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VA274.

Sprachverwirrung durch ADHS-Wahrnehmung oder Langweilige Routineaufgaben sind nicht langweilig

1. Gefühle sind viel heftiger und unterschiedlicher als sie beschrieben werden können

ADHS führt zu häufig wechselnden Gefühlen. Daraus folgt häufig auch ein differenzierteres Gefühlserleben:

Beispielgeschichte, Kersti:

Gibt es genug Worte für die Gefühle?

Eines Tages sagte ich zu einer Bekannten:
"Irgendwie gibt es viel zu wenige Worte für Gefühle. Ich kann mindestens zehn Arten von Freude unterscheiden, und genausoviele Arten von Glück, Liebe, Ärger .... es müßte einfach viel mehr unterschiedliche Worte für Gefühle geben, damit man das alles ausdrücken könnte."
"Echt? Also für mich fühlt sich das alles gleich an. Freude, Glück, Liebe, alles gleich. Und Ärger, Wut und so auch alles gleich."
Dennoch hören sich die Beschreibungen, die ein Mensch mit ADHS von seinen Gefühlen gibt, nicht ungewöhnlich an: Wenn er seine Gefühle in einer Situation beschreibt, klingt die Beschreibung fast genauso, als würde ein Mensch, der kein ADHS hat - und deshalb viel weniger intensive Gefühle hat - seine Gefühle in derselben Situation beschreiben. Manchmal reden ADHSler sogar überhaupt nicht von Gefühlen. Nur in den unwillkürlichen Reaktionen auf gewisse Situationen merkt man manchmal noch, daß die Gefühle so heftig sind, daß er sein Verhalten einfach nicht mehr beherrschen kann. Auch der Umgang mit Schmerzen wirkt seltsam: Manchmal fangen sie an wegen eine Kleinigkeit an zu weinen - andererseits bringen sie es aber auch manchmal fertig, bei ernsthaften Dauerschmerzen Schmerzmittel durch ein spannendes Buch zu ersetzen oder Ähnliches. - Insgesamt wirkt also das Gefühlsleben eines Menschen mit ADHS von außen betrachtet oft recht widersprüchlich.

Dieser äußere Eindruck entsteht jedoch nicht, weil das Verhalten der Menschen mit ADHS tatsächlich in sich widersprüchlich wäre, sondern weil man auswendig lernt, in welcher Situation man welches Wort für seine Gefühle und Wahrnehmungen verwendet, statt direkt wissen, was der andere fühlt und wahrnimmt und danach zu entscheiden, welches Wort man verwendet. Dadurch beschreibt der ADHSler seine überwältigend heftigen Gefühle mit denselben Worten die ein Mensch ohne ADHS für seine schwachen und wenig differenzierten Gefühle verwenden würde, obwohl beides kaum miteinander vergleichbar ist. Das Schmerzempfinden bei dauerhaften Schmerzen ist bei ADHS nicht stärker als bei anderen Menschen, und man kann es oft durch konzentrierte Arbeit an etwas was alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, aus dem Bewußtsein drängen. Bei plötzlichen und unerwarteten Schmerzen und Geräuschen kann dagegen das gesamte System aus dem Gleichgewicht geraten, so daß man nur noch in Tränen ausbrechen kann, bei mir ist das besonders morgens wenn ich noch nicht ganz wach bin und mich fühle, wie andere Leute wenn sie einen Kater haben.

Über wirklich heftige Gefühle traut man sich dagegen kaum zu sprechen, weil man dann oft nichts dagegen tun kann, daß man in Tränen ausbricht - und jemand der gar nicht weiß, wie es ist sich so zu fühlen akzeptiert das nicht, weil er nicht nachvollziehen kann, wie man wegen "so etwas" weinen kann. Und gerade, dann kann man solches Unverständnis natürlich gar nicht verkraften. In solchen Situationen flüchten Menschen mit ADHS dann vielleicht zu Gesprächsthemen, die nicht gefühlsgeladen sind und wirken deshalb gefühllos und unnahbar. Tatsächlich liegt es aber daran, daß sie alles gleich mitten ins Herz trifft.

Hinzu kommen aber noch Situationen, wo man lernt, Ausdrücke, die eigentlich Gefühle beschreiben in Situationen zu verwenden, wo man es definitiv nicht so empfindet.

Kersti

VA98. Kersti: Tonskala - Skala der Gefühle
VA173. Kersti: Smileys, Emoticons
VA174. Kersti: Wie man sich von fremden Gedanken und Gefühlen abschirmt
VA220. Kersti: Empathie: Wie unterscheidet man eigene Gefühle von fremden?
VA264. Kersti: 2. Nicht durch Lob und Strafe konditionierbar?
VA263. Kersti: 1. Die Suche nach Nervenkitzel
VA263. Kersti: 2.1 Stimmungsschwankungen sind ein primäres Symptom von ADHS, keine Folge von Widersprüchen
VA263. Kersti: 2.2 Stimmungsschwankungen und das Selbstbild
VA264. Kersti: Beispielgeschichte, Kersti: Wozu Wutanfälle nötig sind
VA190. Kersti: Der Wert der Empathie
VA283. Kersti: Sehr hohe Soziale Kompetenz von Kindern als Hindernis für das Verständnis des Sozialverhaltens weniger kompetenter Menschen
VA264. Kersti: 1. Mangelnder Sinn für die Folgen des Tuns?
VA265. Kersti: ADHS: Ein wenig ausgeprägtes Bestrafungs- und Motivationssystem im Gehirn?
VA268. Kersti: Warum mich Bücher über ADHS oft wütend machen

2. Ein ADHSler langweilt sich nicht, wenn er eine "langweilige Routinearbeit" erledigt

Beispielgeschichte, Kersti:

Routinearbeiten sind nicht langweilig sondern furchtbar schwierig und frustrierend

Wenn ich über Routinearbeiten geredet habe, habe ich bisher immer gesat, daß ich "langweilige" oder "einfache" Routinearbeiten hasse, "weil sie so langweilig sind". Erst bei meiner Beschäftigung mit ADHS fiel mir auf, daß ich hier das Wort langweilig immer falsch verwendet habe, denn beim erledigen von Routinearbeiten war ich oft
  • in einem träumerische interessierten Zustand, weil meine Gedanken einen interessanten Ausflug zu einem Thema unternommen haben, über das ich eigentlich überhaupt nicht nachdenken wollte
  • wütend auf mich selbst, weil ich mich schon wieder hatte ablenken lassen
  • erschöpft, weil das unerwünschte-Gedanken-wegschieben so anstrengend ist
  • genervt weil ich ausversehen zwischendurch aufgestanden bin, um die Blumen zu gießen
  • frustriert, weil ich so viel Zeit dafür aufgewendet habe und so wenig dabei herausgekommen ist
  • wütend, weil ich die Aufgabe für unnötige Quälerei hielt
  • wütend weil ich mich darüber geärgert habe, daß ich darüber nachgedacht habe, warum ich die Aufgabe NICHT erledigen will, obwohl ich sie doch aus gutem Grund begonnen habe, und das nur dazu führt, daß es noch länger dauert, bis ich endlich etwas interessantes tun kann
  • unmotiviert weil mir klar war, daß ich für die ganze Mühe am nächsten Tag nicht einmal gelobt werden würde, sondern noch einen Tadel einstecken muß, weil ich es nicht so gut hinkriege, wie es in der Schule erwartet wird und weil sie gerade von so einem intelligenten Kind wie mir doch etwas besseres erwarten.
  • völlig erschöpft, weil die Aufgabe zu lang ist, um von einem Menschen mit meiner Veranlagung auf einmal erledigt zu werden
Aber in meinem ganzen Leben habe ich mich bei der Erledigung einer langweiligen einfachen Routinearbeit noch kein einziges mal gelangweilt und fand es auch nie einfach, sie zu erledigen!

Da Kinder mit ADHS im Allgemeinen bei solchen Routinearbeiten dieselbe Sammlung an ungerechten Kommentaren ernten wie ich, nehme ich an, daß es den meisten damit so geht. Das allerdings liegt nicht nur an der Art der Routinearbeit sondern mindestens ebensosehr an der unangemessenen Reaktion der Lehrer auf die für Kinder mit ADHS unvermeidbar höhere Flüchtigkeitsfehlerrate wie "Du bist doch so intelligent, Du solltest das besser können." oder "siehst Du, wenn Du willst kannst Du ja doch!" - nur ist es ja nicht der Schüler, der die Rahmenbedingungen schafft, die es ihm so schwer machen, oft genug daran zu denken (Einmal hinsetzen und "es eben machen" funktioniert bei ADHS eben nicht!), es ist nicht der Schüler, der sich selbst ständig noch für all die Mühe, die eine so schwierige Aufgabe, wie Routinearbeiten für ihn sind auch noch tadelt. Es ist nicht der Schüler, der entschieden hat, daß er täglich zu einem Ort geht der so mit Sinneseindrücken überladen ist, daß sie für einen Menschen mit ADHS Dauerstreß bedeuten, der die Flüchtigkeitsfehlerrate in die Höhe treibt.
VA254. Kersti: ADHS: Du kannst ja, wenn Du willst!

Beispielgeschichte, Kersti:

Eine interessante Rahmenaufgabe als Motivator

Wenn ich eine interessante Rahmenaufgabe habe, für die ich eine Routinearbeit wirklich brauche, dann bekomme ich auch die Routinearbeit hin. Die interessante Rahmenaufgabe fällt mir im Alltag immer wieder ein, wenn meine Gedanken abschweifen. Und wenn mir dazu etwas einfällt sehe ich jedesmal, daß ich die Routinearbeit wirklich brauche. Ich mache dann ein wenig weiter, bis ich zu müde bin, um noch konzentriert an so etwas schwierigem wie einer Routinearbeit arbeiten zu können - und bin fertig mit der Routinearbeit, wenn ich mit der interessanten Rahmenaufgabe fertig bin.

Ein ähnliches Sprachproblem ergibt sich bei dem Wort "einfach" in dem Ausdruck "einfache Routineaufgabe"
VA263. Kersti: 2.3 Ein Unwort: "einfache Routineaufgabe"

Kersti

VA35. Kersti: Ich kenne keine Langeweile
VA98. Kersti: Tonskala - Skala der Gefühle
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V93. Kersti: Fantasyersatz und die Scheißwahrheit...
VA231.7 Kersti: Normale Menschen - und das Small-Talk-Problem
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VA254. Kersti: ADHS: Du kannst ja, wenn Du willst!
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V320. Kersti: Im oberen Teil der Brücke wird man verrückt!
VA164. Kersti: Die Welt ist eine Illusion...
VA165. Kersti: Fantasie oder Realität?
VA238. Kersti: Ist ADHS eine Krankheit?
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VA264. Kersti: ADHS: Schwäche oder Dominanz der rechten Hirnhälfte?
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VA289. Kersti: Kurze Zusammenfassung der Methode "The Work" nach Byron Katie
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VB7. Kersti: Danke für Kritik
VB12. Kersti: Wahres Spiel ist anstrengend
VB16. Kersti: Die Bedeutung der Optionhaltung
Kersti: O3. Ist in der Schule das Denken verboten?

3. Die Bezeichnung ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) ist irreführend

3.1 ADHSler sind Multitaskingfähig

Analogie:

Multitasking beim Amiga-Computer

Der Amiga war das erste Multitaskingfähige Computersystem. Das heißt es war der erste Computer, auf dem mehrere Programme gleichzeitig laufen konnten und vom Betriebssystem jeweils anteilmäßig Rechenzeit zugewiesen bekamen. Als die ersten Programme für den Amiga herauskamen, stellte sich heraus, daß sie häufiger abstürzten, weil die Programmierer beim programmieren nicht berücksichtigt hatten, daß ja mitten in einem Arbeitsschritt, den ein Programm ausführen soll, ein anderes Programm Rechenzeit auf dem Computer zugewiesen bekommen kann.

Mit der Zeit lernten die Programmierer mit der Multitaskingfähigkeit umzugehen und lange Zeit, nachdem schon viel leistungsfähigere Rechner auf dem Markt waren, war es noch so, daß Amiga-Programme auf aufgerüsteten Amigas immer nch schneller waren als die meisten unter Windows laufenden Programme auf den viel schnelleren Windows-Rechnern. Sie waren einfach besser programmiert. Nur Programme, die tatsächlich die gesamte Leistungsfähigkeit eines Windows-Rechners für ihre eigentliche Aufgabe benötigten, waren nur für Windows-Rechner zu haben.

Bei ADHS haben wir eine ähnliche Situation wie beim Amiga:
  • ADHSler sind Multitaskingfähig: sie erledigen oft mehrere Aufgaben gleizeitig
  • Programmabstürze: Viele Aufgaben bleiben mittendrin liegen, weil sie in Vergessenheit geraten oder werden nicht richtig erledigt, weil Gedanken an etwas anderes dazwischenkommen
  • Programmierfehler, weil das Multitasking nicht berücksichtigt wurde: viele dieser Probleme entstehen nur, weil man versucht, seinen Alltag so zu organisieren, wie das Menschen tun, die kein ADHS haben
Zu wenig Aufmerksamkeit haben ADHSler ganz sicher nicht, das merkt man schon daran, daß sie immer noch Aufmerksamkeit für irgendeinen Gedanken oder Außenreiz übrig haben, der sie von ihrer augenblicklichen Arbeit ablenkt und daran, daß das um so schlimmer ist, je einfacher diese Aufgabe ist.

Kersti

V94. Kersti: Eine Sammlung sämtlicher denkbarer Verrücktheiten
V240. Kersti: Intuition
V241. Kersti: Vernetztes Denken wird nur bei inaktiver Gehirnrinde bewußt
V242. Kersti: Legasthenie und vernetztes Denken
V256. Kersti: Warum hat ein Gedankenkristall mindestens sechs Dimensionen?
VA233. Kersti: Gedankenkristalldenken fühlt sich für mich eher wie sehen als wie denken an
VA234.3 Kersti: Aufstieg: Vernetztes Denken und feinstoffliche Wahrnehmung
VA260. Kersti: Leben mit der Fähigkeit zu vernetztem Denken
VA290. Kersti: Magische Hochbegabung
VA304. Kersti: Was ist Aurensehen?
VA306. Kersti: Was bringt einen halbwegs vernunftbegabten Menschen dazu einen solchen Mist zu glauben?
VA310. Kersti: Ein esoterisches Weltbild hat kaum Einfluß auf das Alltagsleben
VB2. Kersti: Lernen ist Spiel
VB3. Kersti: Das darfst du nicht sagen, du mußt wissen, daß es falsch ist!
VB14. Kersti: Wie lernt man etwas grundsätzlich Neues dazu?
VB15. Kersti: Lernen: Zwischen den Stühlen
VB17. Kersti: Fantasy
VB20. Kersti: Fachidiotentum
VA197. Kersti: Entwicklungs- psychologische Trennung zwischen materieller Realität, Fantasie und Geistigen Welten
V212. Kersti: Was ist Freiheit?
VA112. Kersti: Geistige Freiheit
V234. Kersti: Fantasy und Wahrheit
V277. Kersti: Das Prinzip der Narrenfreiheit

3.2 Reizfilterschwäche

Ritalin hat bei Menschen mit ADHS in der dabei üblichen Dosis weder die Wirkung, daß man ruhiggestellt wird, noch eine aufputschende Wirkung. Tatsächlich hilft es störende Reize auszufiltern.

Beispielgeschichte, fremd:

Wenn ich Ritalin nehme, bin ich Abends nicht so furchtbar erschöpft

Es wird ja behauptet, man könne Ritalin benutzen um sich so aufzuputschen, daß man seine Leistungsgrenzen nicht mehr wahrnimmt. Aber bei mir ist das eigentlich ganz anders. Wenn ich an der Uni eine Veranstaltung besuche, Zug fahre oder sonst etwas mache, wonach ich sonst immer völlig erschöpft bin, dann stören mich die anderen Leute, die Gerüche und Geräusche dort nicht so wie sonst und ich bin abends nach Abklingen der Ritalinwirkung viel ausgeruhter als sonst. Und das ist dann zu einer Zeit, wo nach den Messungen des Serumsspiegels normalerweise wirklich kein Ritalin mehr im Blut ist.

Ritalin wirkt zwar manchmal beruhigend:
Beispielgeschichte, fremd:

Ritalin als Schlafmittel

Wenn ich abends so hibbelig und unruhig bin, hilft es mir Kaffee zu trinken oder auch noch eine Ritalin zu nehmen, damit ich einschlafen kann.

Diese beruhigend Wirkung ist aber darauf zurückzuführen, daß dann mehr Außenreize und störende Gedanken vom Gehirn ausgefiltert werden und der ADHSler dadurch nicht mehr durch den ständigen Lärm im eigenen Kopf überfordert wird. Er ist nicht ruhiggestellt wie bei einem Betäubungsmittel, wo man handlungsunfähig wird, sondern ruhiger und entspannter, weil es weniger Streß gibt.

Kersti

V143.1.1 Kersti: Der Zweck heiligt die Mittel? - Lügen, um jemanden von Wahrheiten zu verschonen, die er nicht verarbeiten könnte
V221. Kersti: Abschirmen - das wichtigste, was jeder lernen muß, der auf die höheren Sinne zurückgreift
V266. Kersti: Wieso mir der Begriff "Kopfblind" gefällt
V306. Kersti: Eine rein körperliche Unfähigkeit, mit Streß umzugehen
VA82. Kersti: Psychodelische Drogen oder warum man Verdrängung nicht gewaltsam aufheben darf
VA222. Kersti: Wie man Verdrängung wahrnehmen kann
VA234.5.2 Kersti: Aufstieg: Filtermechanismen
VA234.5.4 Kersti: Aufstieg: Überblick: Was Filtermechanismen abschwächt
VA241. Kersti: Verdrängungs- mechanismen
VA249. Kersti: 1.2 Die Mauer
VA250. Kersti: Meditation als Werkzeug von Therapie und Aufstieg
VA256.2 Kersti: Wozu brauchen Indigo-Kinder ADHS?
VA256.3 Kersti: Leben mit schwächeren Filtern
VA263. Kersti: 3. ADHS und Kreativität: Erfolg ist nicht einfach Zufall
VA267. Kersti: Die Spanne zwischen Dogmatismus, Kreativität und Chaos - oder - Ist Ritalin bei ADHS Doping?

3.3 Es müßte statt "Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom" (ADHS) eigentlich "Aufmerksamkeitsverteilungsstörung mit Reizfilterschwäche" (AVS-RFS) heißen

Wenn man die beiden vorhergehenden Abschnitte zusammenfaßt, dann wird klar, daß die Bezeichnung ADHS oder ADS irreführend ist. Das hyperaktive Verhalten ist darauf zurückzuführen, daß ein geringerer Teil der Außenreize vom Nervensystem als unwesentlich ausgefiltert wird und der ADHSler versucht den so entstehenden Streß durch Bewegung abzubauen. Da das Nervensystem durch die vielen Außenreize allgemein überfordert ist, kommt außerdem eine Koordinationschwäche hinzu. Statt "Hyperaktivität" gehört also "Reizfilterschwäche" in den Namen.

Das scheinbare Aufmerksamkeitsdefizit ist nicht auf zu wenig Aufmerksamkeit zurückzuführen und damit kein Aufmerksamkeitsdefizit. Es handelt sich stattdessen um eine zu weit verteilte Aufmerksamkeit. Statt dem "Aufmerksamkeitsdefizit" gehört also "Aufmerksamkeitsverteilungsstörung" in den Namen.

Kersti

V300. Kersti: Ohne eigene Erfahrungen keine zutreffende Theorie
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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.