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VA236.

Bibelstellen: Das Gebot der Liebe und das innere Licht

Mattäus 22, Vers 37-40

Meister, welches Gebot ist das wichtigste? Er (Jesus) antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all Deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst Deinen nächsten lieben wie Dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

Ich frage mich ehrlich, warum die Menschen heute Jesus so eifrig widersprechen und immer wieder meinen, Gebote wie "Bekenne Deine Sünden" oder "Bekehre Dich zur Bibel" oder "Schließe Dich der Kirche an" seien wichtiger oder notwendiger als das Gebot der Liebe.

Anmerkung: Ich halte "Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all Deinen Gedanken." nicht für die geschickteste mögliche Formulierung dieses Gebotes, weil jemand, der weiß, wie es ist, Gott zu lieben, dieses Gebotes nicht bedarf, um das immer zu wollen und immer zu tun. Gott lieben fühlt sich einfach wunderbar an!

Während jeder, der das nicht weiß, sich weder bewußt ist, wie er Gott finden kann, noch weiß woran er erkennt, daß es gelungen ist. Wer nicht weiß, wie es ist, Gott zu lieben, findet in dieser Formulierung keine Hilfestellung, die ihm erklärt, was er tun muß damit es ihm gelingt Gott zu lieben noch einen Hinweis, woran er erkennt, daß es gelungen ist.

Johannesevangelium 1 Vers 1-9

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts. Was geworden ist, das war in ihm Leben. Und das Leben war das Licht des Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfaßt. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Mensch um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Es (das Wort) war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt.

Dieser Absatz handelt von dem, was ich als "inneres Licht" bezeichne. Es wird hier mit drei unterschiedlichen Worten bezeichnet. Es wird "Wort" "Leben" und "Licht" genannt und diese drei Worte werden ausdrücklich gleichgesetzt.

Mit der Aussage, daß Johannes nicht selbst das Licht war, soll gesagt werden, daß er nicht für andere das Licht (=Wort, Leben) sein kann sondern daß jeder es nur in sich selbst findet. Johannes war also von Gott gesandt, um anderen das Wort zu zeigen, das in ihnen ist.

Wenn im folgenden Text des Johannesevangeliums also vom "Wort Gottes" die Rede ist, ist damit das innere Licht, das viele auch als den Göttlichen Funken bezeichnen gemeint, nicht etwa die Bibel und auch nicht die damals schon existierenden heiligen Schriften.

Die Bibel ist ein Lehrbuch, das sich aus diversen Texten verschiedener Autoren zusammensetzt. Teilweise behandelt es Geschichte, damit die Leser verstehen, woher die Überlieferungen der Bibel stammen, teilweise soll es aber auch dazu dienen, Jesu Lehre über die Zeiten hinweg zu erhalten, damit man nicht nach Jahrtausenden auf stark verfälschte mündliche Überlieferung angewiesen ist sondern eine Quelle zur Verfügung hat, die Jesus originaler Lehre noch näher ist. Es ist vernünftig und gut und richtig, die Bibel als Lehrbuch zu verwenden. Doch die Bibel ist Menschenwort. Das Wort Gottes findest du in Deinem inneren.

Wenn man nach innen auf sein inneres Licht schaut, fühlt man Liebe, Freude, die Welt scheint heller zu werden und man fühlt sich lebendiger als je zuvor.

Wenn diese Gefühle nicht auftreten ist es nicht gelungen, das innere Licht zu finden.

Allerdings wird dieses Glück, die Liebe durch großen Schmerz überlagert, wenn man anderen Wesen Schmerz zugefügt hat. Wer das Licht in vollem Ausmaß sieht, fühlt den Schmerz jeden lebenden Wesens so intensiv wie er seinen eigenen Schmerz fühlt. Und er empfindet gleichzeitig für jedes Wesen Liebe.

Diese intensiven Gefühle sind der stärkste Antrieb den es auf der Welt gibt, Gut zu handeln. Denn wer so empfindet wird niemals unnötig einem anderen Wesen Leid zufügen.

Vielen Wesen ist aber das tiefe Mitempfinden der Schmerzen aller umgebenden Wesen zu schmerzhaft. Deshalb wenden sie sich von ihrem inneren Licht ab und flüchten in die Gefühllosigkeit. Das ist ein Zustand der so quälend ist, daß sie sich oft selbst die Arme aufritzen, um wenigstens irgendetwas zu fühlen.

Andere Wesen versuchen sich von diesem Schmerz abzulenken, indem sie sich auf Äußere Dinge konzentrieren. Das sind die "Reichen" der Bibel.

Kersti

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.