erste Version: 6/2020
letzte Bearbeitung: 6/2020

Das Sternenreich der Zuchtmenschen: Königssohn und Fürstensohn

F1790.

Als ich erfuhr, daß meine Frau schwanger ist, dachte ich "Jetzt hat mich niemand mehr lieb!"

Vorgeschichte: F1612. Tanan LZB45-321-37: Es hat seine Nachteile, wenn man anfängt, ernsthaft über Politik nachzudenken, dann stellt man nämlich fest, daß das Reich wirklich nur von Idioten regiert wird
F1838. Saman XZB12-123-77: Das mit der Privatsphäre war wirklich ein interessantes Thema

Turin vom hohen Licht erzählt:
Als ich erfuhr, daß meine Frau schwanger ist, dachte ich "Jetzt hat mich niemand mehr lieb!" und war tagelang nur am weinen und schimpfen. Außerdem kam ich mir vor als wäre ich ein hilfloses Baby das dann gleich auch noch verhungern muß. Irgendwann kam Saman an und sagte, daß das so aber nicht geht.
Ich erklärte ihm, daß das ganze Leben sinnlos ist weil niemand mich mehr lieb hat und daß ich am liebsten sterben will, weil alle weg sind.
"Turin, das ist doch Unsinn! Deine Frau jammert mir die ganze Zeit die Ohren voll, daß ich irgendetwas machen soll, damit du sie wieder lieb hast! Sie wollte doch nur Kinder. Außerdem wenn man eine Frau bräuchte, damit einen jemand lieb hat, hätte mich auch niemand lieb und das wäre mir aufgefallen!"
Ja Saman mag jeder. Meine Frau, meine Kinder, die Hunde, jeder Wachsoldat der gesamten Wache, Tanan mag ihn, selbst Diro sagt, daß er Saman mag, dabei hat er eigentlich Angst vor ihm. Ich sagte Saman, daß man mich aber gar nicht mögen kann, weil ich ein verzogenen Kind bin und gar nichts kann und überhaupt zu nichts zu gebrauchen bin und als König bin ich sowieso zu doof. Ich bräuchte mich doch nur mit meinen Kindern zu vergleichen und das zu wissen.
"Tharr ist dein Halbbruder, auch nicht intelligenter als du und er ist nicht zu doof und die Zuchtstation zu leiten." widersprach Saman.
Nach diesem Widerspruch hörte mir Saman nur noch wortlos zu, als ich erklärte, daß die Leute mich bestimmt alle deshalb hatten umbringen wollen, weil ich ein so furchtbarer Mensch bin, daß ich das verdient hatte und was mir sonst noch an Dingen einfiel, die an mir falsch waren und wegen denen es besser gewesen wäre, wenn ich nie geboren wäre. Mir fiel immer mehr von der Sorte ein. Saman hörte mir schweigend zu, bis mir absolut nichts mehr einffiel und ich mir plötzlich ziemlich albern vorkam.
"Ich hoffe du glaubts das nicht auch noch alles?" fragte Saman.
"Naja, irgendwie schon." antwortete ich, obwohl ich selber erstaunt war, das alles gesagt zu haben.
"Dann solltest du dringend etwas an deinen Glaubenssätzen ändern, denn das ist unvernünftig." sagte er.
Ich kam mir richtig albern vor.
"Außerdem ist das selbstzerstörerisch und das finde ich schlimm, denn ich mag dich." sagte Saman.
Ich begann wieder zu weinen und sagte, daß man mich wirklich überhaupt gar nicht mögen kann.
"Warum glaubst du das?" fragte er.
"Alle sagen das!"
"Alle?" fragte er.
Ja gut, das war wirklich albern. Er hatte gerade gesagt, daß er mich mag.
"Außerdem hat deine Frau mir die ganze Zeit die Ohren vollgejammert, ich soll machen, daß du sie wieder magst. Meinst du wirklich, das würde sie tun, wenn sie dich nicht mag?" fragte er.
"Nun ja eigentlich nicht." antwortete ich.
"Wenn man solche unsinnigen Sätze im Kopf hat, dann liegt das meist daran, daß man als Kind von den Erwachsenen zu viel Unsinn erzählt bekommen hat. Aber als Erwachsener ist man schon dafür verantwortlich, den Unsinn auszusortieren. Außerdem sind die Erwachsenen, die erzählt haben, daß du ein verzogenes Kind bist, genau die Erwachsenen, die dich hätten erziehen sollen. Wenn sie das nicht tun, brauchen sie sich gar nicht zu beschweren, daß du nicht richtig erzogen bist." sagte er.
Das war auch logisch. Ich hatte ja nicht ohne Grund darauf geachtet, daß meine Kinder mit Leuten umgeben sind, die sie auch richtig erziehen. Und da die Zuchtmenschen das besser tun als mein eigenes Kindermädchen, hatte ich bei meinem letzten Besuch auf der Zuchtstation nicht nur zwei neue Kinder sondern auch noch deren Mutter mitgebracht, die eine aussortierte Zuchtmutter war. Meinem früheren Kindermädchen gegenüber hatte ich das natürlich so begründet, daß es für sicherlich zu anstrengend ist, wenn sie sich ganz allein um die vielen Kinder kümmern muß und daß ich ihr deshalb eine Hilfe an die Seite stellen wollte. Dem Kindermädchen aus der Zuchtstation verpaßte ich zur Tarnung den Nachnamen vom Licht und behauptete sie wäre eine der vielen unehelichen Töchter meines Vaters.

Dann erklärte Saman mir, daß es wirklich wichtig wäre, daß ich mich wieder mit meiner Frau versöhne und daß es wichtig für eine Frau wäre, eigene Kinder zu haben. Und wenn ich auch ein eigenes Kind will sollte ich vielleicht darüber nachdenken, mich clonen zu lassen, dann hätte ich auch so einen kleinen Zwillingsbruder wie er ganz viele hatte.

Kersti

Fortsetzung:
F1613. Saman XZB12-123-77: Turin, der König hat sich wirklich merkwürdig benommen

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben