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In einer Mail schrieb jemand: "Irrenanstalt ist abwertend" und
erwartete daß ich dieses wort daraufhin nicht mehr verwende.
Viel wichtiger wäre es doch, endlich die innere
Einstellung den Geisteskrankheiten gegenüber zu ändern.
Ich finde diese Abwertung nicht gerechtfertigt, weil es jedem Menschen
passieren kann, daß ihm in seinem Leben etwas begegnet, das
über seine persönlichen Kräfte geht. Ich meine, solange Menschen dazu neigen, Menschen, die unter psychischen Erkrankungen leiden, als minderwertig zu betrachten, so lange wird jedes Wort mit ein paar Jahren Verzögerung als abwertend empfunden, das man für diese Anstalten verwenden könnte. Deshalb empfinde ich es als wenig sinnvoll, in regelmäßigen Abständen neue Wörter dafür zu erfinden. Jedenfalls ist es bezeichnet daß andere von derselben Wurzel abgeleitete Bezeichungen und Redewendungen wie "Ist ja irre!", "Irren ist menschlich", "Irrtum", "herummirren", "sich verirren" nicht als abwertend empfunden werden. Nur diejenigen die sich auf Menschen mit Geisteskrankheiten beziehen, epfinden wir als Abwertung: "Irrer", "Irrenanstalt".
"Zweitens finde ich es nicht gut, dass sie diese Begriffe (mongoloide
Kinder, Irrenanstalt) in einem Zusammenhang verwenden."
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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5,
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