erste Version: 9/2020
letzte Bearbeitung: 9/2020

Chronik des Aufstiegs - Mittelalter und frühe Neuzeit: Der versperrte Weg zur Gewaltenteilung

F1840.

Über die Pferde heißt es, der Hengst wäre so gefährlich wie ein Hengst nur sein könnte. Als Kriegspferd hätte ihn sein Besitzer dazu ausgebildet, alle Menschen zu hassen

Vorgeschichte: F184. Kersti: D

Gregor1. erzählt:
Ich stehe an einer Pferdeweide und denke darüber nach, sie zu überqueren. Es wäre eine ziemliche Abkürzung auf dem Weg, der sich den Berg hinunterschlängelt. Andererseits gehen schreckliche Gerüchte über die Pferde und ihren Besitzer um.

Über die Pferde heißt es, der Hengst wäre so gefährlich wie ein Hengst nur sein könnte. Als Kriegspferd hätte ihn sein Besitzer dazu ausgebildet, alle Menschen zu hassen und wenn der Hengst einen auf dem Weg über die Weide erwischt, bringt er einen um. Dabei wäre der Weg über die Weide wirklich eine erhebliche Abkürzung. Zwar steil, aber nicht so steil, daß sich der Umweg lohnen würde.

Ich sah den Hengst an und er erwiderte meinen Blick. Er wirkte zwar stolz, aber eigentlich nicht bösartig. Man konnte es im Grunde probieren. Ich sah mich um, suchte ein saftiges Grasbüschel und versuchte, ihn an den Zaun zu locken. Der Hengst kam. Er war zwar ganz schön am posieren, aber es wirkte nicht wirklich unfreundlich, sondern er sagte mir nur, daß ich Ärger bekommen würde, sollte ich mich an seinen Stuten vergreifen. Ich reichte ihm das Gras und versuchte ihn zu streicheln, was er sich durchaus gefallen ließ. Er war wirklich schön.

Ich deutete an, daß ich über die Weide will, und er wirkte nicht zu ablehnend, also duckte ich mich unter dem Zaun durch und strich ihm danach noch einmal über die Nase. Als ich mich auf dem Weg über die Weide machte, begleitete er mich und achtete darauf, sich immer zwischen Stuten und mir zu halten, aber wirklich bösartig oder auch nur verärgert wirkte er nicht. Nein er war ein völlig normaler Hengst und wenn man zu ihm einigermaßen höflich war, konnte man auch die Weide überqueren, ohne daß etwas passiert.

Ich kroch erneut unterm Zaun durch und verabschiedete mich von dem beeindruckenden Rappen, indem ich ihn noch ein wenig streichelte.

Von da ab ging ich jeden Tag über die Weide, es sei denn ich wäre zusammen mit jemandem anders unterwegs. Meine Komiltonen im Studium waren zwar nette Menschen, aber ich merkte, daß sie nicht in der Lage waren sich gut genug mit Pferden zu verständigen, um nach Pferdeart höflich zu sein und das muß man können, um sicher über diese Weide zu kommen.

Kurz nach meiner ersten Überquerung der Weide brachte eine der Stuten ein Hengstfohlen zur Welt. Ich hätte es mir gerne sofort angesehen, doch diesmal stellte sich mir nicht nur der Hengst in den Weg, die Stute tat dasselbe. Im Grunde war das ja auch verständlich schließlich paßt jede Mutter sehr gut auf ihr Kind auf.

Ein paar Tage später ließ mich nicht nur der Hengst näher an die Stuten, die Stute erlaubte mir auch, ihr Hengstfohlen anzufassen. Ich forderte es zu einem kleinen Spiel auf.

Von da ab wurde ich dann jeden Tag von dem jungen Hengst begrüßt, und er rief mich oft schon von weitem, sobald er mich sah.

Wenn ich die Weide überquerte tanzte er dann regelrecht um mich herum und ich spielte ein wenig mit ihm.

Kersti

Fortsetzung:
F1960. Kersti: D

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben
  1. Er hatte zu dem Zeitpunkt noch einen anderen Namen, ich bleibe aber aus Gründen der Verständlichkeit lieber im gesamten Text bei einem einzigen Namen.