erste Version: 6/2020
letzte Bearbeitung: 6/2020

Das Sternenreich der Zuchtmenschen: Die Kriegs-Geisteskrankheit der adeligen Offiziere

F1734.

Es war unangenehm gewesen, meinem Drachen jedes Geheimnis zu zeigen, aber er konnte jede düstere, peinliche Seite von mir akzeptieren und fand mich immer noch großartig

Vorgeschichte: F1455. Geson XZB12-56-78: Ich ließ mich also von einer Landefähre abholen und zu den Drachen bringen

Tiarrith, der Reiter des Drachenfürsten erzählt:
Nach der Schlacht konnten wir nur abwarten. Wir hatten verloren und wir hatten Angst, denn bisher war jedesmal ein Massaker gefolgt.

Dann wurden wir angefunkt und jemand fragte, in welchem Krankenhaus sie die Verletzten unterbringen konnten. Dabei nannte der Mensch, der mit uns sprach - Treron XZB12-5-13 - uns die Verletztenzahlen beider Seiten, so weit sie ihm bisher bekannt waren und sagte, er wäre noch mit Raumnotrettung beschäftigt und würde daher mit der zehnfachen Zahl behandlungsbedürftiger Verletzter rechnen. Er könne uns zusätzliches Personal zur Verfügung stellen, wenn daran Mangel herrschen würde.

Ich war verblüfft über die Art der Anfrage, denn die Lichties hatten sich bisher nie um Verletzte gekümmert. So weit mir bekannt war, haben sie immer jeden sterben lassen, der sich selbst nicht mehr helfen konnte. Bei uns ging es so jedenfalls nicht zu, auch wenn unser Reich definitiv diverse Schönheitsfehler hat, die mir mit den Jahren immer deutlicher auffallen.

Ich beantwortete seine Anfrage und wies die Landefähren an, wo sie landen konnten, um die Verletzten möglichst nah am richtigen Krankenhaus abzuliefern und war erstaunt über die Qualität der Zusammenarbeit.

Dann fragte ich zaghaft an, ob sie denn mit den Drachen Verhandlungen führen würden.
"Selbstverständlich. Ich schicke ihnen eine unbewaffnete Landefähre mit meinem Stellvertreter Geson XZB12-56-78 vorbei. Er wird sich persönlich mit ihrem Drachenkönig unterhalten."
Ich war verblüfft und fragte mich, ob das ernst gemeint war. Niemand spricht freiwillig mit den Drachen, wenn er kein Drachenreiter ist! Zumindest paßte das, was zu beobachten war aber zum gemeldeten Vorhaben. Wenn man mal davon absieht, daß es ungewöhnlich ist, wenn ein Krankentransport mit einem Diplomatenbesuch kombiniert wird.

Ich begab mich also zum Landeplatz und empfing den Gast. Er stellte sich mir vor und betonte noch einmal, daß er wirklich alleine und persönlich mit meinem Drachen reden wolle, schließlich müsse er sich selbst ein Bild von ihm machen, genau das sei seine Aufgabe. Wenn man bedenkt, daß er der erste war, der so etwas versuchte, fand ich erstaumlich, wie entspannt und gelassen er wirkte.

Ich führte ihn also zu meinem König und war erstaunt, daß er auch die üblichen Sicherheitsmaßnahmen ablehnte, die zur Vermeidung von Verletzungen dienten. Er war überzeugt, er bräuchte sie nicht.

Als ich den Beginn der Verhandlungen beobachtete, begriff ich, daß dieser Mensch seine Hausaufgaben gemacht hatte, er wußte nämlich, daß man den Drachen Unerwünschtes einfach verbieten kann. Dafür war er aber sehr empfänglich für die Schmeicheleien des Drachen, so daß der Drache sich offensichtlich mehr privaten Erinnerungen ansehen durfte, als der Krieger von sich aus gerne gezeigt hätte.

Ich war im Stillen amusiert. Anfangs war es mir auch eher unangenehm gewesen, meinem Drachen jedes kleinste Geheimnis zu zeigen, aber ich hatte seinen Betteleien auch nicht widerstehen können und am Ende festgestellt, daß er jede noch so düstere oder peinliche Seite von mir akzeptieren konnte und mich immer noch großartig fand. Irgendwie führte das dann dazu daß ich mich selbser besser akzeptieren konnte und mich an sehr viele Dinge aus meiner Kindheit erinnerte, die ich lange vergessen gehabt hatte. Und dann erinnerte ich mich, daß ich vor diesem Leben schon andere Leben mit meinem Schatz geteilt hatte, von der Zeit an, als er als Drachenbaby aus seinem Ei schlüpfte.

Nach dem Gespräch war der Krieger immer noch entspannt und guter Dinge, erklärte mir, daß er jetzt seinem vorgesetzten Bericht erstatten würde und daß ich mir keine Sorgen machen solle, bis jetzt sei alles sehr gut gelaufen.

Kersti

Fortsetzung:
F1560. Geson XZB12-56-78: Noch am selben Tag sandten wir unseren Bericht über die erfolgreiche Schlacht und den Vorschlag für einen Friedensvertrag ab

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben