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12/03

VA127.

Um das Wissenschaftliche Weltbild der Fachleute realistischer zu machen, brauchen wir viel mehr auswertende Forschung

Auswertende Forschung

Für die meisten Außenseitermeinungen, fand ich Bücher, die die vollständige Beweisführung zusammengefaßt enthalten. Das heißt es gibt oft sowohl Übersichtsstudien mit Metaanalyse für in Anbetracht der geringen Zahl und materiellen Ausstattung ihrer Vertreter erstaunlich viele Außenseiterstandpunkte (B12 - Chemotherapie, B103 -Homöopathie), als auch Bücher, die weitere Argumente und Beobachtungen miteinbeziehen für nahezu jeden dieser Standpunkte.

Für schulmedizinische Lehrmeinungen fehlen mir diese Bücher. Das heißt es gibt zwar Lehrbücher für Medizinstudenten, die auch ihren Zweck erfüllen: der Student muß erst einmal verstehen, wie alles laut Lehrmeinung funktioniert, um die Grundlage zu haben, die nötig wäre, um diesen Standpunkt kompetent widerlegen zu können - die Aufzählung zu vieler einzelner wissenschaftlicher Arbeiten würde nur dieses Verständnis erschweren.

Im Verlauf des Studiums sollte ein Student auch lernen, sich selbständig zu informieren und eine Lehrmeinung zu überprüfen, falls sich ein Grund ergibt, sie in Frage zu stellen. Ein Arzt sollte das so Gelernte im Verlaufe seines Arbeitslebens anwenden, wann immer er Grund zum Zweifel an seiner bisherigen Meinung findet. Gesetzlich sind Ärzte und Heilpraktiker dazu verpflichtet, sich, solange sie in ihrem Beruf arbeiten, fortzubilden.

Damit dadurch nicht ein nicht zu bewältigender Aufwand für den einzelnen Mediziner entsteht, müssen die Einzeluntersuchungen routinemäßig durch Übersichtsstudien zusammenfassend überprüft werden.

Ohne Übersichtsarbeiten kann man bei verbreiteten Themen die vorhandenen Daten nicht wissenschaftlich korrekt auswerten

Tatsächlich ist es kaum möglich die gegenwärtig jährlich geschriebenen Fachartikel zu Impfungen oder einem ähnlich bedeutendem Bereich der Medizin auch nur zu lesen, wenn man nebenher auch noch andere Arbeit zu erledigen hat:
Zu Impfungen (vaccination) listet Medline 4551 Artikel allein für das Jahr 2001 auf. Das heißt man muß mehr als 10 Artikel pro Tag lesen, wenn man sie alle auch nur gelesen haben will. Das wären dann über 50 Seiten pro Tag. (Abgefragt Ende Oktober 2002 - 1997: 3340 Artikel, 1998: 3522 Art., 1999: 4188 Art., 2000: 4318 Artikel - die Zahl der jährlich geschriebenen Artikel steigt also mit jedem Jahr an. 2001: 4551 Artikel : 365 Tage * 5(geschätzt) Seiten/Artikel = 12,5 Artikel/Tag * 5 Seiten/Artikel = ~62 Seiten/Tag. Für Krebs "cancer" waren es 2001 5000 Treffer.)

Wenn man die hinter diesen Artikeln stehenden Daten optimal auswerten will, fängt die Arbeit damit aber gerade erst an. Als nächstes müßte man sich zu denjenigen Artikeln, hinter denen Studien stehen, die wissenschaftlichen Arbeiten beschaffen, sie durchlesen und überprüfen, was genau wie untersucht wurde und zu jeder Fragestellung, die in Bezug auf das Thema Impfung relevant sein könnte, alle Artikel und Arbeiten zusammenstellen, die sich damit beschäftigen.

  • Sind alle relevanten Fragen auch untersucht worden?
    Wenn man beispielweise geimpfte mit nicht geimpften Kindern vergleicht, ist es wichtig zu beachten, wie die Ernährung der Kinder ist - oft sind dieselben Kinder, die gesund ernährt sind, da ihre Eltern sich selbstständig aus alternativen Quellen informieren, auch nicht geimpft. Die Immunität gegen Infektionskrankheiten und die Gesundheit allgemein hängen auch von der Ernährung ab.
  • Wurde tatsächlich das untersucht, was am Ende als Ergebnis genannt wird oder etwas anderes?
    Bei vielen Untersuchungen über Impfungen wird nur überprüft, ob Antikörper vorhanden sind - falls sie in ausreichender Zahl vorhanden sind, wird angenommen, daß der Geimpfte immun ist. Natürlich ist in diesem Fall eindeutig nachgewiesen, daß ein Teil des Immunsystems aktiviert wurde - doch ob ein Mensch immun ist hängt nicht nur davon ab, ob der Apparat zur Antikörperproduktion auf diese Krankheit vorbereitet ist.
  • Der Auswertende muß alle Faktoren berücksichtigen, die das Gesamtergebnis verfälschen könnten obwohl die einzelnen in die Auswertung eingehenden Forschungsarbeiten für sich genommen durchaus fundiert sind. Nicht jede Studie, die gemacht wird, wird auch veröffentlicht. Nicht jede Studie, die zu machen aus Gründen der Volksgesundheit sinnvoll wäre, findet auch jemanden, der sie bezahlt. Wissenschaftbetrug, Werbung in medizinischen Zeitschriften, wirtschaftlicher Druck der von Anzeigenkunden auf Zeitschriftenredaktionen ausgeübt wird...
Das heißt, um eine solche Auswertung zu machen, ist ein vielfaches der Arbeit und Sorgfalt nötig, die das Lesen der Artikel kostet. Außerdem ist ein statistisches Wissen erforderlich, das nicht jeder Mediziner mitbringt, der solche Artikel liest.

Nun stellt sich die Frage, ob die Einschätzung des bloßen Artikellesers in medizinischen Fachzeitschriften ungefähr die Wahrheit widerspiegeln würde - oder ob dieses Material eine Fehleinschätzung in eine bestimmte Richtung erzeugt. - Ob sich die unwillkürlich einschleichenden Fehler also wegheben - oder ob sie sich im gegenseitig verstärken, bis sich eine statistisch signifikante Abweichung von der Realität ergibt.

Kersti


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, Internetseite: http://www.kersti.de/     E-Mail an Kersti_@gmx.de