erste Version vor: 26.02.01
letzte Überarbeitung: 3/07
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Es überraschte mich immer wieder, daß Andere meine Gedankengänge nicht nachvollziehen konnten, sie
unlogisch oder verwirrend fanden, oder mir vorwarfen, daß ich mir selbst widersprechen würde, wo ich doch nur
zwei Aspekte derselben Sache beschrieben hatte, die sich im Gedankenkristall vollkommen logisch
ergänzten. Es gibt natürlich Sachverhalte, die sich sowohl sprachlich als auch in einem Gedankenkristall verstehen lassen. Und die kann ich auch vermitteln. Manches aber, was ich sage, ist eine Bastelanleitung für einen Gedankenkristall. Und wenn mein Zuhörer sprachlich denkt, also alles, was ich sage aufreiht, wie Perlen auf einer Schnur, kann eine Bauanleitung für ein kompliziertes sechsdimensionales Gebilde für ihn nur Wortsalat sein. Das ist ein weitaus größerer Unterschied als zwischen Ausschneidebögen zum Basteln eines räumlichen Papiermodells und dem fertigen Modell. Wenn ein solches Modell kompliziert genug ist, kann man auch erst erkennen, was es sein soll, wenn es schon fast fertig zusammengeklebt ist. Mein gesamtes bisheriges Wissen ist in einem einzigen Gedankenkristall organisiert. Beim Denken sehe ich immer nur einen Teil davon scharf, aber ich kann die Verbindungslinien zu Themen die damit in Verbindung stehen, immer verfolgen. Je komplizierter, desto leichterEs fällt mir sehr leicht, mir komplizierte Zusammenhänge einzuprägen. Normalerweise verstehe ich sie beim ersten Lesen oder Hören und habe sie dann dauerhaft im Gedächtnis.Das liegt daran, dass komplizierte Sachverhalte viele Anknüpfungspunkte haben, wo ich sie mit dem Gedankenkristall meines bisherigen Weltbildes verknüpfen kann und daß ich sie deshalb über mehrere Verbindungslinien desjenigen Gedankenkristalls erreichen kann, der mein bisheriges Weltbild umfaßt. Beispielsweise habe ich mir eine Darstellung eines vernetzten Systems, die einmal in "Natur" erschienen war, um zu zeigen, wie undurchschaubar vernetzte Systeme seien, in einer Biologiestunde einmal (1*) durchgelesen. Zwei Tage später schrieben wir darüber eine Arbeit. Ich konnte die gesamte Darstellung vollständig als Antwort auf eine der Fragen in der Arbeit wiedergeben. Lange wunderte ich mich, daß wir in der Schule mit einigen Jahren Abstand jeden Film mehrfach gezeigt bekamen. Ich merke mir die Struktur des Filmes als Gedankenkristall unabhängig von meiner Bewertung seiner Inhalte und präge mir Filme schon beim ersten Sehen so vollständig ein, daß ich beim zweiten Sehen keine neuen Einzelheiten bemerke. Es kann dagegen sein, daß mich Jahre später irgendetwas an den Film erinnert, ich schaue mir meine Erinnerungen daran noch einmal neu an und stelle fest, daß etwas, das mir anfangs bedeutungslos erschien, doch bedeutsam ist. Manchmal ändert sich dadurch der Eindruck, den ich von dem Film hatte vollkommen. Wenn ich den Film aber ein zweites mal real-materiell anschaue, ändert das nichts. Als ich einen Lehrer schließlich in der Berufsschule doch danach fragte, meinte er, man würde doch in Filmen jedesmal etwas Neues entdecken. Ich war überrascht. Dinge, die als einfach zu lernen gelten, kann ich mir dagegen oft sehr schwer merken. Einmal übte ich stundenlang fünf (5) Geschichtszahlen. Am nächsten Tag wußte ich davon keine einzige. Auch mit Vokabellisten lernen habe ich Probleme. Für etwa die Hälfte der Vokabeln fallen mir brauchbare Eselsbrücken oder etymologische Ableitungen (Herkunft der Wörter) ein. Den Rest kann ich mir absolut nicht merken. Wenn ich dagegen jedes unbekannte Wort am Rand des Textes übersetze, bleibt es durch den Textzusammenhang in meinem Gedächtnis. Solche Daten haben nur wenige Anknüpfungspunkte, wo ich sie mit bestehendem Wissen in Verbindung setzen kann. |
V40. V41. V44. V74. V212. V213. V214. V215. V216. V217. V218. V219. V220. V236. V237. V238. V239. V240. V241. V253. V256. V306. V312. V313. O3: O4: O6: VA169. VA231.3 VA233. VA237. VA256.3 VA260. VA263. VA263. |
Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5,
34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615,
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Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal
im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von
Lesern immer bekomme.