Hauptseite  /   Suche und Links  /   Philosophie und Autorin dieser Seite


5/06

VA246.

Der Unterschied zwischen Argumenten, Argumentationstricks und persönlichen Angriffen

Was ist ein Argument?

Ein echtes Argument ist alles, was beweist daß einer der Standpunkte in einer Diskussion zutrifft und ein anderer nicht.

Als Argumente können dienen:

  • Beobachtungen

  • Deutungen von Beobachtungen
  • Logische Ableitungen von Vorstellungen, die von beiden Seiten für wahr gehalten werden

Argumentationstricks beweisen nichts

Argumentationstricks sind Aussagen, die nichts beweisen, aber dem Zuhörer fälschlicherweise den Eindruck vermitteln, der andere hätte die schlechteren Argumente.

Ein Beispiel für einen Argumentationstrick ist hier zu finden.
VA95. Kersti: Das ultimative Argument
Hier hatte ich ja das ultimative Argument für den Standpunkt meines Diskussionspartners gefunden aber durch einen Argumentationstrick den Eindruck vermittelt, ich wäre im Recht.

Argumentationstrick sind:

  • Persönliche Angriffe auf den Diskussionspartner
  • Indirekte Kritik: VA163. Kersti: Die Wirkung indirekter Kritik
  • Ständiges Bekritteln des Argumentationsstils des Anderen
  • Die Aussage der andere wäre kein Fachmann und hätte deshalb Unrecht
  • Über die Wortwahl des Anderen lachen
  • Nicht ausreden lassen
  • Beweise verlangen, die mit angemessenen Aufwand nicht beizubringen sind:
    • Die Frage "Hast Du Zahlen? ... Nein? ... dann bist Du auch im Unrecht!", sofern der Diskussionspartner nicht in einer Situation ist, wo man von ihm erwarten kann, daß er sich gründlich vorbereitet. Von einem Vortragenden oder Teilnehmer einer Podiumsdiskussion kann man erwarten, daß er Zahlen parat hat, von einem aus dem Puplikum nicht.
    • Untersuchungen fordern die für die angesprochene Seite der Diskussion nicht existieren können, weil sie nicht bezahlbar wären:
      V35. Kersti: Warum es in der Naturheilkunde wenig placebokontrollierte Doppelblindstudien gibt
    • Erwarten, daß eine Außenseitermeinung genauso viele Studien als Beweis anführen kann wie eine weit verbreitete Meinung. Das ist, selbst wenn die Außenseitermeinung richtiger als ihr weit verbreiteter Gegenstandpunkt sein sollte, unmöglich, da die Ressourcen dazu fehlen.
  • Aus einem Irrtum in einer Bagatelle ableiten, daß alles andere auch ein Irrtum sein müsse.

Persönliche Angriffe gehören nicht in eine Diskussion

Diverse Menschen verwenden in Diskussionen persönliche Angriffe als Argumentationstricks. Doch während ein Argumentationstrick nur den Eindruck vermittelt, derjenige der ihn verwendet hätte recht, obwohl durch den Trick nichts bewiesen wird, verletzt ein persönlicher Angriff den Diskussionspartner und lenkt vom Thema ab.

Persönliche Angriffe sind:

  • Beleidigungen
  • Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit, des Diskussionspartners äußern
  • Zweifel an seiner Intelligenz äußern
  • Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit äußern
  • ihn als Verbrecher hinstellen
Es ist angemessen ein einzelnes Argument als nicht glaubwürdig hinzustellen oder für einen Irrtum zu halten, daraus aber Rückschlüsse auf die gesamte Person zu ziehen ist nicht angemessen.

Kersti

VB2. Kersti: Lernen ist Spiel
VB3. Kersti: Das darfst du nicht sagen, du mußt wissen, daß es falsch ist!
VB4. Kersti: Warum ich so viele persönliche Erfahrungen beschreibe (Damit Forschung da landet, wo sie angewendet werden kann)
VB5. Kersti: Spiel macht unser Lernen realitätsbezogen
VB7. Kersti: Danke für Kritik
VB14. Kersti: Wie lernt man etwas grundsätzlich Neues dazu?
VB15. Kersti: Lernen: Zwischen den Stühlen
VB16. Kersti: Die Bedeutung der Optionhaltung
VA5. Kersti: Gefährliche Formen der Aufklärung
VA18. Kersti: Der Unterschied zwischen gleich und gleich
VA30. Kersti: Der Unterschied zwischen Meinungsbildung und Pauken
VA31. Kersti: Warum es unmöglich ist, bei vorurteilsgeladenen Themen auf Wörter zu verzichten, die als abwertend gelten
VA33. Kersti: Real ist, was nicht verschwindet, wenn man nicht mehr daran glaubt?
VA37. Kersti: Die Schuld immer auf den Schwächsten schieben - die beste Methode, um Probleme unlösbar zu machen
VA42. Kersti: Warum es nicht sinnvoll ist, sich in der Physik gleich gar keine Modellvorstellungen mehr zu machen
VA43. Kersti: Randomisierte Doppelblindstudien - braucht man noch andere Methoden in der Medizin?
VA48. Kersti: Direkte Zensur - indirekte Zensur - Gedankenzensur
VA61. Kersti: Kritikfähigkeit hat zwei Seiten
VA66. Kersti: Der Unterschied zwischen alt und veraltet
VA95. Kersti: Das ultimative Argument
VA109. Kersti: Geistige Gesundheit
VA112. Kersti: Geistige Freiheit
VA114. Kersti: Wie Denken funktioniert
VA122. Kersti: Erkenntnistheorie: Was ist Wahrheit?
VA125. Kersti: Fehlertypen in der Wissenschaft
VA162. Kersti: Prüfet alles...
VA163. Kersti: Die Wirkung indirekter Kritik
VA178. Kersti: Der Unterschied zwischen "schlecht recherchiert" und "nicht allwissend sein"
VA229. Kersti: Eine grundsätzliche Klassifikation von Weltbildern
VA233. Kersti: Gedankenkristalldenken fühlt sich für mich eher wie sehen als wie denken an
VA237. Kersti: Das Dimensionen- verständnis- problem
VA241. Kersti: Verdrängungs- mechanismen

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.