Wir haben etwas Wunderbares erlebt und wollen es weitergeben!
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VB25.
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Ein Lebensgefühl
"Wir haben etwas Wunderbares erlebt und wollen es weitergeben!" war das Lebensgefühl, das mich in der Kulturinitiative Lebendig Leben so angezogen hat. Während der Satz schon eine ehrenwerte Absicht anzeigt und zeigt, daß da jemand auf dem Weg zu etwas Besseren ist, wurde mir erst nach Jahren klar, daß dieser Satz auch anzeigt, daß der Betreffende nur begrenzt weiß, was wirklich gut ist. Oder anders ausgedrückt: in der Schule lernt man als steigerungsform "gut - besser - am Besten" in der Realität gibt es aber auch "richtig scheiße - besser - gerade mal erträglich" und wer nur "richtig Scheiße" kennt hält "gerade mal erträglich" vielleicht noch für "wunderbar", weil er einfach nichts Besseres kennt! Aber selbst das Wort "wunderbar" sagt schon aus, daß das erlebte so weit vom normalen Alltagsleben weg war, daß man das Wort "wunderbar" verwendet, weil einem keine sachlich zutreffenden Begriffe einfallen, wurde mir in vielen Jahren klar.
Vor der Pfadfinderzeit
Aus der Zeit vor der Schule kann ich mich an vieles erinnern, kleine und große Dinge, Sachen über die ich mich geärgert habe und welche über die ich mich gefreut habe, aber nichts was aus meiner heutigen Sicht schwer problematisch war. Daß meine Mutter die Bilderbücher nach dem Prinzip aussuchte, daß auch ein Kleinkind sie verstehen können sollte, aber ein Erwachsener sie auch interessant finden sollte, stellte sicher, daß mein Geist ausreichend gefüttert wurde. Ich kann mich an Bilderbücher erinnern, die wirkliche Bilderbücher waren und Dörfer und die dortigen Geräte zeigenten. eine weitere Reihe an Büchern, die ich auch als Bilderbücher einordnete, da sie auf einer Doppelseiten jeweils ein großes gemaltes Bild und auf der anderen eine Seite groß gerschriebenen Text enthielten. Aus meiner heutigen Sicht waren diese Bücher wohl an Grundschulkinder gerichtet, die sie selber lesen sollten aber meine Mutter las sie uns vor und erklärte wenn nötig das ein oder andere dazu. Als mein kleiner Bruder zur Welt kam zeigte sie mir Bilder in einem Buch, das ich auch für ein Bilderbuch hielt, weil da Bilder von Kindern im Bauch zu sehen waren. Aus meiner heutigen Sicht richtete sich dieses Buch an Ärzte, Medizinstudenten und gebildete Mütter, die etwas über die Fötalentwicklung erfahren wollten, denn die Schrift war klein und die Aufteilung der Seiten war entsprechend. Ich erfuhr also, bevor mein kleiner Bruder zur Welt kam, wie sich die Eizelle in den Eierstöcken bildet, wie die Samenzellen von der Vagina durch die Gebärmuztter zur Eizelle schwimmen und das Ei befruchten. Ich erfuhr wie die Furchung ablief, wie sich der Ebryo formte und zum Fötus wurde, bis hin zum Ablauf der Geburt.|
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Bildquelle: 1.
Solche Bilder sind mir aus dem "Bilderbuch" als Zweijährige vertraut, mir war aber nicht bewußt, daß sie meist von den nicht überlebenden Kindern stammten. Bildbeschreibung: |
Dann kam ich in die Schule. Während mir die ersten beiden Schuljahre insgesamt nicht als schlimm in Erinnerung sind, gibt es einige Hinweise, daß es da schon Probleme gab. Was mir auffiel war, daß ich während des ersten Schuljahres immer erschöpfter wurde und und daß die Sommerferien nicht lang genug waren, um mich wieder zu erholen. Ich hatte deshalb ständig Streit mit meiner Mutter, weil ich nach der Schule erst einmal eine Pause brauchte, während sie wollte, daß ich die Hausaufgaben sofort mache. In den ersten Klassen war ich, glaube ich noch zu jung, um das in irgendeiner Form zu kommunizieren, wo hätte klar sein können, daß und warum das ein Problem war. Danach war die ständige niemals aufhörende Erschöpfung zu normal, um noch hinterfragt zu werden. Ich fühlte mich stänbdig zu Tode erschöpft und konnte mich einfach nicht dazu aufraffen, Hausaufgaben zu machen.
17-jährige Gruppenführer verhindern Ausgrenzung wirksamer als Lehrer
In den vier Jahren, die ich in der Schule ausgegrenzt und geärgert wurde, ist mir kein einziger Lehrer begegnet, der etwas getan hat, was mir irgendwie genützt hätte. Die meisten kamen über ein "sich hilflos fühlen" nicht hinaus, andere haben - meist ohne es böse zu meinen - mit ihrem Verhalten noch zur Verschärfung der Situation beigetragen.V166.
Aus dieser Situation schließe ich, daß die Ausbildung von Lehrern, was den Umgang mit häufigen sozialen Konflikten angeht, miserabel ist. Wenn ein Lehrer eine solche Situation nicht lösen kann, mag das ein prsönliches Problem sein, wenn kaum einer der Lehrer das kann, ist die Ausbildung nicht ausreichend. Die wenigen, die eine Lösung finden, haben dies höchstwahrscheinlich nicht in der regulären Lehrerausbildung gelernt. Sondern beispielsweise bei den Pfadfindern.
Es ist mit Sicherheit wesentlich schwieriger, eine ganze Gruppe von 20 zehn bis vierzehnjährigen Mädchen innerhalb von drei Jahren, dazu zu bringen, daß sie fähig und um der Menschlichkeit Willen bereit ist, Kinder zu integrieren, die zuvor jahrelang ausgegrenzt wurden und deshalb Schwierigkeiten haben, sich einzufügen, als eine Schulklasse dazu zu bringen, daß sie ein Kind integriert, das alle diese Probleme noch nicht gehabt hat und deshalb weitaus weniger schwierig ist.
O4:
Unterbindet Ausgrenzung in der Schule soziales Lernen?,
OI4.
Dennoch haben zwei jugendliche Gruppenführerinnen geschafft, woran alle Lehrer die ich in diesen sechs Jahren hatte, gescheitert sind.
V168. Meckerrunde
Bei Jugendbünden wie Wandervögel und Pfadfinder nimmt, falls es so etwas überhaupt gibt, nur ein Teil der Gruppenführer an Grußppenfüherschulungen teil. Dennoch wird ein weitaus größeres Handlungswissen über Tricks, um Probleme im sozialen Umgang miteinander zu lösen, weitergegeben, als die meisten Lehrer im Laufe ihrer Arbeit je erwerben.
Quellen
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↑Bild V0167.JPG:
File:Human fetus 10 weeks - therapeutic abortion.jpg von
suparna sinha von Flickr
CC BY-SA 2.0 Vielen Dank! Thank you very much!