erste Version zwischen: 03.01.03 und 15.02.03
letzte Bearbeitung: 12/2011
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Beide Aussagen habe ich schon gelesen - und für beide wurden so
ernsthafte Gründe und Erfahrungen angeführt, daß ich sie
nicht so einfach als falsch beiseiteschieben kann. - Aber - was stimmt
nun? Keiner der beiden Sätze stimmt völlig. Wenn man in der Ernährung eine nennenswerte Menge Mehl zu sich nimmt, sollte es Vollkornmehl sein. Aber es gibt durchaus mehrere Ernährungsformen die ohne Vollkorngetreide vollkommen ausreichend und ausgewogen sind. Doch es gibt Menschen die - besonders bei Morbus Crohn - größere Mengen Stärke und Getreideprodukte nicht gut vertragen und durch eine Stärkearme Ernährung geheilt werden können1.. Viele andere Krankheiten lassen sich nachweislich heilen, indem man im Rahmen einer Vollwerternährung Vollkornmehl statt Auszugsmehlen nimmt2., 3., 4. Die Lösung des Rätsels besteht - wie so oft - darin, daß nicht alle Menschen gleich sind. Und auch das ist schon lange bekannt. Tatsache ist, daß daß Vollkorngetreide einige Vitamine und dergleichen enthält, die der menschliche Körper braucht, und daß man daran Mangel leidet, wenn man Vollkornmehl durch Weißmehl ersetzt2., 3., 4.. Tatsache ist auch, daß viele Menschen durchaus gesund bleiben, wenn sie sich mit erheblichen Mengen Vollkornmehl ernähren. Andere Menschen werden bei derselben Ernährung krank, weil sie Vollkornmehl nur in geringeren Mengen vertragen1.. Auch das ist schon lange bekannt - vor hundert Jahren erkannte man die Menschen, die Vollkornmehl schlecht vertragen an ihrem Aussehen und der Neigung zu bestimmten Krankheiten. Man sagte, daß sie eine lymphatische Konstitution hätten, zählte Getreidebreie zu den schleimbildenden Nahrungsmitteln, die Menschen mit lymphatischer Kontitution nicht vertragen. D'Adamo dagegen erkennt Ernährungsbedürfnisse an der Blutgruppe. Es gibt natürlich auch noch eine andere denkbare Erklärung: Vielleicht ist Stärke für einige nur dann gesund, wenn man sie gut kaut und das Brot so lange im Mund behält, bis sie nahezu vollständig in ihre Einzelzuckerbausteine zerlegt ist. Dann wird sie im Darm schneller aufgenommen und Darmbakterien finden weniger Nahrung. Vielleicht sind es in Wirklichkeit Darmbakterien, die bei Morbus Crohn die Darmwand angreifen. In dem Fall hängt es von geringfügigen Unterschieden in der Ernährung ab, welche Bakterien die Oberhand behalten - schädliche oder nützliche. Abgesehen davon gibt es natürlich auch von allem ein zuviel - wenn ein Mensch morgends Müsli oder frischen Griesbrei, mittags Nudeln, Graupen, Pfannkuchen oder Getreidebreie und abends Brot ißt, und das täglich über Jahre hinweg, dann ist höchstwahrscheinlich der Getreideanteil an der Ernährung zu groß, auch wenn alles aus Vollkornmehl hergestellt wurde - und das ist auch nicht gesund.
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