Hauptseite  /   Suche und Links  /   Philosophie und Autorin dieser Seite

Kersti: O - Hausarbeiten von mir zum Gesellschaftswissenschaftlichen Kernstudium für das Lehramtsstudium an der Uni Kassel


Toleranz als Fähigkeit

Referat für das Seminar im Kernstudium für das Lehramtsstudium an der Universität Gesamthochschule Kassel

"Nachdenken über Toleranz"

Leitung: Paetzold

vorgelegt von

Kersti Nebelsiek

Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen-Holzhausen, Tel.: 05673/1615

Gliederung

Toleranz als Fähigkeit

1. Begriffsklärungen

2. Intoleranz

2.1 Konflikte: Streit, Mobbing, Sektenhatz und Krieg

2.2 Ursachen von Intoleranz

2.3 Übertragung, Schubladendenken, Vorurteile

2.4 Äußerlichkeiten als Wegweiser, um den Richtigen zu finden

2.5 Nicht zusammenpassende Kommunikationsmuster als Ursache von Intoleranz

3. Toleranz

3.1 Ein Beispiel für Toleranz

3.2 Tolerante Gemeinschaften

3.3 Werkzeuge zum Erarbeiten neuer Formen des Zusammenlebens

3.4 Bedingungslose Liebe als Grundlage jeder Besserung

4. Fazit

5. Anmerkungen und Quellen


WS 2001/2002

Toleranz als Fähigkeit

In diesem Text will ich zeigen, daß Toleranz gegenüber Menschen auf Dauer nur funktioniert, wenn dahinter Akzeptanz steht. Und Akzeptanz bleibt auf Dauer nur bestehen, wenn man die anderen zu verstehen lernt und sich aktiv um eine für beide Seiten tragbare Lösung jedes Konflikts bemüht und dabei auch einigermaßen erfolgreich ist.
Inhalt

1. Begriffsklärungen

Toleranz heißt Duldsamkeit, Nachsicht, Gewähren lassen. Lateinisch "tolerare" hieß sogar tragen, ertragen oder tolerieren. Toleranz ist also, wenn man etwas unangenehm findet und trotzdem nichts dagegen tut(1, 2.1).
Akzeptieren wird übereinstimmend mit "annehmen" übersetzt, wobei verwandte Wörter zeigen, daß es aktiv gebilligt wird. Z.B. ist ein Akzept ein durch Unterschrift angenommener Wechsel. Akzeptanz ist also, wenn man bestätigt, daß man etwas in Ordnung findet(1).
Mit Liebe meine ich in diesem Text nur das Gefühl der Liebe, nicht die Sexualität, die man umgangssprachlich als "Liebe machen" bezeichnet und auch sonst keine Handlung, mit der man Liebe ausdrücken könnte.
Kommunikation nennt man den Austausch und die Weitergabe von Informationen(1.1) (2).

Inhalt

2. Intoleranz

Inhalt

2.1 Konflikte: Streit, Mobbing, Sektenhatz und Krieg

Wenn zwei Gruppen sich gewaltfrei voneinander abgrenzen aber jeder der Gruppe angehört, zu der er gehören will, wird dadurch niemand geschädigt. Die Abgrenzung sorgt lediglich dafür, daß beide Gruppen eine Größe haben, die überschaubar ist. Tatsächlich schein es gewisse Gruppengrößen zu geben, die dem Menschen angeboren sind(3).

Ein ganz anderer Fall tritt ein, wenn jemand aus einer Gruppe ausgegrenzt wird, aus der er entweder nicht austreten kann oder zu der er keine andere Gruppe als Alternative hat. Das nennt man Mobbing(5) (6). Es tritt oft in der Schule auf, oder aber an der Arbeit. Auch wenn man beispielsweise in einem Land zuhause ist, wo die eigene Rasse, die eigene Religion oder das Geschlecht nicht akzeptiert werden, hat man ein Problem.

Von der dritten Klasse ab wurde ich in der Schule ausgegrenzt, geärgert, meine Klassenkameraden probierten jede Gemeinheit an mir aus, die ihnen einfiel. Es war eine unerträgliche Situation. Ich merkte, wie ich nach und nach immer weniger Reserven hatte immer weniger belastbar war sah keine Möglichkeit etwas daran zu ändern.
Einmal wollte ein Lehrer mir helfen. Er fragte die anderen, warum sie mich ärgerten. Sie antworteten, daß ich blöd und seltsam sei und daß Ärgern Spaß mache. Seit wann gibt das einem das Recht, andere zugrundezurichten? Auf meine Bitte hin erzählten sie ein Beispiel. Da ich mein Verhalten angemessen fand, fragte ich, was ich falsch gemacht hätte. "Aber das weißt du doch!" behauptete eine Mitschülerin. "Nein, das weiß ich nicht!" widersprach ich. So ging es hin und her. Es wäre so einfach gewesen zu antworten! Dann einigten sich Klasse und Lehrer, ich sei schuld, daß sie mich ärgerten und gaben mir die üblichen Ratschläge. Der Lehrer meinte, ich müsse dankbar sein(4).

Ich habe mich intensiv mit Sekten(7), insbesondere mit der Scientology-Church(8) beschäftigt. Ein erstes Ergebnis war eine Liste an negativen Sekteneigenschaften, die auf jede Sekte in nahezu jedem Punkt zutrifft. Mit der Zeit fand ich Hinweise, daß diese typischen Sekteneigenschaften durch Ausgrenzung der Sekten aus der Gesamtgesellschaft entstehen, was nach und nach zu krankhaft übertriebener Abgrenzung nach außen führt(9). Am Ende der Entwicklung geben Außenstehende den Sekteneigenschaften die Schuld daran, daß sie die Sekte ablehnen, während Sektenmitglieder die Gesamtgesellschaft als feindlich und aggressiv erleben und sich selbst für unschuldig halten. Auf beiden Seiten nimmt der Kampf oft häßliche Formen an(10). Durch den Druck von außen ist die Lage in der Sekte oft so angespannt, daß ehemalige Mitglieder oft von schlimmen Zuständen berichten.

Außerdem gibt es Konflikte zwischen ungefähr gleich großen Konfliktparteien. Das wäre der normale Streit, aber auch der typische Krieg. Im Endeffekt entstehen diese Streits, Mobbing, Sektenverfolgung, Progrome gegen ganze Volksgruppen und Kriege alle im Prinzip aus denselben Gründen(6.1) (7.1) ( 15.4) (60.1).

Inhalt

2.2 Ursachen von Intoleranz

Es gibt den Fall, daß ein Konflikt - ob nun eine einfacher Streit, Mobbing oder Krieg aus einer offensichtlichen Ursache heraus entsteht. Das heißt ein offener Streit eskaliert und wird auf der körperlichen Ebene ausgetragen, da er sich mit Worten scheinbar nicht lösen ließ. Doch viele Konflikte entstehen aus weniger offensichtlichen Ursachen(6.2).

Es gibt Mobbing oder Fremdenfeindlichkeit gegen Konkurrenten beispielsweise um Arbeitsplätze, Nahrung, Kolonien, Elternliebe. Sie richten sich meist nicht gegen den Verursacher des Problems, da er zu mächtig zu sein scheint, sondern gegen ein Mit-Opfer(6.3). Es gibt Streits wegen vorhergegangerner Streits, die aus Sicht eines der beiden Gegner unbefriedigend ausgegangen ist(6.4). Es gibt Streits und Kriege die aufgrund von Vorurteilen, Neid und Ängsten geführt werden(6.5).

Ein Bekannter erzählte, daß er einmal einer neunköpfigen Arbeitsgruppe angehört hätte. Acht der neun hätten sich wunderbar verstanden, nur bei dem neunten seien sich alle einig gewesen, daß er unmöglich sei. Sie hätten ihn dann so lange geärgert, bis er freiwillig gegangen sei. Danach hätten sich plötzlich die übrigen acht ständig untereinander gestritten.
Hier war das Mobbingopfer sicher nicht die Ursache des Konfliktes, sondern wurde benutzt, um aufgestauten Ärger an ihm abzulassen. Logischerweise wurde das zugrundeliegende Problem durch den Mobbingprozeß nicht gelöst, so daß sie sich nach dem verschwinden dieses Sündenbocks untereinander stritten(6.6).

Laut Leymann ist Aggressivitäten bei allen Arten von Streß häufiger(5.1) (6.7). Neben Lärm, belastenden Arbeitsbedingungen, Über- und Unterforderung(11) (12), Krankheiten oder sonstigen Problemen in der eigenen Familie, ist da auch noch an jegliche körperliche Belastung zu denken. Bruker zählt in "Zucker, Zucker" allein 6 Untersuchungen auf, wo ein Zusammenhang zwischen Kriminalität und ungesunder Ernährung bei Menschen belegt wird(13). Außerdem käme noch Elektrosmog(14) in Frage.

Inhalt

2.3 Übertragung, Schubladendenken, Vorurteile

Manchmal erlebt man das Phänomen, daß jemand unerwartet - und aus dem bisherigen Gespräch nicht erklärlich - heftig reagiert. Gelegentlich liegt es daran, daß er sich rein äußerlich an einen Menschen erinnert fühlt, den er nicht mag. Beispielsweise an den Vater, zu dem er eine schlechte Beziehung hatte. Das nennt man in der Psychologie Übertragung (15.1).

Als die Grünen das erste mal in den Bundestag kamen hörte man beinahe jeden Tag im Radio oder im Fernsehen eine andere Theorie in welche der bestehenden politischen Kategorien sie denn einzuordnen wären. Dasselbe konnte ich bei der FBR - der Partei meiner Mutter - beobachten, als sie neu in die Gemeindevertretung von Reinhardshagen kam.

Als ich jugendliche Pfadfinderin war, erlebten wir es immer wieder, daß wir zu Nachfolgern der Hitlerjugend erklärt wurden - besonders unangenehm war es immer mit so netten älteren Damen, die sich an ihre schöne Jugendzeit erinnert fühlten, weil man nicht weiß, wie man ihnen erklären soll, daß man damit nun wirklich nichts zu tun haben will, ohne ihnen auf die Füße zu treten - denn sie hatten uns ja nichts getan. Zum Ausgleich wurde man dann nach der Grenzöffnung in der ehemaligen DDR zur FDJ erklärt. - Und das waren wir ja genausowenig.

Im Volksmund wird dieses voreilige Einordnen in Kategorien als Schubladendenken bezeichnet(6.8).

Es gäbe sicherlich diverse Leute, die sagen würden: "Wer sich mit menschlicher Rassenkunde beschäftigt, ist ein Nazi und will daß Ausländer umgebracht werden." Es gibt zweifellos diverse Leute, auf die beides zutrifft - siehe drittes Reich - doch es gibt auch andere.
Als Jugendliche kam ich einmal mit einer Gruppe in Verbindung, die als die absolut Rechten verschrien waren. Ich konnte das nicht verstehen, denn gerade diese Gruppe hatte ich als besonders tolerant erlebt. Dann jedoch veranstalteten sie ein Wochenendseminar über Rassenkunde. Ich hatte das Gefühl, in den falschen Film geraten zu sein, als ich das auf der Hinfahrt erfuhr. Im Vortrag über das Thema wurden die verschiedenen Rassen als unterschiedlich aber grundsätzlich gleichwertig betrachtet. Aber Mischlinge wären biologisch minderwertig, fuhr der Vortragende fort. Das ging mir dann zu weit und ich widersprach. Daraufhin erzählte eines der Mädchen - sie hätten mal eine Halbviatnamesin in der Gruppe gehabt. Leider hätte sie dadurch daß sie Mischling sei so viele innere Probleme gehabt, daß sie trotz aller Mühe keine Möglichkeit gefunden hätten ihr zu helfen. Und jetzt wäre sie leider nicht mehr in der Gruppe. Bei der Erinnerung an die verlorene Freundin hatte das Mädchen Tränen in den Augen. Ich dachte mir, daß es für das Kind zweifellos genug Probleme geschaffen haben konnte, daß sie durch ihre Eltern zwischen zwei Kulturen stand. Auch später habe ich bei dieser Gruppe keinen unfreundlichen Akt gegen Ausländer miterlebt - keinen häßlichen Scherz und kein böses Wort.
Im Gegensatz zu der dort genannten Theorie sind zumindest bei Tieren und Pflanzen Mischlinge zwischen verschiedenen Arten und Rassen oft besonders zäh und leistungsfähig. Es ist anzunehmen, daß das auf Menschen genauso zutrifft. Auch Erziehung mit den Werten zweier Kulturen wird auch nicht immer zum Problem (16).

Man könnte meinen, daß man sich nicht solche Vorurteile machen sollte. Da wir auf jeden und alles, mit dem wir zu tun haben, reagieren müssen - und zwar möglichst angemessen, kommen wir ohne Vorläufige, oberflächliche Einschätzungen der Anderen nicht aus. Nichts anderes ist ein Vorurteil (15.2) (17.1). Allerdings kann man sich bewußt machen, daß man diese Menschen nicht wirklich kennt und man kann die notwendige Vorsicht - man muß schließlich nicht unnötigerweise Gelegenheiten für Diebstahl, Betrug und Ähnliches bieten - mit einer gewissen Vorschußfreundlichkeit verbinden. Nach dem Motto: ehe ich jemanden unfreundlich behandle, muß er es sich schon höchstpersönlich mit mir verdorben haben.

Inhalt

2.4 Äußerlichkeiten als Wegweiser, um den Richtigen zu finden

Bei den meisten Tieren sind soziale Verhaltensweisen in einem Maße angeboren, daß Konrad Lorenz sie in einer Untersuchung als Maßstab für den Verwandschaftsgrad verwandter Arten benutzt hat, da sie sich wegen fehlender äußerer Anstöße zur Veränderung langsamer ändern, als andere Verhaltensmerkmale(18). Gerade beim Menschen haben wir aber die Situation, daß soziale Verhaltensweisen sich zwischen verschiedenen Kulturen oft so deutlich unterscheiden, daß eine Verständigung sehr schwer bis unmöglich wird. Das einfachste und offensichtlichste Beispiel ist die Sprache(59), aber es trifft auch auch viele Aspekte der Körpersprache und auf die Bedeutungen, die Symbolen zugesprochen werden, zu. Tatsächlich liegt aber hinter jeder - oder nahezu jeder - dieser erlernten Verhaltensweisen eine instinktive Grundstruktur auf die die erlernte Verhaltensweise sozusagen aufgeprägt ist (17)(19).

Angehörige verschiedener Völker leben oft so nahe beieinander, daß sie regelmäßig miteinander Handel treiben und einander von Zeit zu Zeit auch sehen - beispielsweise in benachbarten Dörfern. Dennoch mischen sie sich oft jahrhundertelang so wenig, daß man sie nach über tausend Jahren immer noch als getrennte Völker erkennen kann. Mit Angehörigen von Nachbardörfern des eigenen Volkes gibt es dagegen immer wieder Heiraten(20) (59). Also: Warum tun sie nichts, um einander kennenzulernen? Differenzierte, stabile Gesellschaften mit unterschiedlichen Berufsgruppen zeigen auch zwischen diesen Berufsgruppen derartige Abgrenzungstendenzen. Adelige heiraten nur Adelige, reiche Bauern heiraten reiche Bauern, arme Bauern arme, Tagelöhner Tagelöhner, Handwerker Handwerker - oft sogar Handwerker desselben Berufs. Das heißt die Gesellschaft teilt sich, so weit das die Anzahl ihrer Mitglieder ohne übertriebene Inzucht erlaubt, in Untergruppen auf, die jeweils überwiegend untereinander heiraten(21).

Einen traditioneller Bauernhof oder Handwerksbetrieb ist eine eng zusammenarbeitende Arbeits- und Lebensgemeinschaft, wo jeder seine genau definierten Aufgabenbereiche hat. Ebenso bei Jäger und Sammlervölkern. Es gibt Männerarbeiten und Frauenarbeiten - die aber häufig direkt aufeinanderfolgende Arbeitsschritte desselben Produktionsvorganges sind. In unterschiedlichen Kulturen sind die Vorstellungen darüber was nun Männer- und was Frauenarbeiten seien, sehr unterschiedlich. Auch die Aufgaben einer Frau eines Handwerkers unterscheiden sich erheblich von den Aufgaben einer Bauersfrau oder einer Fürstin. Wenn also ein Bauer die Tochter eines Handwerkers geheiratet hätte, hätte diese Frau in ihrer Kindheit nicht alle Arbeiten erlernt, die sie dann als seine Ehefrau bewältigen muß(22) (23).

Äußerlichkeiten, wie das Sozialverhalten und Kleidung werden also als Wegweiser genommen, welche Menschen derselben sozialen Gruppe angehören - und deshalb die Arbeiten erlernt haben, die zu den selbst in der Kindheit erlernten Arbeiten passende Ergänzung bieten.

In einer stabilen, gut funktionierenden Gesellschaft, mit einer Überschaubaren Anzahl an Bevölkerungsgruppen, die jeweils ihre eigene Tracht(24) und ihren eigenen Verhaltenskodex haben - was bei den meisten traditionellen Gesellschaften der Fall war - und wo das Leben in jeder Generation fast dieselben Anforderungen stellt wie in der direkt vorhergehenden, wird man auf diese Art und Weise mit hoher Wahrscheinlichkeit mit wenig Aufwand einen Partner finden, mit dem man reibungsloser zusammenarbeiten kann, als mit den meisten anderen, die in Reichweite wären. Außerdem sind die Kommunikationsformen den realen Anforderungen, die sie im gegebenen kulturellen Kontext erfüllen müssen, angepaßt. Deshalb heiraten Frauen häufig Männer, die "wie ihr Vater" sind und Männer häufig Frauen die "wie ihre Mutter" sind. Es geht so weit, daß Kinder von Alkoholikern häufig Alkoholiker heiraten - obwohl es das letzte ist, was sie bewußt gewollt hätten.

Wenn der Einzelne nur einen Bruchteil der gesellschaftlichen Gruppen kennt, mit denen er in Kontakt kommt und deshalb Menschen aufgrund äußerer Merkmale Gruppen zuordnet, denen sie nicht angehören oder wenn die Kommunikationsformen der Eltern entweder ihren menschlichen Bedürfnissen nicht genügen oder nicht gut genug sind um die gemeinsam geleistete Arbeit zu koordinieren, drohen diese Mechanismen jedoch zum Problem zu werden.

Inhalt

2.5 Nicht zusammenpassende Kommunikationsmuster als Ursache von Intoleranz

In der Technik ist Toleranz definiert als das Maß, in dem ein Maschinenteil vom Sollmaß abweichen darf(1).
Beispiel: wenn man einen Schlüssel für eine Tür herstellt gibt es für die Genauigkeit, mit der der Schlüssel gearbeitet sein muß, damit er geeignet ist, das dazugehörige Schloß aufzuschließen eine gewisse Fehlertoleranz. Wenn sie beispielsweise mit ±0,01mm beträgt, heißt das, daß der Schlüssel 0,01mm von der vorgegebenen Form abweichen darf. Unterscheidet sich der Schlüssel aber zu stark von der Idealform, klemmt das Schloß.

Das Schlüssel-Schloß Prinzip ist ein Grundprinzip des Lebens(25). Im biochemischen Bereich paart sich jede der Basen der DNA nur mit einer der drei anderen Basen(26.1). In der Eiweißsynthese kann jedes Basentriplet nur eine der 20 Aminosäuren codieren(26.2). Auf der Ebene mehrzelliger Tiere löst ein Schlüsselreiz einen Instinkt aus, der zur Situation paßt(27), aus und Tiere paaren sich unter natürlichen Umständen nur mit Angehörigen der eigenen Art(28).

Bei Menschen gibt es Verhaltensmuster die wie Schlüssel und Schloß zusammenpassen und den Umgang der Menschen miteinander so koordinieren, daß sie einander verstehen und das Zusammenleben möglichst reibungslos abläuft. Manche dieser Verhaltensweisen sind ebenfalls angeboren, doch einen erheblichen Teil lernen Menschen in ihrer Kindheit und Jugend von ihren Mitmenschen - sie sind also Kulturgebunden.

In unserem Kulturkreis besteht eine weit verbreitete Methode, sich heiklen Themen zu nähern, darin, daß man sie so indirekt andeutet, daß nur diejenigen, die für dieses Thema offen sind, die Frage danach als solche verstehen(29).

Situation 1. Ich gehe in Kassel über den Königsplatz. Dort spricht mich ein älterer Mann an, ob ich vielleicht eine Nebenbeschäftigung suche. "Nebenbeschäftigung, ich bin doch arbeitslos!" antworte ich. Daraufhin entschuldigt sich der Mann und nimmt die Frage zurück. Ich bin verblüfft und frage mich, was hier eine Entschuldigung zu suchen hat. Erst fünf Minuten später, als ich den Platz schon verlassen habe, komme ich darauf, daß er nach einer Frau gesucht hat, die bereit war, für Geld mit ihm zu schlafen.

Situation 2. Einmal wartete ich am Stern auf eine Freundin. Da kam ein Ausländer - dem Aussehen nach zu vermutlich ein Türke oder Araber - und fragte ob ich bereit sei für 20DM oder so mit ihm zu schlafen. Ich sagte "Nein", doch er redete weiter und wiederholte die Frage auf andere Weise. Daraufhin sagte ich verärgert daß ich so etwas grundsätzlich nicht mache und ging auf die andere Straßenseite. Nach einer Weile kam der Mann mir hinterher und fragte erneut. Ich lehnte wieder mit anderen Worten ab und ging auf die andere Seite. So ging das eine halbe Stunde, wenn nicht länger. Am liebsten hätte ich ihn verprügelt.

In unserem Kulturkreis wird ein solches Verhalten als sehr ungehörig betrachtet und die meisten Frauen hätten an meiner Stelle sicher Angst bekommen. Es gibt aber ein ziemlich eindeutiges Zeichen, daß er mir nichts Böses wollte: wenn er etwas vorgehabt hätte, hätte er reichlich Zeit gehabt, es zu versuchen. Ob es ihn gelungen wäre, ist eine zweite Frage. Immer wieder dieselbe Frage stellen, wenn man schon ein "nein" zu hören bekommen hat, tut nur, wer annimmt, daß später ein "ja" kommen könnte. Wenn man es also nicht als "nein" sondern als "Dein Angebot war noch nicht gut genug, wenn du etwas Besseres anbietest, werden wir uns vielleicht handelseinig." verstanden hat. Eine Frau seines eigenen Kulturkreises hätte sicherlich gewußt, was sie sagen muß, damit er sofort verschwindet.

Das zweite war ein Beispiel für nicht zusammenpassende Kommunikationsmuster und ihre Folgen(30) (31). Daß ich wütend wurde, ist ein typisches Beispiel für ein Entstehungsmuster von Aggressionen gegen Ausländer. Nur war mir klar, daß es sich um ein Mißverständnis gehandelt hatte.

Inhalt

3. Toleranz

Inhalt

3.1 Ein Beispiel für Toleranz

Tatsächlich muß stark abweichendes Verhalten nicht zu Intoleranz führen.

Als ich als Vierzehnjährige das erste mal ein ganzes Wochenende zusammen mit der Pfadfinder-Mädchengruppe in einer Hütte war, war ich begeistert. Alle waren freundlich zu mir. Es war die erste Gemeinschaft seit ich in die dritte Klasse kam, die mich vorbehaltslos aufgenommen hatte. Am Ende dieses Wochenendes riefen die beiden Gruppenführerinnen uns zu einer Meckerrunde zusammen. Eine von beiden leitete die Runde ein, indem sie erklärte, daß hier alles ausgesprochen werden sollte, was irgendjemandem am Verhalten der anderen gestört hatte. Insbesondere, wenn sie selbst etwas falsch gemacht hätte, wolle sie das wissen.

"Kersti, ich fand nicht so gut, was du heute Vormittag - du weißt schon was ich meine - getan hast." sagte die erste. Ich wußte es nicht, also fragte ich nach. Sie erzählte die gesamte Begebenheit. Da ich keine Ahnung hatte, was an meinem Verhalten falsch gewesen sein sollte, fragte ich nach. Ich konnte kaum fassen, daß ich wieder eine Antwort bekam. "Das ist meine Chance." dachte ich erfreut. Die zweite hatte auch etwas an mir auszusetzen. Ihr war das schon beinahe peinlich. Sie betonte, daß es nicht persönlich gemeint wäre, aber sie fände es nicht gut, daß ich... Ich fragte, bis ich verstanden hatte. Jede Einzelne in der Runde kritisierte mich. Bei jeder fragte ich, bis ich wußte, was sie meinte. Und ich merkte mir die Antworten gut. Aus der Schule wußte ich nur zu gut, wie wertvoll Kritik ist. Wie schwierig es ist, Menschen dazu zu bringen, daß sie einem verständlich erklären, welche Fehler man macht.

Es gab noch einige, die, als sie in die Gruppe kamen, ähnlich viele Fehler gemacht hatten wie ich. Schließlich fehlten mir durch die Ausgrenzung sieben Jahre des sozialen Lernens. Doch ich habe kein zweites mal mitbekommen, daß jeder einzelne in der Runde denselben kritisierte. Daß sie es bei mir so gemacht hatten, lag wohl daran, daß ich so intensiv nach Erklärungen gefragt habe. Ich stand danach nie wieder so im Mittelpunkt einer Meckerrunde, denn ich habe das durch meine Fragen gelernte umgesetzt.

Ich war von meiner Gruppe weder vor noch nach der Meckerrunde unfreundlicher behandelt worden als die anderen. Fleißige Kinder wurden nicht sichtbar anders behandelt als faule. Wer Grauhemd und Juja (Abk. für Jungenschaftsjacke) anhatte, aus der sich unsere Kluft(24) zusammensetzte, wurde nicht anders behandelt als der, der in Straßenkleidung kam. Auch das begehrte Halstuch änderte nichts daran. Unsere Gruppenführer - die angesehensten Mitglieder der Gruppe - waren die einzigen, denen es passieren konnte, daß sie in einer Spaßbalgerei die ganze Gruppe gegen sich hatten. Nichtsdestotrotz stritten wir uns um die Arbeit, jeder wollte ein Grauhemd eine Juja - und vor allem ein Halstuch haben. Und auch Gruppenführer für die nächstjüngere Gruppe fanden sich.

Auch das ist etwas, das ich immer wieder beobachtet habe: wo Toleranz herrscht, wird wenig Anpassung gefordert - und doch findet Anpassung und Rücksichtnahme statt. Jeder will etwas für die Gruppe und die anderen Mitglieder tun - auch wenn niemand ihn bestraft, wenn er es nicht tut.

Scheinbar paradoxerweise zeichnet sich diese extrem tolerante Gruppe dadurch aus, daß ihre Mitglieder um ein vielfaches mehr und differenziertere Kritik üben, als das in unserer Gesellschaft üblich ist(33). Sozialer Umgang miteinander besteht aus aufeinander abgestimmten Verhaltensmustern, die zusammenpassen müssen, wie Schlüssel und Schloß, damt das Zusammenleben und -arbeiten reibungslos funktioniert. Die Fähigkeit durch diffenzierte und in die Einzelheiten gehende konstruktive Kritik neue Verhaltensmuster auszuhandeln und die soziale Bedeutung bestehender Handlungsmuster zu erklären, erleichtert das Zusammenleben sehr. Dadurch entstehen dann weniger Anlässe zu intolerantem Verhalten.

Inhalt

3.2 Tolerante Gemeinschaften

A. S. Neill, der in seine Schule Summerhill Kinder sehr frei erzogen hat, dagegen meinte: "Freiheit versieht uns mit einer Riesenportion Toleranz, und wenigstens drei Eltern haben sich bei mir beklagt, daß Summerhill ihre Kinder zu tolerant gemacht hätte"(34.1). Das sagt Neill nicht nur dort - es zieht sich durch alle mir bekannten Bücher(34 und 35 u.a.) von ihm. Auch ist Summerhill da kein Einzelfall. Beispielsweise gab es in Japan die Tomoe-Schule von Herrn Kobayaschi(36). Auch hier viel Freiheit, viel Toleranz der Kinder untereinander.

Auch im therapeutischen Bereich gibt es Beispiele für ungewöhnliche Toleranz, die alle Lebensbereiche durchdringt. Persönlich habe ich da das Option-Institut erlebt(37). Dann dann kenne ich noch eine Zeitschriftenredaktion, die dadurch auffällt, daß Menschen mit sehr unterschiedlichem gesellschaftlichem Hintergrund und politisch Meinung dort zusammenarbeiten(38).

In den Beispielen für ungewöhnliche Toleranz, die ich erlebt habe, kann ich eines sagen: es hat nichts mit der politischen Meinung zu tun. Ich kenne tolerante Menschen, die politisch von rechts(39) bis links(40) einzuordnen sind. Es hat nichts damit zu tun, ob sie religiös sind oder nicht. Da kenne ich ein katholisches Kloster(41), esoterisch Angehauchte(42) - aber auch den Atheisten, der alles was sich nicht wiegen und messen läßt für Einbildung erklärt(40). Nicht die sichere Lebenssituation ist das Wesentliche. Auch in Konzentrationslagern gab es Beispiele für Menschen, die tolerant waren(43). Keine besondere Kultur ist die Ursache der Toleranz. Sie gibt es in Naturvölkern(41) wie auch in unserer technisierten Welt.

Das einzige was immer vorhanden war, wo Menschen zu ungewöhnlicher Toleranz fähig sind, ist bedingungslose Liebe. Jeder Mensch wird als unendlich wertvoll betrachtet, ob er sich gut oder schlecht benimmt, selbst wenn beide Seiten schier am Zusammenleben und -arbeiten verzweifeln, selbst wenn sie zu dem Ergebnis kommen sich zu trennen, weil sie keine Lösung finden.

Neill, der auch die schlimmten seiner Schüler liebte - Kinder, die sich in keine Schule einfügen konnten, die klauten und Scheiben einwarfen - und ihnen beim Scheiben einwerfen half(31.1), um ihnen zu zeigen, daß er sie zuerst einmal so akzeptierte, wie sie waren. Und aus diesen "unmöglichen" Kindern wurden anständige und tolerante Erwachsene(31) (32).

Ein anderes Beispiel ist Raun - der Sohn von den Kaufmanns, die das Option-Institut gegründet hatten. Als Kleinkind war er autistisch. Unfähig, auf Menschen einzugehen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen schaukelte er den ganzen Tag vor und zurück. Autismus galt damals als unheilbar. Kaufmanns haben ihren Sohn nachgemacht, um ihm zu zeigen, daß sie ihn so lieben, wie er ist - heute ist er Raun intelligenter und völlig gesunder Erwachsener(45). Kaufmans haben diese Methode mit Abwandlungen mit großem Erfolg auf die verschiedensten behinderten Kinder angewandt. Erfolge hatten sie aber auch mit Option-Dialogen an Erwachsenen, hinter denen dieselbe geistige Haltung steht(46).

Die Kinder der Ritters, die sehr frei erzogen wurden, konnten nicht nachvollziehen warum andere Kinder die Lehrer ärgern(47). Auch hier Liebe, die unabhängig vom Verhalten gezeigt wird.

Wenn ich nun recht habe, mit meiner Ansicht, daß es die bedingungslose Liebe ist, die wir brauchen, um Frieden, Toleranz und Freiheit, warum gibt es dann keine wissenschaftlichen Arbeiten, die das belegen?

Ich denke, wir haben das der Kirche zu verdanken, die sich die Liebe auf die Fahnen geschrieben hat(48) - und gewaltsame Unterdrückung von Frauen (49), Hexenverbrennungen(49) (50), Kreuzzüge - sowohl nach außen gegen Mohammedaner, als auch gegen Bauernstaaten im eigenen Land(23.1), Glaubenskriege zwischen evangelischen und katholischen Kristen, Unterdrückung wissenschaftlicher Entdeckungen und noch so manches Verbrechen mehr befürwortete. Besonders wegen der Unterdrückung wissenschaftlicher Erkenntnisse haben wir in der Wissenschaft ein weit verbreitetes Vorurteil daß Nächstenliebe Kirche und Kirche unwissenschaftlich sei(51). An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, daß auch in der Wissenschaft etwas mehr Toleranz im Umgang mit fremden Meinungen dringend not täte(52).

Inhalt

3.3 Werkzeuge zum Erarbeiten neuer Formen des Zusammenlebens

Metakommunikation: Immer wenn es Streit gibt oder Anlaß zu der Vermutung besteht, daß Mißverständnisse aufgetreten sind, ist es wichtig, daß man über die Kommunikation an sich spricht. Das beginnt mit der Frage nach Definitionen: "Was meinst Du, wenn Du das Wort XY benutzt?" (53) Außerdem enthält jede Form der Kommunikation Botschaften auf unterschiedlichen Ebenen - ein brauchbares Modell hierzu hat Friedemann Schulz von Thun aufgestellt(15.3). (Beispielssituation: Frau und Mann sitzen im Auto - an der Ampel sagt der Mann zu seiner Frau, die fährt: "Die Ampel ist Grün!") Er teilt die Kommunikation in Da in normalen Gesprächen diese vier Ebenen der Kommunikation nicht fein säuberlich getrennt vorliegen, sondern gleichzeitig und miteinander vermischt in einem Satz vorkommen, kommt es immer wieder zu Mißverständnissen, die sich nur aufklären lassen, wenn man getrennt nach den einzelnen Ebenen fragt und hinterfragt, um was es den einzelnen Gesprächsteilnehmern bei dem Gespräch eigentlich ging. Gerade bei Gesprächen zwischen Angehörigen unterschiedlicher Geschlechter(30), Gesellschaftsschichten, Berufsgruppen, Völker oder Kulturkreise sind derartige Mißverständnisse kaum zu vermeiden, so daß man auf Metakommunikation angewiesen ist, um miteinander auskommen und einander verstehen lernen zu können(15).

Ein Option-Dialog ist Metakommunikation mit sich selbst - sorgfältig werden die verschiedenen hinter der Handlung liegenden Gefühle, Absichten und Überzeugungen auseinandersortiert - mit erheblicher therapeutischer Wirkung (46.1). Mediation beschäftigt sich zu einem erheblichen Teil damit, Metakommunikation mit zwischen den jeweiligen Konfliktparteien zu vermitteln(15) (55).

Brainstorming: Wenn spontan nicht genug Ideen zur Lösung der vorhandenen Probleme geäußert werden, die mehr sind als ein fauler Kompromiß, ist es sinnvoll, ein Umfeld zu schaffen, wo alle beteiligten Personen es wagen, all ihre Ideen für eine Lösung miteinzubringen. Wichtig ist, daß zuerst einmal jede Idee - auch abwegige, verrückte und alberne Ideen - willkommengeheißen und gewürdigt wird. Sonst werden viele Ideen nicht ausgesprochen, weil einige sich nicht trauen, mitzureden. Erst mit einiger Verzögerung wird dann diskutiert, welche dieser Vorschläge wie zusammengebaut werden könnten, um eine für alle tragbare Lösung zu erarbeiten.

Allgemeine Entlastung: zusätzlich zu den direkt auf den konkreten Konflikt bezogenen Interventionen ist es allgemein bei jedem Konflikt, bei Mobbing und auch bei jeder Krankheit wichtig, unnötige Streßfaktoren auszuschalten, die auf beteiligte Personen wirken, ohne mit dem aktuellen Konflikt direkt etwas zu tun zu haben.

Da aber der Umgang miteinander auch Arbeit ist braucht ein Mensch auch Möglichkeiten zum Rückzug, ohne dabei eine Strafe befürchten zu müssen. Wo Menschen gezwungen werden, mit Menschen zusammen zu sein, ohne das zu wollen, kann das deshalb ganz gefährlich entgleisen(52). Umgekehrt gibt es natürlich im Umgang mit anderen Menschen Unterforderung genauso wie Überforderung. Ein Mensch, der wie ich immer, wenn er eine ungewöhnlich aussehende Gruppe in der Fußgängerzone entdeckt erst einmal hinläuft und mit den Leuten redet, ist mit unserer vielfältigen Gesellschaft ganz bestimmt nicht überfordert. Würde diese Vielfalt aber unterdrückt, hätte das für mich eine ziemliche Langeweile zufolge(52).

Inhalt

3.4 Bedingungslose Liebe als Grundlage jeder Besserung

Bedingungslose Liebe: den Anderen so akzeptieren wie er im Augenblick ist, ihn nicht be-, abwerten oder verurteilen. Darauf vertrauen, daß der Andere weiß, was für ihn selbst gut ist und bereit ist, konstruktiv mit seinen Mitmenschen zusammenzuarbeiten, auch wenn ihm das im Augenblick noch nicht gelingen sollte(57) (58). Bedingungslose Liebe heißt nicht, daß man tut, was der andere will - es ist nur die Sicherheit, daß derjenige, der so geliebt wird, selbst dann noch als wichtig und wertvoll betrachtet wird, wenn er sich völlig daneben benimmt. Sie kann manche Fehler in anderen Bereichen ausgleichen, macht aber das pädagogische Handwerkszeug nicht unnötig.

Bei Mediation, Pädagogik(58) und Therapien(57) wird diese Haltung überwiegend von dem jeweils professionell arbeitendem Gesprächsteilnehmer gefordert, in der Kindererziehung von den Eltern, im allgemeinem Zusammenleben aber von allen beteiligten Personen(30) (15). Die Forderung, daß man den anderen so akzeptieren soll, wie er ist, klingt nur scheinbar einfach - wo immer ein Mensch ähnliche Probleme hat wie sein Gegenüber, wird ihm das nicht gelingen. So ist der Ratschlag, Eltern von schwierigen Kindern psychotherapeutisch zu behandeln, nicht darauf zurückzuführen, daß die Eltern immer an den Problemen ihrer Kinder schuld und selber krank wären - da niemand ohne innere Probleme ist, ist es eine Hilfe als Hauptbezugsperson selber therapeutisch tätig zu sein.

Bedingunglose Liebe bringt eine wesentliche Entlastung: die Arbeit seine bloße Existenz zu rechtfertigen, seine schlechten Seiten zu verstecken und/oder Selbstdarstellung zu betreiben, fällt weg. Gelingt es einem Menschen, sich selbst zu akzeptieren, fällt der ständige Hader mit sich selbst weg. Allerdings ist das nicht der einzige und auch nicht der Hauptgrund für die Macht der Liebe. Wahre Liebe geht auf das innere Licht zurück, das man auch als Göttlichen Funken bezeichnet. In dem Maße, wie man fähig ist, seine verdrängten Erinnerungen ans Tageslicht zu holen, ist man auch zur Liebe fähig. Denn dadurch öffnet sich der Zugang zum eigenen inneren Licht - und in dem Maße wird man auch fähig die Gefühle und Gedanken seiner Mitgeschöpfe geistig zu empfangen. Wenn ich also eine Fliege totschlage, spüre ich immerhin so viel von ihren Schmerzen, daß ich es lieber bleibenlasse. Auch Motten die sich an Nahrungsmitteln vergreifen, schlage ich deshalb nicht tot. Die Mücke allerdings hat es bei mir schwer. Die tut mir ja weh.

 

Inhalt

4. Fazit

Durch den starken gesellschaftlichen Wandel und die sehr weitgehende Ausdifferenzierung der Lebensformen werden hohe Anforderungen an die Toleranzfähigkeiten der Menschen gestellt - gleichzeitig aber erleben die Methoden, sie zu lösen einen Boom. Ich gehe deshalb davon aus, daß es uns möglich sein wird eine Gesellschaft zu bilden, die gleichzeitig toleranter ist und ihren Mitgliedern mehr Möglichkeiten zur freien Entwicklung bietet als die heutige. Inhalt

5. Anmerkungen und Quellen

Aus Gründen der Übersichtlichkeit, habe ich mehrere Anmerkungen, die sich auf dasselbe Buch beziehen jeweils alle als Unterpunkte derselben Anmerkung aufgeführt. Ich hoffe, daß dadurch ein besserer Eindruck vom jeweiligen Buch entsteht, so daß wer etwas zum Thema lesen will eine bessere Vorstellung bekommt, was für ihn das richtige Buch wäre, als durch eine übliche Literaturliste. Bei Spezialthemen, zu denen ich mehrere Bücher aufzähle, sind sie unter einer einzigen Anmerkung zusammengefaßt.

http://www.uni-kassel.de/~nebelsie/ ist meine Homepage. Alle Links dorthin verweisen auf Texte von mir, auch wenn ich das nicht ausdrücklich erwähne.

  1. (zurück)(zu 2.5) Hermann U., 1993, Fremdwörterlexikon, München: Orbis Verlag
    zum Vergleich herangezogen:
    Brockhaus F.A., 1940, Der Sprach-Brockhaus, Leipzig
    Lingen Lexikon in 20 Bänden, 1974, München: Lingen Verlag, erarbeitet nach den Unterlagen der Lexikon-Redaktion des Verlages F.A. Brockhaus
    1963, Der Große Duden - Herkunftswörterbuch, Mannheim: Bibliographisches Institut
    Definitionen in meinem Text sind keine wörlichen Zitate aus einem dieser Lexika, sondern aufgrund mehrerer Lexikoneinträge zum Stichwort von mir selbst formuliert.
    (1.1) Im Brockhaus von 1940 ist Kommunikation lediglich mit "Verbindung" übersetzt. Das Wort hat also seither eine Bedeutungswandlung durchgemacht.
  2. (zurück)Michel Ch. & Novak F., 1991, Kleines Psychologisches Wörterbuch, Freiburg im Breisgau: Herder Verlag
    Kraus-Prause D. & Kraus J. & Nonnenmacher E., 1995, Lexikon Erziehung, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag
    Hehlmann W., 1974, Wörterbuch der Psychologie, Kröner
    (2.1) Das Wort Toleranz fehlt in den hier aufgezählten psychologischen und pädagogischen Wörterbüchern. Erst in mehrbändigen Werken wird es aufgeführt. In dem Fall taucht sowohl die allgemeine Definition für Toleranz als Duldsamkeit auf, als auch in Begriffen wie Frustrationstoleranz und Medikamententoleranz die technische Toleranzdefinition im Sinne von Toleranzgrenzen.
  3. (zurück) Angeborene Gruppengrößen:
    Auf den Gedanken kam ich durch meine Pfadfinderzeit. Wenn man sich mit Mitgliedern von anderen Bünden unterhält herrscht zwar keine Einigkeit über die genaue Größe der idealen Gruppe - hier schwanken die Angaben meist zwischen 6-8 und 12-14 Mitgliedern - je nach praktischen Gesichtspunkten und der Zahl der vermutlich abspringenden Mitglieder. Nie jedoch wird im Jugendbewegten Bereich eine Gruppengröße für möglich oder sinnvoll gehalten von weniger als 4 oder mehr als 20 Mitgliedern. Eine Gruppe mit weniger als 3 Mitgliedern funktioniert normalerweise nicht und löst sich deshalb auf. Eine größere Gruppe zerfällt in Untergruppen. Interessanterweise ist das genau die Größe, die man auch für ein Wolfsrudel angibt. (Das Sozialverhalten der Wölfe ist dem menschlichen Sozialverhalten auch sonst ziemlich ähnlich, was vermutlich der Grund ist, warum Wölfe die ersten domestizierten Haustiere des Menschen sind - Hunde stammen von Wölfen ab.)
    Oberhalb der "Gruppe" gibt es in allen mir bekannten Jugendbünden eine nächsthöhere Organisationsebene, die meist Ortsring oder Stamm genannt wird. In manchen Fällen ist der ganze Bund nicht größer als ein Ortsring. Ein Ortsring kann zwischen 20 und etwa 100 Mitgliedern haben. (Es gibt in Deutschland allein mehrere hundert Pfadfinderbünde und sicherlich noch einmal so viele Bünde mit anderen Namen wie z.B. diverse Wandervogelbünde - mir dürften davon etwa 100 schon begegnet sein. Die einzelnen Bünde hängen zu einem erheblichen Teil nicht organisatorisch zusammen und haben sehr unterschiedliche Vorstellungen über das Zusammenleben. Da immer wieder Bünde neu gegründet werden, sich spalten oder zerfallen werden Bünde die größere oder kleinere Gruppen durchzusetzen versuchen als der menschlichen Natur entspricht, ziemlich schnell ausgemerzt.) Dazu: Eibl Eibesfeld Irenäus, 1997, Wider die Mißtrauensgesellschaft, München: Piper Verlag, S.105: "Die Lokalgruppen der Naturvölker umfassen selten mehr als 100 Personen, dann teilen sich die Gruppen wegen innerer Reibereien"
    Die Ehe halte ich ebenfalls für angeboren - in jedem mir bekannten Volk lebt der überwiegende Teil der Bevölkerung in einer Ehe, wo ein Mann mit einer Frau verheiratet ist. Gesellschaftlich Niedrigstehende bleiben manchmal übrig, Angehörige der höchsten Gesellschaftsschichten haben oft mehrere Partner (Harem, Mätressen, Seitensprünge).
  4. (zurück) Ausführlicher habe ich die Ausgrenzung in meiner Schulzeit und meine Überlegungen dazu unter http://www.uni-kassel.de/~nebelsie/Z0004.HTM beschrieben.
  5. (zurück) Leymann Heinz, 1993, Mobbing - Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt Verlag
    (5.1) S.133ff
  6. (zurück) Nowak M., 1996, Vom Konflikt zum Mobbing - eine konflikttheoretische Ursachenanalyse, http://www.diplomarbeiten24.de/beta/vorschau/9.html
    (6.1) Hier wird Mobbing mit der Konflikttheorie verglichen mit dem Ergebnis, daß die konflikttheoretischen Modelle Leymanns Mobbingmodell parallel gehen.
    (6.2) D.V (6.3) D.IV. (6.4) D.III. (6.5) D.IV. (6.6) D.IV. (6.7) D.VI. (6.8) D.IV.3.aa) Was ich als Schubladendenken bezeichnet habe, taucht hier als Labelling-Theorie auf.
  7. (zurück) Sekten:
    Von Sekten:
    • La Vey A. S., 1999, Die Satanische Bibel, Berlin: Verlag Second Sight Books - Church of Satan
    • Wachturm-Gesellschaft, 1982, Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben, Selters/Taunus: Wachturm-Gesellschaft
    • Müller-Elmau B., 1992, Kräfte aus der Stille - Die transzendentale Meditation, Econ
    • Schmidt D. (Hrsg.), Weltblick; Mörfelden Walldorf: Kando-Verlag (Vereinigungskirche) 1991 Nr.3, 1992 Nr.2+3, 1993 Nr.1
    • Vereinigungskirche e.V., 1995, Segen der Liebe, Mainz: Kando-Verlag
    • A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada, 1977, Der Nektar der Unterweisung, Bhaktivedanta Booktrust (Kein Erscheinungsort angegeben)
    • A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada, 1977, Sri Isopanisad, Bhaktivedanta Booktrust (Kein Erscheinungsort angegeben)
    • A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada, 1987, Bhagavad-Gita wie sie ist, Bhaktivedanta Booktrust (Kein Erscheinungsort angegeben)
    • Satsvarupa dasa Goswami, 1993, Prabhupada - Der Mensch, der Weise, sein Leben, sein Vermächtnis, Bhaktivedanta Booktrust (Kein Erscheinungsort angegeben)
    • A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada, 1983, Srimad Bhagavatam - Erster Canto - Erster Teil, Bhaktivedanta Booktrust (Kein Erscheinungsort angegeben)
    • Luschin I. (Übersetzer), 1985, Das Buch Mormon, Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, Frankfurt am Main
    Sektengegner:
    • Bundesverwaltungsamt im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.), 1996, Die Mun-Bewegung, (Vereinigungskirche), Köln
    • Jungen H.-W., 1996, Universelles Leben: Die Prophetin und ihr Management, Augsburg: Pattloch
    • Wiesendanger H., 1995, In Teufels Küche - Jugendokkultismus: Gründe, Folgen, Hilfen, Frankfurt am Main: Fischer
    • Eimuth K.-H., 1996, Die Sekten-Kinder, Freiburg im Breisgau: Herder
    • Wilber K. & Ecker B. & Anthony D. (Hrsg.), 1995, "Meister, Gurus, Menschenfänger - Über die Integrität spiritueller Wege", Frankfurt am Main: Krüger
    Schlechte Erfahrungen:
    • Efler I. & Reile H., 1995, VPM - Die Psychosekte, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt
    • Wright L., 1996, Erinnerungen an Satan - Ein Vater wird angeklagt, München: dtv (Das Buch handelt von einem merkwürdigen psychologischem Phänomen: Tatsächlich haben die von den Kindern UND dem angeklagten Vater berichteten Ereignisse offensichtlich nicht stattgefunden.)
    • Lukas (Pseudonym), 1995, Vier Jahre Hölle und zurück, Bergisch Gladbach: Bastei/Lübbe
    • Hammerstein O. von, 1980, Ich war ein Munie, München: dtv
    • Roth J., Der Weg der Glückseligkeit - Meine Jahre in einer totalitären Sekte, Frankfurt am Main: Fischer
    Überwiegend gute Erfahrungen:
    • Ziegler G., 1991, Tarot - Spiegel der Seele - Handbuch zum Crowley-Tarot, Neuhausen: Urania
      Das Buch handelt nicht direkt von einer Sekte oder Erfahrungen damit sondern ist eines der beliebtesten Bücher über Tarot - Gerd Ziegler bezeichnet sich als Bodhigyan, woraus ich schließe, daß der Meister, bei dem er sich in der Danksagung ausdrücklich bedankt Bhagwan (Osho Shree Rayneesch) ist.
    • Winter S., 1988, Die erwachende Göttin, München: Goldmann
      Sylvia Winter hat die Mißstände in der Gemeinschaft um Bhagwan durchaus miterlebt und schildert sie in ihrem Buch auch, betrachtet ihre Erfahrungen mit diesem Guru aber dennoch überwiegend als Bereicherung ihres Lebens.
    (7.1) Ein erheblicher Teil meiner Sektentexte auf meiner Internetseite beschäftigt sich mit dieser Fragestellung.
  8. (zurück) Scientology: Die Scene um die Scientology-Church kann man grob in drei Gruppen teilen: Die Church, Scientology-Gegner und die freie Zohne. Bei der freien Zohne handelt es sich um einzelne Menschen und Organisationen die zwar die Church als Organisation wegen ihrer Organisationsstruktur und der Ausbeutungsstrukturen nicht gutheißen können, aber das Auditing und andere in der Church verwendete Therapiemethoden anwenden, propagieren und für gut halten. Weitere Links und Artikel von mir zum Thema Scientology finden sich unter http://www.uni-kassel.de/~nebelsie/Z0037.HTM, außerdem hatte ich noch einige E-Mailkontakte mit ehemaligen Scientology-Mitgliedern oder Angehörigen der Freien Zone.
    Gegner:
    • Hartwig R., 1994, Scientology - ich klage an!, München: Heyne
    • Potthoff N., 1997, Im Labyrinth der Scientology, Bergisch Gladbach: Bastei/Lübbe
    • Elsässer J., 1999, Scientology - ich suchte das Licht und fand die Dunkelheit, München: Knaur
    • Maij K. E., Charlies Scientology-Seite, http://www.maij.ch/scientology/index.html - sowie das zugehörige Forum
    Scientology-Church:
    • Hubbard L. R., 1992, Dianetik, Kopenhagen: New Era Publikations
      sozusagen die "Bibel" der Scientology-Church - inhaltlich veraltet.
    • Scientology-Church (Hrsg. - Autor nicht angegeben), 1998, Vom Rechtsstaat zur Inquisition, A-3580 Horn
      Sachlich geschrieben und inhaltlich zutreffend.
    • Hrsg.: Citicens Commission of Human Rights, Los Angeles
      1. 1997, Die Psychiatrie zerstört die Religion
      2. 1997, Pychiatrie - die Manipulation der Kreativität
      3. 1998, Psychiatrie betrügt Kinder und setzt sie unter Drogen
      4. 1999, Psychiatrie zerstört den Verstand
      Die Hefte wurden nach eigenen Angaben mit Hilfe der Internationalen Vereinigung von Scientologen finanziert. Sie sind marktschreierisch, unsachlich und werden schon deshalb mit ziemlicher Sicherheit keine Änderung zum Besseren bewirken, in dem Teil der psychiatrischen Institutionen, wo ihre Kritikpunkte ansatzweise zutreffen.
    • Berichte über Besuche von mir im Frankfurter Zentrum der Scientology-Church:
      http://www.uni-kassel.de/~nebelsie/V0099.HTM und http://www.uni-kassel.de/~nebelsie/VB013.HTM
    Freie Zone
    • L. Kin (Pseudonym), 1991, Scientology - mehr als ein Modetrend, Preußisch-Oldendorf: VAP (Verlag für Außergewöhnliche Perspektiven)
    • L. Kin, 1992, Scientology - Ein Handbuch für Anwender, Preußisch-Oldendorf: VAP
    • L. Kin, 1996, Gott & Co - Nach wessen Pfeife tanzen wir?, Preußisch-Oldendorf: VAP
    • Minshull R., 1993, Emotionen - Höhen Tiefen Gesetzmäßigkeiten, Preußisch-Oldendorf: VAP
    • Mein Bericht von meinem Besuch an der L.Kin-Schule http://www.uni-kassel.de/~nebelsie/V0222.HTM
  9. (zurück) Sekteneigenschaften: http://www.uni-kassel.de/~nebelsie/V0100.HTM, Gegenüberstellung der Sekteneigenschaften mit typischen Verhaltensweisen von Mobbingopfern http://www.uni-kassel.de/~nebelsie/V0303.HTM
  10. (zurück) Kriele Prof. Dr. Jur. M., 1998, Die faschistischen Züge der Sektenjagd, "Zeit-Fragen" Nr. 52 oder http://www.tolzin.de/sekten/index.htm
  11. (zurück) Unterforderung als Ursache wird vor Allem im Zusammenhang mit hochbegabten Kindern diskutiert.
    • Wiecerkowski Wilhelm & Wagner Harald, 1981, Das hochbegabte Kind, Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann
    • Rost Detlef H., 1993, Lebensumweltanalyse hochbegabter Kinder: Das Marburger Hochbegabtenprojekt, Göttingen: Hofgrefe Verlag für Psychologie
    • Schlichte-Hiersemenzel Dr. Babara, 1997, Aufsatz zum Abdruck in Idee und Bewegung "Durch Ausgrenzung zu Außenseitern? Zur psycho-sozialen Situation hochbegabter Kinder"
    • Mihr Dagmar, 2001, Vortrag; Identifikation von Hochbegabung (S)
    • Winner L., 1998, Hochbegabt: Mythen und Realitäten von außergewöhnlichen Kindern, Stuttgart: Klett-Kotta
    • Quitmann Dr. Helmut, 8.1.2002, Vortrag über die Arbeit der Beratungsstelle besondere Begabungen (BbB), der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung, sowie ein Informationsblatt der Beratungsstelle (S)
    • Holling Heinz & Kanning Uwe Peter, 1999, Hochbegabung: Forschungsergebnisse und Fördermöglichkeiten, Hofgreve: Verlag für Psychologie
    Hochbegabung, ohne daß das Problem der über- oder Unterforderung direkt thematisiert wird.
    • Burow Olaf Axel, 2001, Text: Besondere Begabungen fördern: Es kommt auf die richtige Mischung an (S)
      (Hier wird das soziale Umfeld als wichtige Hilfe, um Begabungen entwickeln und nutzen zu können, betrachtet.)
    • Film und Vortrag über die "Ferienakademie für Schülerinnen und Schüler" vom 21.-24.06.2001 im Rahmen der Fortbildungsreihe "Besondere Begabungen erkennen und fördern" des Hessischen Landesinstitutes für Pädagogik "HeLP" (S).
    (S) Die so gekenntzeichneten Texte und Vorträge habe ich im Rahmen des Seminars "Burow Olaf Axel, WS 2001/2002 an der UGHK, Besondere Begabungen" gehört oder erhalten.
  12. (zurück) Mihaly Csikszentmihalyi, 1999, Flow - Das Geheimnis des Glücks, Stuttgart: Klett-Cotta
    Das Buch zeigt, daß Menschen dann am glücklichsten sind, wenn sie sich voll einsetzen - also ist weder Über- noch Unterforderung dem Glück dienlich.
  13. (zurück) Bruker Dr. med. M. O. & Ilse Gutjahr, 1995, "Zucker, Zucker", Lahnstein: EMU, S.268-274
    weitere Belege vom Zusammenhang zwischen geistiger Gesundheit und Ernährung:
    Schulz-Friese Dr. med. W., Messing N., 1993; "Geistig jung bleiben bis ins hohe Alter, Bad Schönborn: Verlag ganzheitliche Gesundheit
    Kollath W., 1998, Die Ordnung unserer Nahrung, Heidelberg: Haug, S.109 (Ratten werden bissig bei Fehlernährung)
    Hafer H., 1990, Die heimliche Droge Nahrungsphosphat, Heidelberg: D&M
  14. (zurück) Fritsch M., 1989, Ein Leben unter Spannung, Fellbach: Institut für baubiologische Anwendungen
  15. (zurück - zu 3.3 - hinten) Schulz von Thun F., 1981, Miteinander reden, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag
    "Miteinander reden" gilt als ein Standartwerk zur Mediation
    (15.1) Band 1, S.176; (15.2) Band 1, S. 36-37 (15.3) Band 1, S. 14-32 (15.4) Band 3, 2001,
    Schulz von Thun argumentiert hier umgekehrt, indem er das Verhalten einzelner Menschen als das Ergebnis des Zusammenwirkens eines "inneren Teams" anschaulich macht. Daß dieser Kunstgriff menschliches Verhalten verständlicher macht, zeigt ebenfalls, daß das Verhalten einelner Menschen dem von Gruppen in Konflikten ähnlich ist.
  16. (zurück) Hecht B. & Minshawi E., 1992, Zwei Welten eine Liebe, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt
    Oguntoye K. & Opitz M. & Schultz D., 1992, Farbe bekennen, Frankfurt am Main: Fischer
  17. (zurück) Riedl Prof Dr. Rupert, 1980, Biologie der Erkenntnis - Die stammesgeschichtlichen Grundlagen der Vernunft; Berlin und Hamburg: Paul Parey
    (17.1) S.70ff
  18. (zurück) Lorenz K., 1984, Über tierisches und menschliches Verhalten - Gesammelte Abhandlungen II, München & Zürich: R. Piper & Co Verlag, S.13ff
  19. (zurück) Zimmer D. E., 1989, Experimente des Lebens, Zürich: Haffmans Verlag, 257ff (hier am Beispiel Sprache)
  20. (zurück) Beispiele hierfür sind:
    • die ehemaligen deutschen Dörfer in Rußland (Siedlungem am schwarzen Meer und an der Wolga),
    • Ungarn (um Fünfkirchen),
    • Siebenbürgen (Siebenbürger Sachsen),
    • sowie in polnisch-deutsch gemischten Siedlungsgebieten.
    • Die Hutterer die aus Deutschland zuerst nach Rußland und dann weiter in die USA auswanderten (Holzach M., 1990, Das vergessene Volk, München: dtv)
    • Die Amisch in den USA (Horst Mel & Armstrong P. & Fisher G. & Klimuska E. & Lestz G. S., 1988, Amish Perspectives, York Pensylvania USA: York Graphik Services)
    • Das Verhältnis zwischen Juden und Arabern in Israel (Hamsa Abed & Davidowitz Amos, 2001, Vortrag über die politische Situation in Israel und Palestina, gehalten auf dem Fest der Kulturinitiative Lebendig Leben in Immenhausen im Pfadfinderzentrum des BdP, sowie Scheigmann-Greve Kai, Bericht darüber in Idee und Bewegung 54, Juni 2001 (s. Anm. 38)
    • Juden in Europa bis etwa 1900 (Chernow Ron, 1994, Die Warburgs: Odyssee einer Familie, Berlin: Siedler)
    Im Gegensatz dazu sprechen die Nachkommen der französischen Hugenotten hier in Hessen heute deutsch. Hugenottendörfer und -städte sind hier beispielsweise Gottstreu, Karlshafen. In Preußen, wo Juden als erstes das volle Bürgerrecht erhielten, daraufhin waren preußische Juden oft ziemlich deutsch-national gesinnt und etwa ein Drittel der deutschen Juden heirateten dort Nichtjuden (Chernow, Die Warburgs).
  21. (zurück) Beispiele: Kastensystem in Indien - aber auch Europa im Mittelalter. Im Hochadel Europas herrschte deshalb eine solche Inzucht, daß die russische Zarenfamilie gerne als Beispiel für die Vererbung der Bluterkrankheit mit rezessivem Erbgang angeführt wird.
  22. (zurück) Beuys B., 1990, Familienleben in Deutschland, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt Verlag
  23. (zurück) Rösener W., 1991, Bauern im Mittelalter, Verlag C. H. Beck
    (23.1) S.249, Beginn des 12 Jh. Stedingeraufstand - nach Erklärung zu Ketzern durch eine Bremer Kirchensynode 1231 durch Kreuzfahrerheer 1234 besiegt.
  24. (zurück - (zu 3.1) Beispiele für die Neigung sich eine kennzeichnende Kleidung zu erfinden sind beispielsweise Pfadfinder mit ihren Hemden und Abzeichen, die Juja der Jugendbewegung (zu der die meisten deutschen aber nahezu keine ausländischen Pfadfinder gehören), Mittelaltervereine mit ihren sehr unterschiedlichen historischen Kostümen. Früher hatten die meisten Berufe ihre Berufstracht. Heute kennen wir noch die typische schwarze Kleidung der Zimmerleute oder den weißen Kittel des Arztes. Noch vor hundert Jahren konnte man beispielsweise die Bewohner verschiedener ungarndeutscher Dörfer an der Kleidung unterscheiden. Auch in Deutschland selbst war das häufig so. Dasselbe fand man auch bei Inianervölkern (Der große Bertelsmann Bildatlas Indianer, 1992, Gütersloh/München: Bertelsmann Lexikon Verlag), Auch Körperbemalung hat wohl eine ähnliche psychologische Funktion (Karl Gröning, 1997, Geschmückte Haut- Eine Kulturgeschichte der Körperkunst, München: Frederking und Thaler)
  25. (zurück) Duve Chr. de, 1997, Aus Staub geboren - Leben als kosmische Zwangsläufigkeit, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt, S.139ff
  26. (zurück) Sitte P. & Ziegler H. & Ehrendorfer F. & Bresinsky A., 1991 Strassburger Lehrbuch der Botanik für Hochschulen, Stuttgart & Jena & New York: Gustav Fischer Verlag
    (26.1) S.49ff; (26.2) S.30ff
  27. (zurück) Bunk B. & Tausch J., 1976, Grundlagen der Verhaltenslehre, Braunschweig: Georg Westermann Verlag, S.14ff
  28. (zurück) Stehr H., 1981, Das moderne Tierlexikon, Gütersloh: Verlagsgruppe Bertelsmann, Band 6, S.113f (Stichwort: Kreuzung)
  29. (zurück) Zu diesem Schluß bin ich durch meine Beschäftigung mit diversen Außenseitergruppen und -meinungen gekommen. Zum einen wende ich die Methode des indirekt Ansprechens selber an, um zu testen, ob ich es mit jemandem zu tun habe, der für ein Thema - meist aus dem Bereich der Esoterik - offen ist, ich habe es aber in Bezug auf Themen wie Esoterik, Homosexuelle, Lesben, Rechte auch immer wieder bei anderen beobachtet oder von ihnen gelesen, daß sie es auch so machen. Dieser indirekte Kommunikationsstil ist ein Symptom der Intoleranz unserer Gesellschaft. Man kann sich nicht wagen, den Gedanken gegenüber den Falschen auszusprechen. Häufig wird so indirekt gesprochen, daß Menschen in der Anfangsphase keinen Gesprächpartner für ihre Erfahrungen finden. - Was wegen Warnungen vor häufig gemachten, teilweise gefährlichen Fehlern wichtig wäre. (Außenseitergruppen in denen ich das beobachtet oder berichtet gefunden habe: Sekten, Hexen, rechte, de.soc.drogen, Esoterik, Lesben)
  30. (zurück - zu 3.2 - hinten) Tannen D., 1993, Du kannst mich einfach nicht verstehen, München: Goldmann
  31. (zurück - zu 3.2) Promp D., 1988, Zur Psycho-Biologie der Identität (aus Krebs P. (Hrsg.), 1988, Mut zur Identität, Struckum: Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur)
  32. (zurück - zu 3.2) Ausführlicher: http://www.uni-kassel.de/~nebelsie/V0168.HTM
  33. (zurück) Es ist kein Zufall, daß gerade eine Pfadfindergruppe fähig war Außenseiter zu integrieren, während keiner meiner Lehrer das erreichen konnte oder wußte, welche sozialen Methoden dazu nötig gewesen wären.
    Pfadfinder sind heutzutage in Deutschland eine Subkultur mit eigenen, stark vom Üblichen abweichenden Umgangsformen untereinander, die zudem noch jedes ihrer Mitglieder innerhalb sehr kurzer Zeit eingliedern muß, da die meisten Pfadfinder weniger als 10 Jahre dabeibleiben. Sie braucht also, um ihr Bestehen zu sichern, wirkungsvolle Methoden, um diese Umgangsformen zu vermitteln. Hinzu kommt, daß das nur auf freiwilliger Basis funktioniert, da sonst die Gruppenmitglieder einfach wegbleiben würden. Wenn also der anfangs oft nur vierzehnjährige Gruppenführer nichts Besseres zuwege bringt als die Eltern zuhause, ist er seine Gruppe los - und es wird keine Nachfolgegruppe geben.

    Daß Pfadfinder- und andere jugendbewegte Gruppen allgemein ungewöhnlich tolerant sind, läßt sich daran ablesen, daß jugendbewegte Bünde und Gruppen im Vergleich zu ihrer zahlenmäßigen Stärke ungewöhnlich viele Originale aber auch Menschen, die in der sonstigen Gesellschaft ausgegrenzt wurden, als Mitglieder haben.

    Kleinere Randgruppen sind häufig im Vergleich zur Gesamtgesellschaft ungewöhnlich tolerant, sofern sie nicht wie viele Sekten als Gruppe zu hart ausgegrenzt wurden(vgl. 9). Beispielsweise nahmen die Zaporoger Kosaken, als Grenzlandnutzer Mitglieder aus praktisch allen gesellschaftlichen Gruppen auf - sogar Tataren, die ja keine Polen sind (Kumke C., Führer und Geführte bei den Zaporoger Kosaken, Harrassowitz-Verlag). Auch bei den Cowboys und Trappern in Amerika ist bekannt, daß es dort auch Indianer und Schwarze gab. Ich nehme an, daß sie deshalb auch die nötigen sozialen Methoden entwickelt haben, um mit der Unterschiedlichkeit der Kulturen umzugehen.

  34. (zurück) Neill A.S., 1990, Das Prinzip Summerhill, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt
    (34.1) S.15 (34.2) S.60f
  35. (zurück) Neill A.S., 1965, Erziehung in Summerhill, Szczesny Verlag München
  36. (zurück) Kuroyanagi T., 1994, Totto-Chan - So wunderbar kann Schule sein, Frankfurt am Main: Fischer
  37. (zurück) The Option-Institute and Fellowship, R.D.#1,Box174A,Sheffield Mass. 01257, USA
  38. (zurück) Hiermit meine ich die Zeitschriftenredaktion von Idee und Bewegung, erhältlich bei: Gerhard Neudorf, Karlsbaderstr. 8, 63329 Egelsbach
  39. (zurück) Diejenigen, die ich hier meine, habe ich weiter oben (im Text unter 2.3) schon erwähnt. - Die Gruppe mit dem Rassenkundeseminar. Wegen der Vorurteile gegen dergleichen, möchte ich sie hier nicht beim Namen nennen.
    Ergänzend noch folgende Tatsache: 1987-1991 hat sich in Deutschland die Zahl der Gewalttaten gegen Ausländer verzehnfacht, während fremdenfeindliche Ansichten in der Bevölkerung nicht zugenommen haben. (Boeversen Fritz (Hrsg.), 1997, Den Umgang mit Fremden neu lernen, Bielefeld: Kleine Verl., S.190f)
  40. (zurück) Ein Beispiel für eine linke Zeitschrift, dessen Redakteur zudem noch alles, was mit Telepathie, Esoterik und Religion zu tun hat für Blödsinn hält und gleichzeitig durch überdurchschnittliche Toleranz auffällt ist die "Israel Stimme" von Kay Schweigmann-Greve. Sie ist sehr empfehlenswert, da sie wunderbare Beispiele für Friedensarbeit nicht nur in Israel bringt (zu bestellen bei ihm selbst, Brucknerring 7, D-30629 Hannover). Greve schreibt auch immer wieder in Idee und Bewegung.
  41. (zurück)
    Gemeint ist die Communitas Agnus Dei am Bodensee. Es handelt sich um ein katholisches Kloster, das jedoch erheblich anders ist, als man sich ein katholisches Kloster im Allgemeinen vorstellt. Unter anderem zählen zu der Gemeinschaft verheiratete Paare mit Kindern - neben Mönchen und Nonnen die sich für das Zölibat entschieden haben.

    In den ungewöhnlicheren der christlichen Gemeinschaften erhält man immer wieder den Ratschlag, man solle um Führung bitten. - Ich bin ein neugieriger Mensch und ziemlich verspielt. Also beschloß ich, als ich mal wieder eine längere Wanderung unternahm, um Führung zu bitten und mal zu schauen, was dann passiert. Wenn man wandert und im Freien übernachtet, hängt viel vom Zufall ab - und man begegnet immer wieder interessanten Leuten, während wirklich schlechte Erfahrungen die absolute Ausnahme darstellen. Was ich aber nach dieser Bitte erlebte, war Führung, daß einem Hören und Sehen vergeht.

    Dabei landete ich unter anderem im Kloster Frauenberg und auf dem Hof, die beide zu Agnus Dei gehören. Ich habe dort eine Nacht übernachtet und konnte dabei folgende Scene beobachten:
    Im Verlauf des Nachmittags kam der Älteste unter den Kindern der Gemeinschaft zu der Leiterin und erzählte ihr, daß er drei Türken in der Klasse hätte und jetzt wäre er der Ansicht daß alle Türken asozial wären. Die Frau war offensichtlich entsetzt davon - und versuchte es dem Jungen freundlich aber ausdauernd auszureden - wobei ich mich beteiligte. Er aber verteidigte diesen Standpunkt ausdauernd und einfallsreich.
    Später am Abend hörte ich, wie der Junge die Leiterin erneut ansprach, sagte, daß er das nicht wirklich ernst gemeint hätte: "Ich wollte dich doch nur ärgern."

    Diese kleine Scene bestätigt, was ich schon am Vormittag herausgefunden hatte: diese Leute sind tolerant - mein Experiment zum Thema Toleranz hatte darin bestanden, daß ich ihr als erstes erzählte, daß ich vor drei Tagen in der Kirche von Paulus gewesen wäre, der sich so nennt, weil er meint, er wäre in einen früheren Leben der Paulus aus der Bibel gewesen und ich würde ihm das glauben. Sie meinte freundlich, daß mir sicher klar wäre, daß sie diese Meinung nicht teilen würden - und wir kamen dann auf das Thema Nächstenliebe zu sprechen, wo wir einer Meinung waren.

  42. (zurück) Ich denke da an den Gründer einer Waldorfschule, der ebenfalls zur Redaktion von Idee und Bewegung gehört. Er versucht immer wieder, uns die geistigen Aspekte von Steiners Lehre nahezubringen. Wobei ihm jeder gerne zuhört, da er wirklich interessant zu erzählen versteht.
  43. (zurück) In Bezug auf die Macht der Liebe in dermaßen schrecklichen Situationen ist "Lusseyran J., 1989, Das wiedergefundene Licht, München: dtv" empfehlenswert und "Sylvia Cranston, Die Macht der Liebe", es war irgendwann einmal im "Weißen Lotos" veröffentlicht, mir ist aber nicht bekannt wann, da ich nur eine Kopie davon habe. Lusseyran sagte übrigends über die Alten in Buchenwald - "Man starb viel in Buchenwald zwischen 50 und 65 [...] die, die überlebten waren fast alle gut."
  44. (zurück) Liedlhoff Jean, 1990, Auf der Suche nach dem verlorenen Glück, München: Beck
  45. (zurück) Kaufman B. N., 1993, Ein neuer Tag, Bergisch Gladbach: Bastei/Lübbe
  46. (zurück) Kaufman B. N., 2001, Lieben heißt einverstanden sein, Bielefeld: Kamphausen
    (46.1) Unter http://www.uni-kassel.de/~nebelsie/V0026.HTM findet sich eine kurze Erklärung der Dialogtechnik. Wer wissen will, warum ich persönlich so begeistert von Option bin, möge sich von dort aus weiter durchklicken. "The Work" von Byron Katie ist in der praktischen Durchführung praktisch ähnlich wie Option und es gibt noch mehrere Therapiemethoden die man mit Option beinahe verwechseln könnte.
  47. (zurück) Ritter P. & J., 1978, Freie Kindererziehung in der Familie, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt
  48. (zurück) "liebet eure Feinde" - Bibel im NT Matthäus, 5,44.
    "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." - Bibel im NT Matth. 22,37-40; Luk. 10,30-37
  49. (zurück) Weinmann U., 1990, Mittelalterliche Frauenbewegungen, Pfaffenweiler: Centaurus Verlagsgesellschaft
  50. (zurück)
    • Sprenger J. & Institoris H., 1991, Der Hexenhammer (Malleus Malleficarum), München: dtv
    • Ginzburg C., 1980, Die Benandanti - Feldkulte und Hexenwesen im 16. und 17. Jahrhundert, Frankfurt am Main: Syndikat
    • Wisselinck E., 1989, Hexen - Warum wir so wenig von ihrer Geschichte erfahren und was davon auch noch falsch ist, München: Verlag Frauenoffensive
    • Murardo L., 1987, Vilemina und Mayfreda - Die Geschichte einer feministischen Häresie, Freiburg: Kore
    • Ehrenreich B. & English D., 1992, Hexen, Hebammen und Krankenschwestern, München: Verlag Frauenoffensive
  51. (zurück) In "Gruen A., 1993, Der Wahnsinn der Normalität, München: dtv" wird indirekt gesagt, daß es die bedingungslose Liebe ist, die unserer Gesellschaft fehlt, indem der Autor die Probleme unserer Gesellschaft darauf zurückführt daß die Menschen nicht sie selbst sein dürfen.
  52. (zurück)
    • Binning Gerd, 1992, Aus dem Nichts - Über die Kreativität von Natur und Mensch, München & Zürich: Piper
      Auf S.121ff zählt Binning unter der Kapitelüberschrift "Hundert Gründe nicht kreativ zu sein" diverse Beispiele von Intoleranz gegen erfolgreiche Forscher auf und gibt dafür Beispiele aus der Entwicklung des Elektronentunnelmikroskops, für die er mit seinen Kollegen zusammen den Nobelpreis erhielt. Das Kapitel gipfelt in der Aussage "Wer kreativ ist, muß verrückt sein" und im nächsten Satz betont der Autor noch einmal, daß es ihm mit dieser Aussage völlig ernst ist. Nun ist Binning jedoch ein anerkannter Wissenschaftler: er hat für diese Arbeit, für die er so heftig angefeindet wurde, immerhin einen Nobelpreis bekommen. Deshalb ist anzunehmen daß gute Forschungsergebnisse, die nicht so genehm sind - man sagt umgangssprachlich "die Zeit war noch nicht reif dafür" - zu noch wesentlich heftigeren Anfeindungen führen.
    • Beispiele für erschreckende Intoleranz im Umgang mit wissenschaftlichen Außenseitermeinungen, kenne ich vor Allem aus dem Bereich der Medizin, da ich Heilpraktikerin bin.
      • Hamer/Neue Medizin:
        Pilhar Helmut, 1996, Olivia - Tagebuch eines Schicksals, Köln: Amici di Dirk
        Obwohl es eine ISBN hat, war das Buch nicht über den Buchhandel zu bekommen.
      • Enderlein Prof. Dr. Günther, 1957/2, Akmon X - Bausteine zur Vollgesundheit, Aumühle Bez. Hamburg: Ibica Verlag, S.334f
      • Bruker Dr. med. M. O. & Gutjahr Ilse, 1995, "Zucker, Zucker", Lahnstein: EMU
      • Mehrere Diskussionen über medizinische Außenseiterthemen im Usenet im Sommer 2000 (de.alt.soc.verschwoerung, de.sci.biologie) Hier taten sich besonders Autoren mit einen einschlägigen Studium durch einen unsachlichen Diskussionsstil hervor.
    • Reichelt Günther & Kollert Roland, 1985, Waldschäden durch Radioaktivität?, Karlsruhe: Müller
      Beispiele für Intoleranz und Sabotage an der Forschungsarbeit von Kollert über dieses Thema finden sich am Ende des Buches
    • Hai Heiner & Rippchen Ronald, Das Hanf Handbuch, Werner Piepers Medienexperimente
      Interessant zum Thema Intoleranz ist hier die Erklärung warum dort ein Buch mit geschwärzten Stellen gedruckt wurde.
    • Ruesch Hans, Die Pharma Story, F. Hirthhammer Verlag

    Eine weitere Außenseitermeinung ist das inzwischen verbotene Buch "Helsing Jan van (Pseudonym - bürgerlicher Name: Holey Jan Udo), 1995, Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert, Gran Canaria: Ewertverlag". Obwohl ich es von der ersten bis zur letzten Seite durchgelesen habe, konnte ich darin keine Volksverhetzung entdecken. Dennoch wurde es unter diesem Vorwand verboten. Was er beim Verbot dieses Buches so alles erlebt hat, schrieb er in "Holey Jan Udo, 1999, Die Akte Jan van Helsing, Fichtenau: Ama Deus".
    Anmerkung 2012:
    VB109. Kersti: Helsing hat keine rechte Einstellung, ist aber auf die Propaganda des Dritten Reiches zu angeblichen Verschwörungen der Juden gegen Deutsche hereingefallen

    Ich hoffe, daß wir hier irgendwann einmal in der Demokratie werden leben können, die wir laut Grundgesetz haben müßten. Eine Demokratie kann nicht funktionieren, wenn die Bürger sich nicht ungehindert über alle für sie wichtigen Themen informieren können. (Aufrufe zu Verbrechen fallen natürlich nicht unter diesen Bereich.)

  53. (zurück) Im wissenschaftlichen Bereich gilt es als selbstverständlich daß es notwendig ist, Fremdwörter zu definieren. Nicht wissenschaftlich gebildete Menschen sind sich dagegen, wie ich durch meine Beschäftigung mit Scientology (vgl. hierzu Anm. 2) feststellte, oft nicht darüber im Klaren, wie wichtig es für das Textverständnis ist, unbekannte Wörter nachzuschauen oder zu erfragen.
    Ich vertrete auf meiner Internetseite den etwas ungewöhnlichen Standpunkt, daß die Scientology-Church die gefährlichste oder eine der gefährlichsten Sekten ist - daß das aber daran liegt, daß sie Therapiemethoden benutzt, die tatsächlich sehr gut sind. Durch diese Internetseite kam ich in Kontakt mit einigen ehemaligen Scientologen, die mir diese Ansicht immer bestätigten - und zusätzlich sagten: "Daß ich durch Scientology gelernt habe, unbekannte Wörter nachzuschauen zählt zu den Lernerfahrungen, von denen ich auch heute noch viel habe." Mich hat das überrascht, weil das in meiner Familie immer eine Selbstverständlichkeit war.
  54. (zurück) Gordon Th., 1974, Familienkonferenz, Hoffmann und Campe
    Hier wird das Thema Metakommunikation in Bezug auf die Kindererziehung besprochen.
  55. (zurück) Eine sehr gute Internetseite hat der Verein für Friedenspädagogik Tübingen e.V.. Hier findet sich auch ein ausführlicher Teil über Mediation in Konflikten zwischen Völkern.
    http://www.friedenspaedagogik.de/frieden/konflikt/mediat/in_medi.htm
  56. (zurück) "Beals N. P., 1997, Niemand soll mich weinen sehen, Bergisch Gladbach: Bastei/Lübbe" ist ein Beispiel dafür. Das Buch erzählt die Erfahrungen eines schwarzen Mädchens, das in den Südstaaten zu den ersten gehört, die eine High-School für Weiße besuchen. Sie mußte in dem halben Jahr das sie dort verbrachte um ihr leben fürchten und hätte - obwohl sie zwei Soldaten als Leibwache zugeteilt bekam, beinahe ihr Augenlicht verloren.
  57. (zurück) Ich habe das zuerst am Option-Institut als Option-Haltung kennengelernt, wo eindeutig gesagt wurde, daß das das wichtigste an der Option-Methode sei. Es wird jedoch auch von diversen anderen Therapiemethoden als Grundhaltung des Therapeuten gefordert.
    Zu meiner großen Überraschung entdeckte ich, daß auch die Scientology-Church ihre Therapeuten darin ausbildet und es im "Auditorenkodex" fordert. Übrigends halte ich gerade das für eine Gefahr - wer tatsächlich nur das Beste seines Patienten im Sinn hat, kann ihm damit mehr helfen, als auf jede andere Weise. Wer es aber nur oberflächlich anwendet und sich damit das Vertrauen seines Patienten erschleicht, um ihn dann zu manipulieren, kann für ihn damit zu einer größeren Gefahr werden als jeder andere.
  58. (zurück) Köhler H., 1999, "Schwierige" Kinder gibt es nicht, Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben
    Hier wird gefordert, ein ungewöhnliches Kind nicht einfach als "schwierig" oder krank abzustempeln, nur weil es nicht in die Norm paßt - und deshalb natürlich einem Lehrer das Unterrichten schwerer macht als ein normales Kind. Die Begründung dafür beruht auf der Reinkarnation: es wird gesagt, daß das Kind auf die Welt kommt, weil es im Leben eine bestimmte Berufung erfüllen will und dafür die nötigen Stärken - und Schwächen wählt. Man solle diese Entscheidung des Kindes achten und ihm helfen seine Berufung im Leben zu finden und zu leben. Dieser Ansicht kann ich nur zustimmen.
  59. (zurück) Marquardt Beate, 1984, Die Sprache des Menschen und ihre biologischen Voraussetzungen, Tübingen: Gunter Narr Verlag
    Sprache als Hybridisierungsschranke wird auf S. 354 erwähnt.
  60. (zurück) Glasl Friedrich, 1992, Konfliktmanagement, Bern: Verlag Paul Haupt & Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben
    60.1: S.61

Sonstiges
Kersti: Hauptseite
Kersti: Aufbau, Suche und Links
Kersti: Philosophie und Autorin dieser Seite

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.