erste Version: 10/2020
letzte Bearbeitung: 10/2020

Chronik des Aufstiegs: Die Pforten der Hölle - Die Beschützer der Menschheit vor den Geistern der Verzweiflung

F1656.

"Wußtest du, daß wir ein Geheimdienst sind?" fragte Dirk mich

Vorgeschichte: F1860. Dirk: Georg erklärte mir, daß wir ein Geheimdienst sind. Wenn ich zu beweisen versuchte, daß er irrt, scheiterte ich kläglich an seiner unangreifbaren Logik

Khar erzählt:
Georg war bereits ein Jahr bei uns, als es geschah.

Dirk kam zum abendlichen Bericht und lachte in sich hinein. Ich fragte ihn, was eigentlich los war.
"Wußtest du, daß wir ein Geheimdienst sind?" fragte er mich.
"Nein das war mir unbekannt. Wir sind geheim, weil sie uns sonst niemals in Ruhe lassen - aber ein Geheimdienst? Wie kommst du denn da drauf?" fragte ich ihn.
"Georg hat mir sehr logisch auseinandergesetzt, daß es sich bei uns nur um einen Geheimdienst handeln kann. Ich dachte, wir sollten ihn dann mal in unsere Geheimnisse einführen, damit er weiß, worüber er reden darf und worüber nicht." antwortete Dirk.
Damit hatte er unzweifelhaft recht, wenn Georg gemerkt hatte, daß es da noch mehr geheime Dinge gibt. Dirk hatte mich nicht gefragt, sondern gleich alles in die Wege geleitet, damit Georg seine Geheimhaltungsausbildung bekam, so schnell das irgend möglich ist. Ich ließ alle zusammenrufen, die wußten, wer er ist und ich sagte ihm, daß ich dann aber ab jetzt jeden Abend mit Georg selbst reden wollte, doch Dirk verschob das auf das Wochenende, nachdem wir seinen Briefkontakt beschränkt hatten und wo die Geheimhaltungsregeln beginnen würden, richtig zu greifen.

Ich fand das nervig, mir war aber klar, daß er recht hatte. Besonders viel Geduld hatte ich allerdings nicht damit, denn am Montag nach diesem Ereignis, wollte ich nun wirklich mit Geron reden.

Georg war ja der Ansicht gewesen, daß sein Onkel ihn nur lästig fand. Der Onkel schien das allerdings anders zu sehen. Er kündigte das brieflich an und stand so schnell bei uns auf der Matte, wie man eigentlich nicht an ausreichend Zeit kommt, um so etwas tun. Er bestand auch darauf, unbedingt mit seinem Neffen reden zu wollen. Dirk, den wir geschickt hatten, um ihn abzuholen, erklärte, er würde Georg natürlich sofort von allen Aufgaben freistellen, Familie wäre natürlich das Wichtigste und er wäre ja so weit gereist, um seinen Neffen zu sehen. Die Antwort war natürlich sehr klug, nur wußten wir alle ziemlich genau, daß und warum Georg keine gute Beziehung zu seinem Onkel hatte. Da diese eher auf Vernachlässigung als auf aktive Bosheit zurückzuführen war, hatten wir wirklich nicht mit so etwas gerechnet und es kam uns durchaus auch ungelegen, denn wir wußten nicht, was Georg alles aufgeschnappt hatte, was man niemandem erzählen darf und bei den Dingen, wo wir nicht wissen, daß er sie weiß, können wir auch nicht sagen, daß er darüber bitte schweigen soll. Glücklicherweise redeten sie hauptsächlich über Georgs Kindheit, kurz nachdem der Onkel die Vormundschaft wegen dem Tod von Georgs Eltern übernommen hatte und es gelang den beiden Mißverständnisse zu klären, die Georgs ganze Kindheit überschattet hatten. Es ergaben sich also nicht zu viele Gelegenheiten versehentlich das falsche zu verraten. Außerdem gelang es Georg, seinen Onkel ziemlich schnell zu beruhigen, weil er ihm Details aus seiner Beziehung zu uns beschrieb, die diesem zeigten, daß wir mit ihm eher wie mit einem Freund als wie mit einem Angestellten umgingen.

Unser Problem war, daß wir eben kein Geheimdienst waren sondern uns durch Geheimhaltung selber zu schützen versuchten und damit nur sehr begrenzten Erfolg hatten. Ein Geheimdienst hat es viel einfacher, weil seine Mitarbeiter normalerweise an sich für den Feind unbedeutend sind, bevor sie für die wirklich heiklen Aufgaben fertig ausgebildet sind.

Ich fragte mich ehrlich, warum Gerons Seele sich entschieden hatte, zu uns zurückzukehren, obwohl jeder sich an fünf Fingern abzählen konnte, daß der Feind ihn dann ziemlich schnell erkennen würde, wenn er hier wäre. Und er ließ sich durch Mirko auch nicht entmutigen, wollte unbedingt bei uns bleiben, ganz gleich wie sehr wir uns bemühten, ihm die Gefahren vor Augen zu führen. Allerdings arbeitete Georg dem auch entgegen - er verdrängte mir Macht, wie er im vorhergehenden Leben umgekommen war und das ist keine Basis für rationale Entscheidungen. Ich glaube, daß auch ein im Feinstofflichen entstandener Lebensplan Fehler beinhalten kann, die auf Verdrängungen zurückgehen.

Und daß wir nicht in der Lage waren, ihn wirklich zu schützen, hatten mir seine beiden letzten Inkarnationen sehr deutlich vor Augen geführt.

Kersti

Fortsetzung:
F1881. Mirko: Wir hatten schon ein ganzes Jahr versucht, ihn so weit zu bringen, daß er sein vorhergehendes Leben aufarbeitet, weil er die Gefahren, die ihm hier drohen, nicht verdrängen darf
F1861. Dirk: Wenn Georg er seine Intelligenz dazu einsetzt, findet er immer einen Weg, nicht das zu verstehen, was man ihm sagt