erste Version: 4/2004
letzte vollständige Überarbeitung: 1-2/2025
letzte Bearbeitung: 4/2025

VA181.

Bestandteile des Gewissens

Inhalt

Übergeordneter Artikel:
VB246. Kersti: Gut und Böse
Dieser Text:
VA181.1 Kersti: Einführung
VA181.2 Kersti: Kognitive Moral
VA181.3 Kersti: Instinktive Moral
VA181.4 Kersti: Spirituelle Moral
VA181.5 Kersti: Intuitiver oder kognitiver Zugang zum Gewissen
VA181.6 Kersti: Interaktionen von Macht, persönlicher Erfahrung und Moralvorstellungen
VA181. Kersti: Quellen

 
Inhalt

1. Einführung

Natürlich habe ich in meiner Kindheit wie jedes menschliche Kind Moralvorstellungen entwickelt. So etwas braucht jedes Mitglied einer sozialen Art. Aber ich war immer wieder irritiert wie anders, widersprüchlich und seltsam die Moralvorstellungen der anderen erschienen. Zunächst fragte ich mich, was durchaus auch normal für Kinder ist, ob ich nicht vielleicht falsch liege, aber das erklärte nicht, warum meine Vorstellungen denen der Erwachsenen ähnlicher zu sein schienen als denen der Kinder. Inzwischen denke ich, daß diese Dauerirritation dadurch entstand, daß ich wirklich in jedem Bereich, der zum moralischen denken und fühlen beiträgt, anders veranlagt bin als die meisten Menschen.

Aus meiner heutigen Sicht gibt es drei Aspekte der Moral, nämlich die intellektuelle, die spirituelle und die instinktive Moral. Von diesen drei Möglichkeiten, handelt es sich nur bei der intellektuellen um ein bewußtes eigenständiges moralisches Urteilen. Die spirituelle und die instinktive Moral Möglichkeit verwenden ein moralisches Urteil aus einer anderen Quelle.

Wer seine moralischen Handlungsanweisungen von einer Autorität oder aus einem allgemeinen Gesetz übernimmt, weiß zumindest wo sie herkommen, nämlich letztlich von anderen Menschen. Wer intuitiv moralisch handelt, indem er tut, was sich richtig anfühlt, ist sich der Quellen seines moralischen Urteils nicht im Einzelnen bewußt. Das heißt aber nicht, daß ein solches intuitives moralisches Urteil deshalb zwangsläufig schlechter wäre. Im allgemeinen ist es so, daß die Intuition auf einen größeren Datenbestand - nämlich unter anderem auf vieles was wir vergessen oder nicht bewußt zur Kenntnis genommen haben, nachdem wir es wahrgenommen haben - zurückgreift, während unser bewußtes Denken und Urteilen weniger anschaut, das aber sorgfältiger prüft.

Fachwissen an sich hat keine moralische Wertung. Es ist nicht gut oder böse, etwas für wahr zu halten, sondern für sich genommen moralisch wertfrei. Allerdings hängt von der Qualität unseres Fachwissens ab, ob wir richtig vorhersagen können, wie sich eine Handlung auf unser Umfeld auswirkt. Je richtiger und vollständiger unser Wissen und je besser wir das verstehen, was wir wissen, desto erfolgreicher sind wir darin unsere moralischen Ziele zu verwirklichen.

Erst bei der Beurteilung der Folgen einer Handlung kommt die Moral ins Spiel. Da erst läßt sich die Frage beantworten, ob diese Folgen gut oder schlecht sind, ob sie langfristig unser Umfeld und unsere Welt verbessern oder zu einem schlimmeren Ort machen und das eben ist das Thema von Moral.

 
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2. Kognitive Moral

Es gibt unser irdisches Wissen über das technische und biologische Funktionieren dieser Welt. Wenn sagen wir mal ein Kleinkind im Kalten Krieg in den Kontrollraum gekrabbelt wäre, von dem aus man die ganzen Raketen abschießen kann und ein paar von den hübschen bunten Knöpfchen dort gedrückt hätte, dann hätte es beim Drücken wohl kaum ein schlechtes Gewissen haben können, weil es gar nicht wissen konnte, was es damit anrichtet. Die Erwachsenen, die tatsächlich dort arbeiten und arbeiteten, sind sich der Verantwortung sehr bewußt und haben deshalb einmal einen Atomkrieg verhindert, indem sie im Zweifelsfall erst noch mal nachgeprüft haben, ob die Raketen, von denen ihre Geräte sagte, sie kämen vom Feind, auch tatsächlich da waren.

Wie sich das irdische Moralverständnis entwickelt, wurde vor allem durch Autor: Lawrence Kohlberg untersucht.

  1. Das Niveau 1 mit den ersten beiden Stufen der Moralentwicklung ist prämoralisch. Auf Stufe eins unterwirft man sich fraglos der Macht, auf Stufe zwei werden erste moralische Konzepte wie Fairneß, Gefälligkeiten erwidern, aber auch Rache für Unrecht eingeführt, ohne sie in ein moralisches System einzuordnen.1. S.26f, S.51ff, S.364ff

  2. Auf Niveau 2 findet sich die Moral der Konventionen und Gesetze. Stufe 3 ist die Moral des guten Kindes, das gute Beziehungen aufrechterhält und die Anerkennung der anderen sucht. Die Konventionen werden auf dieser Stufe durch die geliebte Gemeinschaft und Autoritätspersonen repräsentiert und von diesen übernommen und auswendiggelernt. Es entsteht die Vorstellung, daß die Welt als Ganzes moralisch geordnet ist oder sein sollte. Stufe 4 ist die zugehörige Lehrerstufe. Der betroffene sieht sich selbst jetzt als Fachmann für die Regeln, die durch geschriebene und ungeschriebene Gesetze und Regeln konkreter Gruppen repräsentiert werden. Die bestehenden Gesetze werden nicht infrage gestellt, wohl aber die Autorität von Autoritätspersonen, die gegen diese Regeln verstoßen.Da sie die Konventionen, auf deren Einhaltung sie bestehen, auswendig lernen und sie nicht an den dahinter stehenden Grundsätzen messen, sind sie nicht fähig moralische Regeln von formalen Regeln zu unterscheiden.1. S.26f, S.51ff, S.364ff

  3. Niveau 3 ist das Niveau des Gesellschafftsvertrags. Hier gelangt der Mensch zu einem Verständnis, wie Gesetzessysteme und moralische Systeme konstruiert werden und wird sich bewußt, daß sie unter Menschen ausgehandelt werden. Nachdem ein Mensch in eine Situation gekommen ist, in der die Regeln seines bisherigen sozialen Umfeldes nicht mehr tragen, verhält er sich deshalb vorübergehend ähnlich wie ein Kind auf Stufe 2, und prüft das ganze Moralsystem an diesen grundlegenden Regeln wie Fairneß und Gerechtigkeit. Da ihm bewußt ist, daß es ganze Moralsysteme gibt, hat er an sich selbst den Anspruch, daß er ein solches besitzen muß und er gibt nicht eher Ruhe, bis er sich selber ein solches konstruiert hat, was diesen moralischen Grundsätzen genügt oder das bestehende System für sich nachgebessert hat und er sieht sich berechtigt, mit anderen Menschen gemeinsam ein neues Moralsystem zu konstruieren.1. S.64ff, S.26f, S.51ff, S.364ff Kohlbergs Moralstufe 6 gibt in meinen Augen keinen Sinn. Abweichend von Kohlberg wären Menschen der Moralstufe 6 meiner Ansicht nach die die Gesetzgeber und Morallehrer der Gesellschaft: Menschen die sich bewußt sind, daß eine moralische Entwicklung stattfindet, daß Menschen, die auf Stufe 1-4 stehen noch nicht fähig sind, die bestehende Moral sinnvoll infrage zu stellen, und daß man ihnen deshalb Rahmenbedingungen vorgeben muß, die 1. einfache Regeln vorgeben, die allgemein anerkennbaren Prinzipien entsprechen und 2. dazu anleiten, eine moralische Entwicklung durchzumachen, so weit es die Intelligenz und die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten ermöglichen, möglichst bis zu Stufe 6 der moralischen Entwicklung führt.

  4. Aus meiner persönlichen Sicht müßte das Niveau 4 sich wieder der äußeren Gegebenheiten mehr bewußt werden. Es wird bewußt, daß es nicht reicht, ein hypothetisches perfektes moralisches System zu erfinden und das einzuführen. Man muß auch beachten, was Menschen wie schnell lernen können, wie unsere Instinkte beschaffen sind, auf welche Naturgesetze wir Rücksicht nehmen müssen, wie Ökosysteme funktionieren und daß wir es uns nicht leisten können sie zu zerstören und aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wir müssen unser spirituelles Umfeld wieder mehr wahrnehmen und berücksichtigen und uns - während wir uns unserer persönlichen Verantwortung bewußt bleiben - auf sinnvolle Weise wieder neu in das große Ganze einordnen und dort wo nötig sinnvolle Reformen und Änderungen bewirken. Daneben muß man Menschen auch den Raum bieten, ihre nicht normalen Bedürfnisse zu befriedigen, wenn sie besondere Fähigkeiten oder Behinderungen haben, also in irgendeiner Form außergewöhnliche Menschen sind.
Der Hauptartikel zu kognitiver Moral ist Folgender:
VB217. Kersti: Moral - von der Unterordnung zur Verantwortung

 
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3. Instinktive Moral

Wir haben Instinkte, die unser Sozialverhalten regeln. Instinktives Verhalten ist dasjenige Verhalten, daß körperlich oder körpernah gespeichert ist und sich gemeinsam mit den Genen vererbt. Daher bleiben Verhaltensweisen erhalten, die mit eben den Genen verbunden sind, die dadurch erhalten bleiben. Während Instinkte allein bei weitem nicht reichen, um ein menschliches Leben zu bewältigen, geben sie uns doch eine notwendige Grundlage, ohne die unsere Gesellschaft und unser Familienleben nicht funktionieren würde. Sie statten uns mit einem Grundgerüst an Verhaltenseweisen und Verständigungsmöglichkeiten aus, so daß es beispielsweise bis zu einem gewissen Grade funktioniert, sich mit Händen und Füßen zu verständigen, wenn der andere keine Sprache kennt, die wir auch sprechen. Da wir aber nicht mehr in einer traditionellen Jäger- und Sammlergemeinschaft leben, auf die unser instinktives Grundgerüst zugeschnitten ist, kann es vorkommen daß Instinkte seltsam unpassend oder falsch erscheinen.

Ein zentrales Merkmal einer instinktiven Reaktion ist, daß uns die Gründe für unsere Handlungen sehr unbewußt sind. Körperliche Gegebenheiten und instinktive Reaktionen leiten uns an, etwas zu tun und wir wissen nicht, warum wir das tun. Wenn wir gefragt werden, nennen wir oft Gründe für unser instinktives Verhalten oder treffen Aussagen darüber ,die offensichtlich falsch sind, wenn man beobachtet, wann dieses Verhalten auftritt. Wir empfinden als vernünftig, gut, angenehm oder schön, was uns unter natürlichen Bedingungen nützlich oder sozial hilfreich wäre, wenn wir aber eine bewußte Begründung für unser Verhalten suchen, hat sie möglicherweise keinen Bezug zum realen Grund, warum wir diesen Instinkt besitzen.

Es gibt einen instinktiven Teil, der uns beispielsweise sagt, daß an sich um Babys gut kümmern muß, weil die doch so süß sind. Doch während sich Menschen meist schon instinktiv um ihre Kinder kümmern, tun sie es nicht immer und instinktive soziale Programme führen uns auch manchmal in die Irre.
VB73.1 Kersti: Die Todesangst, die entsteht, weil man sehr schlechte Eltern hat, macht Kinder anhänglich
VA145.6.1 Kersti: "Bin ich undankbar?"

 
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4. Spirituelle Moral

Mir ist die traditionelle Vorstellung begegnet, daß das Gewissen direkt von Gott kommt. Ich selber bin von meiner atheistischen Mutter anders erzogen worden, stellte aber im Laufe der Jahre fest, daß es durchaus Aspekte der Moral gibt, die man so interpretieren könnte.

Gott ist alles was ist und es ist dem Menschen nicht möglich, das alles vollständig zu erfassen, aber man kann sich dem in unterschiedlichem Maße und auf unterschiedliche Weise annähern. Im Gegensatz zur instinktiven Moral, die im Wesentlichen egoistisch motiviert ist und soziale Systweme als Möglichkeit Unterstützung zu bekommen nutzt, ist die spirituele Moral darauf zurückzuführen, daß wir im Grunde alle eins sind, Teil eines Größeren Ganzen. Das kann man auch ganz direkt erleben, auch wenn man dabei nicht ganz bis zu Gott vordringt:
VB243. Kersti: Ich und nicht Ich in Reinkarnationserinnerungen und spirituellen Erfahrungen

Zunächst einmal kann man sich in das Große Ganze einfühlen, indem man sich nach außen öffnet und dadurch offen dafür wird, alles um sich herum telepathisch wahrzunehmen. Das wirkt sich auf unser Verhalten so aus, daß es moralischer wird, wenn wir uns telepathisch in unser Gegenüber einfühlen und mitbekommen auf welche Weise sich unser Handeln auf das Fühlen unseres Gegenübers auswirkt. Indem wir die Freuden, Wünsche, Ängste und Schmerzen mitfühlen, sind wir eher geneigt, auf seine Bedürfnisse einzugehen. Da jeder Mensch ein Teil von Gott ist, ist diese Wahrnehmung Teil des Gewissens. Umfassender wird diese Wahrnehmung, wenn wir telepathisch alles um uns herum wahrnehmen, auch die Pflanzen und Tiere, Steine und Sterne. Dann spüren wir, wie alles miteinander verbunden ist, wie alles sich gegenseitig beeinflußt und fühlen und mit allem verbunden, was um uns ist. Das ist umfassender als sich nur in den Mensch mit dem wir reden einzufühlen und gibt daher ein umfassenderes Gefühl was Gewissen und was Gott ist. Trotzdem fühlen wir uns als wären wir das Zentrum des Universums und nehmen das räumlich naheliegende stärker wahr als das was weit weg ist. Ein ähnliche Wahrnehmung gibt es auch für die Himmel und Höllen, so daß Engel, Dämonen und Fabelwesen in diese Wahrnehmungsart mit einbezogen sind.

Etwas anders funktioniert die Moral über das innere Licht. Man fühlt nämlich in seine eigene Herzgegend, wo die Liebe herkommt. Damit verbindet man sich über seinen eigenen göttlichen Kern mit dem Großen Ganzen. Hier kommt man nicht zuerst mit den Wesen in Kontakt die einem räumlich nahe sind, sondern mit denen, die seelisch nahe verwandt sind. Zunächst verbindet man sich so mit seiner eigenen Seele, über die mit der Gruppenseele und schließlich über immer größere Wesen mit Gott. Über diesem Wege kann man sich besonders gut in seine Seelenverwandtschaft einfühlen und Verständnis für ihre Bedürfnisse entwickeln.

Sowohl die Wahrnehmung über das innere Licht als auch die über die äußere Telepathie können auf unterschiedliche Weise blockiert sein und wenn das der Fall ist, haben die betreffenden Menschen kein direktes Empfinden für Moral sondern müssen sich nach äußeren Regeln richten, um moralisch handeln zu können. Wenn man solche äußeren Regeln vorgibt, damit die, die sie brauchen, wissen, was sie tun und lassen müssen, gibt es Leute die dankbar sind, daß ihnen jemand sagt, was nötig ist, damit man sie anerkennt, es gibt aber auch andere, die sich eher dagegen wehren.

Darüberhinaus wird unser moralischems Empfinden auch aus anderen spirituellen Quellen und Erfahrungen beeinflußt. Auch was wir in früheren Leben über Moral gelernt haben und Erfahrungen die wir selbst in spirituellen Ebenen gemacht haben, gehen in unser moralisches Empfinden und wenn wir uns das bewußt machen auch in unser kognistives moralisches Wissen mit ein.
Es gibt darüber hinaus unser Wissen, das wir selbst aus früheren Leben mitgebracht haben. Wir haben uns auch in früheren Leben Gedanken gemacht, was zu tun und was zu lassen richtig ist und unser heutige moralsiches Urteil wird wesentlich von unseren früheren Erfahrungen und Entscheidungen mitgeprägt, selbst wenn wir keine bewußte Erinnerung daran haben.
VB64. Kersti: Entwicklung des Seelengewissens

 
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5. Intuitiver oder kognitiver Zugang zum Gewissen

Zunächst würde man sicher annehmen, daß nur unserer irdisches Wissen verstandesmäßig erfaßt und verarbeitet wird, während wir den Rest dieser Quellen nur über die Intuition nutzen können. Sehr viele Menschen tun das natürlich auch genau so.

Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Zum einen wird auch unser bewußtes Wissen von unserem Unterbewußtsein mit genutzt, so daß wir auch dieses über die Intuition mit zurückgeliefert bekommen. Zum zweiten gibt es auch Menschen wie mich, die sich bewußt an ihre früheren Leben erinnern und mit Geistern so quatschen wie andere Leute mit ihren Nachbarn. Ich würde mein Gehirn maßlos überlasten, wollte ich mich mit allem was meine Gruppenseele weiß, irdisch bewußt auseinandersetzen. Doch wenn ich zu spezielleren Themen Fragen habe, bekomme ich durchaus sehr klare Antworten, die dann irdisch von mir auf ihre Sinnhaftigkeit beurteilt werden und durchaus auch bei irdischen Entscheidungen mit einfließen.

Es gibt grob gesagt, drei Arten, wie Menschen ihr Gewissen nutzen können

  1. Gewohnheitsmäßiges handeln: Wenn wir gewohnheitsmäßig handeln, machen wir uns gewöhnlich im Zusammenhang mit dieser Gewohnheit wenig bis keine Gedanken um Moral. Die jeweilige Gewohnheit können wir uns aus sehr unterschiedlichen Gründen zugelegt haben, die moralisch sein können oder keinen Bezug zu Moral haben können, aber wenn sie sich einmal eingeschliffen haben, hinterfragen wir Gewohnheiten fast nie.
  2. Intuitiv: Manche Menschen sagen, daß sie fühlen, was sich richtig oder falsch anfühlt und danach handeln. Hinter einer intuitiv gewählten Handlung können ebenfalls sehr unterschiedliche Gründe liegen, die aus Instinkten, früheren eigenen Gedanken oder aus spirituellen Quellen stammen können.
  3. Verstandesmäßig erfaßt: Die Person nutzt ihr bewußtes Wissen und ihre geistigen Fähigkeiten, um einzuschätzen welche Auswirkungen die verschiedenen Handlungsalternativen auf sie selbst und die Umwelt haben und beurteilt die Handlungen, die ihr Umfeld und die Welt als Ganzes zu einem schlechteren Ort machen als moralisch schlecht, die die ihr Umfeld und die Welt verbessern als moralisch gut.

 
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6. Interaktionen von Macht, persönlicher Erfahrung und Moralvorstellungen

Nicht alles, was Menschen für moralisch halten, ist wirklich moralisch.
Beispielgeschichte, Kersti:

Mir war völlig unverständlich, warum "Das tut mir aber weh!" in den Augen meiner Mitmenschen keine ausreichende Begründung war, um eine Handlung zu unterlassen

Mir war völlig unverständlich, warum "Das tut mir aber weh!" in den Augen meiner Mitmenschen keine ausreichende Begründung war, um eine Handlung zu unterlassen, sondern daß sie mit der Begründung "Solche Gefühle gibt es aber nicht!" einfach weitermachten und darauf bestanden, ich hätte mich perfekt zu fühlen und in der Lage zu sein, zu tun, was sie wollten. Zumindest die Logik sollte ihnen sagen, daß niemand das ganze Spektrum der Konflikteskalation durchspielt, damit etwas aufhört, wenn es nicht in irgendeiner Form wehtut!

Im Laufe meines Lebens verstärkte sich diese Irritation, dann ich las in Büchern, daß Autisten, die ganz offensichtlich bei geringsten Anlässen in Panik geraten und in schrilles Geschrei ausbrechen, unterstellt wurde, sie hätten keine Gefühle. Ist Panik etwa kein Gefühl??? Es wurde behauptet, das Autisten, die wenn sich die soziale Situation ändert oder sie von ihren Eltern getrennt werden, häufig erst beginnen, die krankhaften Teile der Autismussymptome zu zeigen, unterstellt wurde, sie würden keine Beziehungen aufbauen und keine sozialen Beziehungen wünschen. Ich las, daß taube Kinder oft für dumm gehalten wurden, bis hin zu, daß sie statt in eine Schule für Hörbehinderte in eine für geistig behinderte Kinder kommen konnten.

Warum unterstellen Leute, die so rücksichts-, herz- und gefühllos sind, Leuten wie mir Rücksichts-, Herz- und oder Gefühllosigkeit? Ich zumindest höre nicht auf Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer zu nehmen, wenn ich sie nicht verstehe, normale Menschen tun aber so, als würden diese Bedürfnisse nicht existieren.

Die meisten Menschen die so reagiert haben, wollten mir nicht wirklich etwas Böses, trotzdem haben sie ihre Macht - die teilweise darauf beruhte, daß ich einfach anders war als die Mehrheit und deshalb einer Minderheit mit anderer Veranlagung angehörte - dazu mißbraucht, mir meine Bedürfnisse abzusprechen. Viele dieser Probleme entstanden aus meiner Hellsichtigkeit und Hochsensibilität die sich in meiner Kindheit als ADHS äußterte.
VA238.1 Kersti: Das subjektive Erleben bei ADHS
V40. Kersti: Eine Kindheit mit feinstofflichen Wahrnehmungen: Als käme ich von einem anderen Stern
Dies geschieht oft erschreckend unbewußt, aber als Mitglied einer solchen Minderheit, die andere Bedürfnisse hat als die Mehrheit, ist es kaum möglich, sich dagegen zu wehren.

Noch extremer wird das wenn ein erhebliches Machtgefälle vorhanden ist, da dann häufig ein Protest gegen solche Zumutungen auch noch bestraft wird. In ihren Büchern beschreibt Autor: Alice Miller das bezogen auf Kindererziehung4., 5., 6.. Autor: Susan Brownmiller hat dies im Zusammenhang mit Vergewaltigungen dargestellt1., aber es findet genauso bei Sklaverei statt3. und taucht in diesem Zusammenhang auch in meinen Reinkarnationserinnerungen auf.
FI39. Danien Wolf: Inhalt: Geliebte Malzeiten
FI75. Ills ssa Tonar: Inhalt: Die Liga für die Rechte unserer gehorsamen Menschen
FI62. Kersti: Inhalt: Eine Schule der Hingabe
FI20. Kersti: Inhalt: Das Recht auf eigene Gefühle
Kurz gesagt ist es bei einem Machtgefälle so, daß die Täter oft ihre Macht mißbrauchen um durchzusetzen, daß sie ungestört verdrängen können, daß sie sie Böses tun, indem sie verlangen, daß das Böse für gut erklärt wird. Dies führt zu einer gesellschaftlichen Verdrängung, die bewirkt, daß die Verbrechen der Mächtigen von der Gesellschaft als weitaus harmloser wahrgenommen werden, als die der Machtlosen der Gesellschaft. Im Extremfall entstehen so Phänomene, wie daß man den sozialhilfeempfänger oder den Flüchtlingen, also den machtlosesten Personen in unserer Gesellschaft die Schuld an den gesellschaftlichen Problemen in die Schuhe schiebt. Das ist nicht und kann nicht sein, dazu fehlt ihnen die Möglichkeit!

Kersti

Quelle

Dieser Artikel beruht auf dem Wissen meiner eigenen feinstofflichen Anteile.
VA299. Kersti: Fragen beantworten: Das Wissen der eigenen feinstofflichen Anteile
  1. Autor: Lawrence Kohlberg (Herausgegeben von Wolfgang Althof, Gil Noam und Fritz Oser): Buch: B125.2 Die Psychologie der Moralentwicklung. (1996) Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag. ISBN 3-518-28832-6
  2. Autor: Susan Brownmiller: Buch: B149.10 Gegen unseren Willen. Vergewaltigung und Männerherrschaft. (1980) Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, ISBN 3-596-23712-2
  3. Autor: Marilyn French: Buch: B149.11 Jenseits der Macht. Männer Frauen und Moral. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, ISBN 3 499 18488 5
  4. Autor: Alice Miller: Buch: B100.1 Das verbannte Wissen. Frankfurt am Main: Suhrkamp, ISBN 3-518-02227-X
  5. Autor: Alice Miller: Buch: B101.1.1 Am Anfang war Erziehung (1992) Frankfurt am Main: Suhrkamp. ISBN 3-518-37451-6
  6. Autor: Alice Miller: Buch: B101.1.2 Der gemiedene Schlüssel (1988) Frankfurt am Main: Suhrkamp, ISBN: 3518022261

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, Internetseite: https://www.kersti.de/, E-Mail an Kersti_@gmx.de