erste Version: 8/2021
letzte Bearbeitung: 8/2021

Die Pforten der Hölle: Der von den Nazis unterwanderte Geheimdienst

F2084.

Im Zuge unserer Ausbildungen lernen unsere Mitarbeiter eine wirksamere Geheimhaltung zu betreiben, die normalerweise auch und gerade unter Folter funktioniert, aber wirklich perfekt ist - Jack!

Vorgeschichte: F2083. Jack: Elron erklärte, daß die Aufgabe seiner Einheit sei, die Mind-Control, die die Außerirdischen über die Menschen ausüben, mit psychologischen Mitteln aufzubrechen

Elron erzählt:
Jeden Abend traf ich mich einigen Stunde allein mit meinen Leuten. Diese Zeit war groß als "Feierabend" deklariert, aber ich wußte, daß Jack mit seinen Leuten da genauso wenig Feierabend machte wie wir. Wir besprachen alles, was unsren Leuten aufgefallen war, miteinander, um uns darüber klar zu werden, ob Jack ein zuverlässiger Verbündeter wäre und was man ihm sinnvollerweise erzählt. Dasselbe taten sie offensichtlich auch. Diesmal waren die Kinder von Jack und seinem schwarzen Professor, die uns beunruhigten.

Ich glaubte nicht, daß das ein Problem war, denn seine Reaktionen, wenn er die Kinder erwähnte, waren so, wie man das von einem liebenden Vater erwarten würde. Trotzdem war mit den Kindern wirklich etwas komisch. Zunächst einmal verstand ich nicht, warum er so viele hatte. Darf er ja, aber heutzutage ist es eher unüblich, sich innerhalb von so kurzer Zeit sechs Kinder anzuschaffen. Darüber hinaus kümmerte er sich ja noch gelegentlich um drei Kinder von seiner vorherigen Frau, von der er sich getrennt hatte. Der Schwarze hatte ebenso viele Kinder und kümmerte sich auch gelegentlich um seine Nichten und Neffen. Das alles hätte uns natürlich normalerweise nicht beunruhigt, schließlich ist nichts Schlechtes daran, wenn ein Mensch kinderlieb ist. Aber nachdem wir diese Kinder erlebt hatten, war das anders. Mit denen war nämlich wirklich etwas komisch. Die konnten einem Dinge über Technik erzählen, bei denen ich meine Zweifel hätte, ob die Eltern sie wissen. Und Jack und sein Freund waren beide für ihre überragende Intelligenz und ihr technisches Wissen bekannt, das Universitätsprofessoren vor Neid erblassen läßt. Ich entschied, daß ich Jack dazu befragen würde. Und außerdem wollte ich wissen, wer dieser ominöse Onkel Jender war, der den Kindern ausgerechnet Abhörgeräte erklärt hatte.

Ich stellte Jack also am nächsten Tag diese Frage.
"Jender LZB99-950-41 ist einer von den Ingenieuren des Lichtreiches. Er ist der leibliche Vater von zweien meiner Kinder, übernimmt aber die soziale Rolle eines Onkels für alle Kinder, indem er sich gelegentlich um sie kümmert." antwortete er, als hätte er mit der Frage gerechnet und hätte sich im vorhinein überlegt, was er antworten wollte.
"Und warum hat er ihnen etwas über Abhörgeräte erklärt?" fragte ich.
"Jender unterrichtet in der Schule, die alle meine Kinder besuchen, auch die, die keine Gene der gezüchteten Ingenieure haben, technische Fächer und Mathematik. Er scheint zu meinen, daß ein Kind eines Technikers jede Schraube, jeden Schaltkreis und jedes Programm jedes einzelnen technischen Gerätes, das er je benutzt hat kennen muß und noch einiges darüber hinaus. Die Kinder lieben seinen Unterricht." antwortete Jack.
So hatte das, was mir die Hort-Mitarbeiterin gesagt hatte, auch geklungen.
"Und warum hat er ihnen dann Abhörgeräten und Überwachungskameras erklärt?" fragte ich.
"Weil er das in dem Kindergarten, in dem er aufgewachsen ist, auch gelernt hat und der Ansicht ist, daß jemand, der überwacht wird, darüber bescheid wissen muß." antwortete er.
Im Folgenden erklärte mir Jack erstaunlich detailliert, daß die Ingenieure in ihrer eigenen Kultur Sklaven sind, die für ihre Aufgabe gezüchtet werden und wie genau sie aufwachsen1.. Er redete über kulturelle Veränderungen in deren Herkunftskultur und kulturelle Feinheiten, die man eigentlich nur kennen kann, wenn man selber zu einer Kultur gehört oder zumindest Jahre darin gelebt hat.

Ich fragte irritiert nach, warum er so viel über diese Ingenieure wußte. Daraufhin erzählte er mir in den folgenden Tagen seine halbe Lebensgeschichte. Ich war einfach fassungslos, wie er es schaffte, in einer Situation, in der er körperlich dermaßen hilflos war, so sicher und entpannt zu sein. Wir hatten selbstverständlich nicht vorgehabt, ihm etwas zuleide zu tun, weil wir lediglich hatten entscheiden wollen, wie tief wir ihn einweihen konnten. Im ungünstigsten Falle wäre er meines Wissens nach ein unzuverlässiger Verbündeter gewesen, weil sie ihn über sein Unterbewußtsein manipulieren konnten. So weit ich das beurteilen konnte, hatte er bereits nach dem ersten Tag entschieden, daß er uns als Verbündete wollte und uns tief in das ihm verfügbare Geheimwissen einweihen wollte. Anders lassen sich gewisse Antworten, die er uns und seinen Kindern gegeben hat, nicht erklären. Mir war allerdings unklar, wie ein so erfolgreicher und so hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter, sich da so schnell so sicher sein konnte. Wenn er jemals zu leichtgläubig gewesen wäre, wäre er längst tot! Ich fragte mich, was er über uns herausgefunden hatte, von dem wir noch nicht wußten, daß er es über uns weiß.

Auf weitere irritierte Fragen von mir zu den Ingenieuren des Lichtreiches erklärte er mir, daß sein Aufgabengebiet die Geheimdiplomatie war. Er würde im Zuge dieser geheimen diplomatischen Kontakte Vertrauliche Informationen von allen seinen diplomatischen Kontakten erfahren und müßte jedem gegenüber vertrauenswürdig sein, indem er nicht über die Dinge redet, die diese als vertraulich erachten. Allerdings würde er mindestens ebenso viele Alltagsdinge mitbekommen, die diese eben nicht als vertraulich betrachten und über die er frei reden könnte. Als ich genauer nachfragte, erklärte er mir, daß er tatsächlich von allen Seiten Geheimwissen mitgeteilt bekäme, von dem er einiges nicht an seine Regierung hätte weitererzählen dürfen, weil es zu heikel wäre, wenn eine andere Regierung es über eine Lücke in der Geheimhaltung herausbekäme. Das Zentrale bei dieser Art Verhandlung wäre, daß sich jeder fair behandelt fühlt und das erreicht man nur, wenn man sich wirklich fair verhält.

Daß sein Aufgabengebiet Geheimdiplomatie war, war mir bewußt gewesen. Daß er tatsächlich meinte, daß ein solcher Diplomat von allen Seiten Geheiminformationen erfährt, sagt nichts über Geheimdiplomatie an sich aus, sondern vor allem darüber, wie überragend er als Diplomat ist. So etwas hat mir gegenüber noch nie jemand behauptet, der in der geheimen Diplomatie tätig ist! Das erklärte natürlich auch, warum ihn alle möglichen Leute gefoltert haben, um Wissen aus ihm herauszuquetschen. Und es war natürlich ein Ding, daß er dabei im Traum nicht darauf gekommen war, irgendeines dieser vielen Geheimnisse auszuplaudern, ganz egal was sie mit ihm anstellen. Daß es keinen Sinn macht, Geheimnisse auszuplaudern, wenn der Gegenüber mit Foltern beginnt, trifft zwar durchaus zu - aber wer hält das schon durch? Wie oft hatte ich Mitarbeiter trösten müssen, die bei einer Aufarbeitungssitzung zu einem früheren Leben feststellen mußten, daß es ihnen unter Folter nicht gelungen war, ihren eigenen moralischen Ansprüchen gerecht zu werden? Mal ganz davon abgesehen, daß ich mich auch daran erinnern konnte, daß mir so etwas passiert war. Im Zuge unserer Ausbildungen lernen unsere Mitarbeiter eine wirksamere Geheimhaltung zu betreiben, die normalerweise auch und gerade unter Folter funktioniert, aber wirklich perfekt ist - Jack! Ich hatte über mein eigenes Netz Berichte von Gelegenheiten erhalten, wo er gefoltert worden war und er hatte es tatsächlich fertiggebracht, sich selbst unter solchen Umständen, exakt an die Grenzen zu halten, die ihm gesetzt waren. Nun ja und das klang eben so perfekt, daß ich mißtrauisch geworden war, ob mir da jemand etwas unterschieben will. Entsprechend habe ich versucht, ihn dazu zu bewegen, daß er mir Geheimwissen mitteilt, von dem ich weiß, daß er es mir nicht erzählen darf, aber auch mit unseren Methoden ist uns das nicht gelungen und wir sind normalerweise sehr erfolgreich darin, gegnerische Agenten umzudrehen.

Klar, er war gerade dabei, mir geheime Informationen mitzuteilen. Er war aber genau derjenige, der entscheiden durfte, wer es erfahren darf und wer nicht, da er meines Wissens der höchstrangige Überlebende unter denen, die der Menschheit treu sind, überhaupt war. Und es war durchaus logisch, meinen engeren Kreis in diese Dinge einzuweihen, weil die, die vorher vollständig eingeweiht waren, inzwischen zum größten Teil tot waren. Er mußte wieder ein funktionierendes Geheimdienstnetz aufbauen und dazu brauchte er uns.

Kersti

Fortsetzung:
F2085. Jack: In der Nacht darauf hatte ich dann weitere Alpträume, in denen ich mich unter furchtbaren Schmerzen in alle möglichen Tiere und Ungeheuer verwandelte und grauenhafte Dinge passierten

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben
  1. Wie Zuchtsklaven aufwachsen, ist in folgenden Texten beschrieben.
    FI48. Disa LZB7-42-38: Inhalt: Das Kind das falsch gespielt hat
    FI38. Jender LZB99-950-41: Inhalt: Gruselige Experimente
    FI42. Kersti: Inhalt: Die Folgen eines Unfalls