erste Version: 6/2019
letzte Bearbeitung: 6/2019

Chronik des Aufstiegs: Die Pforten der Hölle - Die Beschützer der Menschheit vor den Geistern der Verzweiflung

F1316.

Was wir dem Polizisten nicht deutlich machten, war, daß wir gleichzeitig die Wagen beluden und die Leute aufbrachen, bevor wir ihn gehen ließen

Vorgeschichte: F1313. Khar: Daß diese Vorsicht notwendig gewesen war, merkte ich, noch bevor ich ganz am Fenster war, denn dort erschien eine menschliche Silhouette

Khar erzählt:
In dieser Nacht legten wir uns alle in zwei benachbarten Zimmern auf dem Fußboden schlafen, um Fenster und Türen bewachen zu können, ohne daß alle die ganze Nacht wachbleiben müssen. Wir kamen auch zu dem Schluß, daß wir wie geplant am nächsten Tag aufbrechen würden, denn wenn sie schon so anfingen, würden sie bei nächster Gelegenheit nachlegen und wer konnte wissen, ob wir das überleben würden.

Erst am nächsten Morgen zählten wir die Leichen. Mir ist schleierhaft, wie wir das geschafft haben, aber wir hatten in diesem nächtlichen Kampf mehr als eine zehnfache Übermacht besiegt. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum es auf unserer Seite kaum ernste Verletzungen gab. Das einzig wirklich Besorgniserregende war, daß Miras Wunde wieder aufgerissen war und daß der Arzt sie für nicht transportfähig erklärt hatte.

Die Angreifer waren wohl mit dem Kohledampfer gekommen, den wir am Morgen am Flußufer fanden. Wir fingen einen Polizisten, der im Ort wohnte, ab bevor er zur Arbeit aufbrechen konnte, zeigten ihm, was in der Nacht geschehen war und übergaben ihm einen Bericht von den Ereignissen, wie wir sie erlebt hatten. Außerdem gaben wir zu erkennen, daß wir nicht wußten, was wir jetzt machen sollten.

Was wir ihm nicht deutlich machten war, daß wir gleichzeitig dabei waren die Wagen zu beladen, um loszufahren und daß die Leute aufbrachen, bevor wir ihn gehen ließen. Als Ehon mir mit einem Codewort mitteilte, daß der Zug mit unseren Leuten abgefahren war, fragte ich den Polizisten, ob er auf einem unserer Pferde reiten und ich ihn zu Pferde zur Bahn begleiten soll, woraufhin er meinte, ich müßte ihm bis zur Polizeiwache in Prag begleiten.
"Wie sie wünschen." antwortete ich und nickte Ehon zu, den das selbstverständlich nicht wunderte.
Indem ich den Polizist begleitete, konnte ich sicherstellen, daß er nicht merkte, wie Ehon zusammen mit dem Arzt Mira und Geron in einem nahegelegenen Versteck bei einem unserer Bauern in Sicherheit brachte, indem er den umgebauten Zigeunerwagen verwendete, den wir vor langer Zeit benutzt hatten, um meinen Vater bei den weißen Rittern zu verstecken.

In Prag erzählte ich der Polizei erneut, was in der Nacht geschehen war. Sie fragten mich, ob ich die Angreifer kennen würde - was selbstverständlich nicht der Fall war, schließich waren es bezahlte Handlanger. Ich ging nach derselben Strategie vor, wie wir das immer taten, wenn es um Dinge ging, die wir keinesfalls erzählen konnten, weil es um die außerirdische Politik hinter den Kulissen ging. Man kann niemandem in einem Gespräch erklären, daß die Welt ganz anders funktioniert, als er immer geglaubt hat, daher erzählte ich nur die Dinge, die auch die Polizei gelegentlich entdeckt, bis hinter der ersten oder zweiten Ebene der Tarnung der Feinde, die einem letztlich gar nicht verrät, was wirklich vorgeht. Sie sind dann der Ansicht, wir hätten sehr intensiv nachgeforscht, obwohl wir nur einen Teil unserer Nachforschungen offengelegt haben.

Um das ganze Bild zu begreifen muß man - wie ich, der Japaner, Ehon und einige andere unserer Führungspersönlichkeiten das getan haben, Erinnerungen aus hunderten früherer Leben zuhilfe nehmen und dann weiß man: Es stinkt zum Himmel. So richtig. Und man weiß, daß man einem Problem gegenübersteht, das größer ist als diese Welt und fragt sich, wie man damit fertig werden soll. Ich weiß, daß diese Welt von Wesen beherrscht wird, die mir die Existenzberechtigung abgesprochen und mich zum absoluten Bösen erklärt haben. Daß es nicht funktioniert, sich ihnen zu unterwerfen, daß man nicht aufhören kann zu existieren, daß sie einfach mehr sind und man sie nicht besiegen kann, daß sich verstecken immer nur für begrenzte Zeit funktioniert. Und diese Wesen, die anderen die Existenzberechtigung absprechen und sie immer wieder zu vernichten suchen, halten sich selbst für die Guten und uns für das absolute Böse und da sie auf ewig Kriege letztlich gegen ihre eigenen verdrängten Anteile führen, führen sie die Welten immer tiefer in den Abgrund. Und dann kam Jesus und zeigte einen Ausweg. Nun wie auch immer - obwohl die Engel, wie sie selbst sich nennen, ihr Bestes tun, um uns zu vernichten, sind wir in den letzten 5000 Jahren, seit Buddha es zuerst lehrte1., immer mächtiger geworden. Aufarbeiten und heilen funktionieren auf den spirituellen Ebenen so, daß ein Wesen das das regelmäßig tut, viel besser als Krieg und Vernichtung. Jesus hat recht: Liebe ist die größte Macht. Die irdische Ebene ist dagegen weit träger, so daß es einem im jedem Leben erneut entmutigend vorkommt und man baß erstaunt ist, wenn man sich dann mal einen Überblick verschafft hat und feststellt, daß man gar nicht so erfolglos ist, wie es erscheint.

Nachdem die Polizei mit mir geredet hatte sagte ich ihnen, daß ich jetzt weiter zu unserem Prager Ordenshaus gehen würde, um dort zu melden, was passiert ist. Sollten sie mich wieder brauchen, würde ich ihnen dort zur Vefügung stehen. Sie selbst wollten zu unserem Schloß, wo ich gerade hergekommen war, fahren und da alles untersuchen. Ich ging also los, erzählte dem Prager Ordensführer, was passiert war. Außerdem bereitete ich ihn darauf vor, daß die Polizei wiederkommen würde, weil sie es bestimmt nicht lustig fanden, daß der Rest unserer Leute inzwischen nach Japan abgereist war. Über Mira, Geron und die Leute, die geblieben waren, sagte ich gar nichts, da sie untertauchten würden und wir hofften, daß alle glauben, daß sie mit nach Japan sind, wie geplant.

Kersti

Fortsetzung:
F1317. Der Leiter des Prager Ordenshauses: Khar fand das völlig natürlich, wer in der Nacht Schlafenden die Kehle durchschneiden will, müsse schließlich damit rechnen, daß diese ein Messer unter dem Kopfkissen hätten und den Spieß umdrehen würden