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letzte vollständige Überarbeitung: 8-11/2024
letzte Bearbeitung: 11/2024

VB31.

Verwechseln die Menschen Religion und Wissenschaft?

Inhalt

Übergeordneter Artikel:
Dieser Text:
VB31.1 Kersti: Einführung: Medizin - Religion oder Wissenschaft?
VB31.2 Kersti: Verschwörungstheorien und Denkverbote
VB31.3 Kersti: Das Bildungsproblem und der blinde Glaube
VB31.3.1 Kersti: Ist zu wenig Bildung die Erklärung für diesen blinden Glauben?
VB31.3.2 Kersti: Das hochgeistige Small-Talk-Niveau
VB31.3.3 Kersti: Die Bildung der allgemeinen Bevölkerung
VB31.3.4 Kersti: Die Bildung von Hochschuldozenten
VB31.3.5 Kersti: Reinkarnationserinnerungen zum Thema Bildung meiner Kollegen
VB31.3.6 Kersti: Leben mit weniger Intelligenz als ich: Das geht eigentlich gar nicht, aber es funktioniert doch!
VB31.4 Kersti: Wenn Menschen in ihrer Entwicklung des Weltbildverständnisses noch nicht weit genug vorgedrungen sind, verwechseln die glauben mit wissen
VB31.5 Kersti: Verdrängung: Wenn man glauben will, daß etwas nicht wahr ist
VB31.6 Kersti: Psychologische Probleme: Kollektive Verdrängungen
VB31. Kersti: Lösungsansätze
VB31. Kersti: Quellen

 
Inhalt

1. Einführung: Medizin - Religion oder Wissenschaft?

In den 90ger Jahren hatte ich Erlebnisse, die mich zutiefst schockierten, weil sie allem widersprachen, was ich als richtige Meinungsbildung in meinem Elternhaus schon im Grundschulalter gelernt hatte. In der ersten Version dieses Artikel auf meiner Internetseite schrieb ich daher:
Beispielgeschichte, Kersti:

Medizin - Religion oder Wissenschaft?

In den 90ger Jahren las ich mehrere Bücher, die belegen, daß Impfungen mehr schaden als nützen 1., 2., 3.. Ich fragte zwei Ärztinnen nach Büchern, die beweisen, daß Impfungen sinnvoll sind. Die eine (sie sollte mich über Impfungen aufklären) erzählte, davon gäbe es Berge, konnte mir aber keines nennen - die andere fragte mich verständnislos, warum ich mir bei einem so nebensächlichen Thema so viel Arbeit wie für eine Doktorarbeit machen wolle. Sie hat einen Doktortitel. Ich hielt das für ganz normale Meinungsbildung. Ich fragte mich: Ist Medizin eine Religion, wo jeder Arzt unhinterfragt an die herrschenden Lehrmeinungen glaubt? 1986 wurde Hamer wegen "Nicht-Abschwörens und Sich-nicht-Bekehrens zur Schulmedizin" die Approbation entzogen.

Beinahe ebenso schockierend fand ich, daß mir regelmäßig geraten wurde, man müsse doch den Fachleuten vertrauen, wenn ich konkrete Beweise wiedergegeben hatte, daß Zweifel angebracht sind.
V150. Kersti: Den Fachleuten vertrauen?
Komischerweise dachten Heilpraktiker bei dieser oder vergleichbaren Fragen wissenschaftlicher:
V32. Kersti: Heilpraktiker sind realistischer als Ärzte
Dabei gibt es zu naturheilkundlichen Methoden weniger wissenschaftliche Forschung als zu konventionellen Methoden.
V35. Kersti: Warum es in der Naturheilkunde wenig placebokontrollierte Doppelblindstudien gibt
Noch schockierender fand ich, daß ich einfach keine Beweise fand, daß Impfungen tatächlich nützlich sind.
V96. Kersti: Suche nach Beweisen für den Nutzen von Impfungen
V296. Kersti: Impfen: Überwiegt der Nutzen den Schaden?
Und das ging mir auch nicht nur mit diesem Thema so:
V5. Kersti: Braucht Schulmedizin keine Beweise?
Da ich definitiv nicht alles Schulmedizinische für schlecht hielt, betonte ich im selben Artikel:
Man sollte nicht vergessen, daß es bei Unfallverletzungen keine besseren Methoden gibt, als das schulmedizinische Wiederzusammenflicken und in manchen Situationen schulmedizinische Medikamente notwendig und lebensrettend sind. Die Schulmedizin hat nicht ALLES Wissen der Menschheit über Gesundheit und Krankheit gesammelt - wenn Ärzte nicht weiterwissen, gibt es oft Heilpraktiker, die die Krankheit heilen können. Oder umgekehrt: kein Heilpraktiker hat die Weisheit für sich gepachtet. Allerdings gibt es erheblich mehr von der Schulmedizin nicht anerkannte Methoden als anerkannte. Suchen lohnt sich! Für beinahe jedes Problem wurde schon eine Lösung gefunden.

Meine Vorstellung, was für diese Erfahrung verantwortlich war, hat sich im Laufe der Jahre verändert.

 
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2. Verschwörungstheorien und Denkverbote

Der zunächst naheliegenste Gedanke schien zu sein, daß wir absichtlich belogen werden.
V33. Kersti: Wissenschaftliche Arbeit, Doktortitel und Verschwörungstheorien
V34. Kersti: Medizin: Bitte informiert euch...
Passend zu diesem Schreck über den Zustand der medizinischen Wissenschaft erschienen damals die Buch: Geheimgesellschaften von Autor: Jan van Helsing4., 5. und wurden mit einer Begründung verboten, die für mich sehr offensichtlich falsch war6..
VB109. Kersti: Helsing hat keine rechte Einstellung, ist aber auf die Propaganda des Dritten Reiches zu angeblichen Verschwörungen der Juden gegen Deutsche hereingefallen
Da ich in der Schule gelernt hatte, daß die Meinungsfreiheit eine wesentliche Grundlage der Demokratie und der Wissenschaft ist, erschütterte das mein Vertrauen in die Gesellschaft.
V165. Kersti: Meinungsfreiheit - ein Luxus?
Während das vorher für mich eine mögliche Erklärung für den Zustand der Welt war, empfand ich dieses Bücherverbot - wie es vielen anderen Menschen und Helsing selbst offensichtlich auch ging - als Beweis für diese These.
VA232. Kersti: Gesellschaftliche Ausgrenzung und Verschwörungstheorien

Beginnend mit dem Studium wurde mir klar, daß die gelegentlichen Lügen und bewußten Irreführungen, die es auch in der Wissenschaft gibt, nicht die Hauptursache für dieses Problem sind.

V243. Kersti: Ist die Schulmedizin wirklich so schlecht, wie das hier auf meiner Internetseite erscheint?

 
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3. Das Bildungsproblem und der blinde Glaube

3.1 Ist zu wenig Bildung die Erklärung für diesen blinden Glauben?

Das zweite Problem was ich für das Phänomen verantwortlich machte, war das Bildungsproblem. Die meisten Menschen, so stellte ich fest, haben viel weniger Bildung, als ich als Kind und junge Erwachsene geglaubt hatte, daß sie sich ein Mensch im Laufe der Jahre erwerben würde.

 
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3.2 Das hochgeistige Small-Talk-Niveau

Ich habe immer ausgesprochen viel gelesen und konnte die ersten 30 Jahre meines Lebens meinen Lesehunger trotzdem nicht wirklich stillen. Wie weit ich vom Durchschnitt der Bevölkerung weg war, wurde mir aber erst nach und nach bewußt. Ich habe die Menschheit als Ganzes und die Bildungsschicht im besonderen jahrzentelang für weitaus intelligenter und gebildeter gehalten, als sie im Durchschnitt sind und war regelmäßig sprachlos, wenn mir Beweise begegneten, daß sie weitaus weniger wissen und verstehen, als ich gedacht hätte. Das Wort sprachlos ist hier sehr wörtlich zu verstehen. Ich war, wenn mir so etwas im Gespräch begegnet ist, so verblüfft, daß mir keine Antwort eingefallen ist, die nicht als persönlicher Angriff oder als Abwertung mißverstanden worden wäre und habe deshalb lieber gar nichts inhalliches gesagt, sondern mich auf Signale, daß ich zuhöre und verstehe, beschränkt. Daß mit dem Vrstehen war natürlich nur beschränkt richtig, denn nachvollziehen, warum ein Mensch nichtr unb

Die Reaktionen, die ich auf meine Gesprächsbeiträge häufig bekam, waren genauso unverständlich wie dieses gar nichts sagen und nur Zuhörgeräusche machen, aber weitaus unfreundlicher. Die Leute haben mir regelmäßig signalisiert, daß meine Gesprächsbeiträge ihnen nicht gefallen und bösartig reagiert oder mir das Wort verboten. Sie haben behauptet, daß ich zu viel reden würde, wenn ich tatsächlich nicht mehr geredet habe als meine Gesprächspartner. Sie haben nur bei mir behauptet, ich würde dazwischensprechen, wenn die anderen das tatsächlich genauso getan haben. Sie haben behauptet, ich würde ständig vom Thema abkommen, wenn ich tatsächlich inhaltlich genau an den vorhergehenden Gesprächsbeitrag angeknüpft hatte. Außerdem wurde mir immer wieder gerade dann, wenn ich verunsichert war, unterstellt ich wäre arrogant. Und das tat nicht nur eine Gruppe sondern viele. Meine Rückfragen was denn ihr Problem mit mir sei und was ich genau ändern solle, ergaben keine verständlichen Antworten. Es war mir ein Rätsel, was sie wollten. Auch Gesprächbeiträge nachzählen und genau beobachten, vergrößerte das Rätsel nur, denn was sie behaupteten, was ich falsch mache, machte ich tatsächlich genau so, wie es die anderen taten. Was also war das Problem? In den 25 Jahren, in denen mir das regelmäßig begegnete, konnte ich die über die Jahre gesammelten sachdienlichen Hinweise zur Lösung des Rätsels an einer Hand abzählen. Die meisten Informationen fand ich aber in Büchern oder kam darauf als Nebenwirkung anderer Experimente.

Eigentlich habe ich von denjenigen, die mit meinen Gesprächsbeiträgen nicht einverstanden waren, nur ein einziges mal einen sachdienlichen Hinweis erhalten: Ein Pfadfinder sagte mir im Gespräch, daß ihm das aber zu anstrengend sei, er wolle kein hochgeistiges Gespräch führen. Ich war verblüfft, denn das war mir nicht wie ein hochgeistiges Gespräch vorgekommen, sondern gerade interessant genug, um in den Fluß zu kommen und leicht vor mich hinlabern zu können.

Viel habe ich aus den Kritiken gelernt, die ich bei den "Freunden von Darkover" zu meinen Geschichten erhielt. Da lernte ich so Dinge, wie daß wenn jemand wütend etwas über den eigenen Text sagt, daß völlig unverständlich ist und sich auch inhaltlich nicht auf den Text zu beziehen scheint, obwohl es angeblich eine inhaltliche Kritik sein soll, dann hat derjenige den Text nicht verstanden. Da bekam ich erklärt, daß ich Leute häufig überfordere indem ich dem Text eine zu komplizierte Struktur gebe, die den Leser nur verwirrt. Oder: Dein Text enthält für einen Fantasyroman zu viele Fantasyelemente, das überfordert deine Leser geistig. Da wär ich nicht drauf gekommen.

Option lernte ich als eine gesprächstherapeutische Methode kennen, deren Zweck es war, überhaupt keine Hinweise zu geben, was der Therapeut denkt und keinerlei Bewertungen abzugeben, damit der Patient zu seinen eigenen Lösungen findet.
V26. Kersti: Option-Fragen
Ich stellte fest, daß diese Methode Wortwechsel im Alltag wesentlich einfacher gestaltete, wenn man die Fragen bleiben ließ, die in einem normalen Gespräch komisch oder zu persönlich erschienen wären. Die Leute hatten dann das Gefühl ein tolles Gespräch geführt zu haben und merkten gar nicht, daß ich eigentlich gar nichts gesagt hatte. Ich fand das seltsam. Mich hätte das extrem gestört, wenn mein Gegenüber eigentlich gar nichts sagt und trotzdem ständig labert! Das wäre der Anlaß, wenn ich anderen gesagt hätte, daß sie zu viel reden. Ich fragte mich, warum sie mit mit vielen Worten nichts sagen so zufrieden sind.

Ein weitere wichtige Erkenntnis, lieferte es mir, als ich für "Idee und Bewegung" die Redaktion für ein Heft zum Thema Außenseiter übernahm. Einer der Artikel, die im Heft enthalten waren, handelte davon, daß hochbegabte Ausgrenzungserfahrungen machen und zwar genau die, die ich auch gemacht habe. Ich kam daher zu dem Verdacht, daß mein Kernproblem sein könnte, daß ich hochbegabt bin.
O6: Kersti: Hochbegabung als Verständigungshindernis, OI6.
Ich glaube, daß alle Hochbegabten das Probleme haben, die aus Hochbegabung entstehen. So lange sie aber sonst keine außergewöhnlichen Probleme haben, sind sie in der Lage diese Probleme zu kompensieren, weil Hochbegabung an sich einfach nur bedeutet, daß man andere Probleme in der Schule hat als die normal begabten Mitschüler. Statt daß der Schulstoff an manchen Stellen zu schwierig ist, ist er zu einfach und deshalb schwer zu ertragen. Wenn aber außergewöhnliche Begabungen mit außergewöhnlichen Schwächen oder sozialen Problemen gekoppelt sind, dann wird dem Hochbegabten sowohl seine Hochbegabung als auch seine Behinderung oder sein Problem abgesprochen, während ihn beides im schulischen Umfeld schon an sich belastet. Ich habe von Lehrern außergewöhnlich oft erzählt bekommen, ich wäre dumm, nicht weil ich dumm gewesen wäre, sondern weil sie durch meine Intelligenz verunsichert waren. Anders ausgedrückt: Ich wurde oft arrogend und dumm genannt, war aber tatsächlich verunsichert, und gemittelt über alle intellektuellen Fähigkeiten hochbegabt. Meine Schwächen: Ich bin schlecht in Sport, habe eine Form der Legasthenie, die ausschließlich das schreiben behindert, war Mobbingopfer und habe ADHS. Meine Stärken: Ich habe eine künstlerische Begabung, bin sehr kreativ, habe eine Fähigkeit zu vernetzem Denken und ein räumliches Vorstellungsvermögen, das den üblichen Rahmen an Fähigkeit nach oben sprengt und beides nicht durch einen Intelligenztest sinnvoll gemessen werden kann. Darüber hinaus bin ich auch noch hellsichtig. Obwohl ich im Gymnasium wegen keiner meiner Schwächen oder Stärken Entlastung erfahren habe, habe ich ein Abitur mit einer eher durchschnittlichen Benotung und das, obwohl ich in den allermeisten Fächern nie Hausaufgaben gemacht habe. Neben der Tatsache das mein Gymnasium in Hann Münden als das Schwierigste in Niedersachsen galt, war daß von den meisten Lehrern weder Hausaufgaben noch Hefte kontrolliert wurden mit Sicherheit eine der wichtigsten Entlastungen für mich, weil ich mich dann außerhalb der Schule mit interessanten Büchern beschäftigen konnte, statt mit diesem sterbenslangweiligen Schulstoff. Trotzdem dache ich am Ende nur: "Nie wieder Schule!" und hielt das zehn Jahre durch.

Ich glaubte immer, ich hasse Small Talk. Über meine Internetseite lernte ich dann Leute kennen, die eben anriefen, weil ihnen meine Internetseite gefallen hat. Plötzlich riefen wildfremde Leute an und ich habe die ganze Nacht mit ihnen telefoniert. Ich bekam Freundschaften mit Leuten, die mich nicht wie sonst immer erzählten, ich wäre ja sooo kompliziert, sondern im Gegenteil "Du bist so herrlich unkompliziert!" Sie wollten meine Gedanken zu allem möglichen und unmöglichen hören und erzählten Dinge, die auch interessant waren und nicht sterbenslangweilig wie das, was ich bisher immer so in Gesprächen zu hören bekommen hatte. Mir wurde klar, daß ich mich mit diesen Leuten durchaus auch über das Wetter und andere Small-Talk-Themen unterhalte, daß mein Problem also nicht Small-Talk oder nicht Small-Talk war, sondern daß die Gespräche mit den meisten Leuten so anstrengend waren, weil sie nicht nur ein anderes Small-Talk-Niveau hatten, sondern auch noch aggressiv reagierten, wenn es mir nicht gelang, ihr Niveau zu treffen. Und das ist mir trotz aller Mühe nicht gelungen, denn es ist tatsächlich genauso schwierig sich an ein Small-Talk Niveau anzupassen, das so niedrig ist, daß es außer Rufweite ist, wie es schwierig ist, sich an eines anzupassen, was einem wie ein hochgeistiges Gespräch vorkommt. Nur kann man aus einem hochgeistigen Gespräch vielleicht noch etwas lernen, während man sich bei einem Gespräch auf einem viel zu niedrigem Niveau gleichzeitig langweilt und sich anstrengt, um den anderen nicht zu überfordern. Das macht man, wenn man muß, aber man tut es ganz bestimmt nicht zum Vergnügen!

 
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3.3 Die Bildung der allgemeinen Bevölkerung

Das erste Mal machte ich den Fehler in der Grundschule. Ich hatte seit Beginn der zweiten Klasse ein Buch pro Woche gelesen und fand es gemein, daß wir in der Schülerbücherei nicht mehr Bücher ausleihen durften als eben dieses eine pro Woche, weil das doch nie reicht. Überhaupt hatte ich bis zur Einführung des Internets immer das Gefühl geistig zu verhungern und meinen Wissenshunger nicht stillen zu können. Als ich begann Druckschrift zu lesen und in einem anderen Dorf in die dritte Klasse kam steigerte sich der Lesekonsum erheblich: Ich konnte im Ort in der Gemeindebibliothek und der Evangelischen Gemeindebibliothek Bücher ausleihen und auch die Bücher im vollen Bücherschrank meiner Eltern wurden plötzlich lesbar. Meiner Einschätzung nach las ich damals mindestens jeden zweiten Tag ein Buch und das änderte sich erst, als eine unübersehbare Zahl an wissenschaftlichen Artikeln im Internet verfügbar wurden. Dazu kam die Zeitschrift "Tier", die damals, als noch Horst Stern die Redaktion leitete, ein höheres Niveau hatte als heute. Wenn meine Grundschullehrerin mir meine Fragen nicht beantworten konnte und mir erzählte, ich wolle sie ärgern, kam ich aber im Traum nicht auf den Gedanken, daß ich sie verunsichern könnte, weil mehr gelesen haben könnte als sie, sondern war selber völlig verunsichert, weil ich nicht wußte warum sie plötzlich so komisch und gemein war.
VB136.1.1.7 Kersti: Stufenbezogenes Handwerkszeug und emotionale Reifung: Grundschulkinder stellen ihren Lehrer nur ernsthaft infrage, wenn sie es nicht vermeiden können!
Ich dachte damals, daß jemand, der viel liest wie ich, jeden zweiten Tag ein Buch liest wie und daß jemand, der wenig liest, vielleicht ein Buch pro Woche liest. Den ersten Hinweis, wie weit ich damit daneben lag, gab mir ein Klassenkamerad, der eine Gymnasialempfehlung bekommen hatte - im Gegensatz zu mir übrigens, auch wenn für mich die Realschule ganz bestimmt die reinste Katastrophe geworden wäre, während das Gymnasium mir wesentlich einfacher vorkam als die Grundschule. Er sagte mir nämlich gegen Ende der Förderstufe, daß er jetzt zum ersten Mal ein ganzes Buch gelesen hätte. Ich war völlig verblüfft und sagte erst einmal gar nichts, weil ich mir überhaupt nicht hatte vorstellen können, daß es so etwas geben könnte. Nachdem ich das Gymnasium erfolgreich abgeschlossen hatte, las ich in den 90ger Jahren, daß etwa 5% der erwachsenen Bevölkerung Analphabeten sind. In dem Text stand, das wären nicht unbedingt die dümmsten Menschen, es läge meist daran, daß sie in der Zeit, in der sie eigentlich hätten lesen lernen sollen, familäre Probleme gehabt hätten oder daß anderen Dinge schief gelaufen wären.

Ein Jahr lang las ich den Spiegel und den Stern wöchentlich, dann wurde ich mißtrauisch. "Es kann doch nicht sein, daß hinter allem, was so passiert, immer wieder die gleichen Motive stehen." dachte ich mir. Natürlich gibt es allgemein menschliches, aber ich denke noch heute, daß wenn eine solche Zeitschrift realistisch wäre, dann hätten die Analysen der Autoren so unterschiedliche Motive ergeben, wie man sie findet, wenn man ganze Bücher sehr unterschiedlicher Autoren zu den unterschiedlichen Themen liest und das taten sie eben nicht. Die Zeitschrift "Idee und Bewegung" bei der ich seit ich 14 war ehrenamtlich mitarbeitete, deckte zwar ein deutlich weiteres Spektrum an Sichtweisen ab, begann aber, als ich etwa 30 war, mir nach und nach ebenfalls zu eng zu erscheinen. Die Redaktionssitzungen, deren meiste Teilnehmer etwas älter als ich oder aus der Generation meiner Eltern waren, waren interessanter als das Heft, da wir unsere Leser sonst überfordert hätten und wurden mir etwas später geistig zu eng.

 
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3.4 Die Bildung von Hochschuldozenten

Seit ich 14 war habe ich wissenschaftliche Literatur gelesen, die ich als Jugendliche aus dem Bücherschrank meiner Eltern oder später in einer Buchhandlung gefunden und gekauft habe. Ich bin nicht auf den Gedanken gekommen, daß all die interessanten Bücher in der Universitätsbibliothek stehen könnten, da mir fast bis zum Beginn des Studiums nicht bewußt war, daß man diese tollen Bücher wissenschaftliche Literatur nennt. Daher habe sie bei weitem nicht so oft gefunden, wie ich sie gerne gehabt hätte. Als ich dann studiert habe brauchte ich nur an einem beinahe beliebigen Bücherregal in der Unibibliothek vorbeizugehen um gleich einen ganzen Stapel Bücher in der Hand zu haben, die ich unbedingt lesen wollte. Das allerdings waren definitiv zu viele um sie in derselben Zeit alle zu lesen, in der ich sie ausgeliehen habe.

2001 bis 2004 habe ich Physik und Biologie auf Lehramt fürs Gymnasium studiert. Der Grund dafür war, daß Gymnasialstudenten zwar weniger Veranstaltungen pro Fach besuchen, an sie aber dieselben inhaltlichen Ansprüche gestellt werden, wie an Diplomstudenten. Außerdem hatte man nicht nur ein Fach im Studium sondern mehrere: Biologie, Physik und Sozialwissenschaften im Grundstudium. Ich hatte naiverweise angenommen, daß Professoren auch in der Freizeit Literatur auf wissenschaftlichem Niveau lesen, weil ich das auch tat. Ich führte zwar das ein oder andere interessante Gespräch mit Universitätsprofessoren, mit den Studenten konnte ich aber typischerweise gar nichts anfangen.

Die verschiedenen Professoren lieferten zwar in ihrem Fachgebiet wie erwartet interessante neue Gedanken. Zu meinem Entsetzen hatten sie aber außerhalb ihres eigenen Fachgebietes ziemlich dieselben Meinungen wie unsere Gymnasiallehrer desselben Faches uns in der Schule erzählt haben. Ich hörte in einer Cafeteria eine Gespräch zwischen zwei Wissenschaftlern mit, daß es ja nicht einmal möglich sei im eigenen Fachgebiet alle relevante Literatur zu lesen. Mir fiel auf, daß ich, wann immer ich zu einem beliebigen Thema etwas im Studium oder auf meiner Internetseite schrieb, immer wieder aus anderen Fachgebieten zum Thema des wissenschafltichen Spezialgebietes wichtige Informationen wußte, zu denen ich auch problemlos eine fundierte Quellenangabe liefern konnte, die keinem der Wissenschaftler dieses Spezialgebietes aufgefallen waren. Nachdem mir dann auch noch Diskussionen vom Typ "jeder schreibt einen wissenschaftlichen Artikel" mit den Beweisen seiner Meinung in wissenschaftlichen Fachzeitschriften begegnet sind, wo das Diskussionsklima so aufgeheizt war, daß die Teilnehmer sich nicht eimal die Begründungen der Gegenmeinung richtig durchgelesen zu haben schienen, brachte mich das nach und nach auf eine andere Erklärung: Eine sachgemäße Diskussion ist kaum möglich, da selbst Wissenschaftler außerhalb und seltener innerhalb ihres Fachgebietes zu wenig lesen, um alle relevanten Fakten zu bedenken.
VB191.6 Kersti: Ausschließlich negative Versuchsergebnisse bei der Frage ob die Unterstützen bei der Gestützten Komunikation selber schreiben: Ein Versuchleitereffekt?
VB136.3.4 Kersti: Skeptikervereine - oder - wenn man die Wissenschaft als Religion mißbraucht
Noch schlimmer ist ein Effekt, der mir zuerst beim Vergleich zwischen medizinischen Fachzeitschriften und den abgelegeneren Fachgebieten auffiel und zu dem es tatsächlich auch wissenschaftliche Artikel gibt. Je wichtiger das Forschungsgebiet, desto schlechter die Foschung! Das heißt, in der Medizin wird zwar weitaus mehr geforscht als beispielsweise zu flugunfähigen Vögel auf einsamen Inseln, aber es begegnen einem in medizinischen wissenschaftlichen Fachzeitschriften auch viel öfter Verhaltensweisen, die mit Wissenschaft nun wirklich nicht zu vereinen sind, als in biologischen Wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Derselbe Effekt tritt auch in Wikipedia auf viel niedrigerem Niveau auf. Wichtige Artikel, die jeder liest, sind normalerweise halbgesperrt, weil sonst 14-jährige Schüler reinschreiben, was sie gerade Falsches in der Schule gehört haben. Es gibt allerdings auch bei Wikipedia diverse Jugendliche, die sehr fundierte Beiträge liefern.

 
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3.5 Reinkarnationserinnerungen zum Thema Bildung meiner Kollegen

In meinen Reinkarnationserinnerungen bekam ich als mein eigenes früheres ich oft Menschen herein, die einen ebensolchen Lesehunger haben wie ich. Ich sehe mir aber auch die Erlebnisse der Leute an, die mit meinen früheren Ichs interagieren und häufig Vorgesetzte waren. Das war für mich teilweise sehr erhellend.
F1421. Jack: "Ich habe gesagt, daß man, wenn man so lange lebt, oft denkt, warum müssen diese vermaledeiten Erdenmenschen ihre Sprache schon wieder so verändert haben, daß man sie richtig neu lernen muß!" übersetzte er
Diese Gesprächspartner schrieben nämlich oft, daß sie geglaubt hatten, daß niemand so viel lesen kann, wie ich das gewohnheitsmäßig tat. Im direkten Gespräch hatten sie aber gewöhnlich getan, als würden sie wirklich lesen, was ich ihnen empfahl und nicht nur die kürzeste Zusammenfassung überfliegen, die in meiner Literaturliste stand. Auch da war es so, daß sie mir gewöhnlich einfach nicht verraten hatten, wie weit meine Lesegewohnheiten vom Durchschnitt weg waren, so daß ich davon eine völlig falsche Vorstellung hatte.
F2314. Geron Steinwerker: Danien hat lauter gruselige Sachen erzählt, die ich gar nicht glauben kann
F1429. Darril: Ich hatte den Verdacht, daß er seine völlig eigenen Vorstellungen hatte, wie die Politik der Vereinigten Staaten auszusehen hätte und entsprechend dieser Vorstellungen dieses Land zu regieren versuchte
Wenn allerdings jemand mal verraten hat, daß andere Leute wesentlich weniger lesen als ich, war das eine sehr wichtige Information:
F1393. Jack: Jon, das schwarze Genie

 
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3.6 Leben mit weniger Intelligenz als ich: Das geht eigentlich gar nicht, aber es funktioniert doch!

Als mir klar wurde, daß selbst das Bildungsniveau von Hochschuldozenten sehr viel niedriger war, als ich naiverweise immer angenommen hatte, weil ich wissenschaftliche Literatur lese, wann immer ich sie in die Finger bekomme und mir eingebildet habe, alle Menschen wären so wie ich, war ich entsetzt. So kann man doch keine Entscheidungen treffen!

Erst mit einigen Jahren Verzögerung fiel mir auf: Irgendwie schaffen es die Menschen ja doch zurechtzukommen. Absolut nicht perfekt, aber sie sind meist in der Lage ihr eigenes Leben halbwegs befriedigend zu gestalten. Sogar die Weltprobleme, die ich als Jugendliche als solche kennengelernt habe, werden nach und nach wahrgenommen und gelöst. Viel langsamer als ich erwartet hätte, als ich jung war, weil Gesellschaften sich langsamer entwickeln als Menschen, aber es ändert sich schon etwas. Die Weltbevölkerung wächst nicht mehr exponentiell, sondern die Höchstzahl der Kinder, die jährlich zur Welt kommen, ist inzwischen überschritten und es ist abzusehen, daß sie Weltbevölkerung innerhalb der nächsten hundert Jahre abzunehmen beginnt. Weltweit werden Maßnahmen zum Umweltschutz ergriffen, auch wenn ich sie noch nicht als ausreichend betrachte. Meine Befürchtung aus den 90ger Jahren, daß wir bald in einem neuen dritten Reich leben, weil das Briefgeheimnis bei den Emails als nicht gültig erachtet wird, Bücher wie Helsings Geheimgesellschaften verboten werden und Ähnliches, ist nicht eingetroffen, sondern es zeigt sich, daß zwar immer wieder solche Vorstöße gemacht werden, aber daß die wachsamen Teile der Bevölkerung ausreichen, daß sich die Lage nicht wesentlich zum Negativen ändert.

Meine Schlußfolgerung daraus ist: Intelligente Leute haben mehr Reichweite und mehr Überblick. Wenn sie Fehler machen, neigen sie dazu, größere Fehler zu machen. Dumme Leute erreichen normalerweise mit ihren Fehlern ein kleineres Umfeld und ihre Intelligenz reicht, um dieses Umfeld ungefähr so gut oder schlecht zu überblicken, wie der intelligente Mensch seinen Wirkungsbereich überblickt.

Ich denke es ist ein Fehler unseres Systems, daß es die intelligentesten Leute am lernen hindert. Posten für die eine gute Ausbidung erforderlich ist, sind keine soziale Maßnahme für intelligente Menschen, sondern diese Menschen werden an diesen Stellen gebraucht, um die Weltprobleme zu lösen. Daß mir bereits als Jugendliche Fehler im System offensichtlich wurden, zeigt, daß es da noch einiges zu verbessern gibt. Aber meine Vorstellung, daß man mit weniger Intelligenz gar nichts hinkriegen kann, war offensichtlich ein Irrtum, der darauf zurückzuführen war, daß ich micht nicht vorstellen konnte, wie ein Mensch, der nicht so ist, wie ich es bin, funktioniert. Also: Mangelndes Vorstellungsvermögen auf meiner Seite!

Während eine geringere Fähigkeit, sich Bildung zu verschaffen, offensichtlich dazu beiträgt, daß man nicht die Zeit hat, sich zu allem eine fundierte Meinung zu bilden, ist das auch nicht notwendig. Nebenbei bemerkt schaffe ich das auch nicht bei allem, nur bei einigem mehr als die meisten Menschen.

 
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4. Wenn Menschen in ihrer Entwicklung des Weltbildverständnisses noch nicht weit genug vorgedrungen sind, verwechseln die glauben mit wissen

Der nächste Ansatz, woran es liegen könnte, daß die Leute tun, als wäre Medizin - oder generell unser gesames Weltbild eine Religion, die man blindlings glauben muß, begegnete mir im Studium mit Autor: Lawrence Kohlbergs Buch " Buch: Die Psychologie der Moralentwicklung "7.. Er untersuchte im Laufe vieler Jahre die Entwicklung des Moralverständnisses von Menschen.
VB217. Kersti: Moral - von der Unterordnung zur Verantwortung
Seine Betrachtung des moralischen Denkens bezog sich eben auf das Denken. Er schrieb an mehreren Stellen, daß die intellektuelle Entwicklung der moralischen parallel gehe, aus meiner Sicht ist es aber genau dieselbe Entwicklung. Man wendet dieselben erlernten Fähigkeiten in dem einen Fall auf moralische Probleme an, während man sie im anderen Fall zu Entwicklung seines Weltbildes verwendet.
VB50. Kersti: Entwicklungspsychologie: Weltbild-Stufen

Auf der ersten Ebene, die die Stufen eins und zwei umfaßt, lernt man isolierte Grundfertigkeiten, die man zur Bewältigung von Kommunikation und sozialem Umgang miteinander benötigt. Bezogen auf den Weltbilderwerb, beginnt das damit, daß man sprechen lernt. Bezogen auf Moral lernt man Fairneß, gerechtes teilen und ähnliches.

Die zweite Ebene befaßt sich mit dem Übernehmen von moralischen Systemen oder Weltbildern von Autoritäten und der Weitergabe dieses Wissens durch diese Autorität an Jüngere. Auf Stufe drei übernimmt man ein System von Autoritäten, in der Kindheit mögen das die Eltern sein, es kann sich aber auch um Lehrer in der Schule, Meister im Handwerksbetrieb, Führer von Bürgerinitiativen, religiöse Führer oder Universitätsprofessoren handeln. Auf Stufe vier ist man in der Lage, ein solches solches auswendig gelerntes System unabhängig anzuwenden und es auch an jüngere weiterzugeben.

Der Übergang zur dritten Ebene beginnt mit einer massiven Verunsicherung bezüglich des eigenen Weltbildes oder Moralsystems. Der verunsicherte Mensch beginnt daher sein eigenes Weltbild Punkt für Punkt zu hinterfragen und neu zu organisieren, bis er sich selbst ein neues, seinem Augenblicklichen Wissens- und Erfahrungshintergrund besser angepaßtes Weltbild gebaut und damit auf Stufe fünf angekommen ist. Stufe sechs definiere ich abweichend von Kohlberg als die Lehrerstufe zu Stufe fünf. Hier begreift man Weltbilder und moralische systeme als eigenes Werk und lehrt Schüler, wie man sich selbst ein solches Weltbild erschafft. Dies hat mit Forschendem lernen und antiautoritärer Erziehung zu tun.

Aus meiner heutigen Sicht muß sich hier eine vierte Ebene anschließen, die sich aus dem ergibt, was der Lehrer auf Stufe sechs lernt. Man stellt nämlich fest, daß man durch Austausch über verschiedene Weltbilder nicht zu einem einzigen gemeinsamen Weltbild gelangt. Zu unterschiedlich sind die Veranlagungen, die Kindheitserfahrungen und das Lernumfeld. Jedes dieser Weltbilder stellt einen Ausschnitt der Realität gut genug dar, um als Orientierung zu dienen, ist aber an anderen Stellen nicht nur unvollständig, sondern völlig falsch. Trotzdem ist der Fehler dem Gegenüber nicht zu vermitteln, entweder weil ihm wesentliche Grunderfahrungen fehlen und er sie wegen seiner Veranlagung oder aufgrund seines Lebensumfeldes auch gar nicht machen kann oder die geistigen Fähigkeiten zu anders beschaffen sind, um den Gedankengängen des Gegenübers zu folgen. Das einzig wahre Weltbild wird nie ein Mensch haben, weil die Welt um ein vielfaches größer und komplexer ist als der menschliche Geist.

Nach einem nicht besonders gelungenen Start 2005 begann ich 2006 in der Deutschen Wikipedia zu schreiben und hatte zunächst viel Spaß daran, Artikel zu biologischen Themen zu veröffentlichen. Bei Wikipedia machte ich eine irritierende Erfahrung. Nach einer Diskussion darüber, daß der Artikel über das Feinstoffliche nicht gut sei und daß man dort eine Darstellung der feinstofflichen Ebenen bräuchte, schreib ich einen Artikel, in dem zu lesen ist, wie sich die bekanntesten Esoterischen Autoren die feinstofflichen Ebenen vorstellen und wie diese Ebenendarstellungen zueinander in Beziehung stehen. Zu meinem Erstaunen wurde mir unterstellt, das wäre meine Meinung. Das war es nicht, denn ich war damals noch nicht so weit vorgedungen gewesen, daß ich mir hätte sicher sein können, wie diese Ebenendarstellungen mit meinen eigenen Erfahrungen im Zusammenhang stehen. Daher war ich mir nicht sicher, wie ich diese Ebenendarstellungen deuten sollte und hätte sie nicht als meine eigene Meinung sehen können. Ich fragte mich, warum sie den Unterschied zwischen einer eigenen Meinung und einer Darstellung der Meinungen esoterischer Autoren nicht sehen konnten und war verwirrt.
VB124. Kersti: Einmal kreuz und quer durch Wikipedia
Ich dachte mir, daß man ihnen vielleicht mit der Wissenschaft kommen müßte, damit sie sehen, daß das etwas ist, was nicht nur in meinem eigenen Kopf existiert und nicht behaupten können, das wäre meine Meinung. Ich schrieb also einen Artikel über Nahtoderfahrungen, der mit umfangreichen wissenschaftlichen Quellen belegt war und ausschließlich die wissenschaftliche Forschung zum Thema wiedergab. Kurioserweise hatte das den Effekt, daß der Artikel als "zu esoterisch" bezeichnet wurde, obwohl kein Standpunkt der esoterischen Subkultur miteingeflossen war, sondern ich die Forschungsergebnisse von meist Medizinern dargestellt hatte, die fast durchweg mit einem materialistischen Weltbild begonnen hatten.
O7.A8 Kersti: Wer Ahnung von Reinkarnationserinnerungen, Nahtodeserfahrungen und Ähnlichen Erfahrungen hat, hat meist irgendein spirituelles Weltbild

Heute denke ich, daß sie die Darstellung der Meinung von Steiner, Heindel und Co. für meine Meinung gehalten hatten, weil sie auf Moralstufe drei oder vier standen. Sie hatten nie ein eigenes, selbst konstruiertes Weltbild gehabt, daher dachten sie der Ausdruck "eigenes Weltbild" würde das Weltbild bezeichnen, was man von anderen fertig von der Stange übernimmt. Wenn ich also die Ansichten esoterischer Autoren schildere, glauben sie, ich tue das, weil das das Weltbild ist, das ich für mich adoptiert hätte. Nur tue ich sowas nicht. Ich konstruiere mein Weltbild selbst, auch wenn ich dabei Teile von anderen übernehme, die mir überzeugend vorkommen. Ich habe das naiverweise für einen normalen Umgang mit Weltbildern gehalten, weil Weltbilder selbst konstruieren mir von meinen Eltern als richtigen Umgang mit Wissen beigebracht worden war. Und ich würde nur ein selbst konstruiertes Weltbild als "mein Weltbild" bezeichnen und nur eine von mir selbst bis zu den zugrundeliegenden Beobachtungsdaten geprüfte und entsprechend nur eine durch mich konstruierte Meinung "meine Meinung" nennen. So lange ich das nicht getan habe, lasse ich die mir bekannten fremden Meinungen einfach nebeneinanderstehen und merke mir nur, daß es die alle gibt. Ich entscheide mich nicht für eine davon. Warum auch. Wenn sie für mein tägliches Leben bedeutsam wäre, hätte ich sie überprüft und da sie es nicht ist, brauche ich an dieser Stelle nicht unbedingt eine eigene Meinung.

Die Aussage, mein Nahtoderfahrungsartikel wäre "zu esoterisch" erklärt sich ebenfalls aus den Moralstufen. Ich hatte in dem Fall die wissenschaftliche Forschung analsysiert und dargestellt, zu welchen Ergebnissen die erfahrensten Forscher des Gebietes gekommen waren. Die Leser, die behauptet hatten, waren der Ansicht, das wäre keine Wissenschaft weil die Autoren die falsche Meinung hätten. Sie verwechseln einen materialistische Meinungen mit "wissenschaftlich" und einen spirituelle Meinungen mit "esoterisch" was sie für ein anderes Wort für unwissenschaftlich halten. Die Aufgabe von wissenschaft ist es aber nicht eine vorgegebene Meinung beizubehalten sondern Meinungen zu überprüfen und zu korrigieren, um das Weltbild nach und nach realistischer zu machen. Wenn etwas Wissenschaft ist, kann man nicht vorhersehen was dabei herauskommt, bevor man geforscht hat. Daher erkennt man Wissenschaft nicht am Ergebnis sondern daran, wie man vorgegangen ist. Wer seine Meinung nicht ändert, wenn bei der Wissenschaftlichen Forschung, die er betreibt ein von seiner ursprünglichen Meinung abweichendes Ergebnis herausgekommen ist, betreibt keine Wissenschaft sondern benutzt sein Weltbild wie andere Menschen Religionen anhängen als reines Glaubenssystem.

Für diesen Artikel ist aber vor allem die Erfahrung die man beim Übergang zur Ebene drei und Stufe fünf macht relevant. Indem man sich selber ein Weltbild konstruiert, begreift man, daß das Weltbild nicht die Welt ist sondern eine menschengemachte Konstruktion ist und man bekommt einen Begriff davon, welche Teile des Weltbildes menschengemacht sind und welche Teile die von außen vorgegebenen Bausteine - Erfahrungen und Beobachtungsdaten - sind und woran man basteln sollte, was man aber als gegeben annehmen muß. Damit man sein Wissen nicht mehr wie eine Religion einfach nur glaubt, sondern begreifen kann, wie Wissenschaft eigentlich funktionieren muß, muß man mindestens auf Weltbildstufe fünf angekommen sein.

Meine Schlußfolgerung ist also, daß die meisten Menschen und auch die Mehrheit der Wissenschaftler in ihrer Weltbildentwicklung noch nicht weit genug vorgedrungen sind, um tatsächlich wissenschaftlich denken zu können.
VB136. Kersti: Der Unterschied zwischen Religion und Wissenschaft

 
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5. Verdrängung: Wenn man glauben will, daß etwas nicht wahr ist

Allerdings hatte das Ganze auch noch Folgen ganz woanders. Die Leute, die meinen Nahtoderfahrungsartikel angegriffen hatten, meinten gaben sich tatsächlich große Mühe mich anderweitig zu schädigen und anzugreifen.
VB126. Kersti: Wikipedia und Esoterik: Für jeden von denen hätte ich gerne drei Ninas ...
VB127. Kersti: Esowatch - Wikipediadiskussionen mit Mobbing als Folge
VB128. Kersti: Esowatch - Analyse der Diskussion auf Wikipedia
Ich fand das absurd, da mir völlig unverständlich war, wie man einen Text, der mit dem alltäglichen Leben dieser Menschen so wenig zu tun hat, so bedrohlich finden kann, daß man so reagiert. Mir war auch völlig unverständlich, warum man ein fremdes Weltbild nicht einfach als das fremde Weltbild dastehen lassen kann, um das es sich handelt.

 
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6. Psychologische Probleme: Kollektive Verdrängungen

VB66. Kersti: Warum es keine Skeptikervereine gibt, die meinen Ansprüchen genügen
Allerdings bin ich durchaus der Ansicht, daß unser Weltbild mehr Einfluß auf unsere Erfahrungen hat, als man normalerweise annehmen würde.
VB145. Kersti: Das Verhältnis zwischen Glauben und Realität

 
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7. Lösungsansätze

Was kann man tun, wenn selbst der durchschnittliche Wissenschaftler nicht intelligent genug ist, um genug wissenshaftliche Literatur zu lesen und zu verarbeiten, um alle relevanten Fakten zu bedenken? Was kann man tun, wenn Wissenschaftler, die eigentlich durchaus gelernt haben, wie wissenschaftliche Arbeit funktionieren sollte, diese Prinzipien vergessen, wenn ihnen ein Thema zu emotional ist und plötzlich ernsthaft glauben, eine Verleumdungkampagne würde die Wissenschaft vertreten oder verteidigen?

Kersti

 
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Quellen

  1. Autor: Gerhard Buchwald: Buch: B13.1.1 Impfen - Das Geschäft mit der Angst (1997) München: Knaur, ISBN 3-426-76160-2
  2. Autor: Harris L. Coulter (aus dem Amerikanischen durch Dr. Konrad Dietzfelbinger): Buch: B13.1.2 Impfungen, der Großangriff auf Gehirn und Seele. Vorwort und Anhang für die deutsche Ausgabe von Dr. med Gerhard Buchwald. (1995) München: Hirthammer, ISBN 3-88721-109-X
  3. Autor: Fernand Delarue, Autor: Simone Delarue (aus dem Französischen von Beate Bölter): Buch: B13.1.3 Impfungen, der unglaubliche Irrtum. Vorwort und Anhang für die deutsche Ausgabe von Dr. med Gerhard Buchwald. (1996) München: Hirthammer, ISBN 3-88721-085-9
  4. Autor: Jan van Helsing: Buch: B42.2.1 Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert. Ein Wegweiser durch die Verstrickungen von Logentum und Hochfinanz. Trilaterale Kommission, Bilderberger, CFR, UNO (1995) Gran Canaria: Ewertverlag, ISBN 3-89478-069-X
  5. Autor: Jan van Helsing: Buch: B42.2.2 Geheimgesellschaften 2. Interview mit Jan van Helsing Die Verbindungen der Geheimregierung mit dem Schwarzen Adel, dem Club of rome, AIDS, UFOs, Kaspar Hauser, der reichsdeutschen Dritten Macht, dem Montauk-Projekt, der Jason-Society und dem Dritten Weltkrieg (1995) Gran Canaria: Ewertverlag, ISBN 3-89478-492-X
  6. Autor: Jan Udo Holey: Buch: B43. Die Akte Jan van Helsing. Eine Dokumentation über das Verbot zweier Bücher im "freiesten Land deutscher Geschichte" (1999) Postfach 63, 74576 Fichtenau: Ama Deus - Verlag, ISBN 3-9805733-9-7
  7. Autor: Lawrence Kohlberg (Herausgegeben von Wolfgang Althof, Gil Noam und Fritz Oser): Buch: B125.2 Die Psychologie der Moralentwicklung. (1996) Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag. ISBN 3-518-28832-6
  8. Seite „(Welt: Feinstofflichkeit“. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. Welt: Bearbeitungsstand: 20. März 2007, 10:58 UTC. (Abgerufen: 8. November 2024, 08:07 UTC)
  9. Seite Welt: „Nahtoderfahrung“. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. Welt: Bearbeitungsstand: 2. Dezember 2009, 11:42 UTC