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erste Version: 6/2009
letzte Bearbeitung: 11/2015

VB73.

Wenn Du glaubst, ohne jemanden nicht leben zu können, fühlst Du nicht Liebe sondern Angst

Inhalt

VB73.1 Kersti: Todesangst macht Kinder anhänglich
VB73.1.b1 Kersti: Schimpansenmütter und Schimpansenkinder
VB73.2 Kersti: Das Kribbeln im Bauch, wenn man verliebt ist, ist Angst
VB73.2.b1 Kersti: Er hat mich geängstigt und jetzt will ich ihn heiraten
VB73. Kersti: Quellen

 
Inhalt

1. Todesangst macht Kinder anhänglich

Wenn man unsere nächsten Verwandten unter den Tieren beobachtet, entdeckt man oft Verhaltensweisen, die es auch beim Menschen gibt, jedoch ohne den kulturellen Überbau. Und das ein oder andere, das vorher rätselhaft war, wird plötzlich klar. Ein solches Erlebnis bescherten mir Autor: Jane Goodalls Bücher.

Zusammenfassung von Informationen aus den Büchern von Jane Goodall

Schimpansenmütter und Schimpansenkinder

Flo war eine Schimpansenmutter die gerne mit ihren Kindern spielte, fürsorglich mit ihnen umging, die zärtlich und tolerant zu ihren Kindern war. Das erste Kind, das Jane Goodall bei ihr erlebte war ein kleines Schimpansenmädchen. Wenn Flo weiterziehen wollte und achtete sie stets sorgfältig darauf, daß ihr Kind nicht so in ein Spiel vertieft war, daß es die Mutter aus den Augen verlor. Das Schimpansenmädchen machte sich deshalb auch keine Sorgen, daß die Mutter vielleicht verloren gehen könnte. Es entfernte sich verhältnismäßig weit von seiner Mutter und schaute fast nie nach, ob sie noch da war. Sie wuchs zu einer selbstbewußten Schimpansenfrau heran, die selbstbewußt mit anderen Schimpansen umging und Spaß an der Sexualität mit den oft jähzornigen Schimpansenmännchen hatte. Flo und ihre erwachsenen Kinder hielten eng zusammen und kamen sich gegenseitig auch in gefährlichen Situationen zuhilfe.

Olly war eine Schimpansenfrau, das dem eigenen Kind oft das Essen wegnahm. Wenn Olly einen Platz verließ achtete sie nie darauf, daß ihr Kind ihr auch folgte. Ihr Schimpansenkind hielt sich immer in der Nähe seiner Mutter, wenn es sie einmal kurz aus den Augen verlor, hatte es richtig Angst - denn einmal hatte es tagelang seine Mutter suchen müssen, ehe es sie endlich wiederfand.

Nicht gelungen ist die Erziehung von Flos nächstem Kind, einem Schimpansenjungen. Flo war schon sehr alt und sie machte einen Fehler, den auch menschliche Mütter mit ihrem letzten Kind oft machen. Sie verwöhnte den Jungen. Als er alt genug dazu war und sie ihre Kraft für sich selber gebraucht hätte, machte sie zwar zaghafte Versuche, ihn zu entwöhnen, hielt diese aber nicht durch. Der Schimpansenjunge entwickelte sich zu einem kleinen Tyrannen, der seine altersschwache Mutter schlug, wenn sie nicht tat, was er wollte.

Schimpansen werden nach 3,5 bis 4,5 Jahren von der Muttermilch entwöhnt. Die Geschlechtsreife tritt mit sieben Jahren ein, mit 13-14 Jahren erfolgt die erste Fortpflanzung. Selbst dreijährige Schimpansenkinder überleben es gewöhnlich nicht, wenn die Mutter stirbt. Es kommt zwar oft vor, daß ältere Geschwister sich um sie kümmern, doch die verwaisten Kinder verlieren ihren Appetit, magern ab und überleben den schweren Verlust oft nicht.1., 2.

Es ist eine bekannte Tatsache in der menschlichen Psychologie, daß Kinder sich um so mehr an ihre Eltern klammern, je schlechter sie behandelt werden. In unserer Zeit in Deutschland, wo es so ist, daß es Kindern in Heimen zumindest besser ergeht als Kindern bei Eltern, die sie fast zu Tode prügeln oder sie verhungern lassen würden, ist das unverständlich. Wenn man sich aber bewußt bleibt, daß in dem meisten Kulturen Kinder die vor dem zehnten Lebensjahr ihre Eltern verloren, kaum Chancen hatten je in eine Lebenssituation zu kommen, in der sie erfolgreich eigene Kinder aufziehen konnten, selbst wenn es Kinderheime gab und daß immer deutlich mehr der Waisen gestorben sind als in richtigen Familien, so wird klar, warum menschliche Kinder heute noch so reagieren wie Ollys Schimpansenkind, wenn Eltern Rabeneltern sind: Sie haben keine Alternative. Der Antrieb für dieses bedingungslose die Eltern respektieren, alles was sie als Liebe bezeichnen selber Liebe nennen und die fraglose Unterwerfung der Kinder unter die Macht und Gewalt der Eltern, ist nicht Liebe sondern Todesangst. Bei mißhandelten und vernachlässigten Menschenkindern ebenso wie bei Schimpansenkindern.

Kinder die so aufwachsen, lernen in ihrer Kindheit, daß man Angst Liebe nennt. Und daß das falsch ist, können sie nicht wissen, denn Liebe ohne Angst haben sie nie kennengelernt.

Das Kribbeln im Bauch, wenn man verliebt ist, ist Angst

So manche Sachen die man in Büchern lesen kann, verwunderten mich. So gab es beispielsweise ein Buch, das hieß "Wenn Frauen zu sehr lieben: Die heimliche Sucht, gebraucht zu werden" - und ich fragte mich verwirrt, wie man zu viel von lieben kann und was das bloß mit gebraucht werden zu tun haben soll. Das ist doch keine Liebe, von was die da reden, dachte ich.

In anderen Büchern las ich oft über ein Kribbeln im Bauch und ich rätselte, was das denn sein könne. Wenn ich mich verliebt hatte, dann gab es da diverse schöne Gefühle aber definitiv kein Kribbeln im Bauch.

Irgendwann sagte eine Bekannte: "Das Kribbeln im Bauch ist Angst." - und nachdem ich darüber eine Weile mit ihr geredet hatte wurde mir so einiges klar.

Angst fühlt man tatsächlich im Bauch. Klar - wenn jemand Liebe nie ohne Angst erlebt hat, hält er diese Angst für Liebe oder für einen Teil der Liebe. Und wenn er dann das Kribbeln der Angst im Bauch spürt, glaubt er er ist verliebt - denn in der Kindheit hat er ja gelernt, daß dieses Angstkribbeln zu den geliebten Eltern gehört. Also muß das Kribbeln doch ein Zeichen für Liebe sein? - Und so lange man dieses Kribbeln allen Ernstes für Liebe hält, verliebt man sich natürlich nur in Partner, vor denen man sich fürchtet. Wenn man sich nicht fürchtet, fehlt ja das Kribbeln und dann kann es doch keine Liebe sein, oder?

Das erklärte mir eine Beobachtung:

Beispielgeschichte, Kersti:

Er hat mich geängstigt und jetzt will ich ihn heiraten

Ich telefonierte mit einer Frau, die als Kind mißbraucht worden war. Ein Mann hatte sie zutiefst geängstigt. Während sie vorher nicht verliebt war, meinte sie jetzt plötzlich, sie würde ihn aber doch mögen und wolle ihn heiraten, damit er aufhört sie unter Druck zu setzen. Ich erklärte ihr, daß das doch dumm ist: Wenn man von einem Menschen bedroht wird, dann zieht man nicht zu ihm hin, sondern nimmt so viel Abstand, daß man sich sicher fühlen kann. Ich hatte nicht das Gefühl, daß sie meine Argumentation besonders überzeugend fand.
Tja ... und jetzt weiß ich, warum sich Kinder von Alkoholikern so oft in Alkoholiker verlieben. Wenn sie das Kribbeln im Bauch für Liebe halten, dann ist das ja kein Wunder!

Kersti

Quellen

VB7. Kersti: Danke für Kritik
VB16. Kersti: Die Bedeutung der Optionhaltung
VB22. Kersti: Jesus: Das Gute wirkt nach anderen Gesetzen
VB46. Kersti: Es muß frustrierend für Jesus gewesen sein ...
VB47. Kersti: Hubbard hat im Grunde das erreicht, wozu er angetreten ist
VB48. Kersti: Das Therapiesitzungs-High
VB58. Kersti: Drei Arten der Disziplin
VB60. Kersti: Der Unterschied zwischen Menschen, die Leben als leiden definieren und Menschen, die tatsächlich über das irdische Leben hinauswachsen
VB62. Kersti: Der typische Verlauf einer Therapie
VB64. Kersti: Entwicklung des Seelengewissens
VB72. Kersti: Was Vergebung nicht ist
VB74. Kersti: Jesus war kein Übermensch - oder - Das größte Hindernis für die Umsetzung von Jesu Lehre
VB92.2.7 Kersti: Ein Segen ist ein rosa angemalter Fluch
VB95. Kersti: Die therapeutische Haltung und ihre Macht
V4. Kersti: Merkwürdige Erfahrungen
V66. Kersti: Was tun, wenn die Falschen an der Macht sind?
V67. Kersti: Entdecke Deine früheren Leben
V68. Kersti: Ich erinnere mich an Jesus - Bin ich jetzt verrückt?
V69. Kersti: Wie häufig sind Impfschäden?
V70. Kersti: Müßt ihr jetzt glauben, daß ich Jesus kannte?
V71. Kersti: Und wenn das mit Jesus ein Irrtum war?
V72. Kersti: Statistiken über Impfungen
V73. Kersti: AKW-Witz
V74. Kersti: Feinstoffliche Wahrnehmung als Synästhesie
V75. Kersti: Glaubst du an Heiligenscheine?
V76. Kersti: Stell dir vor, du wärest von Geburt an blind
V77. Kersti: Buddhistische Begriffe
V78. Kersti: Druiden
V79. Kersti: Ehre und Treue
V80. Kersti: Grundgesetz: Volksherrschaft nicht nur durch Wahlen
V81. Kersti: Grundgesetz: Menschenwürde, Gesundheit, Freiheit   und   Demonstrationen gegen Atomkraftwerke
V82. Kersti: Meinungsfreiheit - Wer könnte Zensur üben?
V83. Kersti: Merkmale des Guten - Merkmale des Bösen?
V84. Kersti: Diebstahlkasse
V85. Kersti: Ideale: Was mir wirklich geholfen hat
V86. Kersti: Lerne die Regeln
V87. Kersti: Leute, die mehr Macht haben, als sie überblicken, neigen dazu:
V88. Kersti: Eine ständige Umverteilung von arm zu reich, ruft folgende Reaktionen hervor:
V89. Kersti: Nicht alles ist käuflich
V107. Kersti: Der Unterschied zwischen konstruktiver und freundlicher Kritik
V111. Kersti: Warum ich "gut" mit "vernünftig" gleichsetzte
V112. Kersti: Telepatie: Jemand, der mich versteht
V141. Kersti: Eine andere Gewaltenteilung: Krieger und Heiler
V142. Kersti: Das Böse ist von Angst erfüllt
V146. Kersti: Wahre Weisheit klingt naiv
V147. Kersti: Erst ihr Gutes macht Sekten gefährlich
V159. Kersti: Warum ich nicht hasse
V166. Kersti: Außenseiter: Das Opfer ist schuld?
V168. Kersti: Meckerrunde
V171. Kersti: Außenseiter: Es tut in der Seele weh, das zu beobachten
V172. Kersti: Ein echt guter Rat
V173. Kersti: Was ist Gewissen?
V222. Kersti: Die L.Kin Schule
V223. Kersti: Option - was mir einmal sehr geholfen hat
V235. Kersti: Was heißt "clear"?
V248. Kersti: Spielverderber - oder - Wer sind die Guten?
V285. Kersti: Keine Liebe ohne "Nein"
V301. Kersti: Um Außenseiter zu integrieren, muß man die Gemeinschaft ändern, die ausgrenzt
V318. Kersti: Option: "Und ich hatte doch recht gehabt!"
V319. Kersti: Was heißt "Ichlosigkeit"?
VA1. Kersti: Sekteneigenschaften als Folge von Ausgrenzung
VA34. Kersti: Ist alles Leben Leiden?
VA35. Kersti: Ich kenne keine Langeweile
VA36. Kersti: Worterklärungen zu Bibel und Kirche
VA47. Kersti: Die verdrängte Wahrheit ist immer schlimmer, als die Deckerinnerung hinter der wir sie verstecken
VA48. Kersti: Direkte Zensur - indirekte Zensur - Gedankenzensur
VA50. Kersti: Denken verboten Schilder...
VA51. Kersti: Es gibt drei Typen von Vorgesetzten
VA53. Kersti: Sind Schläge oder nicht Schläge in der Erziehung wirklich so wichtig?
VA60. Kersti: Kriege fallen nicht vom Himmel
VA170. Kersti: Was die Entscheidung für die Liebe uns schenkt
VA172. Kersti: Jesu Botschaft der Vergebung
VA181. Kersti: Bestandteile des Gewissens
VA199. Kersti: Können Engel böse sein?
VA236. Kersti: Bibelstellen: Das Gebot der Liebe und das innere Licht
VA284. Kersti: Dämonen können besser verzeihen als Engel
VA315. Kersti: Hochbegabung: Warum ich nicht wahllos jeden sozialen Kontakt pflege

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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