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ADHS führt zu häufig wechselnden Gefühlen. Daraus folgt häufig auch ein differenzierteres Gefühlserleben:Beispielgeschichte, Kersti:Dennoch hören sich die Beschreibungen, die ein Mensch mit ADHS von seinen Gefühlen gibt, nicht ungewöhnlich an: Wenn er seine Gefühle in einer Situation beschreibt, klingt die Beschreibung fast genauso, als würde ein Mensch, der kein ADHS hat - und deshalb viel weniger intensive Gefühle hat - seine Gefühle in derselben Situation beschreiben. Manchmal reden ADHSler sogar überhaupt nicht von Gefühlen. Nur in den unwillkürlichen Reaktionen auf gewisse Situationen merkt man manchmal noch, daß die Gefühle so heftig sind, daß er sein Verhalten einfach nicht mehr beherrschen kann. Auch der Umgang mit Schmerzen wirkt seltsam: Manchmal fangen sie an wegen eine Kleinigkeit an zu weinen - andererseits bringen sie es aber auch manchmal fertig, bei ernsthaften Dauerschmerzen Schmerzmittel durch ein spannendes Buch zu ersetzen oder Ähnliches. - Insgesamt wirkt also das Gefühlsleben eines Menschen mit ADHS von außen betrachtet oft recht widersprüchlich. Dieser äußere Eindruck entsteht jedoch nicht, weil das Verhalten der Menschen mit ADHS tatsächlich in sich widersprüchlich wäre, sondern weil man auswendig lernt, in welcher Situation man welches Wort für seine Gefühle und Wahrnehmungen verwendet, statt direkt wissen, was der andere fühlt und wahrnimmt und danach zu entscheiden, welches Wort man verwendet. Dadurch beschreibt der ADHSler seine überwältigend heftigen Gefühle mit denselben Worten die ein Mensch ohne ADHS für seine schwachen und wenig differenzierten Gefühle verwenden würde, obwohl beides kaum miteinander vergleichbar ist. Das Schmerzempfinden bei dauerhaften Schmerzen ist bei ADHS nicht stärker als bei anderen Menschen, und man kann es oft durch konzentrierte Arbeit an etwas was alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, aus dem Bewußtsein drängen. Bei plötzlichen und unerwarteten Schmerzen und Geräuschen kann dagegen das gesamte System aus dem Gleichgewicht geraten, so daß man nur noch in Tränen ausbrechen kann, bei mir ist das besonders morgens wenn ich noch nicht ganz wach bin und mich fühle, wie andere Leute wenn sie einen Kater haben. Über wirklich heftige Gefühle traut man sich dagegen kaum zu sprechen, weil man dann oft nichts dagegen tun kann, daß man in Tränen ausbricht - und jemand der gar nicht weiß, wie es ist sich so zu fühlen akzeptiert das nicht, weil er nicht nachvollziehen kann, wie man wegen "so etwas" weinen kann. Und gerade, dann kann man solches Unverständnis natürlich gar nicht verkraften. In solchen Situationen flüchten Menschen mit ADHS dann vielleicht zu Gesprächsthemen, die nicht gefühlsgeladen sind und wirken deshalb gefühllos und unnahbar. Tatsächlich liegt es aber daran, daß sie alles gleich mitten ins Herz trifft.
Hinzu kommen aber noch Situationen, wo man lernt, Ausdrücke, die eigentlich Gefühle beschreiben in Situationen zu verwenden, wo man es definitiv nicht so empfindet. |
VA98. VA173. VA174. VA220. VA264. VA263. VA263. VA263. VA264. VA190. VA283. VA264. VA265. VA268. |
Beispielgeschichte, Kersti:Da Kinder mit ADHS im Allgemeinen bei solchen Routinearbeiten dieselbe Sammlung an ungerechten Kommentaren ernten wie ich, nehme ich an, daß es den meisten damit so geht. Das allerdings liegt nicht nur an der Art der Routinearbeit sondern mindestens ebensosehr an der unangemessenen Reaktion der Lehrer auf die für Kinder mit ADHS unvermeidbar höhere Flüchtigkeitsfehlerrate wie "Du bist doch so intelligent, Du solltest das besser können." oder "siehst Du, wenn Du willst kannst Du ja doch!" - nur ist es ja nicht der Schüler, der die Rahmenbedingungen schafft, die es ihm so schwer machen, oft genug daran zu denken (Einmal hinsetzen und "es eben machen" funktioniert bei ADHS eben nicht!), es ist nicht der Schüler, der sich selbst ständig noch für all die Mühe, die eine so schwierige Aufgabe, wie Routinearbeiten für ihn sind auch noch tadelt. Es ist nicht der Schüler, der entschieden hat, daß er täglich zu einem Ort geht der so mit Sinneseindrücken überladen ist, daß sie für einen Menschen mit ADHS Dauerstreß bedeuten, der die Flüchtigkeitsfehlerrate in die Höhe treibt. VA254. Beispielgeschichte, Kersti:Ein ähnliches Sprachproblem ergibt sich bei dem Wort "einfach" in dem Ausdruck "einfache Routineaufgabe" VA263.
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VA35. VA98. V92. V93. VA231.7 VA263. VA264. VA264. VA254. O6. 4.4 Langeweile in der Schule aufgrund von Hochbegabung V320. VA164. VA165. VA238. VA255. VA264. VA271. VA286. VA289. VB4. VB7. VB12. VB16. |
3.1 ADHSler sind MultitaskingfähigAnalogie:Bei ADHS haben wir eine ähnliche Situation wie beim Amiga:
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V94. V240. V241. V242. V256. VA233. VA234.3 VA260. VA290. VA304. VA306. VA310. VB2. VB3. VB14. VB15. VB17. VB20. VA197. V212. VA112. V234. V277. |
Ritalin hat bei Menschen mit ADHS in der dabei üblichen Dosis weder die Wirkung, daß man ruhiggestellt wird, noch eine aufputschende Wirkung. Tatsächlich hilft es störende Reize auszufiltern.Beispielgeschichte, fremd:Ritalin wirkt zwar manchmal beruhigend: Beispielgeschichte, fremd:Diese beruhigend Wirkung ist aber darauf zurückzuführen, daß dann mehr Außenreize und störende Gedanken vom Gehirn ausgefiltert werden und der ADHSler dadurch nicht mehr durch den ständigen Lärm im eigenen Kopf überfordert wird. Er ist nicht ruhiggestellt wie bei einem Betäubungsmittel, wo man handlungsunfähig wird, sondern ruhiger und entspannter, weil es weniger Streß gibt.
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V143.1.1 V221. V266. V306. VA82. VA222. VA234.5.2 VA234.5.4 VA241. VA249. VA250. VA256.2 VA256.3 VA263. VA267. |
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Wenn man die beiden vorhergehenden Abschnitte zusammenfaßt, dann wird klar, daß die Bezeichnung ADHS oder ADS irreführend ist. Das hyperaktive Verhalten ist darauf zurückzuführen, daß ein geringerer Teil der Außenreize vom Nervensystem als unwesentlich ausgefiltert wird und der ADHSler versucht den so entstehenden Streß durch Bewegung abzubauen. Da das Nervensystem durch die vielen Außenreize allgemein überfordert ist, kommt außerdem eine Koordinationschwäche hinzu. Statt "Hyperaktivität" gehört also "Reizfilterschwäche" in den Namen. Das scheinbare Aufmerksamkeitsdefizit ist nicht auf zu wenig Aufmerksamkeit zurückzuführen und damit kein Aufmerksamkeitsdefizit. Es handelt sich stattdessen um eine zu weit verteilte Aufmerksamkeit. Statt dem "Aufmerksamkeitsdefizit" gehört also "Aufmerksamkeitsverteilungsstörung" in den Namen.
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V300. V302. V312. VA166. VA189. VA231. VA234.6 |
Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5,
34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615,
http://www.kersti.de/,
Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal
im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von
Lesern immer bekomme.