erste Version vor: 07.06.00
letzte Überarbeitung: 2/06
|
Ich habe PSI-Fähigkeiten. Im Wesentlichen bestehen sie darin, daß ich die Gefühle meiner Gesprächspartner/-innen wahrnehme. Sofern diese sich nicht abschirmen. Zusätzlich kann ich mich regelrecht mit Pflanzen unterhalten. Da nur wenige Menschen merkliche telepathische Gaben haben, sind Verhaltensnormen auf Nichttelepathen eingerichtet und mißachten Bedürfnisse begabter Menschen. Um sich nicht ins Abseits zu stellen, sind telepathisch Begabte gezwungen, diese Normen dennoch weitgehend zu beachten. Taube lernen nicht, Laute richtig auszusprechen und die passende Lautstärke zu wählen. Ebenso unkontrolliert strahlen Menschen, die keine telepathischen Gaben haben, Gefühle ab. Doch während das Sprechen Tauber formal falsch ist, nervt mich bei Menschen ohne telepathische Gaben, der Inhalt ihrer unbewußten Botschaften. Wenn ich ausgeruht bin, perlen die Probleme anderer an mir ab. In meiner Lehrzeit war ich täglich zwölf Stunden unterwegs und kam jeden Abend todmüde vom Bus nach Hause. Auf diesem letzten Stück begegnete ich oft einer Nachbarin. Ich weiß nicht, warum sie mich jedesmal, wenn sie mich sah, mit einem derartigen Schwall schlechter Laune überschüttete, daß ich sie nur noch fassungslos anstarrte. Es fühlte sich fast so an, als hätte sie mir vollkommen unerwartet einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf geschüttet. Es gelang mir nicht, meine Beherrschung rechtzeitig wiederzuerlangen, um sie freundlich zu grüßen. Wenn ich geschimpft hätte: "Laß mich mit deinen schmutzigen Gefühlen in Ruhe", hätte mich niemand verstanden. Ich schlich mich deshalb geradezu an ihr vorbei. Ich habe dafür über meine Mutter Vorwürfe zu hören bekommen. Zusätzlich bekomme ich immer wieder mit, wie andere sich Gedanken machen, was ich alles falsch machen könnte - Sorgen, die sie wohlweißlich nicht aussprechen, denn das wäre eine Einmischung in meine Privatsphäre. Leider bekomme ich das dennoch mit und lasse (d.H. ließ damals) mich oft dadurch verunsichern. Aber ich kann den Leuten ja schließlich nicht das Denken verbieten! Sie wissen ja wortwörtlich nicht, was sie mit mir tun. Normalerweise gehe ich Menschen, von denen ich mich selbst abschirmen müßte, oder die ihre Gefühle abschirmen, aus dem Weg. Mit beiden kann ich nicht tun, was ich unter "in Kontakt kommen" verstehe. Zu einem Gespräch gehören für mich auch die Gefühle des anderen. Wie eine Flöte anders klingt als eine Gitarre, hat auch die Gefühlswelt jedes Menschen ihre typische Färbung, an der ich ihn erkennen kann. Sie ist oft schön. Wie nicht alle Töne zueinander passen, harmoniert nicht jedes Gefühl mit jedem anderen Gefühl. Eine solche Disharmonie empfinde ich als unangenehm. Deshalb ändere ich meine Gefühle so, daß sie zu denen der Menschen passen, mit denen ich gerade umgehe. Das ist, als würde ich versuchen, zu einem mir unbekannten Musikstück aus dem Stegreif eine passende Begleitung zu improvisieren: eine Arbeit, die volle Aufmerksamkeit erfordert und einen schnell erschöpft. Auf einer Disco oder auf einem Volksfest herrscht oft eine solche Gefühlsdisharmonie, daß ich es als Jugendliche oft nur Minuten dort aushielt. Ich hatte dann nur noch den Wunsch, möglichst weit weg zu einem einsamen Platz zu laufen. Ich brauchte Stunden, um mein seelisches Gleichgewicht wiederherzustellen. Wenn ich mir diese Zeit nicht nehme, laufe ich Gefahr, mich von den Wünschen und Gefühlen anderer manipulieren zu lassen, statt ich selbst zu sein. Wenn viel gesungen oder getanzt wird, stellt sich eine gefühlsmäßige Harmonie ein, die mir menschliche Nähe angenehm macht. |
VA1. VA2. VA118. VA140. VA141. VA142. VA152. VA197. VA212. VA231. V4. V22. V25. V26. V40. V67. V92. V93. V118. V167. V168. V221. V234. V248. V295. V299. V301. V318. V320. |
Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5,
34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615,
http://www.kersti.de/,
Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal
im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von
Lesern immer bekomme.