erste Version: 4/2021
letzte Bearbeitung: 4/2021

Das Sternenreich der Zuchtmenschen: Ein primitiver Planet

F2042.

Jender war sehr alt. Er hatte noch die alten Implantate bekommen und damals tagelang außer Schmerzen nichts anderes wahrgenommen

Vorgeschichte: F1498. Jender LZB99-950-41: Aber ehrlich gesagt fand ich Xeros unheimlich niedlich mit seiner Art, wie er fassungslos darauf reagierte, daß nicht jede Station so gepflegt ist wie die Zuchtstation

Xeros LZB201-75-150 erzählt:
Jender zeigte mir meine Arbeit und ich stellte fest, daß hier wirklich alles kaputt war. Er hatte dafür gesorgt, daß das Lebenshaltungssystem da, wo wir waren, in Ordnung war und daß es da, wo die Freigeborenen waren, zumindest immer notdürftig funktionierte, aber sonst war hier beinahe alles kaputt. Man konnte in den abgelegeneren Bereichen der Station atmen, weil fast nie jemand dort herumlief und deshalb die noch funktionierenden Reste der alten Anlagen reichten, damit man nicht erstickt. Daß alles kaputt war, war natürlich auch kein Wunder. Eine Station von der Größenordnung des Mondes braucht viele tausend Techniker, um wirklich gut gepflegt zu sein und Jender war jahrhundertelang der einzige, der überhaupt eine halbwegs anständige Ausbildung hier hatte. Die anderen waren Menschen von der Erde, die hier erst lernen mußten, wie man technische Anlagen wartet und oft nicht einmal richig lesen und schreiben konnten. Außerdem waren sie oft sehr unglücklich, hier zu sein und wollten zurück auf die Erde. Jender versuchte ihnen zu zeigen, was an dem Leben hier Spaß machen kann, damit sie überhaupt motiviert waren, irgend etwas zu tun. Die Adeligen, die es hier gab, waren dabei überhaupt keine Hilfe, denn sie waren immer noch auf dem Trip, es wäre sinnvoll, den Strafer zu benutzen. Bezogen auf mich gewöhnte ich ihnen das ziemlich schnell ab, denn wir hatten eine Methode entwickelt, einen völlig normalen Strafersender, wie sie ihn im Finger hatten, so anzufunken, daß es einen elektrischen Überschlag auf deren Nervensystem gab, wenn sie ihn benutzten. Ich ließ natürlich nicht erkennen, daß das irgendetwas mit mir zu tun haben könnte, sondern tat weiter brav meine Arbeit, ohne zu zeigen, daß ich ihren Versuch, mich zu bestrafen, überhaupt bemerkt hatte. Operandes Konditionieren funktioniert am besten, wenn sie nicht merken, daß jemand sie bestraft.

Während ich Jender - und unsere kurz vor mir angekommenen großen Kollegen, die hierher verkauft worden waren, weil sie die Mutation mit dem großen Kopf eben nicht hatten - richtig kennenlernte, wurde mir nach und nach bewußt, daß ich mit den Alten vor allem deshalb nicht viel hatte anfangen können, weil ich mich sonst immer nur mit Gleichaltrigen unterhalten hatte und die Alten deshalb nie richtig kennengelernt hatte. Mann kann nämlich durchaus verstehen, warum sie so anders sind, wenn man sich ihre Geschichte anhört und erfährt, wie furchtbar es ihnen in ihrer Kindheit oft gegangen ist. Ich merkte allerdings, daß ich mich jetzt fast nur mit den Alten unterhielt und die Erdenmenschen komisch fand, die sich noch mehr von mir unterschieden als die Alten. Aber natürlich mußten wir uns um sie kümmern, damit sie richtig arbeiten und Geduld mit ihnen haben und sie trösten, bis sie so weit sind, daß man eine anständige Arbeitsmotivation bei ihnen aufbauen kann. Das erste, worauf sie hören ist typischerweise: Willst du wirklich keine Luft zum atmen haben? - Im Grunde wenden wir da auch operandes konditionieren an, indem wir sie in einen leeren Gang stecken, sobald sie nicht mehr so ganz entmutigt sind und wieder leben wollen und stellen da erst mal die Lebenshaltung einfach aus und machen die Schotten, die meist offen sind, zu. Danach wissen sie, daß man wirklich die Lebenshaltung prüfen muß, wenn man den Auftrag dazu bekommt. Danach arbeiten wir dann daran, daß sie lernen, daß arbeiten eigentlich Spaß macht und daß man das deshalb auch tut. Erdenmenschen sind durch den Adel oft noch kaputter gemacht worden, als es die Alten unter den Zuchtmenschen typischerweise sind und daß sie viel schlechter mit den Implantaten zurechtkommen als wir, macht es nicht besser. Glücklicherweise hatte Jender bei seiner Ankunft dafür gesorgt, daß sie die neuen besseren Materialien für die Implantate verwenden, so daß sie nicht auch noch ständig Schmerzen haben, wie das früher immer war, als es noch die alten Implantate gab.

Jender war wirklich sehr alt. Er hatte ursprünglich noch die alten Implantate bekommen und erzählte mir, daß er damals tagelang außer Schmerzen nichts anderes wahrgenommen hat. Es gab auch noch zwei und nicht nur eine Operation. Natürlich hatten meine Operationen auch etwas wehgetan, schließlich schneidet man den Hals und den Bauch auf, um da die Anschlüsse für die Lebenshaltung zu legen und man entfernt die Geschlechtsorgane, die ich ja nicht brauche, weil ich nicht zur Zucht vorgesehen bin. Aber damals hat man noch keine sofortheilendendes Operationsbesteck verwendet, sondern richtige Messer und es hatte gut eine Woche gedauert, bis die Operationswunden richtig verheilt waren. Bei mir wurde das alles sofort zugeheilt und dann konnte ich aufstehen. Bis das Nervensystem sich richtig an die Implantate angeschlosen hat und man die Implantate wirklich vollständig ausnutzen kann, dauert etwas länger. Außerdem ziepen die Drähte anfangs ein bißchen. Aber schlimm waren meine Operationen wirklich nicht gewesen und ich bin froh, daß ich die Implantate habe.

Kersti

Fortsetzung:
F2043. Xeros LZB201-75-150: Mir wurde klar, daß ich keine Ahnung von Geschichte hatte, sondern das was ich auf der Zuchtstation erlebt hatte, mit der ganzen Welt verwechselt hatte

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI13. Kersti: Inhalt: Dämonenkind

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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