einfach nur nervig!

Wie auch immer - ich fuhr also zu Kirçi und er erzählte mir, daß er von mir geträumt hätte und jetzt wüßte er, warum er mich so mag. Das hätte er nämlich bei unserer gestrigen Begegnung nicht verstanden.
"Ich kenne dich. Als ich in meinem vorhergehenden Leben klein war, hast du mich aus einem Kinderheim rausgeholt, wo sie mich immer in den Keller gesperrt haben und wo ich fast verhungert war, als ich noch klein war. Dann haben sie dich in Rußland umgebracht und wir mußten fliehen. Du bist als kleines Kind wieder zu uns gekommen und hast die Führung des Ordens übernommen, als du noch ein Jugendlicher warst. Und jetzt hast du mich wieder aus einem furchtbaren Heim rausgeholt." sagte er.
Ich war fassungslos - das war Khiris!
"Und Dirk mußt du auch kennenlernen, der ist nämlich Tharon." fuhr er fort.
"Dirk?" fragte ich.
"Ein Freund von Geron und Mira. Er hat uns besucht, als du noch zu krank warst, um dich um irgendetwas zu kümmern und er kannte auch Darion." antwortete er.
"Wann hast du den Dirk kennengelernt?" fragte ich.
"Der war mal hier, weil Igor und Josef alles mit Ehon besprechen sollten, was Geron und Mira betrifft. Irgendwie habe ich aber den Eindruck, daß Ehon viel mehr auf Dirk gehört hat, weil Dirk viel netter war." antwortete er.
"Und warum hast du mit Ehon nicht gesprochen? Den kennst du doch auch aus meiner Kindheit." fragte ich.
"Ja. Er stand mir aber nicht so nahe, daß ich ihn spontan erkannt hätte. Im Gegensatz zu dir fand er mich glaube ich auch immer etwas unheimlich."
Das stimmte. Allerdings wäre Ehon nie so unhöflich gewesen das zu sagen, auch weil er wußte, daß Khiris ihm nie etwas getan hätte.

Zu meinem Ärger begann ich wieder zu weinen und mußte schon wieder einem Kind erklären daß man manchmal auch aus Freude weint. Allerdings bin ich inzwischen zu dem Schluß gekommen, daß diese Erklärung nicht ganz richtig ist. Ja, ich habe mich gefreut. Geron, Mira, Khiris und Tharon hatte ich allesamt vermißt. Aber in Wirklichkeit war diese ganze unverarbeitete Trauer aus der Zeit, als sie alle ermordet worden sind, hochgekommen. Man weint, wenn Totgeglaubte oder lange Vermißte wiederkommen, weil man plötzlich keinen Grund mehr hat, die Trauer zu unterdrücken, da ja plötzlich alles wieder gut ist.

Ich sagte Kirçi, daß er in diesem Leben aber viel normaler wirkte als Khiris damals.
"Ich hatte trotzdem Schwierigkeiten, Freundschaften zu schließen. Und das Kind, was sie gekreuzigt hatten, war wirklich ein Jesus-Anteil." sagte er.
"Jedenfalls freue ich mich, daß du wieder da bist. Ich habe dich nämlich wirklich vermißt." sagte ich zu ihm.

Kersti

Fortsetzung:
F1312. Khar: "Wir gehen nach Japan." meinte unser japanischer Mönch