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erste Version zwischen: 16.5.01 und 29.08.01
letzte Überarbeitung: 5/07

V307.

Über den 100. Affen...

Gestern bekam ich eine mail, in der ich auf folgenden Artikel hingewiesen wurde: Welt: weltBild: Der hundertste Affe.
In diesem Artikel wurde eindeutig belegt, daß die Geschichte mit dem hundertsten Affen so wie man es immer wieder hört nicht stattgefunden hat.

Das also "Einmal begann ein Affe auf einer Insel, sein Futter zu waschen. Mit den Jahren übernahmen das zuerst Verwandte und später andere Affen dieser Insel. Doch als der hundertste Affe es gelernt hatte, begannen plötzlich auch die Affen überall auf den anderen Inseln, die überhaupt keinen Kontakt zu dieser Insel hatten, ihr Futter zu waschen." stimmt nicht.

Tatsächlich ist dort nichts Aufsehenserregendes passiert. Zumindest nichts aufsehenserregenderes als daß ausnahmsweise erwachsene Affen von ihren Kindern gelernt haben, bis fast die gesamte Affenkolonie, die übrigends am Ende aus nur 59 Tieren bestand, ihre Kartoffeln gewaschen hat. Danach haben wieder ausschließlich die jungen Affen von ihren Eltern gelernt.

Warum also ist diese Geschichte so beliebt? - Ich bin ja bei weitem nicht die einzige, die sie so begeistert weitergegeben hat. Aber ich kann erzählen, warum sie mir so gefallen hat: Sie hat mit einer schönen runden Zahl gearbeitet: 100. Sie war sehr leicht zu merken - und aus meiner eigenen Erfahrung kenne ich hunderte von Beispielen, wo Wissen auf telepathischen Wege weitergegeben wurde - warum also sollte das nicht auch in diesem Falle möglich sein? Mir zumindest erschien es durchaus glaubhaft. - Und im Endeffekt habe ich darauf keine weitergehenden Überlegungen aufgebaut.

Ist es überhaupt wichtig, ob gerade dieses beliebte Beispiel wirklich geschehen ist?
Darauf gibt es zwei berechtigte Antworten: "Ja." und "Nein." Ja, weil es wichtig ist, zu wissen, ob die Geschichte gut erfunden oder wahr ist, wenn man weitergehende Forschung darauf aufbauen will. Nein, weil ich sie deshalb weitererzählt habe, weil sie eine allgemeine Wahrheit schön plastisch darstellt. Also werde ich sie weitersagen - und dazuschreiben daß es eine erfundene Geschichte ist. Damit werde ich sowohl dem ja als auch den nein gerecht.

Ansonsten sollte das als Warnung genommen werden, daß es wirklich wichtig ist, bei Sachen, die als Grundlage für wichtige Überlegungen genommen werden, darauf zu achten, daß man sich nicht ausschließlich auf derartige Gerüchte verläßt.

Kersti

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.