erste Version zwischen: 16.5.01 und 29.08.01
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Als ich das erste mal in der Schule vom Dritten Reich hörte,
dachte ich mir: "Das ist ein wichtiges Thema. Ich will mich
darüber informieren und herausfinden, was man tun muß,
damit so etwas nie wieder geschehen kann." Das dritte Reich gehört zu den Themen, über die ich mich am intensivsten informiert habe - und immer noch beschäftige ich mich mit diesem Thema, suche nach noch besseren, noch orginaleren Quellen dazu. Es dürfte euch wohl auch aufgefallen sein, daß ich nahezu nichts darüber geschrieben habe. Das liegt daran, daß das dritte Reich eines der Themen ist, wozu es in der Bundesrepublik eine offizielle Zensur gibt. - Und wollte ich etwas Sinnvolles zu dem Thema schreiben, müßte ich jede noch so abwegige Theorie wiedergeben, die ich kenne, auf Einzelheiten dazu verweisen, erklären warum sie ihren Anhängern plausibel erscheint und was daran widerlegbar ist. Und das würde zwangsläufig beinhalten, daß ich deren Argumentation richtig wiedergebe - mit eigenen Worten... und was sich daraus alles machen läßt, wenn man jemanden in die Pfanne hauen will, da kenne ich zu viele Beispiele. Wer aus irgendeinem Grund bezweifelt, daß es im dritten Reich übel zuging, frage einmal ALLE älteren Menschen aus seinem Bekanntenkreis, was sie damals erlebt haben. Die Antworten werden sehr unterschiedlich ausfallen, denn kaum einer hat sich die Verfolgungen damals bewußt gemacht. Nachdem ich das getan habe, habe ich mir geschworen, daß ich mich NIEMALS damit entschuldigen werde, daß ich etwas nicht gewußt hätte. Den Satz: "Aber wir haben doch nichts gewußt!" kann ich einfach nicht mehr hören! Ich glaube ihnen, daß sie es tatsächlich nicht gewußt haben - aber nicht, weil sie es nicht hätten wissen können. Mit ausreichend Hartnäckigkeit findet man immer ausreichend Hinweise auf die Wahrheit. Sollte etwas derartiges in einem Land geschehen, in dem ich lebe, dann sorge ich dafür, daß ich bescheidweiß. Es werden sich aber auch in eurem Bekanntenkreis Menschen finden, die sich an üble Dinge erinnern können. Ich habe mich damit beschäftigt, was im dritten Reich geschehen ist, wie es zustandekam und was man tun müßte, damit so etwas nie wieder geschieht. Das hatte Nebenwirkungen. Ich hörte zu meinem Entsetzen immer wieder Aussagen, die ich zuvor in "Mein Kampf" gelesen hatte, entdeckte in alltäglichen Diskussionen Verhaltensweisen wieder, mit denen im Dritten Reich politische Gegner kaltgestellt wurden, merkte daß jeder politische Vorgehensweisen für normal zu halten schien, für die das dritte Reich zu recht verurteilt wurde - und das kreuz und quer durch alle politischen Richtungen - von linksaußen bis rechtsaußen, bei jeder noch so skurrilen Außenseitergruppe, in nahezu jeder Familie, überall. Ein paar mal sagte ich in solchen Fällen, wie sehr es mich an das dritte Reich erinnerte. Aber das gewöhnte ich mir ganz schnell ab, denn wenn ich dergleichen ins Spiel brachte, dachten sie dabei an alle möglichen schrecklichen Dinge - nur was sie gerade getan hatten - und womit sie den vernünftigen Umgang miteinander untergraben hatten - das konnten sie damit nicht in Verbindung bringen. Außerdem hatten wir danach dann jedesmal den "schönsten" Streit, der mich dummerweise noch mehr an das Dritte Reich erinnerte. Also sparte ich mir in Zukunft das Reizwort 3. Reich - und begann wieder im Einzelnen zu erklären, warum ich diese ach so normalen Verhaltensweisen für zerstörerisch halte. 4/07 Wie emotionale Verwicklungen oft die Meinungsbildung behindernSeit ich diesen Text geschrieben habe, habe ich mich relativ wenig mit dem Dritten Reich beschäftigt. Es gibt schließlich noch diverse andere Themen, aus denen man viel lernen kann.Je wichtiger ich ein Thema finde, desto mehr unterschiedliche Standpunkte dazu führe ich mir zu Gemüte, überlege, wieviel an diesem Standpunkt richtig wievie falsch ist und lese mit Vorliebe das, was am wenigsten mit meiner augenblicklichen Meinung gemeinsam hat. Dadurch komme ich zu einer Sicht der Dinge die wesentlich mehr Aspekte des Problems berücksichtigt als die Meinungen der meisten Menschen das tun. Seit ein paar Monaten schreibe ich regelmäßig in Wikipedia - überwiegend zu biologischen Themen. Dabei habe ich diverse Diskussionen mitbekommen und letztendlich wurde eines deutlich: Bei gesellschaftlich heißen Themen gibt es auf den Diskussionsseiten der Artikel meist üblen Streit - und man kann sich nur wundern, daß die Artikel am Ende doch noch einigermaßen tragbar werden. Allerdings gehen dabei viele wichtige Informationen verloren, die eine der Streitparteien in den Artikel einbringen wollte, während die jeweils andere Partei dagegen war. Aus meiner Sicht hätte der Artikel jeweils viel gewonnen gehabt, wenn diese Information und die Begründung, warum die andere Streitpartei diese Aussage ablehnt, im Artikel stände. Ein vergleichbares Phänomen ist, daß bei Themen wie drittes Reich oder Sekten viele Menschen andere schon für böse erklären wenn sie "Mein Kampf" von Hitler oder Originalliteratur von Sekten gelesen haben. Nur - wenn man wirklich verhindern will, daß solche Fehlentwicklungen wie sie imn dritten Reich geschehen sind, wieder auftreten, muß man halt auch solche Originalliteratur kennen, um zu lernen, wortan man beginnende Fehlentwicklungen erkennt, so lange sie noch nicht so weit fortgeschritten sind, daß man sie nicht mehr aufhalten kann.
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VB2. VB3. VB6. VB20. VB31. V5. V13. V16. V58. V59. V82. V83. V87. V88. V92. V93. V150. V164. V165. V194. V212. V213. V243. V244. V248. V253. V277. V294. VA1. VA5. VA16. VA48. VA50. VA51. VA61. VA63. VA66. VA67. VA112. VA114. VA122. VA125. VA127. VA139. VA232. VA255. VA288. VA306. VA310. |
Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5,
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Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal
im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von
Lesern immer bekomme.