Sinn dieser Wissenschaftsdefinition
Der Zweck einer Wissenschaft ist es ein Gesellschaftliches Weltbild auch
in den Bereichen die der Alltagserfahrung der meisten Menschen nicht
zugänglich sind so zu verändern daß es der Realität
möglichst nahekommt. Weil Wissenschaft dazu da ist das Weltbild zu
VERÄNDERN, ist es ein logischer Zirkelschluß und deshalb
falsch, das eigene augenblickliche Weltbild zu nehmen und nur diejenige
Wahrheitssuche als "wissenschaftlich" gelten zu lassen, die dem eigenen
Weltbild entspricht.
Wenn man wissen will, ob ein unbekanntes Wissensgebiet als Wissenschaft
betrieben wird, muß man deshalb eine Wissenschaftsdefinition
zugrundelegen, die weder die Forschungsmethoden noch die
Forschungsergebnisse vorschreibt und dennoch fähig ist,
wissenschaftliches Arbeiten von Alltagserfahrung und Religion zu
unterscheiden.
Ein Mensch der wissenschaftlich arbeitet, macht noch keine Wissenschaft
Immer wieder wurde mir eine Definition für wissenschaftliches Arbeiten als Definition für Wissenschaft präsentiert - das allerdings ist irreführend: selbstverständlich gibt es keine Wissenschaft ohne wissenschaftliches arbeiten - aber wenn eine einzelne Persaon wissenschaftlich arbeitet, ohne ihr wissen an andere weiterzugeben, ist das lediglich persönliche Meinungsbildung. Zu einer Wissenschaft gehört eine wissenschaftliche Gemeinschaft, bei der jede Generation von Wissenschaftlern auf dem Wissen ihrer Vorgänger aufbauen kann.
Definition
Die folgende Definition geht auf die Überlegung zurück, was
notwendig ist, damit Forschung über den Alltagsbereich hinaus
reichen kann und ein ständiger Wissenszuwachs gewährleistet
ist.
Vorgeschlagene Definition
Ein Wissenschaft ist ein Wissensgebiet mit folgenden Eigenarten:
- Wissenschaft hinterfragt und überprüft die eigenen
Forschungs- und Auswertungsmethoden auf Zweckmäßigkeit.
- Es gibt einen Katalog von als für dieses Wissensgebiet als
"wissenschaftlich" anerkannten Herangehensweisen und Forschungsmethoden.
Dabei werden überprüfbare und widerlegbare Aussagen gemacht und
versucht diese Aussagen zu prüfen.
- Es besteht eine einheitliche Fachsprache (Nomenklatur)
- Es besteht ein allgemein anerkannter Grundschatz an Wissen, der
häufig in Form eines oder mehrerer Lehrbücher herausgegeben
wird.
- Es gibt einen Katalog an fachtypischen Wissensvermittlungsmethoden.
- Es gibt akademische Abschlüsse, die im gesamten Wissensbereich
als Grundausbildung für Fachwissenschaftler anerkannt sind.
- Es besteht ein reger Wissensaustausch zwischen einer großen
Gruppe an Wissenschaftlern, bei dem die Forschungsarbeiten so gut
dokumentiert sind, daß weitere Forschung auch dann darauf aufbauen
kann, wenn sie die der Forschung zugrundeliegenden Weltbilder ändern.
Begründung der einzelnen Punkte
Wissenschaft hinterfragt und überprüft die eigenen
Forschungs- und Auswertungsmethoden auf Zweckmäßigkeit
Jede Forschungsmethode hat ihre Stärken und Schwächen, ist
für manche Untersuchungsgebiete sinnvoll und führt dort zu
zutreffenden Ergebnissen während sie in andere Wissensgebieten
ungeeignet ist und deshalb zu irreführenden Ergebnissen
führt.
Wenn man forscht, ohne die eigenen Methoden immer wieder auf
Zweckmäßigkeit zu überprüfen, führt das deshalb
beinahe zwangsläufig dazu, daß man diese Methoden irgendwann
auf Wissensgebiete anwendet wo sie nicht mehr zweckmäßig sind,
ohne daß einem das auf Anhieb auffällt.
Es gibt einen Katalog von als für dieses Wissensgebiet als
"wissenschaftlich" anerkannten Herangehensweisen und Forschungsmethoden.
Dabei werden ueberprüfbare und widerlegbare Aussagen gemacht und
versucht diese Aussagen zu prüfen.
Dieser Punkt ist das logische Ergebnis des vorhergehenden Punktes.
Es besteht eine einheitliche Fachsprache (Nomenklatur)
Wie jede lebende und sich entwickelnde Sprache kann auch eine
Fachsprache nicht hundertprozentig vereinheitlicht und eindeutig sein,
sondern nur in demselben Maße wie die Umgangssprache eines Dorfes
für Alltagsdinge einheitlich und eindeutig ist.
Ohne eine solche Fachsprache ist es nicht möglich sich über
Inhalte zu verständigen die deutlich außerhalb der
Alltagserfahrung liegen. Diese Dinge zu erforschen ist jedoch Sinn der
Wissenschaft. Also müßte ohne Fachsprache jeder Forscher mit
seiner Arbeit bei Null beginnen, weil er nicht ausreichend
Möglichkeit hätte, Wissen von seinen Vorgängern zu
übernehmen.
Neben den Fachwörtern der Wissenschaft kann man auch die
Formelsprache der Mathematik als eine solche Fachsprache betrachten.
Es besteht ein allgemein anerkannter Grundschatz an Wissen, der
häufig in Form eines oder mehrerer Lehrbücher herausgegeben
wird.
Dieser Punkt ist das logische Ergebnis der wissenschaftlichen Arbeit und
notwendig, weil es ohne diesen Wissensgrundschatz keine Weiterentwicklung
der Wissenschaften geben kann.
Es gibt einen Katalog an fachtypischen Wissensvermittlungsmethoden.
Ab einem bestimmten Punkt sind solche Wissensvermittlungsmethoden
notwendig, damit das Niveau der wissenschaftlichen Forschung weiterhin
steigen kann.
Es gibt akademische Abschlüsse, die im gesamten Wissensbereich
als Grundausbildung für Fachwissenschaftler anerkannt sind.
Hiermit ist nicht unbedingt eine formale Anerkennung eines ausbildungsganges gemeint, es reicht
auch, wenn diese Abschlüsse von den üblichen
Fachwissenschaftler als geeignete Ausbildung anerkannt werden, weil sie
bestimmten Kriterien genügen.
Es besteht ein reger Wissensaustausch zwischen einer großen
Gruppe an Wissenschaftlern.
Wenn zu wenige Menschen in einem Bereich forschen, ist die Weitergabe des
Wissens und gegenseitige Anregung nicht gewährleistet, so daß
die Forschung kaum über den Alltagsbereich hinausgehen kann. Wenn
das Wissen jeweils mit seinem Erfinder stirbt, ergibt sich daraus keine
Wissenschaft, egal wie sorgfältig der Forscher arbeitet.
Die Qalität von Wissenschaft hängt zu einem erheblichen Teil
eben auch von der Zahl der beteiligten Menschen ab. Erfindungen wie
Buchdruck und Internet ermöglichen es uns, mit Wissenschaftlern
Wissen auszutauschen denen wir nicht persönlich begegnen können
weil sie schon tot sind oder zu weit weg wohnen und machen damit
Wissenschaft in Themengebieten möglich, für die sich nur
wenige Menschen interessieren.
Zentral wichtig ist aber auch die Qualität der Dokumentation der Forschung. Eine ausreichend okumentierte Forschungsarbeit ist meist so langweilig, daß man sie nicht durchlesen mag, so lange keine Zweifel an der Richtigkeit der Ergebnisse aufkommen. Man liest oft nur die Zusammenfassung, die Diskussion und die Ergebnisse, weil der Rest zu detailliert ist, als daß sich das lesen wirklich lohnen würde. Wenn man jedoch Zweifel hat, sind gerade diese langweiligen Abschnitte zentral wichtig für die Wissenschaft - an ihnen kann man prüfen, ob die Arbeit eine Schwäche hat, die zu falschen Ergebnissen geführt haben könnte.
Beispiele zum Verständnis der Definition
Zu den allgemein anerkannten Wissenschaften erübrigt sich die
Untersuchung, ob es sich um Wissenschaften handelt, weil jeder selbst
normalerweise auch ohne professionelle Hilfe feststellen kann, daß
alle anerkannten Wissenschaften diesen Ansprüchen genügen. Das
trifft auch auf die Medizin zu, die ich hier auf meiner Internetseite
so ausführlich kritisiere. Hier untersuche ich deshalb nur einige
Grenzfälle daraufhin, ob es sich um Wissenschaften handelt.
VA137.
Esoterik ist keine Wissenschaft
VA138.
Homöopathie ist eine Wissenschaft

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O2:
Toleranz als Fähigkeit,
OI2.
O3:
Ist in der Schule das Denken verboten?,
OI3.
O6:
Hochbegabung als Verständigungshindernis,
OI6.
V5.
Braucht Schulmedizin keine Beweise?
V31.
Stimmt mein Buch über Verschwörungstheorien?
V32.
Heilpraktiker sind realistischer als Ärzte
V33.
Wissenschaftliche Arbeit, Doktortitel und
Verschwörungstheorien
V34.
Medizin: Bitte informiert euch...
V82.
Meinungsfreiheit - Wer könnte Zensur üben?
V92.
...als hätte ihnen jemand das Denken verboten!
V100.
Sekteneigenschaften - Was sind Sekten?
V140.
Die zerstörerische Arroganz der herrschenden Meinung
V150.
Den Fachleuten vertrauen?
V164.
Nicht Meinungsfreiheit - Freie Wahrheitssuche!
V165.
Meinungsfreiheit - ein Luxus?
V175.
Kriterien zum Bau eines realistischen Weltbildes:
Realitätsnähe
V176. Standpunkte
V194.
Was unterscheidet eine Gehirnwäsche von einem Dazulernen?
V213.
Was unterscheidet eine Ideologie von einem gesunden Weltbild?
V243.
Ist die Schulmedizin wirklich so schlecht, wie das hier auf
meiner Internetseite erscheint?
V244.
Warum Vertreter von Außenseitermeinungen besser informiert
sind, als Vertreter weit verbreiteter Meinungen
V255.
Einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten...
V257.
Leben in zwei getrennten Welten
V277.
Das Prinzip der Narrenfreiheit
V292.
Populärwissenschaftliche Bücher?
V294.
Warum Außenseitermeinungen für Fachleute
schwerer zu verstehen sind als für Laien
VA16.
Wissenschaft als Sekte
VA18.
Der Unterschied zwischen gleich und gleich
VA20.
Warum manche Ärzte explodieren, wenn sie von Naturheilkunde
hören
VA30.
Der Unterschied zwischen Meinungsbildung und Pauken
VA31.
Warum es unmöglich ist, bei vorurteilsgeladenen Themen auf
Wörter zu verzichten, die als abwertend gelten
VA48.
Direkte Zensur - indirekte Zensur - Gedankenzensur
VA49.
Literaturrecherche nach wissenschaftlich fundierter
Literatur
VA61.
Kritikfähigkeit hat zwei Seiten
VA66.
Der Unterschied zwischen alt und veraltet
VA67.
Welche nichtwissenschaftlichen Faktoren verfälschen das
Wissen der Fachleute über den Stand medizinischer
Forschung?
VA70.
Für eine neue Philosophie
VA95.
Das ultimative Argument
VA96.
Warum ich über so verrückte Themen wie Lichtnahrung
schreibe
VA112.
Geistige Freiheit
VA114.
Wie Denken funktioniert
VA125.
Fehlertypen in der Wissenschaft
VA126.
Forschungsstrategien:
Wenn ein Mediziner, ein Physiker und ein Historiker sich mit
demselben medizinischen Thema beschäftigen, kommt nicht
dasselbe dabei heraus
VA127.
Um das Wissenschaftliche Weltbild der Fachleute
realistischer zu machen, brauchen wir viel mehr
auswertende Forschung
VA128.
Wer sollte die Forschung in der Medizin betreiben?
VA139.
Wissenschaftsforschung
VA152.
Wissenschaft ist nicht was wahr ist, Wissenschaft ist was
bewährt ist
VA163.
Die Wirkung indirekter Kritik
VA164.
Die Welt ist eine Illusion...
VA165.
Fantasie oder Realität?
VA178.
Der Unterschied zwischen "schlecht recherchiert" und "nicht
allwissend sein"
VA189.
Schule: Auslese oder Berufsfindungshilfe
VA277.
Entwicklung einer Wissenschaft
VA288.
Ist die Schulmedizin kritikfähig?
VA298.
Wissenschaftliche und esoterische Erforschung des
Feinstofflichen
VB2.
Lernen ist Spiel
VB3.
Das darfst du nicht sagen, du mußt wissen, daß es
falsch ist!
VB4.
Warum ich so viele persönliche Erfahrungen beschreibe
(Damit Forschung da landet, wo sie angewendet werden kann)
VB5.
Spiel macht unser Lernen realitätsbezogen
VB7.
Danke für Kritik
VB14.
Wie lernt man etwas grundsätzlich Neues dazu?
VB15.
Lernen: Zwischen den Stühlen
VB31.
Medizin - Religion oder Wissenschaft?
VB50.
Entwicklungspsychologie: Weltbild-Stufen
VB53.
Ockhams Skalpell dient nicht dazu die richtigste Theorie auszuwählen,
sondern dazu, die nützlichste Theorie zu finden
VB63.
Zu wissen, was nicht erforscht und noch nicht erforschbar ist, ist wichtig
VB103.
Wie wissenschaftlich kann Esoterik werden?
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