Zuerst erschienen in Zeitschrift: Idee und Bewegung, Heft 38 (Heft 2/1997)
zuerst auf dieser Internetseite zwischen dem 01.05.2000 und dem 07.06.2000
letzte vollständige Überarbeitung: 2-3/2021
letzte Bearbeitung: 3/2021

V38.

Was kann der Ausgegrenzte gegen Ausgrenzung tun?

Inhalt

Übergeordneter Artikel:
VA108. Kersti: Ausgrenzung

Inhalt des Artikels:
V38.1 Kersti: Ratschläge gegen Mobbing, die die praktische Erprobung nicht bestehen
V38.2 Kersti: Warum nicht reagieren unmöglich ist
V38.2 Kersti: "Zeige nicht, daß du dich ärgerst!" rieten sie mir.
V38.3 Kersti: Warum noch fester zuschlagen nicht funktioniert
V38.3 Kersti: "Schlag sofort so fest zurück, daß die anderen nicht wagen, dir etwas zu tun!" war ein Rat.
V38.4 Kersti: Lehrer, die nicht helfen
V38.4 Kersti: "Geh zum Lehrer, der hilft dir!"
V38.5 Kersti: Warum Anpassung des Mobbingopfers keine Lösung für das Mobbingproblem bietet
V38.5.1 Kersti: Nicht jeder kann sich anpassen
V38.5.1 Kersti: "Paß dich an!" wurde mir geraten
V38.5.2 Kersti: Zu wenig Orientierung: Wie Mobber sicherstellen, daß Mobbingopfer keine Chance zur Anpassung erhalten
V38.5.3 Kersti: Offensichtlich unveränderliche Merkmale als nicht beseitigbarer Mobbinganlaß
V38.5.4 Kersti: Unveränderliche Merkmale, die erscheinen, als könnte man sie durch Anpassung beseitigen
V38.5.4.1 Kersti: Wie meine Mitmenschen auf mich wirkten
V38.5.4.2 Kersti: Hellsichtigkeit - oder - warum unterstellen die Leute anderen Menschen immer Absichten und Gedanken die sie offensichtlich nicht haben?
V38.5.4.3 Kersti: Hochsensibilität
V38.5.4.4 Kersti: Hochbegabung
V38.5.4.5 Kersti: Denken in Gedankenkristallen
V38.5.5 Kersti: Paradoxe Anpassung und warum sie manchmal funktioniert
V38.5.5 Kersti: Normal erscheinen war für mich nicht erreichbar, daher konnte ich mir die Mühe auch sparen
V38.6 Kersti: Ausgrenzung von Gruppen
V38. Kersti: Quellen

 
Inhalt

1. Ratschläge gegen Mobbing, die die praktische Erprobung nicht bestehen

Nach der zweiten Klasse zogen wir um. Von den neuen Klassenkameraden wurde ich, auf jede Art, die ihnen einfiel, geärgert und ungerecht behandelt. Von verschiedenen Leuten erhielt ich immer dieselben, wenigen Ratschläge, die ich im Laufe der Jahre jeden, mehrfach, wochenlang ausprobierte.

Da sie in der praktischen Erprobung durchweg nicht funktionierten, kam ich zu dem Schluß, daß keiner dieser Ratschläge wirklich weiterhilft.

 
Inhalt

2. Warum nicht reagieren unmöglich ist

Kinder die Mobben, tun das oft mit der Begründung, es würde ihnen Spaß machen. Es handelt sich um eine Verhaltensweise, die dazu dient durch soziales Austesten herauszufinden, wo die Grenzen einer Situation liegen. Mobbing hat daher etwas mit Neugier zu tun.
O4. Kersti: 2.3 Manchmal führt auch Neugier zu Mobbing
Daher ist ein naheliegender Gedanke den Mobbern den Spaß zu verderben, indem man einfach gar nicht reagiert. Leider funktioniert das nicht, da die Täter weitermachen, bis etwas passiert.

Beispielgeschichte, Kersti:
"Zeige nicht, daß du dich ärgerst!" rieten sie mir.
Also verzog ich keine Miene, als meine Klassenkameraden mich beim Spitznamen riefen. Da bewarfen sie mich mit Kreide. Weil ich nicht reagierte, zupften sie an mir herum. Dann traten oder schlugen sie. Verlor der eine die Lust, fing der nächste an. Bis ich aus Erschöpfung und Verzweiflung in Tränen ausbrach oder mich gegen meinen Vorsatz wehrte, so daß sie drei Meter Sicherheitsabstand zu mir halten mußten.

Wenn sich Mobbing bereits etabliert hat, läßt es sich daher auf diese Weise nicht mehr beenden.

 
Inhalt

3. Warum noch fester zuschlagen nicht funktioniert

Ebenso naheliegend ist der Gedanke, daß man wenn sie Grenzen austesten eben Grenzen setzen müsse.

Damit eine Strategie der Abschreckung sozial funktionieren kann, müssen zwei Bedingungen gegeben sein.

Als vier Mädchen mich zusammenschlagen wollten und ich mich nach Leibeskräften verteidigt habe, war der Erfolg, daß diese Mädchen offensichtlich danach Angst vor mir hatten und daß es keinen zweiten Versuch gab, so etwas zu tun.
E5: Kersti: Zusammengeschlagen

Auf die Taktik der tausend Nadelstiche, die Mobbing darstellt, läßt sich diese Strategie jedoch nicht anwenden. Im Allgemeinen erscheint jede einzelne Mobbinghandlung für sich genommen harmlos, wäre also kein Anlaß für ein sich wehren, das abschreckend ist.

Beispielgeschichte, Kersti:
"Schlag sofort so fest zurück, daß die anderen nicht wagen, dir etwas zu tun!" war ein Rat.
Dabei wollte ich natürlich niemanden ernsthaft verletzen. Wenn ich hart zuschlug, schlugen die anderen genausofest zurück. Achtete ich jedoch darauf, nicht fester zu schlagen als sie, bestanden körperliche Angriffe bald nur aus Knüffen, die jeder für sich nicht geschadet hätten.

In der Summe sind sie jedoch einfach zu viel und können das Opfer krank machen, so daß der Anlaß aus Sicht des Opfers bedrohlich ist. Wenn man aber auf eine Weise reagiert, die diesem Ausmaß an Bedrohung entspricht, reagieren die jeweiligen Autoritäten, als wäre nur der aktuelle von den tausend Nadelstichen, die das Mobbingopfer als so bedrohlich erlebt, der Anlaß für seine Reaktion und bestrafen das Mobbingopfer für seine "Überreaktion", die keine Überreaktion ist, wenn man das gesamte Ausmaß des Mobbings betrachtet.

 
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4. Lehrer, die nicht helfen

Beispielgeschichte, Kersti:
"Geh zum Lehrer, der hilft dir!" Wenn ich mich an Lehrer wandte, weil ich im Unterricht von allen Seiten geärgert, mit Papierkügelchen oder Kreide beworfen oder mir meine Sachen geklaut wurden, unterstützte mich niemand, weil das als Petzen galt. Dann begriff der Lehrer nicht, daß ich als Außenseiterin allein stand, obwohl ich im Recht war und dringend Hilfe gebraucht hätte. Wehrte ich mich, gab es immer drei, vier Leute, die petzten. Ich sagte jedesmal, daß mich die anderen vorher geärgert haben. Kein Lehrer glaubte mir.

Tatsächlich hat beinahe jede Maßnahme, die Lehrer in Bezug auf Mobbing ergriffen haben, zur Verschärfung des Problems beigetragen.
V39. Kersti: Aber Du weißt das doch!
E6: Kersti: Gerechtigkeit für Außenseiter?
Dabei hatte ich eher das Gefühl, daß sie sich angesichts des Mobbings hilflos und inkompetent fühlten, als daß sie es absichtlich verstärkt hätten. Doch selbst in den Fällen, wo Lehrer erfolgreich Mobbing beenden, scheint das oft eher auf Glück als auf sozialer Kompetenz zu beruhen.
O4. Kersti: "Ich verstehe gar nicht, warum ihr sie immer ärgert."
Offensichtlich ist also die Ausbildung der Lehrer im Umgang mit Mobbing nicht ausreichend.
O4. Kersti: 5. Wie kann man bei Mobbing eingreifen
O4. Kersti: 6. Langfristige Strategien zur Vermeidung von Mobbing

 
Inhalt

5. Warum Anpassung des Mobbingopfers keine Lösung für das Mobbingproblem bietet

5.1 Nicht jeder kann sich anpassen

Der Rat sich anzupassen erscheint zunächst sinnvoll, wenn man die evolutionäre Herkunft des Mobbings betrachtet.
O4. Kersti: 2.1 Evolutionäre Herkunft des Mobbings: sei normal oder stirb
Doch erfolgreich ist die Strategie gewöhnlich nicht.
Beispielgeschichte, Kersti:
"Paß dich an!" wurde mir geraten.
Ich hätte alles getan, was mit meinem Gewissen zu vereinbaren war, um anerkannt zu werden. Ich habe sogar versucht, nur zu denken, was ich für normal hielt. Doch genützt hat das nichts.

Tag für Tag pausenlos von allen Seiten geneckt zu werden, kostet auf Dauer mehr Kraft, als man erübrigen kann. In der Schulzeit merkte ich, wie ich nach und nach meine Reserven verbrauchte. Und ich glaubte, daß das auch als Erwachsene bei der Arbeit so bleiben würde, weil ich anormal sei. Irgendwann wäre ich daran zerbrochen. Welch ein Glück, daß ich mich geirrt habe!

Es gibt mehrere Gründe, warum Mobbinganlässe nicht durch Anpassung beseitigbar sein könnten.

 
Inhalt

5.2 Zu wenig Orientierung: Wie Mobber sicherstellen, daß Mobbingopfer keine Chance zur Anpassung erhalten

Dem steht aber als allererstes entgegen, daß die Täter zwar der Ansicht sind, sie würden ihr Opfer durch ihr Mobbing für Fehlverhalten bestrafen, daß sie aber weder bereit sind zu verraten, wie das Opfer sich verhalten müsse, damit sie aufhören. Noch reagieren Täter, die mobben, rechtzeitig und direkt genug auf Verhaltensänderungen, daß das Mobbingopfer das verwenden können, um eine Orientierung zu bekommen, was sie tun müssen, um nicht mehr gemobbt zu werden.
O4. Kersti: 4.1 Mobbing als Strafe?
VA163. Kersti: Die Wirkung indirekter Kritik
Soziale Gemeinschaften, die Mobbing betreiben, üben keine konstruktive Kritik. Umgekehrt sind Gemeinschaften, die konstruktive Kritik üben im allgemeinen Gemeinschaften, die nicht mobben.
V167. Kersti: 17-jährige Gruppenführer verhindern Ausgrenzung wirksamer als Lehrer
V168. Kersti: Meckerrunde
O2: Kersti: Toleranz als Fähigkeit, OI2.
Eigenarten des Mobbingopfers dienen zwar als Mobbinganlaß, die Ursache des Mobbings liegt aber in sozialen Defiziten der ausgrenzenden Gruppe.
V309. Kersti: Gibt es Aussenseitereigenschaften?
V39. Kersti: Wie wird man zum Außenseiter?
O4. Kersti: 4. Defizite der ausgrenzenden Gemeinschaft
Es ist einfach deshalb schon unlogisch dem Mobbingopfer die Schuld am Mobbing zu geben, weil das Mobbingopfer sich in einer Situation befindet, wo es durch eine Übermacht gequält wird. Die Übermacht der Mobber hat auf alle Fälle die Möglichkeit ihr Verhalten zu ändern, das Mobbingopfer mobbt nicht, sondern wird gemobbt - es kann daher auch nicht mit dem mobben aufhören.
V166. Kersti: Außenseiter: Das Opfer ist schuld?
V301. Kersti: Um Außenseiter zu integrieren, muß man die Gemeinschaft ändern, die ausgrenzt
V308. Kersti: Aussenseiterkarrieren - wie sie entstehen, was sie verhindern kann

 
Inhalt

5.3 Offensichtlich unveränderliche Merkmale als nicht beseitigbarer Mobbinganlaß

Es gibt Eigenarten, die sich nicht ohne weiteres mal eben verändern lassen und wo das auch offensichtlich ist.
O4. Kersti: Die Hexe
O4. Kersti: Sabriye, die Blinde
Es gibt Eigenarten, die sich nicht so leicht verändern lassen, wie nicht Betroffene glauben, wo aber zumindest offensichtlich ist, was der Mobbinganlaß ist.
O4. Kersti: Die Dicke

In jedem dieser Fälle muß man sagen, daß der Mobbinganlaß völlig irrelevant für den sozialen Umgang miteinander ist und daß Anpassung ganz bestimmt keine Lösung für das Problem bieten kann, sondern daß die Täter sich offensichtlich ein Opfer gesucht haben, das sich möglichst wenig wehren kann.

 
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5.4 Unveränderliche Merkmale, die erscheinen als könnte man sie durch Anpassung beseitigen

5.4.1 Wie meine Mitmenschen auf mich wirkten

Es gibt aber auch Eigenarten, die auf angeborenen und nicht einfach veränderbaren Merkmalen beruhen und die trotzdem mit frei gewähltem Verhalten verwechselt werden.

"Du bist komisch." war ein Satz, den ich als Kind ständig zu hören bekam. Ich hatte keinerlei Ahnung, was denn an mir komisch sein könnte. Wenn ich nachfragte, was das Problem war, erhielt ich die Antwort, das wüßte ich doch, das hätten sie doch gesagt oder Ähnliches.
V39. Kersti: Aber Du weißt das doch!
V42.6.1 Kersti: "Du sollst den Satz gar nicht interpretieren!"
Da die betreffenden Personen in den meisten Fällen weder die Beobachtungen, die sie gemacht hatten und die sie verwirrt hatten genau genug benannten, noch sagten, wie sie diese Beobachtungen interpretiert hatten, war natürlich überhaupt nicht nachvollziehbar, wie sie zu ihren unzutreffenden Unterstellungen bezüglich meiner Gefühle und Gedanken kamen. Wenn ich Gespräche, die andere über mich führten, heimlich belauscht habe, dann waren diese Informationen in solchen Gesprächen zwar durchaus vorhanden, das hieß aber in den meisten Fällen nicht, daß ich etwas hätte ändern können.

Ich stellte immer wieder fest, daß mir andere Menschen Absichten und Motive unterstellten, die ich definitiv nicht hatte und damit einzelne Strafen oder gleich Mobbing begründeten. Meine Lehrerin unterstellte mir, ich wolle sie ärgern. Tatsächlich habe ich in meiner ganzen Schulzeit nie eine Lehrer absichtlich geärgert! Mir wurden Lügen unterstellt, wenn ich - wie immer - die Wahrheit erzählt habe und die betreffende Person war erst zufrieden, wenn man aufhörte ihr zu widersprechen, wenn sie behauptete, das Fantasieprodukt über mein denken und handeln, was sie sich ausgedacht hatte, wäre die Wahrheit. Ich habe es auch immer wieder erlebt, daß mir Leute erklärten, solche Gefühle und Wahrnehmungen wie ich sie hatte, gäbe es gar nicht.
VA163.1 Kersti: Ich hoffe du nimmst es mir nicht übel wenn ich sage, daß du ziemlich unglaubwürdig auf mich wirkst?
V109.1 Kersti: Das haben Leute gesagt, die viel klüger sind als wir beiden...
V166. Kersti: Dann einigten sich Klasse und Lehrer, ich sei schuld, daß sie mich ärgerten und gaben mir die üblichen Ratschläge

Außerdem taten alle Leute komische Dinge, die sie mir partout nicht begründen wollten und die sie für normal erklärten. Sie ergaben nur überhaupt keinen mir erklärlichen Sinn.
V40.1.1.4 Kersti: Insgesamt habe ich bei Tieren das Gefühl, mit ihnen besser in Kontakt zu kommen als mit Menschen

Kurz gesagt, fanden alle anderen mich komisch - ich sie aber auch.
VB225.5 Kersti: Alle anderen sind komisch
Die Autistin Autor: Temple Grandin schrieb einmal, sie hätte die Menschen erforscht wie eine Anthropologin vom Mars2. XV und in dem Spruch habe ich mich sofort wiedergefunden, denn ich habe sehr viel Zeit damit verbracht, herauszufinden, was eigentlich in normalen Menschen vorgeht, während sie sich aus meiner Sicht so unverständlich verhalten.

Welche konkreten unsichtbaren Unterschiede mich von anderen unterschieden, führe ich in den nächsten Abschnitten aus.

 
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5.4.2 Hellsichtigkeit - oder - warum unterstellen die Leute anderen Menschen immer Absichten und Gedanken die sie offensichtlich nicht haben?

Während ich die Menschen nicht verstanden habe, wußte ich doch häufig was sie fühlten und bekam einen Eindruck von der Richtung ihrer Absichten. Ich wußte also was sie fühlen, konnte mir aber nicht erklären warum, wußte oft einen Augenblick bevor sie es taten was sie vorhatten oder wußte wie ihre Einstellung zu mir und anderen war, konnte mir aber nicht erklären wie sie dazu kamen so zu reagieren. Dieses Wissen beruhte auf einer Wahrnehmung der Aura und telepathischer Gefühlswahrnehmung.
V40. Kersti: Als käme ich von einem anderen Stern
Das Ergebnis war, daß ich einerseits auf Gefühle und Gedanken reagierte, die mein Gegenüber meinte, gut verborgen zu haben, anerdererseits aer auch bewußt gegebene soziale Signale übersah, weil die telepathischen Gefühlswahrnehmungen viel deutlicher waren. Das führt vor allem mit Menschen die nicht ehrlich und offen zu sich und anderen sind zu Problemen, weil die sich ständig durchschaut fühlen. Mir selber war nicht klar, was ich falsch machte, weil ich wie praktisch jeder Mensch, der irgendwie auf ungewöhnliche Weise wahrnimmt oder denkt meine gesamte Kindheit hindurch annahm, daß alle das wahrnehmen was ich wahrnehme.

 
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5.4.3 Hochsensibilität

Ein zweiter Punkt, in dem ich anders reagiere als die meisten Menschen ist meine Hochsensibilität.
VB202. Kersti: Hochsensibilität
Im konkreten Verhalten von Menschen, dem was man von außen beobachten kann, sind drei verschiedene Problemfelder mit Hochsensibilität verbunden: Autismus/Asperger, ADHS und . Wenn akute Überlastungszusteände zum sozialen Rückzug und seltsamen Verhatensmustern führen, wird das je nach Grad der Ausprägung als Autismus oder Asperger diagnostiziert.
VB189. Kersti: Autismus - Gedanken zu einem rätselhaften Phänomen
Während ich viele Phänomene die Betroffene über ihr persönliches Erleben berichten aus eigener Erfahrung kenne, glaube ich nicht, daß die äußeren Diagnosekriterien von Autismus oder Asperger je auf mich zugetroffen haben.

Die ADHS-Symptomatik geht meiner Ansicht nach auf chronische Erschöpfung wegen chronischer Überreizung zurück. Daß das Nervensystem wegen ständig zu vielen Reizen wie Lärm, Bilder, Bewegung, Berührungen Ausfallerscheinungen zeigt, die zu Ungeschicklichkeit und Zerstreutheit führen und man sich gleichzeitig so erschöpft fühlt, daß die sechs Wochen Sommerferien in der Schule bei mich ab der dritten Klasse nicht mehr ausgereicht haben, um mich ausgeruht zu fühlen, kenne ich von mir und auch eine Freundin, bei der ADHS diagnostiziert wurde, sagte daß sie sich immer so furchtbar erschöpft fühlt.

 
Inhalt

5.4.4 Hochbegabung

O6: Kersti: Hochbegabung als Verständigungshindernis, OI6.

 
Inhalt

5.4.5 Denken in Gedankenkristallen

V237. Kersti: Der Gedankenkristall

 
Inhalt

4.5.6

Unterschiede in der Ausprägung der Wahrnehmung und des Denkens werden oft nicht als solche erkannt. Schwerhörige und selbst taube Kinder werden immer wieder nicht als taub oder schwerhörig erkannt sondern für dumm gehalten und häufig auch in eine entsprechende Anstalt eingewiesen, wo die Taubheit dann manchmal ebenfalls oft auch jahrelang nicht erkannt wird, was zu schwerwiegenden Schäden in der Persönlichkeits- und Intelligenzentwicklung führt3.; 4. S.66. Wenn sie gut Lippenlesen können, kann es sein, daß sie zwar nicht für dumm gehalten werden, aber trotzdem nicht als hörbehindert erkannt werden3.; 5.. Synästhetiker nehmen oft an, alle anderen würden ebenso wahrnehmen wie sie6. S.67. Autor: Alexander Romanowitsch Luria schreibt, daß der in Bildern denkende Autor: Solomon Shereshevsky verwirrt war als er zum Psychologen geschickt wurde, um mal untersuchen zu lassen, warum er ein derart gutes Gedächtnis hatte, denn ihm war als junger Erwachsener nicht bewußt, daß an seiner Denkweise irgendetwas anders war als an der anderer Menschen7. S. 9. Auch die Autistin Autor: Temple Grandin dachte als Kind und Teenager, alle Menschen würden wie sie in Bildern denken2. S.3f. Im Fall meiner Eltern exitstierte das Feinstoffliche und feinstoffliche Wahrnehmung nicht einmal in deren Weltbild, so daß die Chancen, daß es erkannt wird, noch geringer waren. Ich selber mußte erst erwachsen werden, um die Unterschiede in meiner Wahrnehmung und Denkweise zu erkennen und habe dann jeweils einen Artikel9. oder eine Hausarbeit darüber geschrieben.

Zu allem Überfluß dienen oft Eigenarten als Begründung für das Mobbing, die das Opfer kaum oder gar nicht ändern kann, weil sie mit der angeborenen Grundstruktur seiner Persönlichkeit zu tun haben oder weil es sich um angeborene äußere Merkmale handelt.
O4. Kersti: 2.5 Anderssein: Es ist schwierig, die Normalen zu verstehen
V40. Kersti: Als käme ich von einem anderen Stern
V312. Kersti: Manchmal wünschte ich mir, ich hätte wenigstens in irgendeinem Bereich eine durchschnittliche Begabung
VA231. Kersti: Anderssein ist Mist - selbst wenns eine Hochbegabung ist
V302. Kersti: Strafe dafür, daß man etwas schon vor den anderen kann
Wenn sich das Mobbing dann etabliert hat, werden die Streß- und Überforderungssymptome des Opfers als Begründung für weiteres Mobbing herangezogen.

 
Inhalt

5.5 Paradoxe Anpassung und warum sie manchmal funktioniert

Mit paradoxer Anpassung meine ich, daß man das Gegenteil von dem tut, was die Leute verlangen, ohne dabei in die Bereiche vorzustoßen, die allgemein als Symbole für "das Böse" gesehen werden.
Beispielgeschichte, Kersti:

Normal erscheinen war für mich nicht erreichbar, daher konnte ich mir die Mühe auch sparen

Ich hatte gerade das Gymnasium abgeschlossen und nach einer Reise in die USA, auf der ich mit Hilfe der Option-Methode viel über mich selbst nachgedacht hatte, entschied ich, daß ich mich nicht mehr anpassen würde. Offensichtlich lag ja normal erscheinen außerhalb des Bereiches, den ich durch Anpassung erreichen konnte und da das so war, konnte ich mir die Mühe auch gleich sparen, dachte ich mir.
V223. Kersti: Option - was mir einmal sehr geholfen hat
Ich beendete also meine offensichtlich erfolglosen Anpassungsversuche und redete nun offener über meine unkonventionellen Sichtweisen und seltsamen Erlebnisse.
V4. Kersti: Erfahrungsberichte über die Merkwürdigkeiten in meinem Leben
Dabei vermied ich zwar die Dinge, für die man gleich für böse und gewalttätig erklärt wird, wie einen Irokesenschnitt tragen oder bei Männern mit Glatze und Bomberjacke rumlaufen, tat aber sonst viele Dinge, die ich mich früher nicht getraut hatte.

Ich bin immer noch der Ansicht, daß ich machen kann, was ich will, mich wird niemand für normal halten. Trotzdem war ich über den Effekt dieser Maßnahme erstaunt. Plötzlich gab es niemanden mehr, der mich wegen völlig harmloser Dinge anmeckerte. Die Leute die ich jetzt kennenlernte waren nett zu mir!

Überraschend fand ich, daß blinde Menschen, die ich kennenlernte halb so viel Entgegenkommen von mir erwarteten, wie normale Menschen und trotzdem überrascht waren, wie viel ich für sie zu tun bereit war.

Gesteigert wurde mein Erstaunen, als ich begann, meine Internetseite zu veröffentlichen und darauf jahrelang fast ausschließlich positive Reaktionen erhielt. Dabei hatte ich bewußt all die Dinge, für die man gerne für verrückt erklärt wird auch veröffentlicht, weil ich Lächerlichmachen für weitaus ungefährlicher hielt, als mögliche Reaktionen, auf Dinge die von denen gewisse Kreise sich einbilden das wären ernsthaft gefährliche Meinungen - für ihre Verdrängungen, wirtschaftlichen Interessen oder kriminellen Machenschaften.
V277. Kersti: Das Prinzip der Narrenfreiheit

Dagegen war es offensichtlich ein Kapitalverbrechen in Wikipedia entsprechend der offiziellen Grundsätze von Wikipedia und der besten verfügbaren Quellen darszustellen, was Esoteriker für Ansichten zu Feinstofflichen Ebenen vertreten oder den wissenschaftlichen Stand zu Nahtoderfahrungen zusammenzufassen.
VB124.3 Kersti: Wikipedia: Esoterikkopfschmerzen in Wikipedia

Beispielgeschichte, Kersti:

Cool! - Sklavische Anpassung mit umgekehrten Vorzeichen

 
Inhalt

6. Ausgrenzung von Gruppen

VA1. Kersti: Sekteneigenschaften als Folge von Ausgrenzung

Kersti

 
Inhalt

Quelle

Der Artikel beruht auf dem Abschnitt
V41.1 Kersti: Ausgeschlossen!
des ursprünglich im Sommerheft 1997 von Zeitschrift: Idee und Bewegung erschienen Artikels:
V41. Kersti: Das Gewicht einer Gabe
von mir und wurde seit 6/2017 stark überarbeitet und erweitert.

Ich schildere, wann immer möglich, selbst erlebte Beispiele. Das tue ich nicht, weil es keine anderen gäbe, mit denen man dasselbe belegen kann, sondern weil ich die Literatur mit neuen, zusätzlichen Beispielen bereichern will.
VA272. Kersti: Wenn meine Beispiele alle von mir handeln - heißt das etwa, daß ich selbstbezogen bin?
Selbst erlebte Beispiele sind - da sie aus erster Hand sind - genauer beschrieben als Beispiele aus meiner Praxis, wo ich die Erklärungen meiner Patienten mißverstanden haben könnte und sie deshalb möglicherweise falsch wiedergeben könnte.
V175. Kersti: Kriterien zum Bau eines realistischen Weltbildes: Realitätsnähe
Und diese sind genauer und richtiger als aus der Literatur übernommene Beispiele, da ich bei diesen die betroffene Person nicht einmal persönlich kenne und das Beispiel deshalb möglicherweise in einen falschen Kontext einordne.

Weitere Quellen waren:

  1. Bild V0038.GIF "Das schwarze Schaf" von Kersti Nebelsiek, Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
  2. Autor: Temple Grandin: Buch: B21.4.3 Thinking in pictures and other reports from my life with autism. 'A fascinating picture of her life and mind, and her abiding love of animals.' Elle (2006) London: Bloomsbury publishing, ISBN: 978-0-7475-8532-9
  3. Persönlich habe ich das zuerst von einer Freundin gehört, die seit einer Erkrankung in der Kleinkindzeit schwerhörig ist und Menschen durch Lippenslesen versteht. Erst in der Berufsschule erkannte eine Berufsschullehrerin die Behinderung.
  4. Autor: Oliver Sacks (Deutsch von Dirk van Gunsteren): Buch: B163.1 Stumme Stimmen. Reise in die Welt der Gehörlosen. (2001) Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, ISBN 3-499-19198-9
  5. Autor: Bonnie Poitras Tucker: Buch: B163.3 Der Klang von fallendem Schnee. Leben in der Stille. (1995) Bergisch Gladbach: Lübbe, ISBN 3-404-61474-7
  6. Autor: Richard E. Cytowic (aus dem Amerikanischen von Hartmut Schickert): Buch: B69.1 Farben hören, Töne schmecken Die bizarre Welt der Sinne. (1996) München: dtv, ISBN 3-423-30578-9
  7. Autor: Alexander Romanowitsch Luria, (Translated by Lynn Solotaroff): Buch: B123.4 The Mind of a Mnemnonist. A little book about a vast memory. (1987) Cambridge: Massachusetts, London, England, ISBN 0-674-57622-5
  8.  


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