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erste Version zwischen dem 01.05.2000 und dem 07.06.2000
letzte Überarbeitung: 7/06

V94.

Eine Sammlung sämtlicher denkbarer Verrücktheiten

Wenn mich etwas nur am Rande interessiert, kenne ich die offizielle Lehrmeinung. Erscheint es mir wichtiger, erarbeite ich mir alle bedeutenden Standpunkte und bilde mir daraus eine Meinung. Halte ich ein Thema für sehr wichtig und interessant, so lege ich mir darüberhinaus eine Sammlung aller denkbaren Verrücktheiten zum Thema an.

Ich begann, mir solche Sammlungen zuzulegen, weil lernen und diskutieren ein Spiel ist, das mir besonders viel Spaß macht, wenn ich etwas "verrücktes" habe, das ich widerlegen kann. Doch stellte ich fest, daß neben oberflächlichen Büchern und Unsinn, der durch verständliche Irrtümer zustandekam, gerade unter diesen "Verrücktheiten" häufig auch sehr gut belegte, neue Forschungsergebnisse zu finden sind. So wurde mir klar: Erscheint mir etwas "verrückt", zeigt das nur, daß ich hier ein Vorurteil habe. Wie die Wahrheit ist, die ich durch dieses Vorurteil vor mir verberge, kann ich nur herausfinden, indem ich mich über die Verrücktheit informiere und ihre Stärken und Schwächen erforsche.

Wie alles, das uns die Natur mit ins Leben gibt, hat auch der Instinkt, der uns Dinge, die allzusehr von unserem bisherigen Weltbild abweichen, als verrückt (oder auch: abwegig, komisch, merkwürdig etc.) ablehnen läßt, seinen Sinn. Wenn man innerhalb einiger Stunden, Tage, oder Wochen zu einem zuverlässigen Ergebnis über den Wahrheitsgehalt einer Aussage kommen muß, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, ist es sinnvoll, allzu unbekannte Ideen von vorneherein ausscheiden zu lassen.

Für die Vorbereitung auf weiter entfernte Zeiten gab uns die Natur das Spiel, eine Art des Lernens, bei der "verrückte" Dinge zugelassen sind. Es ist kein müheloses Lernen: Spielen macht nur richtig Freude, wenn man all seine Kräfte und Fähigkeiten darein investiert, nach einem Tobespiel todmüde und naßgeschwitzt ist, nach einem Lernspiel mehr gelernt hat, als jemals für die Schule, wenn man bei einem Strategiespiel einen gleichwertigen Gegner hat.

Doch wenn wir uns beim Lernen die Freiheit des Spiels versagen, das auch verrückte Dinge zuläßt, werden wir niemals etwas grundsätzlich Neues dazulernen. Wir werden nur die grundsätzlichen Fehler unseres altbekannten Weltbildes noch sorgfältiger belegen.

Kersti

V4. Kersti: Merkwürdige Erfahrungen
V40. Kersti: Als käme ich von einem anderen Stern
V44. Kersti: Dimensionen der Wirklichkeit
V68. Kersti: Ich erinnere mich an Jesus - Bin ich jetzt verrückt?
V115. Kersti: Fantasy: Was mich an Darkover am Meisten faszinierte
V146. Kersti: Wahre Weisheit klingt naiv
V175. Kersti: Kriterien zum Bau eines realistischen Weltbildes: Realitätsnähe
V176. Kersti: Standpunkte
V194. Kersti: Was unterscheidet eine Gehirnwäsche von einem Dazulernen?
V212. Kersti: Was ist Freiheit?
V213. Kersti: Was unterscheidet eine Ideologie von einem gesunden Weltbild?
V214. Kersti: Wie richtig oder falsch ist das Weltbild der Scientology-Church?
V234. Kersti: Fantasy und Wahrheit
V245. Kersti: Satire: Drogenübertragung durch den Bildschirm
V246. Kersti: Esoterik und Exoterik
V248. Kersti: Spielverderber - oder - Wer sind die Guten?
V256. Kersti: Warum hat ein Gedankenkristall mindestens sechs Dimensionen?
V269. Kersti: Geschichtsschreibung durch lesen in der Akascha-Chronik: Die Welt ist ganz anders...
V277. Kersti: Das Prinzip der Narrenfreiheit
V320. Kersti: Im oberen Teil der Brücke wird man verrückt!

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.