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10/03

VA91.

Kersti, aus welchem Hut zauberst du die ganzen Sadisten hervor?

Auf die ein oder andere Art, wurde mir diese Frage öfters von Leuten gestellt, die meine Berichte über meine früheren Leben gelesen haben. Meist wußte ich darauf keine Antwort. Jetzt endlich ist mir klar geworden, was dieser "Hut" ist. Deshalb schreibe ich es auch gleich auf.

Eines Tages erinnerte ich mich daran, wie ich mich daran erinnert hatte, daß ich viele Leben damit verbracht hatte, andere Menschen zu quälen und zu foltern. - Ich war damals absolut entsetzt über diese Erinnerungen:
FH1. Kersti: Böse Erinnerungen
Damals glaubte ich, daß ich so etwas doch gewiß nie wieder machen würde, weil ich ja wüßte, wo es mich hinführt.

Inzwischen halte ich diese Theorie für falsch. Solange solche Erinnerungen nicht aufgearbeitet habe, habe ich eine wirre Mischung der Überzeugungen, Gefühle und Gedanken von Tätern und Opfern in mir, (man macht ja oft Kopien von Bewußtseinsinhalten aller umgebenden Menschen), und das wird mich immer wieder in Situationen bringen, wo ich entweder Opfer oder Täter bin, bis ich all diese Überzeugungen, die die Täter und Opfer, mit denen ich so zu tun hatte - und natürlich auch die selbsterschaffenen Überzeugungen - aufgelöst oder so geändert habe, daß sie mich nicht wieder in solche Täter-Opfer-Spiele hineinführen, wie sie all diese Täter und Opfer in ihre Probleme hineingeführt haben.

Ich zumindest kann mich ganz gut erinnern, wie ich mich freiwillig auf Leben eingelassen habe, in denen ich übel mißhandelt wurde, weil ich glaubte, anderen damit helfen zu können. - Das konnte ich manchmal auch, nur bin ich in einigen Fällen heute der Ansicht, daß ich ihnen auch hätte helfen können, ohne mich solchen Qualen auszusetzen. Unaufgearbeitete Erinnerungen an vorhergehendes Leid hattem mich damals blind gemacht, für diese anderen Möglichkeiten. Ja. Zwanghaft. Das ist das, was ich immer stärker sehe, wenn ich meine früheren "Heldentaten" betrachte. Ich "muß" so zwanghaft die Welt zu retten VERSUCHEN, UND DAFÜR LEIDEN, daß ich es gar nicht merke, wenn ich dieselbe Welt TATSÄCHLICH hätte retten können, ohne zu leiden.
Merkwürdig, nicht wahr?

Karma ist eben keine große Rechenmaschine, die uns zur Strafe für jede böse Tat, die wir begangen haben, zum Opfer von bösen Taten macht, die andere begehen. Karma entsteht aus den irreführenden Überzeugungen, die wir in unserem Unterbewußtsein angesammelt haben, und die uns immer wieder zu neuem Leid leiten, bis wir das alte Leid aufgearbeitet haben.

Kersti

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/ ; Kersti_@gmx.de
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