erste Version: 12/2007
ausgegliedert aus O7.9: 1/2009
letzte Überarbeitung: 11/2009
LSD-Erfahrungen von Flexi, 15.08.99
Ich nehme ab und zu LSD (ein mal im Monat). Wenn ich auf Ticket bin ist das wie eine 10stündige Comicshow, alles wirkt so unreal und verzerrt und ich bin nur am lachen, Wände verschwimmen und wellen sich (wie eine Wasseroberfläche), verschiedene Strukturen heben sich wechselnd voneinander ab. Man denkt, dass sich Dinge leicht bewegen. Ich bin auf LSD auch immer sehr redsam, wobei das was ich rede dann nur Dummes ist. Man sollte aber NIE auf LSD sehr lange in einen Spiegel schauen, (Gesichtsfasching) kann auch zum Horror werden !!!!! 11.4.1.1
Abstrakte und ästhetische Erfahrungen: sind Wahrnehmungsverzerrungen und Unterlegungen der Wahrnehmungen mit ungewöhnlichen Gefühlen. Sie treten meist nur bei geringeren Dosen oder am Anfang von Drogensitzungen auf und haben keine tiefergehende Wirkung auf die Erlebenden. Allerdings werden manchmal körperliche Schmerzen gelindert.
11.1 S.58f
O7.E3
Abstrakte und ästhetische Erfahrungen in LSD-Sitzungen und bei
anderen Psychodelischen Drogen
Als psychodynamische Erfahrung wird es bezeichnet, wenn Erinnerungen an traumatische oder besonders schöne Erlebnisse hochkommen, die auch dem normalen Wachbewußtsein zugänglich sind. Gelegentlich tritt auch eine Lebensrevision auf, wie sie aus Nahtodeserfahrungen bekannt ist.
11.1 S.59ff
O7.E4
Psychodynamische Erfahrungen in LSD-Sitzungen
Als perinatale Erfahrungen faßt Grof Erfahrungen zusammen die mit Tod und Geburt zu tun haben. Dazu zählen Erfahrungen die sich auf die biologische Geburt beziehen, auf physische Schmerzen und Leiden, Krankheit, Gebrechlichkeit, Alter, Sterben und Tod. Es handelt sich um furchterregende subjektive Erfahrungen, die dem Wachbewußtsein gewöhnlich nicht zugänglich sind. Die Begegnung mit Leiden und Tod auf der perinatalen Ebene vollzieht sich in Gestalt einer tiefen, unmittelbaren Erfahrung des Todeskampfes. Wenn Erfahrungen der kosmischen Einheit auftreten, vergleicht Grof das mit der Verbundenheit der Mutter mit ihrem Kind vor ger Geburt. Ein Gefühl des Verschlungenwerdens und die Empfindung der Enge und des Eingeschlossenseins bezieht er auf den Geburtsvorgang selbst mit den Wehen. Darauf, so meint er würde die Erfahrung des Ringens mit Tod und Wiedergeburt auftreten, ehe der Körper endlich aus dem Geburtskanal austritt.
11.1 S.63ff
O7.E5
Perinatale Erfahrungen in LSD-Sitzungen
Der gemeinsame Nenner der Transpersonalen Erfahrungen ist das Gefühl des Individuums, daß sein Bewußtsein sich über die gewöhnlichen Ichgrenzen hinaus ausgedehnt und die Grenzen von Zeit und Raum überschritten hat. Hierher zählen fast alle Elemente die für Nahtodeserfahrungen typisch sind wie Außerkörperliche Erfahrungen, Begegnungen mit geistigen Wesenheiten, Lichtvisionen aber auch Erfahrungen die in Nahtodeserfahrungen eher selten vorkommen wie Reinkarnationserinnerungen und Erinnerungen an die Fötalzeit.
11.1 S.73ff
O7.E6
Transpersonale Erfahrungen in LSD-Sitzungen
Abstrakte und ästhetische Erfahrungen treten meist nur bei geringeren Dosen oder am Anfang von Drogensitzungen auf und haben keine tiefergehende Wirkung auf die Erlebenden. Wenn Patienten eine ganze Serie an LSD-Erfahrungen im Rahmen einer Therapie erhalten, enthalten die früheren LSD-Erfahrungen gewöhnlich viel psychodynamisches Material und dramatische perinatale Sequenzen. Werden die Sitzungen fortgesetzt, so können diese Bereiche vollständig durchgearbeitet werden, und alle folgenden Sitzungen sind transpersonaler, religiöser und mystischer Natur. 11.1 S.224f
Wenn man gesunden Probanden ohne Drogenerfahrung diese Droge verabreicht treten jedoch - wie in frühen Sitzungen einer LSD-Theraie - vorwiegend abstrakte und ästhetische Erfahrungen auf. 11.5
Die Wirkung von DPT wurde in ener Studie mit 45 Patienten, die nach dem Zufallsprinzip der Experimentalgruppe oder der Kontrollgruppe zugeteilt wurden zuntersucht. Zwei unabhängige Bewerter taxierten die Patienten und ihre Familienangehörigen auf Grund psychologischer Skalen. Signifikante Resultate und wichtige Trends wurden in bezug auf bestimmte einzelne Skalenwerte festgestellt, aber allgemein erbrachte diese Untersuchung keine Beweise dafür, daß DPT in der psychedelischen Behandlung von Krebspatienten das LSD erfolgreich ersetzen könnte. Das scheint mit den klinischen Eindrücken und der Meinung der mit Psychedelika arbeitenden Therapeuten im Maryland Psychiatric Research Center übereinzustimmen, die fast ausnahmslos der Arbeit mit LSD den Vorzug gaben, wenn sie danach gefragt wurden oder zwischen den beiden Drogen zu wählen hatten. 11.1 S.55f
Bei einer Studie an Patienten mit Herzstillstand hatten diejenigen, die sich an ein Nahtodeserlebnis erinnern konnten, häufiger auch schon andere paranormale Erfahrungen gehabt als Menschen, die sich nicht an ein solches Erlebnis erinnern konnten. Das legt einen körperlichen Unterschied zwischen beiden Gruppen nahe, der sowohl Nahtodeserlebnisse als auch andere paranormale Erfahrungen begünstigt. 2.32
Dimethyltryptamin ist ein körpereigenes Halluzinogen, das experimentell alle Nahtodeserlebnis-Elemente produzieren kann. Im Körper wird es über Dimethyltransferase aus Tryptamin hergestellt. Als Abkömmling von Indol zählt es zu den Halluzinogenen I. Ordnung und damit zu den PSI-induzierenden Substanzen. DPT oder Dipropyltryptamin ist eine chemische Variante hiervon, die wie LSD als Psychedelikum eingesetzt wird, aber wesentlich schneller und kürzer wirkt, und damit den körpereigenen Halluzinogenen sehr viel näherkommt als LSD. 1.6
Es ist bekannt daß der NMDA-Rezeptor auch mit der Organisation von Erinnerungen zu tun hat. Deshalb wäre folgende Erklärung für den Rückblick auf wichtige Erinnerungen dieses Lebens denkbar: Es wird angenommen, daß Erinnerungen normalerweise unterdrückt werden, so lange Wahrnehmungen von außen kommen. Wenn Ketamin verhindert, daß diese Wahrnehmungen aufgenommen werden können, läßt die Unterdrückung von Wahrnehmungen nach und Erinnerungen können an die Oberfläche treten und bewußt werden. 1.4, 1.6, 3.3 S.257
Die Wirkung des Meduna-Gemischs wird darüber erklärt, daß körpereigene Botenstoffe die NMDA-Rezeptoren besetzen, um vor den Folgen von Sauerstoffmangel zu schützen.
O7.74
Sauerstoffmangel als denkbare Ursache Nahtodeserfahrung
Da die NMDA-Rezeptoren im Hippocampus, und dieser wiederum im Schläfenlappen liegt, stellt das eine Erklärung für den festgestellten Bezug der Nahtodeserfahrung zum Schläfenlappen dar.
2.45
O7.19
Funktionen des Schläfenlappens, die seine Beteiligung an der
Nahtodeserfahrung nahelegen
Eine weitere Möglichkeit wie die Verdrängung abgeschwächt oder aufgehoben werden kann, ist sensorische Deprivation - wenn man also in langweiliger Umgebung ist und deshalb wenig unterschiedliche Sinneswahrnehmungen hat.
O7.31
Sensorische Deprivation als denkbare Ursache der Nahtodeserfahrung:
Tunnelerfahrung als Pseudo-Halluzination
Nicht überraschend ist, daß zuerst Erfahrungen hochkommen, die auch dem Alltagsbewußtsein zugänglich sind, wenn man sich darauf konzentriert: Die psychodynamischen Erfahrungen. Auch daß dahinter mit den perinatalen Erfahrungen eine Schicht von traumatischerem Material liegt das ungeordneter ist und sich deshalb schlechter realen Erfahrungen zugeordnet werden kann, ist nicht verwunderlich. Verblüffend ist dagegen auf den ersten Blick, daß spirituelle Erfahrungen stärker verdrängt werden als traumatische Erfahrungen. Das ist jedoch über die Evolution erklärlich.
O7.78
Evolution: Damit der Körper die Seele für seine Zwecke einspannen kann,
macht er, daß sie sich selbst vergißt
Grof beschreibt, daß die Therapien Depression, Spannung, Angst, Schlafstörungen und psychische Abkapselung reduzieren. Auch die grundlegende Lebensanschauung, die spirituelle Orientierung und die Werthierarchie ändert sich ähnlich wie bei Nahtodeserfahrungen. Neben ihrem Einfluß auf die emotionellen, weltanschaulichen und spirituellen Aspekte der Existenz können LSD und DPT auch die Erfahrung physischen Schmerzes auf vielerlei Weise stark modifizieren. 11.1 S.52
Psychedelische Therapien wirken bei schwer Krebskranken mit massiven Schmerzen nicht nur schmerzlindernd, sondern können Depressionen, Ängste und Leid/Frustrationen durch Freude, Friede, starke Liebesgefühle sowie ein intensives und harmonisches Erleben der letzten Stunden mit den Angehörigen ersetzen. Auch Selbstmordtendenzen hören zuweilen nach einer LSD-Therapie auf. All dies erinnert deutlich an die Auswirkungen von Nahtodeserlebnissen. Tatsächlich können psycholytisch/psychedelische Therapien ebenso wie Nahtodeserlebnisse bei Kriminellen eine Abkehr von der Kriminalität bewirken. 1.6
O7.E7
LSD und Todesfurcht
Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5,
34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615,
http://www.kersti.de/,
Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal
im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von
Lesern immer bekomme.
Werbung ist nicht erwünscht und ich bin nicht damit einverstanden, daß diese Adresse für Werbezwecke gespeichert wird.