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erste Version zwischen: 16.5.01 und 29.08.01
letzte Überarbeitung: 8/2010

VA11.

Wieviel Sprache versteht ein Hund?

Beispielgeschichte, Kersti:

Es gab mal eine Untersuchung, in der man einem Hund statt des gewohnten Befehls einfach im selben Tonfall und mit derselben Gestik andere Befehle gegeben hat. Darauf hat dann der Hund getan, was Tonfall und Gesten nahelegten, statt zu tun, was das Wort bedeutete.
Diese Tatsache wird oft als Beweis betrachtet, daß der Hund nicht die Worte verstehen würde sondern nur Tonfall, Gestik und Mimik. Dem muß ich widersprechen, denn ich mache es genauso, wie diese Hunde: Wenn jemand etwas sagt, was er in Anbetracht der Situation nicht gemeint haben kann, frage ich entweder zurück oder, wenn das nicht geht, da der andere schon wieder weg ist, tue ich das, was in Anbetracht der Situation nur gemeint gewesen sein kann. An der Arbeit bezeichnet man das als mitdenken. Und wenn ein Hund so was tut solls plötzlich Dummheit sein???

Es gibt noch einen umgekehrten Beweis.

Beispielgeschichte, Kersti:

Widu kommst du mit?

Wenn ich mit dem Hund rausgehen will, gibt es drei mögliche Fragen, die ich ihm stellen könnte:
"Widu, kommst du mit, einkaufen?"
"Widu kommst du mit, spazierengehen?"
"Widu kommst du mit, fahrradfahren?"

Ob er mit will ist in Abhängigkeit von Außentemperatur, den bisherigen Beschäftigungen am Tag und dem Wetter sehr unterschiedlich. Spazierengehen will er immer. Fahrradfahren nur, wenn es nicht zu warm ist. Einkaufen ist nicht ganz so beliebt, weil man dann so lange vorm Geschäft warten muß, aber wenn es sehr langweilig ist, ist das auch ein guter Gedanke, nur darf es weder zu warm - eingekauft wird mit dem Fahrrad - noch zu kalt - dann wird das Warten unangenehm - sein.

In allen Fällen gehen wir mit der Leine zur Tür und stellen ihm nur die Frage. Auch die Kleidung ist dieselbe. Der Tonfall hängt von der eigenen Stimmung ab. Der Hund kommt immer erwartungsvoll mit zur Tür und hört sich die Frage an. Bei den ersten drei Worten reagiert er noch nicht. Erst wenn er das letzte Wort der Frage gehört hat, ist es als hätte man einen Schalter umgelegt und er gibt seine Antwort.

Dabei ist er sehr deutlich, wahrscheinlich weil er gemerkt hat, daß Menschen weniger deutliche Antworten nicht verstehen. Wenn er nicht mit will, zieht er den Schwanz ein, läuft in die Küche und verkriecht sich in seiner Kiste. Wenn er mitwill, beginnt er zu bellen wie ein irrer und hüpft vor der tür auf und ab. Bei Regen überlegt der Hund es sich oft erst anders, wenn er rausguckt und das Wetter sieht.

Dieser plötzliche Stimmungsumschwung ist nur erklärlich, wenn der Hund die Worte wirklich versteht.

Ich habe es bei unserem mal durchgezählt. Als er zwei, drei Jahren alt war, hatte Widu einen Wortschatz von etwa hundert Worten. Ältere Hunde verstehen oft noch erheblich mehr. Zusammengefaßt kann man sagen, daß viele Hunde alles verstehen, was für sie von praktischer Bedeutung ist. Eine philosophische Diskussion oder Dinge, die nur im Leben von Menschen eine Rolle spielen, versteht er dagegen nicht.

Kersti

Quellen

Meine Hundeartikel beruhen recht weitgehend auf meinen eigenen Beobachtungen an den vielen Hunden die ich bei Nachbarn und Bekannten zum Spazierengehen ausgeliehen habe. Außerdem habe ich Jahrelang einen Dackel namends Widu besessen. Da Dackel sich, so lange sie sicher sind, daß der Andere sie unter keinen Umständen ernsthaft schädigen wird, durch Drohgungen kaum beeindrucken lassen, größere gerne angreifen und es offensichtlich als eine Frage der Ehre sehen, daß ein Dackel nie völlig gehorsam ist, mögen meine Ratschläge manchmal etwas rauher sein, als das für einen von Natur aus gehorsameren und unterwürfigeren Hund paßt.
O4. Kersti: A7 Unterschiedliches Ausmaß des sozialen Lernens bei Hunden und Wölfen

O4. Kersti: A15 Tiere und Lügen

O5.2 3.2.6.5: Die Raubtiere Madagaskars
O5.4 Falklandwolf (Dusicyon culpaeus)
O5.5 2.2.3.2 Großraubtiere und große Pflanzenfresser auf der Isle Royale
O5.12 4.1 Refugien sonst ausgestorbener Arten
4.1.2 Beutelwolf

O5.14 Wasserlebende Tiere die zur Jungenaufzucht an Land gehen:
Pinguine (Sphenisciformes) und Riesenalk (Pinguinus impennis), Seekühe (Sirenia) und Robbenverwandte (Pinnipedia)

O5.15 Kaltblüter als größte Landraubtiere und größte Pflanzenfresser
O5.34 2.2.1.2 Angeborenes Inzestabu: Geparden, Wölfe, Menschen
O5.40 2. Gründe, warum eingewanderte Arten wieder aussterben
2.1 Relativer Platzbedarf von Wölfen

VA6. Kersti: Was muß ein Hund lernen?
VA7. Kersti: Das Gefährlichste im Umgang mit Hunden ist Angst
VA8. Kersti: Was tun, wenn ein Hund angreift?
VA9. Kersti: Das Wichtigste bei der Hundeerziehung ist das Lob
VA10. Kersti: Mein Hund ist der einzige, der mich versteht?
VA11. Kersti: Wieviel Sprache versteht ein Hund?
VA12. Kersti: Was ist ein gut erzogener Hund?
VA32. Kersti: Hunde und kleine Kinder
VA90. Kersti: Über Briefträger und Hunde
VA143. Kersti: Hundeerziehung
VA144. Kersti: Hundehumor
VA149. Kersti: Was denkt ein Hund, wenn man ihn anbellt?
VA158. Kersti: Was mache ich, wenn der Hund mehrfach einen Freund des Haushaltes oder mein jüngstes Kind beißt?
VA167. Kersti: Wie bringe ich meinem Hund Gelassenheit kleinen Kläffern gegenüber bei?
VA195. Kersti: Konkrete Erziehungstricks bei Hunden
VA196. Kersti: Was mache ich wenn mein Hund beißt?
VA208. Kersti: Hunde haben keine Hände
VA209. Kersti: Verwechseln Hunde die menschliche Familie mit einem Wolfsrudel?
VA219. Kersti: Ernsthafte Beißereien zwischen Hunden
VA252. Kersti: Warum ich meine Hundeartikel gerade so schreibe
VA287. Kersti: Ein Hund gehorcht nicht, weil wir das wollen, sondern aus seinen eigenen Gründen


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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