erste Version: 9/2014
letzte vollständige Überarbeitung: 1/2017
letzte Bearbeitung: 6/2020

VA198.

Ist das wissenschaftliche kritische Denken mit telepathischer und anderer spiritueller Forschung vereinbar?

Inhalt

Übergeordneter Artikel:
VA129. Kersti: Telepathie

dieser Artikel:
VA198.1 Kersti: Einleitung
VA198.2 Kersti: Telepathie ist keine Gegenhypothese zu Biologie und Physik
VA198.3 Kersti: Kritisches Denken und Telepathieexperimente
VA198.3.1 Kersti: Für die Durchführung des Versuchs sollte Gedankenstille herrschen, die nur der Sender durch seine Sendung durchbricht, kritisch denken darf man bei Planung und Auswertung des Versuchs
VA198.3.2 Kersti: Ergebnisoffenes kritisches Denken versus abwertende Kritik
VA198.3.3 Kersti: Sinn und Unsinn der Verwendung des Begriffes Betrug im Zusammenhang mit spirituellen Fähigkeiten
VA198.3.3 Kersti: Uri Gellers Tricks, seine paranormalen Fähigkeiten und ein Betrugsvorwurf
VA198.3.4 Kersti: Die Fixierung der Forschung zur Telepathie auf Betrug ist kontraproduktiv
VA198.4 Kersti: Kompexitätsproblem in parapsychologischen Versuchen
VA198.5 Kersti: Verwechslung des Skeptizismus mit der kollektiven Verdrängung in der wissenschaftlichen Forschung zur Parapsychologie
VA198. Kersti: Quellen

 
Inhalt

1. Ist das wissenschaftliche Weltbild gleich wissenschaftliches Denken?

1.1 Weltbildprobleme: Telepathie ist keine Gegenhypothese zu Biologie und Physik

Aus einer Email:
Speziell zu den (mir bekannten) Telepathie-Experimenten habe ich jedoch eine etwas andere Meinung. Fakt ist erst einmal, dass telepathische Phänomene sich nicht mit unserem bisherigen Verständnis von menschlicher Anatomie (insbesondere Neurowissenschaften) oder Physik vertragen. Das heißt natürlich erst einmal nichts (es kann ja schlicht sein, dass unser Verständnis falsch ist).
Telepahtie ist keine Gegenhypothese zur Physik. Es gibt in der Physik, keine erprobte Formel, keinen Beweis, kein Experiment, nichts, das die mögliche Existenz von Telepathie ausschließt. Wenn Telepathie existieren würde, würde sich durch diesen Beweis nichts an den physikalischen Modellvorstellungen ändern, weil diese sich eben nicht mit Telepathie beschäftigen. Das kann auch nicht sein, da Telepathie einfach als Gedankenübertragung außerhalb der bisher bekannten Sinneskanäle definiert ist, ohne daß bisher eine Aussage darüber gemacht wurde, wie genau sie denn physikalisch funktioniert. Daher würde ein solcher Widerspruch die Annahme vorraussetzen, daß wir die Naturgesetze bereits vollständig verstanden hätten. Einerseits wissen wir, daß eben das nicht der Fall ist, da wir zwar sehr gute aber keine völlig in Bezug auf die Realität widerspruchsfreien physikalischen Modelle besitzen.
VA234.4.1 Kersti: Aufstieg: Ist ein materialistisches Weltbild widerlegbar?

Die These daß wir das Funktionieren der Physik in unserem Universum schon vollständig verstanden hätten, ist erwiesenermaßen falsch. Zufälligerweise habe ich in Kassel Vorlesungen zur theoretischen Physik gehört, und ein wesentlicher Inhalt dieser Vorlesungen - neben den Formeln zur Berechnung physikalischer Modelle, die den größten Teil der Zeit einnahmen - war eben, daß normalerweise von mehreren Modellen, die theoretisch auf oft sehr unterschiedlichen Annahmen fußen, einfach pragmatisch das gewählt wird, das erfahrungsgemäß mit dem geringsten Rechenaufwand Ergebnisse liefert, die so genau sind, wie gefordert werden muß. Alle physikalischen Theorien sind nur Modellvorstellungen die unterschiedlich genau oder ungenau in der Lage sind die Realität nachzumodellieren. Perfekt, vollständig oder völlig richtig ist keines dieser Modelle.

Anatomie war in dem Satz ein nicht ganz treffend gewähltes Wort, da die Anatomie sich lediglich mit dem Aussehen der inneren und äußeren Organe des Menschen beschäftigt. Gemeint war offensichtlich die Physiologie, der Zweig der Medizin und Biologie, der sich damit beschäftigt, wie der Körper funktioniert. Telepathie ist auch keine Gegenhypothese zur Physiologie. Es gibt in der Physiologie zwar Erklärungen, wie die üblichen Sinneswahrnehmungen funktionieren, aber nichts, das zeigen würde, daß Telepathie nicht sein kann. Damit würde man nämlich vorraussetzen, daß wir die Physiologie schon vollständig verstehen und wir wissen, daß wir das noch nicht tun! Eine Erklärung, wie Telepathie funktioniert, würde unser bisheriges physiologisches Wissen ergänzen aber nicht widerlegen.

Wenn man das bestehende Weltbild nimmt und jede Beobachtung aus seinem Bericht wegstreicht, die nicht zu diesem Weltbild paßt, ist das auch keine Wissenschaft und schon gar kein kritisches wisssenschaftliches Denken. Wissenschaft hat den Sinn das bestehtende Weltbild so zu verändern und zu verbessern, daß es der Realität besser gerecht wird. Sie hat nicht den Zweck ein bestehendes Weltbild gegen die Beobachtungen zu verteidigen!
VB136. Kersti: Der Unterschied zwischen Religion und Wissenschaft
Daher sammelt man zuerst Beobachtungen und versucht diese dann zu erklären. Hat man zwei konkurrierende Erklärungen, zwischen denen sich mit den bestehenden Beobachtungen nicht entscheiden läßt, versucht man experimente zu erfinden, die deutlich zeigen welche von beiden Erklärungen die richtigere ist.

Tatsächlich ist nach dem was ich zur wissenschaftlichen Forschung zur Telepathie weiß, davon auszugehen, daß Telepathie existiert, daß sie aber über das Unterbewußtsein läuft, so daß unbewußte Motive sehr stark in die Ergebnisse der Versuche mit eingehen.
VA129. Kersti: Telepathie
VB164. Kersti: Einfluß der Überzeugungen auf Ergebnisse von PSI-Experimenten

Begriffe wie Physik oder Biologie definieren Forschungsbereiche. Sie definieren keine forschungsleitenden Grundannahmen, die auch Paradigmata genannt werden6., wie "Das Denken entsteht aus physiologischen Vorgängen, daher kann man das Denken vollständig verstehen, wenn man zunächst die Physik und danach die Physiologie vollständig erfaßt hat". Und diese Annahme ist auch lediglich eine Annahme. Sie war in der Forschung sehr fruchtbar, weil Wissenschaftler aufgrund dieser Annahme sehr sorgfältig erforscht haben, wie Physik und Physiologie mit dem Denken zusammenhängen. Wie genau das teilweise erforscht wird, versuche ich für das sehen in meinem Artikel zum Zusammenhang zwischen denken und Gehirn darzustellen.
O7.19 Kersti: Entsteht das Denken im Gehirn? Wie gut lassen sich Nahtoderfahrungen und andere spirituelle Erfahrungen im Rahmen materialistischer, quantenphysikalischer und spiritueller Deutungssysteme verstehen?
Trotz dieser intensiven Erforschung des Themas, war es zwar möglich, viel zu verstehen, aber nicht alles, was im menschlichen Denken und handeln vorkommt. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden uns auch, ohne daß wir dieser Annahme weiterhin folgen, erhalten und wertvoll bleiben. Diese Annahme ist aber letztlich durch die parapsychologische Forschung widerlegt, denn der Mensch kann weiterhin beobachten, wenn das Gehirn gerade nachweisbar nicht funktioniert.
VB159.2.1.3 Kersti: Bestätigte Beobachtungen in Außerkörperlichen Erfahrungen im Rahmen von Nahtoderfahrungen
Es gibt offensichtlich auch so etwas wie eine Seele, die nach dem Tod den Körper verläßt und sich dann in einem anderen Körper inkarniert.
O7.A4 Kersti: Wissenschaftliche Forschung zur Reinkarnation

Natürlich könnten, nach dem Nachweis, daß Telepathie existiert, Versuche zur genauen Funktionsweise der Telepathie konzipiert werden, die zu Ergebnissen führen könnten, die letztlich zeigen, daß einige Vorgänge in Physik oder Telepathie anders funktionieren als bisher angenommen. Das ist aber Zukunftsmusik, denn die Forschung beschäftigt sich für meine Begriffe viel zu stark mit der Frage, ob Telepathie existiert, obwohl Beweise für ihre Existenz schon so lange jeweils passend zu dem aktuellen Stand der Forschung existieren, wie die Wissenschaft existiert.

 
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5. Verwechslung des Skeptizismus mit der kollektiven Verdrängung in der wissenschaftlichen Forschung zur Parapsychologie

5.1 Einleitung

Als kritisches Denken wird neben dem wissenschaftlichen kritischen Denken (oben: a), das ergebnisoffen ist, wie ich oben unter Punkt (b) schrieb auch eine Haltung bezeichnet, die Telepathie nicht ertragen kann, sie deshalb kritisiert, beweisende Phänomene aus dem Bewußtsein verdrängt und sie in jeder denkbaren Form angreift, ihre Vertreter lächerlich macht und für verrückt erklärt.

 
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5.2 Weltbilder verbessern ist der Sinn der Wissenschaft

VA136. Kersti: Was ist eine Wissenschaft?
Der Sinn der Wissenschaft liegt letztlich darin, kollektive Weltbilder über das Maß hinaus zu verbessern und realistischer zu machen, was ein einzelner Mensch leisten kann, um so eine leistungsfähigere Grundlage für kollektive Planungen in der Entwicklung von neuen Produkten, der Planung in der Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen und unserer menschlichen Gesellschaft zu haben, als ein einzelner Mensch sie schaffen könnte. Sie dient im Gegensatz zu einer Religion - den Weltbildern der vorhergehenden Kultursstufe - nicht dazu ein vorgegebenes Weltbild möglichst unverändert weiterzugeben.
VB136.3.1 Kersti: Religionen: Lernen und Lehren auf Weltbildstufe 3 und 4 (Niveau 2)

Wenn man sich an Kohlbergs Moralstufen orientiert, um die Entwicklung des menschlichen Weltbildverständnisses zu verstehen, liegt in diesem Sinne verstandene Wissenschaft auf Niveau 3.
VB136.1.1 Kersti: Moralentwicklung frei nach Kohlberg
VB136.1.2 Kersti: Entwicklungspsychologie: Weltbild-Stufen
VB136.1.2.3 Kersti: Niveau 3: Das Erschaffen neuer Weltbilder
VB136.3.5 Kersti: Der Unterschied zwischen Wissenschaft und Religion: Wissenschaft ist eine Weltbildebene höher einzuordnen als Religion

Obwohl Wissenschaft tatsächlich unser Weltbild verbessert und verändert also diesem Ziel durchaus dient, hat offensichtlich nur eine Minderheit der Wissenschaftler verstanden, was Wissenschaft im Kern ausmacht.
VB136.3.2 Kersti: Wissenschaft: Weltbildstufe fünf (Niveau 3) wäre angemessen, tatsächlich ist's jedoch oft nur vier (Niveau 2)
Deshalb verwechseln sie Wissenschaft mit Religion und mißbrauchen das aktuell von ihnen verstandene durch die Wissenschaft erschaffene Weltbild als Ersatzreligion.
VB136.3.4 Kersti: Skeptikervereine - oder - wenn man die Wissenschaft als Religion mißbraucht

 
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5.3 Skeptikervereine und kollektive Verdrängung

Diese mit sauberem wissenschaftlichen Arbeiten nicht vereinbare irrationale Haltung wird in der Psychologie auch Verdrängung genannt.
VA241. Kersti: Verdrängungsmechanismen

Wenn ein einzelner Wissenschaftler eine Verdrängung hätte und damit isoliert dastehen würde, hätte das keinen wesentlichen Einfluß auf den Erfolg der betreffenden Wissenschaft als Ganzes. Wenn jedoch die Mehrheit der Wissenschaftler etwas verdrängt, halten sie sich auch gegenseitig davon ab, sich mit dem Verdrängten rational auseinanderzusetzen.
VB155. Kersti: Menschen, die beim Aufarbeiten helfen und Menschen, die es behindern
VB66. Kersti: Warum es keine Skeptikervereine gibt, die meinen Ansprüchen genügen

 
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3. Kritisches Denken und Telepathieexperimente

3.1 Einleitung

Aus einer Email:
Zudem gibt es Belege, dass genau die Eigenschaften, die anscheinend Psi-Fähigkeiten begünstigen (positive, unkritische Stimmung; kein kritisches Beobachten; Experimentator, der Telepathie nicht kritisch sieht), auch die Möglichkeiten zum Betrug stark vereinfachen.
Das wirft zwei völlig verschiedene geistige Haltungen mit verschiedenen Denkmodi und völlig unterschiedliche Problemfelder durcheinander. Das kritische Denken, was man für wissenschaftliches Arbeiten braucht ist nicht dasselbe kritische Denken, was Telepathie behindert. Außerdem wird sprachliches Denken oft fälschlicherweise mir logischem kritischen Denken gleichgesetzt während Intuition für unlogisch und unkritisch gehalten wird. Der entspannte Zustand den viele Menschen brauchen, um auf spirituelle Fähigkeiten zugreifen zu können, wird mit unkritischen Denken im Sinne von nicht sorgfältigem durchdenken der Problemstellung durch den Forscher gleichgesetzt.

 
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3.1 Für die Durchführung des Versuchs sollte Gedankenstille herrschen, die nur der Sender durch seine Sendung durchbricht, kritisch denken darf man bei Planung und Auswertung des Versuchs

Zunächst einmal muß man zwischen den verschiedenen Phasen der wissenschaftlichen Arbeit unterscheiden.

Wenn man einen groß angelegten wissenschaftlichen Versuch macht, geht man folgendermaßen vor:

  1. Schritt - man informiert sich über die bisherige Forschung zur Telepathie
  2. Schritt - man konzipiert einen Versuch, der eine interessante Frage klärt und achtet dabei darauf, daß die möglichen Ergebnisse der Versuche möglichst gut zwischen den bisher vorgeschlagenen Möglichkeiten, wie die bisherigen Versuche zu interpretieren seien, unterscheiden können.
  3. Man macht eine Reihe klein angelegter Vorversuche, um Fehler und Schwächen der Versuchsanordnung zu identifizieren.
  4. Diskussion der möglichen Deutungen der Ergebnisse, Fehlersuche und Fehlerdiskussion
  5. Man korrigiert seinen Ansatz aufgrund dieser Vorerfahrung
  6. Man führt den groß angelegten Hauptversuch durch
  7. Man berechnet die Ergebnisse und stellt sie übersichtlich dar.
  8. Diskussion der möglichen Deutungen der Ergebnisse, Fehlersuche und Fehlerdiskussion
Bei Planung (Punkte 1,2 und 5 der obigen Liste) und Auswertung (Punkte 4, 7 und 8) des Versuches, behindert ergebnisoffenes kritisches Denken nicht die erfolgreiche Telepathie. Allein bei der Durchführung der eigentlichen Telepathieexperimente (Punkte 3 und 6) braucht mein eine positive, unkritische Stimmung; kein kritisches Beobachten; Experimentator, der Telepathie nicht kritisch sieht. Das ist notwendig damit das Gehirn in dem Modus arbeiten kann, in dem die Versuchsteilnehmer auf ihre telepathischen Fähigkeiten zugreifen können. Alle müssen in dieser Gefühlslage sein, da alle Anwesenden sich gegenseitig in der Gefühlslage beeinflussen. - Es gibt Forschungen, die belegen daß eine solche Beeinflussung über die normalen Sinneskanäle stattfindet. Falls es Telepathie gibt, ist zudem eine telepathische Beeinflussung zu erwarten.
VB164. Kersti: Einfluß der Überzeugungen auf Ergebnisse von PSI-Experimenten
Wenn man also in beiden denkbaren Fällen (es gibt keine Telepathie, es gibt Telepathie) sinnvolle Ergebnisse erhalten will, muß die Möglichkeit daß es Telepathie geben könnte zu einem Versuchsaufbau führen, bei dem auch bei telepathische Beeinflussung der Versuchteilnehmer die Ergebnisse sinnvoll interpretierbar bleiben.

Besonders betonen und ausführen möchte ich hier noch einmal zwei Punkte der obigen Liste.

Zum ersten möchte ich betonen daß kritisches Hinterfragen während der Durchführung von Telepathieexperimenten (Punkte 3 und 6) massiv stört. Man fragt sich, bei dem was man empfängt, während man seinen Geist leer macht, um ein möglichst ungestörter Empfänger für fremde Gedanken zu sein, nicht kritisch, ob das was man an Bildern und Gedanken in den Sinn bekommt, überhaupt stimmen kann, weil man dann nur noch mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt ist und das, was man empfangen will, durch das kritische Denken überlagert und aus dem Bewußtsein verdrängt wird. Man kann nicht telepathisch empfangen, während man selber nachdenkt. Man kann auch nicht telepathisch senden, während man darüber nachdenkt, ob man alles richtig macht, weil dann dieses kritische hinterfragen des eigenen Vorgehens die zu sendenden Inhalte überlagert. Auch ein Zuschauer, der bei der Versuchsdurchführung anwesend ist, muß seinen Geist wie der Empfänger leer machen, damit er nicht als telepathischer Störsender wirkt. Jeder der während der Versuchsdurchführung über irgendetwas anderes nachdenkt als über die zu sendenden Inhalte, stört die telepathische Übertragung. Idealerweise sollte außer dem Sender jeder Anwesende Gedankenstille einhalten. Der Empfänger sollte seine möglicherweise telepathischen Wahrnehmungen möglichst vollständig dokumentierten, der Sender seine Erfahrungen bei dem Versuch zu senden ebenfalls. Erst vollständig dokumentieren, dann darüber nachdenken ist hier die Regel.

Dei der Diskussion der möglichen Deutungen der Ergebnisse, Fehlersuche und Fehlerdiskussion ist es wesentlich, das eigene Weltbild kritisch zu hinterfragen. Wissenschaft dient dazu, das Weltbild zu verbessern. Während man nicht ohne Grund sein Weltbild wechselt, da Weltbildwechsel eine mehrere Jahre dauernde Arbeit sind, die man sich erst macht, wenn es sich lohnt, macht es nicht den geringsten Sinn, als materialistisch eingestellter Forscher zu erforschen, ob es Telepathie gibt, ohne sich zu fragen, ob ein materialistisches Weltbild, das nicht mit dem Konzept der Telepathie vereinbar ist, besser mit den Versuchsergebnissen harmoniert, als es ein verändertes Weltbild tun würde, das das Phänomen Telepathie als real annimmt. Es ist notwendig eine Skizze eines alternativen Weltbildes zu schaffen, die ausreicht, um diese Frage zu klären, sonst kann man nicht ausgewogen prüfen, ob ein Weltbildwechsel erforderlich wäre. Kritisches Denken im wissenschaftlichen Sinne hat auch damit zu tun, daß man immer wieder sein eigenes Weltbild kritisch hinterfragt. Jedes Weltbild ist nur eine für vieles nützliche Modellvorstellung. Es ist nicht die Welt selbst.
VB50. Kersti: 3.7 Niveau 3, Stufe 6: Jedes bewährte Weltbild ist ein brauchbares Modell der Welt
VB50. Kersti: 3.3 Niveau 2, Stufe 3 oder 4: Die Verwechslung von Weltbild und Welt

 
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3.2 Ergebnisoffenes kritisches Denken versus abwertende Kritik

Das zweite, was durcheinandergeworfen wird, ist
(a) ergebnisoffenes kritisches denken, das sowohl die Möglichkeit der Existenz von Telepathie zuläßt als auch ihre Nichtexistenz und in jedem Einzelfall alle Interpretationsmöglichkeiten eines Versuchergebnisses durchdenkt
(b) eine Haltung die Telepathie nicht ertragen kann, sie deshalb kritisiert, beweisende Phänomene aus dem Bewußtsein verdrängt und sie in jeder denkbaren Form angreift.

Ersteres (a) braucht man für sinnvolles wissenschaftliches Arbeiten und es hat, sofern man bei der Versuchsdurchführung nicht in diesem Denkmodus arbeitet, sondern diese Dinge zeitlich von der Versuchsdurchführung trennt, keinen negativen Einfluß auf telepathisches Fähigkeiten. Eine solche Trennung zwischen Versuchsdurchführung einerseits und Planung und Auswertung wird auch aus rein wissenschaftlichen Gründen gefordert.

Letzteres (b) behindert Telepathie und ist auch nicht mit sinnvollem wissenschaftlichen Arbeiten vereinbar.

Dabei ist es so, daß die unbewußten Aspekte dieser Haltung (b) hauptsächlich die Telepathie unterdrücken, die bewußten Aspekte dieser Haltung machen hauptsächlich sinnvolles wissenschaftliches Arbeiten unmöglich. Bei Menschen bei denen eine Ablehnung der Telepathie vorhanden ist, die weitgehend verdrängt ist, die aber bewußt offen sind, sich damit auseinanderzusetzen, tritt eine Unterdrückung erfolgreicher Telepathie ein, obwohl sie prinzipiell wissenschaftlich sauber arbeiten. Mit Menschen, wo die Ablehnung bewußt ist, unbewußt aber der Wunsch dazu da ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, hat man furchtbar frustrierende Diskussionen über das Thema, bei denen sie selbst die einfachsten logischen Gedankengänge für Blödsinn erklären .... und sie führen solche Diskussionen gerade mit denen, die es wirklich besser wissen! ... und fünf Jahre später kann es einem passieren, daß man denselben Leuten wiederbegegnet und sie erzählen, sie hätten ihre Meinung geändert, weil sie entsprechende Erfahrungen gemacht hätten. In einen wesentlich kürzeren Zeitrahmen ist eine solche Meinungänderung aus entwicklungspsychologischen Gründen nicht möglich. Ein Weltbild so grundlegend umzustrukturieren dauert nun einmal Jahre.
VB136.2.1 Kersti: Weltbildwechsel dauern mehrere Jahre
Leute bei denen die Haltung (b) sowohl bewußt als auch unbewußt vorliegt, weichen Leuten, die ihnen das Gegenteil beweisen können normalerweise aus. Wenn sie ihnen doch begegnen, werden sie aber oft richtig bösartig.

 
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4. Kompexitätsproblem in parapsychologischen Versuchen

4.1 Einleitung: Die Forschung in unterschiedlich komplexen Wissensbereichen

Daher sehe ich das eher so, dass (unbewusst in der Annahme Telepathie könnte man ähnlich nachweisen, wie - sagen wir - die Zeitkurve eines Fall eines Gummiballs vom Tisch)

Nun das ist aber ein um mehrere Größenordnungen einfacheres Problem!

Die Zeitkurve beim Fall eines Gummiballs vom Tisch ist ein relativ einfaches physikalisches Problem. Man muß, um sie zu verstehen, nur die Physik verstehen.

Wenn man das Rennen eines Sportlers verstehen können will, muß man die physikalischen Vorgänge aber auch die Physiologie des Körpers verstehen. Der Vorgang ist daher wesentlich komplexer und erfordert eine deutlich komplexere Modellvorstellung.

Wenn man das Alltagsverhalten eines Menschen in Situationen, in denen nicht in nennenswertem Maße unbewußte Motive mit eingehen, verstehen will, braucht man wieder ein komplexeres Modell, das sowohl die physikalischen Gegebenheiten unserer Umgebung als auch die Physiologie unserer Körpers als auch die Psychologie, Etologie (=biologische Verhaltensforschung) und Soziologie unseres bewußten Verhaltens beinhaltet.

Wenn man Verhaltensweisen verstehen will, die stark durch halbbewußte und unbewußte Motive mitbestimmt werden, braucht man zusätzlich ein fundiertes Wissen über die Forschung zu all den Dingen die sich so im Unterbewußtsein abspielen können, wie Wissen dabei verändert und verfälscht werden kann, aber auch wie lange wir manchmal Wissen im Unterbewußtsein bewahren, von dem wir gar nicht mehr wissen, daß wir es einmal irgendwo gelernt haben.

Wenn man paranormale Vorgänge erforschen will, muß man alles Vorgenannte beachten und sich zudem noch damit beschäftigen, was denn für die Telepathie an sich eine Rolle spielt. Zusätzlich können wir auf paranormale Fähigkeiten nicht mit unserem Wachbewußtsein direkt zugreifen, sondern sie werden durch einen unbewußten bis halbbewußten Teil unserer Persönlichkeit ausgeübt, der mit uns bei der Frage, ob er bei dem Versuch mitmachen will, möglicherweise nicht konform geht.

Insgesamt spielen bei allen paranormalen Vorgängen so viele Faktoren eine Rolle, von denen man mindestens die unbewußten psychologischen Vorgänge sehr schlecht unter Kontrolle bekommt.

 
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4.2 Klassische Physik - konzeptionell einfache Physikalische Probleme

Die Zeitkurve beim Fall eines Gummiballs vom Tisch ist ein relativ einfaches physikalisches Problem. Man muß, um sie zu verstehen, nur die Physik verstehen.

 
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4.3 Biologie

Wenn man das Rennen eines Sportlers verstehen können will, muß man die physikalischen Vorgänge aber auch die Physiologie des Körpers verstehen. Der Vorgang ist daher wesentlich komplexer und erfordert eine deutlich komplexere Modellvorstellung.

 
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4.4 Bewußtes Alltagsverhalten

Wenn man das Alltagsverhalten eines Menschen in Situationen, in denen nicht in nennenswertem Maße unbewußte Motive mit eingehen, verstehen will, braucht man wieder ein komplexeres Modell, das sowohl die physikalischen Gegebenheiten unserer Umgebung als auch die Physiologie unserer Körpers als auch die Psychologie, Etologie (=biologische Verhaltensforschung) und Soziologie unseres bewußten Verhaltens beinhaltet.

 
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4.5 Tiefenpsychologie und Traumaforschung - Die Wissenschaft vom Verdrängten

Wenn man Verhaltensweisen verstehen will, die stark durch halbbewußte und unbewußte Motive mitbestimmt werden, braucht man zusätzlich ein fundiertes Wissen über die Forschung zu all den Dingen die sich so im Unterbewußtsein abspielen können, wie Wissen dabei verändert und verfälscht werden kann, aber auch wie lange wir manchmal Wissen im Unterbewußtsein bewahren, von dem wir gar nicht mehr wissen, daß wir es einmal irgendwo gelernt haben.

 
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4.6 Parapsychologie - Wissenschaft hinter kollektiven Verdrängungen

Wenn man paranormale Vorgänge erforschen will, muß man alles Vorgenannte beachten und sich zudem noch damit beschäftigen, was denn für die Telepathie an sich eine Rolle spielt. Zusätzlich können wir auf paranormale Fähigkeiten nicht mit unserem Wachbewußtsein direkt zugreifen sondern sie werden durch einen unbewußten bis halbbewußten Teil unserer Persönlichkeit ausgeübt, der mit uns bei der Frage ob er bei dem Versuch mitmachen will möglicherweise nicht konform geht.
VA276. Kersti: Doppelblindstudien: Warum viele Wünschelrutengänger unwirksame Entstrahlungsgeräte bauen am Beispiel Pohl

 
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Quelle

Dieser Artikel beruht auf meiner Arbeit mit meinen spirituellen Erfahrungen und .
VB163. Kersti: Wie ich meine feinstofflichen Wahrnehmungen erlebe
Dabei schreibe ich oft recht ungefiltert die Meinungen meiner feinstofflichen Anteile auf.
VA299. Kersti: Fragen beantworten: Das Wissen der eigenen feinstofflichen Anteile

Das ausweten und kritische Hinterfragen des so erhaltenen findet, wie oben beschrieben getrennt von der Übermittlung des Materials statt. Weitere Quellen waren:

  1. Autor: James Hervey Hyslop: Lily Dale Introduction. In: Zeitschrift: Proceedings of the American Society for Psychical Research, Volume: 2 (Welt: Volltext 1, 2, 3), S. 1
  2. Autor: Hereward Carrington: Report of a two weeks' investigation into alleged spiritualistic phenomena. Witnessed at Lily Dale, New York. In: Zeitschrift: Proceedings of the American Society for Psychical Research, Volume: 2 (Welt: Volltext 1, 2, 3), S.7-117
  3. Autor: Malcolm Guthrie, Autor: James Birchall: An account of some Experiments in Thought-Transference. In: Zeitschrift: Proceedings of the Society for Psychical Research. 1884, Volume: 2 (Welt: Volltext), S.24ff, 22. Nov. 1882
  4. 4. Autor: Oliver Joseph Lodge: An account of some Experiments in Thought-Transference. In: Zeitschrift: Proceedings of the Society for Psychical Research. 1884, Volume: 2 (Welt: Volltext), S.189
  5. Autor: Hereward Carrington: Buch: B142.6.1 Personal experiences in spiritualism (including the official account and record of the American Palladino séances). (1913) New York: Townsend (Welt: Volltext)
  6. Autor: Thomas S. Kuhn: Buch: B102.1 Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Zweite revidierte und um das Postscriptum von 1969 ergänzte Auflage. (1976) Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, ISBN 3-518-27625-5
  7. Autor: Heinz C. Berendt: Uri Geller - Pro and Con. In: Zeitschrift: Journal of the Society for Psychical Research. - Volume 47 number 762 - December 1974 - Page 475 (Welt: Volltext)
  8. Autor: Michael A. Thalbourne: Science Versus Showmanship: A History of the Randi Hoax. In: Zeitschrift: Journal of the American Society for Psychical Research. Vol. 89, October 1995 (Welt: Volltext)
  9. Autor: Harold E. Puthoff, Autor: Russell Targ: Information transmission under conditions of sensory shielding. In: Zeitschrift: Nature. Volume 252, Issue 5476, pp. 602-607 (1974). DOI 10.1038/251602a0 (Welt: Volltext 1, 2, 3)
  10. Autor: Marcello Truzzi: An End to the Uri Geller vs. Randi & CSICOP Litigations? In: Zeitschrift: Parapsychological Association Newsletter, October-December, pp. 9-11. (Welt: Volltext)
  11. Autor: John A. Palmer: Hansel's ghost: Resurrection of the experimenter fraud hypothesis in parapsychology. In: Zeitschrift: Journal of Parapsychology, 80(1):5-16,· January 2016 (Welt: Volltext)
  12. Autor: Mike Sosteric: Mysticism, Consciousness, Death. In: Zeitschrift: Journal of Consciousness Exploration & Research, December 2016, Vol. 7, Issue 11, pp. 1099-1118 (Welt: Volltext)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im Voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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