Beispielgeschichte, Kersti:
Es gab mal eine Untersuchung, in der man einem Hund statt des gewohnten
Befehls einfach im selben Tonfall und mit derselben Gestik andere Befehle
gegeben hat. Darauf hat dann der Hund getan, was Tonfall und Gesten
nahelegten, statt zu tun, was das Wort bedeutete.
Diese Tatsache wird oft als Beweis betrachtet, daß der Hund nicht
die Worte verstehen würde sondern nur Tonfall, Gestik und Mimik. Dem
muß ich widersprechen, denn ich mache es genauso, wie diese Hunde:
Wenn jemand etwas sagt, was er in Anbetracht der Situation nicht gemeint
haben kann, frage ich entweder zurück oder, wenn das nicht geht, da
der andere schon wieder weg ist, tue ich das, was in Anbetracht der
Situation nur gemeint gewesen sein kann. An der Arbeit bezeichnet man das
als mitdenken. Und wenn ein Hund so was tut solls plötzlich Dummheit
sein???
Es gibt noch einen umgekehrten Beweis.
Beispielgeschichte, Kersti:
Widu kommst du mit?
Wenn ich mit dem Hund rausgehen
will, gibt es drei mögliche Fragen, die ich ihm stellen
könnte:
"Widu, kommst du mit, einkaufen?"
"Widu kommst du mit, spazierengehen?"
"Widu kommst du mit, fahrradfahren?"
Ob er mit will ist in Abhängigkeit von Außentemperatur, den bisherigen
Beschäftigungen am Tag und dem Wetter sehr unterschiedlich.
Spazierengehen will er immer. Fahrradfahren
nur, wenn es nicht zu warm ist. Einkaufen ist nicht ganz so beliebt, weil
man dann so lange vorm Geschäft warten muß, aber wenn es sehr
langweilig ist, ist das auch ein guter Gedanke, nur darf es weder zu
warm - eingekauft wird mit dem Fahrrad - noch zu kalt - dann wird das
Warten unangenehm - sein.
In allen Fällen gehen wir mit der Leine zur Tür und stellen ihm
nur die Frage. Auch die Kleidung ist dieselbe. Der Tonfall hängt von
der eigenen Stimmung ab. Der Hund kommt immer erwartungsvoll mit zur
Tür und hört sich die Frage an. Bei den ersten drei Worten reagiert
er noch nicht. Erst wenn er das letzte Wort
der Frage gehört hat, ist es als hätte man einen Schalter umgelegt und er gibt seine Antwort.
Dabei ist er sehr deutlich, wahrscheinlich weil er gemerkt hat,
daß Menschen weniger deutliche Antworten nicht verstehen.
Wenn er nicht mit will, zieht er den Schwanz ein,
läuft in die Küche und verkriecht sich in seiner Kiste. Wenn er
mitwill, beginnt er zu bellen wie ein irrer und hüpft vor der tür auf und
ab. Bei Regen überlegt der Hund es sich oft erst anders, wenn er
rausguckt und das Wetter sieht.
Dieser plötzliche Stimmungsumschwung ist nur erklärlich, wenn der Hund die
Worte wirklich versteht.
Ich habe es bei unserem mal durchgezählt. Als er zwei, drei Jahren
alt war, hatte Widu einen Wortschatz von etwa hundert Worten. Ältere
Hunde verstehen oft noch erheblich mehr.
Zusammengefaßt kann man sagen, daß viele Hunde alles
verstehen, was für sie von praktischer Bedeutung ist. Eine
philosophische Diskussion oder Dinge, die nur im Leben von Menschen eine
Rolle spielen, versteht er dagegen nicht.

Quellen
Meine Hundeartikel beruhen recht weitgehend auf meinen eigenen Beobachtungen an den vielen Hunden die ich bei Nachbarn und Bekannten zum Spazierengehen ausgeliehen habe. Außerdem habe ich Jahrelang einen Dackel namends Widu besessen. Da Dackel sich, so lange sie sicher sind, daß der Andere sie unter keinen Umständen ernsthaft schädigen wird, durch Drohgungen kaum beeindrucken lassen, größere gerne angreifen und es offensichtlich als eine Frage der Ehre sehen, daß ein Dackel nie völlig gehorsam ist, mögen meine Ratschläge manchmal etwas rauher sein, als das für einen von Natur aus gehorsameren und unterwürfigeren Hund paßt.
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O4.
A7 Unterschiedliches Ausmaß des sozialen Lernens
bei Hunden und Wölfen
O4.
A15 Tiere und Lügen
O5.2 3.2.6.5: Die Raubtiere
Madagaskars
O5.4 Falklandwolf (Dusicyon culpaeus)
O5.5 2.2.3.2 Großraubtiere und
große Pflanzenfresser auf der Isle Royale
O5.12 4.1 Refugien sonst ausgestorbener Arten
4.1.2 Beutelwolf
O5.14 Wasserlebende Tiere die zur
Jungenaufzucht an Land gehen:
Pinguine (Sphenisciformes) und Riesenalk (Pinguinus impennis),
Seekühe (Sirenia) und Robbenverwandte (Pinnipedia)
O5.15 Kaltblüter als größte
Landraubtiere und größte Pflanzenfresser
O5.34 2.2.1.2 Angeborenes Inzestabu:
Geparden, Wölfe, Menschen
O5.40 2. Gründe, warum eingewanderte Arten wieder aussterben
2.1 Relativer Platzbedarf von Wölfen
VA6.
Was muß ein Hund lernen?
VA7.
Das Gefährlichste im Umgang mit Hunden ist Angst
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Mein Hund ist der einzige, der mich versteht?
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Wieviel Sprache versteht ein Hund?
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Was denkt ein Hund, wenn man ihn anbellt?
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oder mein jüngstes Kind beißt?
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gegenüber bei?
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Warum ich meine Hundeartikel gerade so schreibe
VA287.
Ein Hund gehorcht nicht, weil wir das wollen, sondern aus
seinen eigenen Gründen
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