erste Version: 11/2020
letzte Bearbeitung: 12/2020

Chronik des Aufstiegs: Die Pforten der Hölle - Die Beschützer der Menschheit vor den Geistern der Verzweiflung

F1893.

Georg, sein Gepäck, ein Reitpferd und sein Lieblungshund waren plötzlich spurlos verschwunden

Vorgeschichte: F1892. Khar: Zwei weitere Mordanschläge innerhalb von nur drei Tagen vereitelte Georg selbst

Khar erzählt:
Georg, sein Gepäck, ein Reitpferd und sein Lieblungshund waren plötzlich spurlos verschwunden. Wir hatten natürlich beabsichtigt, ihm Gelegenheit zu geben, ohne uns etwas davon zu sagen, zu verschwinden, denn je weniger Leute von einem Plan wissen, desto höher sind die Chancen, daß dem Feind die Angelegenheit entgeht. Daß er aber nicht einmal gewartet hatte, bis der Arzt ihm auch nur einmal kurz das Aufstehen erlaubt hatte, machte mir Sorgen. Der Arzt erklärte mir im Brustton der Überzeugung, Georg könne diesen Leichtsinn unter keinen Umständen überleben, aber das glaubte ich ihm dann doch nicht. Wenn sich jemand in der Lage fühlt, aufzustehen, hat das seine Gründe und Geron hatte immer ein sehr genaues Gefühl dafür gehabt, was er seinem Körper zumuten kann und was nicht.

Ich ging davon aus, daß sich Georg - wahrscheinlich ohne das selbst zu wissen - ein wenig mit Wunderheilung beschäftigt hatte und deshalb gesünder war, als der Arzt wußte. Die Fähigkeiten mochten Georg nicht bewußt sein, aber er konnte so etwas, wie ich aus seinem vorhergehenden Leben wußte. Der Arzt hatte sowieso nicht geglaubt gehabt, daß Georg diesen Schuß in die Lunge überleben könnte, er hatte ihn aber überlebt und war auf dem Wege der Besserung gewesen.

Das Pferd wurde uns zurückgebracht, da Georg mit ihm zum Bahnhof geritten war. Außerdem berichteten die Angestellten des Mietstalles nichts Ungewöhnliches über ihn, was hieß, daß es ihm sogar gelungen war zu verbergen, daß er schwer verletzt war, was dem Arzt völlig unbegreiflich war. Der Arzt war der Ansicht, er hätte auf dem Ritt verbluten müssen, das ginge gar nicht.

Tja, daß Geron unmögliche Dinge möglich macht, hatte ich schon gehört. Seine Begleiter auf der damaligen Flucht nach Rußland hatten, sofern sie klar genug im Kopf gewesen waren, Stein und Bein geschworen, er wäre ein Heiliger, der Wunder vollbringen kann wie Jesus. Georg mochte bewußt nichts davon wissen, aber er konnte das auch, schließlich handelte es sich um dieselbe Seele.

Er hatte auch gut aufgepaßt, als wir ihm erklärt hatten, wie er uns unauffällig kontaktieren kann. Seine Nachricht, daß er gut in Rußland angekommen wäre, kam fast gleichzeitig mit der des Russischen Ordensstandortes.

Ich hatte aber wenig Zeit, mir darum gedanken zu machen, denn irgendjemand mußte sich um Mirko kümmern, der sich in irgendelchen feinstofflichen ebenen mit lauter Fischen herumtrieb, statt der Erde die Aufmerksamkeit zu schenken, die ein selbstständiges Leben auf der Erde nun einmal erfordert.

Kersti

Fortsetzung:
F1895. Khar: Seit Georg weg ist, ist es hier friedlich und langweilig. Georg scheint dagegen seine Mörder mitgenommen zu haben