erste Version: 11/2018
letzte Bearbeitung: 11/2018

Chronik des Aufstiegs: Die Pforten der Hölle - Darion

F1172.

Khar zeigte mir beide Hände: "Guck es ist wirklich alles wieder dran!"

Vorgeschichte: F1171. Darion: "Karon! Willkommen zuhause!" rief der Ritter Khiris, ging in die Knie und umarmte Khar, als wäre das Kind ein lange vermißter Freund

Darion erzählt:
Tharon schien sein Gespräch mit Khar so schnell nicht beenden zu wollen. Glücklicherweise fragte mich Khiris nach kurzer Zeit, ob ich Hunger hätte und schlug dann vor, da die beiden ja offensichtlich erst mal beschäftigt wären, Abendessen aus der Kantine zu holen und zu hoffen daß sich dann der Hunger der beiden doch noch ausreichend laut zu Wort meldet. Wir gingen also beide in die Kantine und stellten auf zwei Tabletts vier Abendessen zusammen.

Als wir damit zurückkamen sah Tharon bei unserem Eintreten sehr verlegen aus, entschuldigte sich, er hätte völlig die Zeit vergessen, weil er sich so gefreut hätte Karon wiederzusehen - also Khar. Khiris meinte daraufhin:
"Mach dir keine Sorgen. Ich habe schon dafür gesorgt, daß unser armer Gast nicht verhungert." und begann das Essen auf dem Tisch zu verteilen. Ich half ihm dabei. Dabei erzählte mir Khar:
"Früher als ich groß war, haben wir ganz wo anders gelebt. Im Winter lag da der Schnee so hoch wie ein Tisch und man konnte nur mit Schlitten fahren, weil die Kutschen im Schnee steckengeblieben sind."
"Das war in Rußland bei Moskau." erklärte Tharon.
"Und dann war Krieg und sie haben mich tot gemacht und ich hatte Angst das sie das mit Tharon auch machen, dabei war der noch ganz klein." fuhr Khar fort.
"Khiris hat sich damals um mich gekümmert." warf Tharon ein.
"Die meisten unserer Leute waren damals damit beschäftigt, sich um Verletzte zu kümmern und sind bei den Verletzten, die wir nicht rechtzeitig evakuieren konnten, geblieben, als die Moskau geräumt wurde. Leider hat es nicht einmal geholfen, daß wir gesagt haben, wir kümmern uns um alle Verletzten. Sie haben diejenigen von unserem Orden, die in der Stadt geblieben sind, zu Krieggefangenen erklärt und zu Tode gefoltert." erklärte Khiris.

Ich warf Khar einen entsetzten Blick bei dem Gedanken zu, daß er zu Tode gefoltert worden war und sich daran offensichtlich erinnern konnte.
"Ist doch alles wieder dran, Papa." meinte er zu mir.
Ich fragte ihn, ob er sich erinnern konnte, was passiert war.
"Ja. Ich habe mich um die Verletzten gekümmert, die auf den nächsten Transport warteten und mit Kutschen aus der Stadt gebracht werden sollten. Ich habe sie zusammen mit einer Kollegin auf die bereitgestellten Bahren umgelagert und darauf festgeschnallt. Aber statt unserer Leute kamen die Franzosen ins Lazarett. Ich habe ihnen gesagt, daß wir uns selbstverständlich um alle Verletzten kümmern würden und das hätten sie annehmen sollen, denn sie hatten zu wenige Ärzte, wie wir von gefangenen Franzosen wußten. Sie haben mich aber mit dem Gewehr bedroht und mir befohlen mich an die Wand zu stellen. Ich dachte, jetzt erschießen sie mich. Das haben sie aber nicht gemacht, sondern mich gefesselt und sobald sich mich nicht mehr wehren konnte zu Boden geworfen und immer wieder getreten. Ich habe mich zusammengerollt, um das Gesicht zu schützen, aber viel hat das nicht gebracht. Dann hatte ich lange genug Zeit, um mir zu überlegen, wie ich mich befreien konnte, schließlich hatte ich den Eindruck, daß ich meine Situation durch einen Fluchtversuch nicht verschlimmern konnte. Es ist mir zwar gelungen, meine Hände fast zu befreien, aber dann haben sie mir die Finger abgeschnitten, damit ich es nicht noch einmal versuchen kann. Dann kamen Verhöre, wo sie mir die Augen ausgestochen und die Haut abgezogen haben. Ich war jedenfalls froh als ich tot war und da weg konnte." meinte er.
Ich hörte zu und registrierte, daß er in einem unpassend normalen Ton darüber sprach, beinahe als wäre da nichts Ungewöhnliches passiert. Er wirkte auch viel erwachsener als sonst, als wäre er der Erwachsene von damals. Trotzdem wußte ich bei diesem Ausmaß an Grausamkeiten gar nichts mehr zu sagen.
Khar zeigte mir beide Hände: "Guck es ist wirklich alles wieder dran!"
"Sie müssen sich wirklich nicht zu viele Gedanken machen. Daß er darüber so selbstverständlich erzählen kann, zeigt daß er es sehr gut verarbeitet hat. Viele Menschen, denen so etwas passiert, sind nachher nicht mehr derselbe und wenn sie sich direkt nach einer Episode wieder inkarnieren kann es sein, daß der nächste Körper tatsächlich eine Behinderung hat. So weit ich das beurteilen kann ist Khar immer noch derselbe, den ich als Karon kannte und er hat einen gesunden Körper - oder haben sie da einen anderen Eindruck?."
Nein, Khar wirkte gesund im normalen Maße selbstbewußt für ein Kind. Das sagte ich auch. Außerdem war das ja genau das, was mir Khar auch zu sagen versuchte. Seltsam war, daß er in dem Augenblick, wo er das tat, wieder zu einer viel kindlicheren Art zu sprechen wechselte.

"Allerdings gibt es da etwas Merkwürdiges. Er hat nämlich ständig von Engeln erzählt, die ihn mit Messern pieksen. Er war nur zufrieden, wenn ich Fenrir bei ihm gelassen habe, damit er ihn beschützt." fuhr ich fort.
"Khar, was waren das für Engel?"
"Die hier." sagte Khar und zeigte ihm im Feinstofflichen ein Bild von den Engeln.
"Sind die hier auch?"
"Nein. Die können nicht durch die Tür."
"Waren die bei den Leuten wo du gerade hergekommen bist?"
"Nein. Da können die auch nicht durch die Tür."
"Konnten sie bei euch zuhause durch die Tür, als du noch mit Darion allein gewohnt hast?"
"Ja. Da konnten sie durch." meinte Khar."
"Zeig das Bild mit den Engeln mal Darion."
Khar tat das.
"Jetzt mal das mal ab." meinte er.
Ich malte im Feinstofflichen ab, was ich sah.
"Die meisten der Engel siehst du nicht, Darion. Wahrscheinlich konnten sie deshalb deinen magischen Schutz durchdringen. Ich schlage dir mal Verdrängungen heraus." sagte Tharon.
Während er das tat, schienen die Engel auf Khars feinstofflichem Bild immer mehr zu werden und in mir machte sich zunehmend Beklommenheit breit.

Mir war nicht klar gewesen, daß ich überhaupt meine Wohnung magisch abgeschirmt hatte. Tharon bestand darauf, daß ich meine Wohnung selbstverständlich abgeschirmt hätte. Das würde jeder tun, die meisten wären sich dessen nur nicht bewußt und meine persönliche Abschirmung sei sehr stark.

Außerdem wollten sie unbedingt mit mir und Michaela reden, wegen dem feinstofflichen Fisch, der bei unserer kleinen Gerta war. Ich fragte, warum das denn nötig wäre, der würde doch nur stumm da herumschwimmen.
"Eben deshalb. Wenn sie nicht mit ihm sprechen kann, hat Gerta später ein Problem. Außerdem hängen da ganze Höllen mit verletzten Fischen und anderen Urzeitwesen dran." behauptete Tharon.
"Was gehen uns eigentlich diese Höllen an?" fragte ich.
"So etwas ist eine Überforderung für einen einzelnen Menschen. Wenn wir ihr jetzt nicht helfen, wird sie ihr gesamtes Leben wie eine Irre wirken und versuchen diese Höllen aufzuräumen. Sie braucht Hilfe, damit sie das in absehbarer Zeit schaffen kann." antwortete er.

Mir kam das verrückt vor, aber weil Khar da auch noch drauf bestand, gab ich schließlich nach.

Kersti

Fortsetzung:
F1176. Michaela: Tharon fragte mich, ob ich schon mal versucht hatte, mich mit dem Fisch zu unterhalten

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI27. Kersti: Inhalt: Darion

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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